Letzte Wettquoten vor der ESC-Woche

Alle Teilnehmer haben ihre Proben gehabt, die Journalisten und Fans konnten sich ein Bild von den Bühnenshows machen - und das noch dazu im direkten Vergleich.

Auf die Wettquoten hat sich das durchaus nochmal ausgewirkt:

Rang Land Song
    Interpret  
1 Israel Toy
    Netta Barzilai  
    (Die Lederhosenfraktion liebt es. Ich sitz etwas ratlos davor.)  
2 Norwegen That’s How You Write A Song
    Alexander Rybak  
    (Hebt fast ab. Aber eben nur fast. Trotzdem nicht übel.)  
3 Estland La Forza
    Elina Nechayeva  
    (Nein. Nein. Nein.)  
4 Frankreich Merci
    Madame Monsieur  
    (Es braucht ein bißchen, gewinnt aber mit der Zeit.)  
5 Tschechien Lie To Me
    Mikolas Josef  
    (Uptempo macht noch keine gute Melodie. Tut mir leid: I mog eam afoch net.)  
6 Zypern Fuego
    Eleni Foureira  
    (So richtig begeistert bin ich nicht. Im Gegenteil …)  
7 Bulgarien Bones
    Equinox  
    (Bleibt hängen und wird doch nicht fad. Hat was.)  
8 Schweden Dance You Off
    Benjamin Ingrosso  
    (Professionell gemacht, wie immer. Null Charme.)  
9 Italien Non Mi Avete Fatto Niente
    Ermal Meta & Fabrizio Moro  
    (Hach, Italien wieder einmal …)  
10 Moldau My Lucky Day
    DoReDos  
    (Starnacht am Wörthersee. Muß einem halt liegen. Mir liegts nicht so.)  

Einer der Verlierer ist Österreich: Cesár Sampsons Song, zwischenzeitlich auf Platz 14 gehandelt, ist auf Platz 21 abgerutscht. Trotzdem traut man ihm die Qualifikation im ersten Semifinale (auf das extra gewettet wird) noch zu. Unter die Top 10 müßte er dafür kommen, bei den Buchmachern liegt er auf Platz 7.

Beobachtungsposten Terrasse

Ein verlängertes Wochenende verpflichtet ja geradezu zu einem Besuch beim Tier in Linz. Vom Jindrak gibts endlich wieder Marillenfleck (Yeah!), das Wetter ist perfekt (Terrasse voll einsatzfähig), das Tier sehr freundlich. 🙂

Apropos Terrasse und Tier: Da gibt es einen Lieblingsplatz. Von der Terrasse nämlich sieht man auf den unteren Teil des Gartens, aber auch auf die Straße und in die Nachbargärten (sofern das viele Grünzeug das zuläßt). Sie ist also an sich schon der ideale Aussichtspunkt für neugierige Hausmeisterhunde.

Noch besser ist allerdings, daß zwischen Holzgeländer und Boden genau so viel Platz bleibt, um eine Hundeschnauze durchzustecken. Das ist der Hauptgewinn: Man liegt da versteckt am Boden der Terrasse, versteckt vor neugierigen Blicken von unten, und hat die gesamte bekannte Welt im Blick. Ganze Nachmittage lassen sich so verbringen. Ich sitz daneben mit einem Häferl Kaffee und überleg mir, wie ich meine Neugier von einem ähnlich bequemen Platzerl ausleben könnt …

ESC 2018: Neue Wettquoten

In die Wettquoten kommt langsam ein bißchen Bewegung: Die diversen Fan-Konzerte lassen erahnen, wie die einzelnen Songs live auf der Bühne „rüberkommen“. (Meiner heurigen Haßnummer zum Beispiel, „La Furza“ aus Estland, hat das nicht so gut getan.)

So also schauts derzeit aus:

Rang Land Song
    Interpret  
1 Israel Toy
    Netta Barzilai  
    (Die Lederhosenfraktion liebt es. Ich sitz etwas ratlos davor.)  
2 Bulgarien Bones
    Equinox  
    (Bleibt hängen und wird doch nicht fad. Hat was.)  
3 Tschechien Lie To Me
    Mikolas Josef  
    (Uptempo macht noch keine gute Melodie. Tut mir leid: I mog eam afoch net.)  
4 Australien We Got Love
    Jessica Mauboy  
    (Man hört den Ehrgeiz aus jeder Note. Trotzdem könnt das was werden.)  
5 Estland La Forza
    Elina Nechayeva  
    (Nein. Nein. Nein.)  
6 Frankreich Merci
    Madame Monsieur  
    (Es braucht ein bißchen, gewinnt aber mit der Zeit.)  
7 Norwegen That’s How You Write A Song
    Alexander Rybak  
    (Hebt fast ab. Aber eben nur fast. Trotzdem nicht übel.)  
8 Schweden Dance You Off
    Benjamin Ingrosso  
    (Professionell gemacht, wie immer. Null Charme.)  
9 Belgien A Matter Of Time
    Sennek  
    (Ich habs nach dem ersten Mal schon nachgepfiffen. Das ist ein gutes Zeichen.)  
10 Griechenland Oneiro Mou
    Gianna Terzi  
    (Das ist dann sogar mir zu trostlos.)  

Österreich liegt auf Platz 14, auch die Wettquoten fürs erste Semifinale trauen Cesár Sampson den Finaleinzug zu: Platz 7.

Bis zum ESC-Finale sind es noch zwei Wochen. (Keine Sorge, die Voting-Sheets für die Semifinalshows sind fertig. *gg*) Wie gut waren die Glaskugeln der Buchmacher im Vorjahr? Ich hab keine Aufzeichnungen aus exakt der gleichen Zeit vor dem ESC 2017, aber: Mitte April noch lag der spätere Sieger Portugal auf Platz 4, als Favorit wurde Italien gehandelt. 2016 waren die Wettquoten auch nicht sooo aussagekräftig: Als Sieger sahen die Buchmacher Russland, die Ukraine lag damals noch „nur“ auf Platz 5.

We want ABBA! We want ABBA! We want ABBA!

Da kommts zu einem historischen Gipfeltreffen zwischen Nord- und Südkorea - und am selben Tag geben die vier Mitglieder von ABBA bekannt, daß sie gemeinsam im Studio waren und zwei neue Songs aufgenommen haben. Um den Raiffeisen-Hecht zu zitieren: Zufall?

Die Welt ist halt doch ein guter Ort. 🙂

Und die Grillsaison ist eröffnet!

Ein bißchen überrascht waren wir schon: Der Sonntag war nicht nur für uns die Eröffnung der Grillsaison, sondern auch für unsere Gastgeber. Wir durften also als erste ans Buffet heuer! Yummie yam yam!

Es ist ja längst ein sehr schönes Ritual entstanden: Zuerst Nordterrasse (streicheln, trinken, Vorspeis), dann die Gastgeber zum Arbeiten schicken, kurz durchschnaufen, dann Südterrasse (Hauptspeis, Eapfüsolod, Nachspeis). Das hat sich über Jahre bewährt und wird nur mehr in Details verfeinert. (Ich durfte z.B. erstmals auf einem der teuren Schattenplätze sitzen beim Essen. *gg*)

Daß ein Teil der Vorspeis (die diesmal besonders gut war – oder hatte ich einfach schon so lang keine richtigen domatesler mehr?) an prominenter Stelle auf meinem Hemd gelandet ist, hat mich nicht weiter irritiert. Ich hab meinen Bauch einfach dem neben mir sitzenden Wachhund zugewendet, der - schleck, schleck - alles wieder sauber gemacht hat. (Das allerdings hat einige der Anwesenden irritiert und Vermutungen über die Hundeerziehung in Linz anstellen lassen. Alles böse Gerüchte, sag ich.)

Vom Grill gabs Gemüse und Baguette, wie ichs besonders gerne mag. Dazu (das fiel noch unter „Vorspeis“, obwohls eigentlich immer zu den Grillhöhepunkten gehört) besonders feine Würstelchen. (Nach der Wurst hat sich zum ersten Mal ein kleines Sättigungsgefühl gemeldet.) Danach: Das Bruderrind vom Sonnenschwein (oder so ähnlich), auf Wunsch Lamm (ich wünschte nicht) und ganz groooßartige Fleischbällchen, die sehr treffsicher meine Geschmacksknospen gestreichelt haben. (Wolfi hat was drangetan: Kreuzkümmel nämlich *gg*)

Natürlich wieder dabei: der salade de pommes de terre. Magnifique!

(Apropos Fremdsprachen: Ich dufte mit Travis sprechen! Der hat mich sogar gelegentlich verstanden! *LOL*)

Für einen ehrlichen Lacher hat dann die Nachspeis gesorgt. Ich hab, ganz ehrlich, beim Anschneiden die kreativ-geschwungene Form des Tortenbodens bewundert und mich einen Moment lang gefragt, wie man so ein Kunststück denn hinbekommt. Der Zuckerbäcker Raini hat das ziemlich unpoetisch aufgeklärt: Die ist mir leider ordentlich sitzengeblieben diesmal! Ich hab Tränen gelacht. Si tacuisses …, könnt man dem Tarvis noch sagen. 😉

Wir bedanken uns inniglich bei unseren Gastgebern für Speis, Trank und vor allem die blendende Unterhaltung. Gebts den Hundsis noch ein Busserl von uns. 😉

Star Wars in Concert

Zum ersten Mal hab ich mir eines dieser Konzerte gegeben, bei denen ein Orchester die Filmmusik live spielt, während im Hintergrund der Film (inklusive der Dialoge und Soundeffekte) in voller Länge projiziert wird.

„Star Wars in Concert - Eine neue Hoffnung“ war gestern in der Wiener Stadthalle zu sehen. (Yep, Halle D. Nicht kleckern, sondern klotzen.) Es macht wirklich einen Unterschied, ob die Musik aus der Konserve kommt oder direkt von der Bühne, gespielt von den Münchner Symphonikern unter Ludwig Wicki. Und natürlich wirkt auch der längst bis ins letzte Detail bekannte Film ganz anders, wenn die Musik auch von der Tonabmischung her in der Vordergrund gerückt wird. Wo im Kino Dialoge, das Brummen von Laserschwertern oder das Piepsen von Robotern die Szenen bestimmen, sind es im Konzert eben die Live-Musiker. Der Film im Hintergrund läuft nur, um der Musik einen Rahmen zu geben. (Umso seltsamer übrigens wirken dann die Szenen, in denen es gar keine Musik gibt: Man sitzt in einem Konzert und sieht einem Orchester zu, wie es auf seinen nächsten Einsatz wartet. *gg*)

Die Musik von John Williams hat die große Inszenierung verdient. Nicht umsonst ist sie seit den 1970er Jahren Kult: Viele Szenen sind ohne die berühmten Melodien undenkbar. Berüchtigt der direkte Vergleich der Schlußszene: Einmal das Original, ein zweites Mal die gleiche Szene ohne Musik.

Apropos Schluß: Nie zuvor habe ich erlebt, daß ein Publikum den kompletten Abspann eines Films mit so viel Begeisterung verfolgt hat. Immerhin war das der eine Teil des Konzerts, bei dem ausschließlich die Münchner Symphoniker im Mittelpunkt stehen durften. Lang anhaltender Applaus und die ersehnte Zugabe (no na net die Star-Wars-Fanfare vom Anfang des Films - ich hab kurz gedacht, es geht alles wieder von vorn los), die Stadthalle war begeistert.

Was das Publikum betrifft: Das wär ja fast eine eigene Geschichte wert. Kinners! Ich find ja Nerds grundsätzlich nett und sympathisch. Der 2-Meter-Mann allerdings, der wegen seiner dicken Jedi-Kutte bereits in der Pause so gräßlich verschwitzt war, daß er seine dicken Aschenbecher-Brillen regelmäßig abwischen mußte, war eine neue Kategorie. Daß er trotz seines Alters von (geschätzt) Ende 20 mit seiner Mutter bei Konzert war, machte den Gesamteindruck nicht besser.

Von dieser Seite des Spektrums (da gabs mehrere) gings dann über die Kategorie der netten (und nett anzusehenden) Nerds weiter bis ins andere Extrem: die Apple-Fraktion mit Schal, klassischerweise im Doppelpack unterwegs und an der strengen Duftnote schon vor Sichtkontakt identifizierbar. Neben mir war so ein Gfrastsackl: Gestunken hat er wie ein Iltis, die Apple Watch am Handgelenk hat alle 2 Minuten eine neue Nachricht signalisiert. Nach der 3. Nachricht ist er dann so nervös geworden, daß er sein iPhön rausgeholt und eine Antwort getippt hat. (Das stört auch üüüberhaupt nicht, wenn im dunklen Saal ständig ein Handy-Bildschirm angeht oder eine Uhr blinkt.) Ich hab mich dann in der Pause umgesetzt. (Viel geholfen hats nicht: Auch vor mir wurde eifrig gefilmt, fotografiert, wurden Audio-Mitschnitte per WhatsApp verschickt. Ich weiß nicht: Man sollte das als Straftatbestand ins StGB aufnehmen und die Leut für ein paar Jahre wegsperren. Fotos und Videos während eines Konzerts oder eines Theaterbesuchs zu machen ist wirklich das Allerletzte.)

Anyway: Froh bin ich, daß ichs sehen durfte. Die Musik, der Film, die vielen seltsamen Gestalten im Publikum, nicht zuletzt die perfekt kostümierten Mitglieder des Fanclubs, die sich geduldig mit den Zusehern fotografieren haben lassen im Foyer und vor der Bühne … Es war Konzert, Jahrmarkt, Comic-Con und Kino. Das Star-Wars-Universum ist eben nicht ganz von dieser Welt. 🙂

Alpenblick

Normalerweise ist es wärmer zu Ostern. Und normalerweise ist der Garten auch schon grüner, die Büsche und Hecken dichter.

Heuer sitzen der Hund und ich am Ostermontag auf einer noch wenig blickdichten Terrasse (Hund auf meinem Schoß, Reindling und Kaffee daher kaum zum dawischen) und schauen so rundummen. Der Vorteil vom Nachteil: Man sieht raus, und zwar sehr weit. Wo sonst allerlei Grünzeug den Blick versperrt, glänzen nun verschneite Alpengipfel. (Irgendeine Äpp hat mir sogar verraten, welche Berge das waren. Ich habs mir nur leider nicht gemerkt.)

Das Tier (zwischendurch von bösen Menschen auf „Molly“ umgetauft) hat wieder abgenommen und darf daher auf mir sitzen. Alles kein Problem. 🙂 So lassen wir uns also die Sonne aufs Fell scheinen, ich greif gelegentlich verschämt nach einem Böckerl von Reindling … alles ist gut. 😉

Jesus Christ Superstar, fast perfekt

Gleich nach dem „Tanz der Vampire“ war klar, daß wir uns auch die nächste VBW-Produktion ansehen müssen. Glick ghea: Mit Jesus Christ Superstar stand ein echter Klassiker auf dem Programm, ein Juwel aus der Zeit, als Musicals noch mehr politische Diskussion als Beinchen hoch waren. Gleich Karten gekauft also und exakt einen Monat lang gefreut drauf.

Weil unsere üblichen Musicalopfer entweder gestreikt haben (Naaa, des is net so meins und da simma ja auch gar nicht daaa …) oder bereits schneller als wir mit Karten eingedeckt waren (Naaa, ich geh ja schon am Ostersonntag …), mußten Frau Ö. und Herr E. als begleitungstechnische Notnagel herhalten.

(Das hat einige Argumentationstricks erfordert. Beide sind keine begeisterten Musicalfans. Ich hab ihnen dann einfach erklärt, daß wir von Heiden wie ihnen erwarten, daß sie sich zwecks Integration zu Ostern die Passion Christi reinziehen. Basta. Keine Widerworte.)

Genau neun Mal spielt man das Stück heuer im Ronacher, womit klar ist: Mehr als eine konzertante Aufführung zahlt sich nicht aus. Ein barockes Bühnenbild wie im Tanz der Vampire ist nicht. Für eine „nur“ konzertante Fassung hat der Abend dann aber optisch einiges hergegeben. Mit Lichteffekten, Hintegrundprojektionen, Kostümen und einem großen Ensemble, das jedes Eck der Bühne füllt, ist doch einiges getan. Da brauchts keinen Tempelberg aus Sperrholz. Es gibt Theater, die eine „richtige“ szenische Umsetzung mit weniger Aufwand betreiben.

Das Team um Regisseur Alex Belga hat eine Umsetzung gefunden, die zwischen Laptop, Skateboard und gelangweiltem Golfspiel pendelt. Damit liegt er auf einer Linie mit Regisseuren, die „Jesus Christ Superstar“ zum Zeitpunkt seiner Entstehung optisch in die Hippie-Bewegung eingeordnet haben. Nur ganz wenige seiner Regieeinfälle gehen daneben. Das Turiner Grabtuch hätte nicht sein müssen. Ebenso fehlt die Betonung der engen Freundschaft zwischen Jesus und Judas im ersten Akt, ohne die die Desillusionierung von Judas und das Motiv für seinen Verrat noch schwerer verständlich werden.

Projektionen hin, Regieeinfälle her: Das Stück lebt einerseits von der kraftvollen Musik Andrew Lloyd Webbers, andererseits aber natürlich auch von deren hoffentlich gelungener Interpretation durch die Sänger und das Orchester. Da gabs an diesem Abend kaum was auszusetzen. Natürlich macht die Platzierung des 43köpfigen Orchesters mitten auf der Bühne die Steuerung des Sounds nicht einfacher. Wenn das Schlagzeug erst so richtig loshämmert, kann man es nicht mehr runterdrehen. Da kann man nur mehr alles andere verstärken. Das stiehlt der Aufführung die Chance auf einige intime Momente, die man sonst aus dem Stück kennt. Das Gute ist: Nicht nur das hervorragende Orchester, auch die Solostimmen verdienen es durchaus, daß man sie verstärkt. Drew Sarich als Jesus fährt verdientermaßen Standing Ovations schon während der Aufführung ein. Barbara Obermeier ist eine überraschend soulige Maria Magdalena, bei der man sich jedes Mal freut, wenn sie das Mikro in die Hand nimmt. Andreas Kammerzelt als Kaiphas schleudert einen Bass von der Bühne, hinter dem man normalerweise das Modell „dicker Mann im Frack“ erwarten würde. Filippo Strocchi ist ein Pilatus, der die Rolle fast neu erfunden hat für sich. Sehr fein!

Fehlt was? Ach ja, Judas. Eigentlich ist Judas die Hauptfigur des Stücks. Seine Songs tragen die Handlung vorwärts, in seinen Texten stellt er die wesentlichen Fragen, um die es den Autoren geht. Pech, wenn man ausgerechnet von ihm nicht eine einzige Silbe versteht. Sasha die Di Capri mag keinen besonders guten Tag gehabt haben, seine Stimme ist im Lauf des Abends von einer akzeptablen Rockröhre zu einem sehr kratzigen Wimmern verkommen. Egal aber ob geröhrt oder gewimmert: Er wurde vom Orchester übertönt, hat vorsichtshalber alle Konsonanten seines Textes weggelassen und war als Hauptrolle einfach ein Fehlgriff. Das muß man auch mal so sagen. (Richtig bewußt geworden ist mir das in der Pause, als das Thema Textverständlichkeit aufs Tapet kam. Mir ist das ja eher wurscht, ich kenn jede einzelne Zeile auswendig. Herr E. aber und Frau Ö., die ja auch mit dem Märchen an sich nicht so vertraut waren, hatten durchaus Probleme, sich die Handlung zusammenzureimen.)

In Summe aber, trotz der Probleme mit Judas, ist es eine großartige Inszenierung, die ich jedem empfehlen könnte … wenn sie nicht schon ausverkauft wäre. Eine perfekte Einstiegsdroge auch für Menschen, die bisher nicht so viel mit Musicals am Hut hatten: Nur rund zwei Stunden lang dauert die Aufführung, in anderen Stücken hat man da gerade mal den ersten Akt hinter sich. 🙂

Natürlich gings nachher noch auf ein Glas Wasser ins Lokal gegenüber, wo wir uns dann mit dem Austausch landestypischer Hochzeitsbräuche die Nacht um die Ohren geschlagen haben. Es wurde sehr viel gelacht, am meisten über Frau Ö.’s Frage an mich: Ossi, warst du eigentlich immer schon so? Was soll nicht nur davon halten? Und vom hysterischen Gelächter der anderen? *gg*

ESC 2018: Wettquoten und erste Favoriten

So, langsam kommt nun doch Schwung in die Sache. Alle teilnehmenden Rundfunkanstalten haben mittlerweile ihre Songs bei der EBU deponiert. Die Wettquoten haben mehr Aussagekraft als noch vor zwei Wochen. Vor allem aber: Es gibt erstmals persönliche Favoriten vom Meister selbst. Die da wären:

Rang Land Song
    Interpret  
1 Weißrussland Forever
    Alekseev  
    (Ja, so stell ich mir einen ESC-Song vor.)  
2 Niederlande Outlaw In ‘Em
    Waylon  
    (Yep. So geht das.)  
3 Georgien For You
    Iriao  
    (Was macht die große Musical-Nummer beim Song Contest? Mir gefallen!)  
4 Bulgarien Bones
    Equinox  
    (Bleibt hängen und wird doch nicht fad. Hat was.)  
5 Italien Non Mi Avete Fatto Niente
    Ermal Meta & Fabrizio Moro  
    (Hach, Italien wieder einmal …)  
6 Albanien Mall
    Eugent Bushpepa  
    (Eine zeitgemäße Version der früher so häufigen Balkan-Schmachtfetzen. Doch, das mag ich.)  
7 Australien We Got Love
    Jessica Mauboy  
    (Man hört den Ehrgeiz aus jeder Note. Trotzdem könnt das was werden.)  
8 Frankreich Merci
    Madame Monsieur  
    (Es braucht ein bißchen, gewinnt aber mit der Zeit.)  
9 Belgien A Matter Of Time
    Sennek  
    (Ich habs nach dem erstn Mal schon nachgepfiffen. Das ist ein gutes Zeichen.)  
10 Vereinigtes Königreich Storm
    SuRie  
    (Süßer, klassischer ESC-Song.)  

Die Buchmacher haben auch eine neue Nummer 1 und jede Menge frische Songs im Angebot:

Rang Land Song
    Interpret  
1 Israel Toy
    Netta Barzilai  
    (Die Lederhosenfraktion liebt es. Ich sitz etwas ratlos davor.)  
2 Estland La Forza
    Elina Nechayeva  
    (Nein. Nein. Nein.)  
3 Tschechien Lie To Me
    Mikolas Josef  
    (Uptempo macht noch keine gute Melodie. Tut mir leid: I mog eam afoch net.)  
4 Belgien A Matter Of Time
    Sennek  
    (Ich habs nach dem erstn Mal schon nachgepfiffen. Das ist ein gutes Zeichen.)  
5 Australien We Got Love
    Jessica Mauboy  
    (Man hört den Ehrgeiz aus jeder Note. Trotzdem könnt das was werden.)  
6 Schweden Dance You Off
    Benjamin Ingrosso  
    (Professionell gemacht, wie immer. Null Charme.)  
7 Bulgarien Bones
    Equinox  
    (Bleibt hängen und wird doch nicht fad. Hat was.)  
8 Niederlande Outlaw In ‘Em
    Waylon  
    (Yep. So geht das.)  
9 Norwegen That’s How You Write A Song
    Alexander Rybak  
    (Hebt fast ab. Aber eben nur fast. Trotzdem nicht übel.)  
10 Frankreich Merci
    Madame Monsieur  
    (Es braucht ein bißchen, gewinnt aber mit der Zeit.)  

Ich hoffe ja immer noch, daß wir den Furz aus Estland im Semi loswerden. Ansonsten das fast schon übliche Bild: Meine persönlichen Lieblinge und die Wettfavoriten decken sich grob zu 50%. Und: Wir können mit absoluter Sicherheit sagen, wer nicht gewinnt heuer: Weißrussland nämlich. 🙂

PS: Österreich hat sich in den Wettquoten leicht nach vorne geschoben und liegt auf Platz 15.