Salatbuffet light

Darf doch nicht wahr sein! Da freut man sich eine Woche lang auf den Grillabend - und wird dann krank. Was ich gehabt hab, weiß ich nicht. Jedenfalls hatte ich schon das Frühstück komplett verweigert, hab dann den Rest des Tages schlafend im Zimmer verbracht und mich dann am Abend mehr schlecht als recht auf die Terrasse geschleppt. Allein der Gedanke an Grillwurst oder Nudelsalat hat Übelkeit verursacht. Ich hab also trockenes Brot gegessen, Tee getrunken und mir ein kleines Stück Wassermelone als Dessert gegönnt.

Letzteres hat einen Stammgast vom Nebentisch köstlich amüsiert. Der hat mir mit einer Geste auf mein bescheidenes Mahl erklärt, daß er ja in den letzten Jahren 15kg abgenommen hat. Glauben Sie mir, das ist es nicht wert. Ich esse hier jetzt das ganze Buffet leer. Nicht, weil ich noch Hunger habe, sondern aus reinem Vergnügen am Essen. Ich konnte ihn diesbezüglich beruhigen: Abzunehmen liegt mir fern, mir ist einfach nur schlecht. Und dann hab ich gesagt: Außerdem, wenn ich abnehmen wollte, würde ich dann ausgerechnet drei Wochen am Friesenhof Urlaub machen? Da konnte er dann auch nur mehr herzlich lachen. 🙂

Abfahrt

Los geht’s. Ab Trassenheide um 13:13, an Berlin 16:42. Ganz aufregend: Umsteigen müssen wir erstmals in unserer Inselkarriere nicht in Züssow (hier hält der ICE nicht mehr), sondern in Greifswald. Im Gegensatz zu Züssow ist das ein wirklich großer Bahnhof mit drei Gleisen, wovon zwei regelmäßig für den Personenverkehr verwendet werden. Um den Anschlußzug nach Berlin zu erreichen, müssen wir (eh schon in Eile) durch eine Unterführung! In Züssow hätts des net gebn, echt. Da war alles gemütlicher. 🙂
Naja, jetzt sitzen wir und lassen die Gegend an uns vorbeiziehen. Unglaublich, wie viel davon die hier in Deutschland haben. Man fährt stundenlang durch die Landschaft und sieht nichts. Kein Dorf, keinen Bauernhof, keine Straße, nichts. Das beruhigt auch irgendwie. *LOL*

Sportiv

Salat Sportiv, Salat Mediterran… Die traditionelle Henkersmahlzeit kurz vor der Abreise. (Früher, das wissen wir, haben wir das mit Soljanka bzw. Fischtopf geschafft. Das wär heutzutage undenkbar.)
Jetzt bleibt uns nichts mehr übrig, als auf das Auto zum Bahnhof zu warten. Noch 30 Minuten, dann ist der Urlaub vorbei. 🙁

Abschiede

Der Diensplan ist ein Teufel. Gleich noch zwei, die wir morgen bei der Abreise nicht mehr sehen. Von Franka und Erik mußten wir uns heute nach dem Abendessen schon verabschieden. Bis zum nächsten Mal und vielen Dank für die schöne Zeit!
Ebenfalls verabschiedet haben wir uns – wenn auch eher ungeplant – von dem freundlichen Herrn, der unsere Fahrräder bringt bzw. heute eben abholt. Wir haben gerade beim Fenster rausgeschaut, wie er die zwei Drahtesel in den Transporter gehoben hat und damit losgefahren ist. Spontan haben wir – halb noch in Unterwäsche – das Fenster aufgerissen und runtergewinkt. Ich glaub er hat fast das Lenkrad verrissen vor lachen. Naja, er kennt uns ja mittlerweile. *LOL*
Koffer sind halb gepackt. So richtig freuen tun wir uns auf morgen nicht. 🙁

Halloren-Invasion

Da bleibt uns die Spucke weg: Während uns der beste Koch der Insel mit einer eisgekühlten Vitaminbombe (Blaubäären *gg*) beschäftigt und ganz unverdächtig mit uns plaudert, kümmert sich sein Doppelgänger um süße Versuchungen in unserem Schlafzimmer. Sechs Packerl Hallorén hat er hübsch proper am Bett drapiert. (Ehrlich: Wir wissen nicht, wie ers gemacht hat. Er war doch bei uns auf der Terrasse? Gleichzeitig gibts aber zwei glaubwürdige Zeuginnen, die ihn bei uns am Zimmer gesehen haben. Spooky.)
Wir freuen uns sakrisch. Hallorén ist ja sowas wie die regionale Variante von Nutella. Mjamm! 🙂
Vielen Dank, junger Mann! Wir zischen jetzt mit doppelt so guter Laune ins Abenteuer Peenemünde.

Ooooch!

Das kam jetzt aber unerwartet: Die Runde der Verabschiedungen geht los! 🙁
Dienstplanbedingt sind ja am Samstag zu unserer Abreise nicht alle da. Da gabs die ersten herzlichen Umarmungen ohne Vorwarnung heute schon. Den adretten jungen Mann, der uns bei unserer Ankunft unterhalten hat, werden morgen zum letzten Mal sehen… Hach und je. Wie traurig!
Dabei waren wir noch gar nicht so wirklich auf Urlaubsende eingestellt. Wir verdrängen das Thema ja gern. Der Abend hat auch noch recht vergnügt begonnen, weil Herr Erik unser erneutes Anstellen um Futter nach den Mittagsexzessen so garnimmamehr dablasen hat. Ob wir denn nicht im Abschnitt „Für unsere Kleinen“ der Speisekarte suchen möchten, hat er fürsorglich gemeint. (Wenigstens einer hier denkt an unsere Gesundheit. *gg*)
Halb befolgt haben wir seinen Rat ja: Der von uns schließlich gewählte Friesenhof-Burger wird unserer Beobachtung nach hauptsächlich von Kindern konsumiert. Allerdings ging der Plan nur zum Teil auf: Natürlich haben wir bemerkt, daß der Burger diesmal deutlich höher war als sonst! Hallo?! Küche? Wofür haltet Ihr uns? (Stichwort „… merkts ihr des net?!“ – Doch, diesmal haben wirs gemerkt. *LOL*)
Naja, aber weg isser, der Burger. Nur ein bißchen was von der Salatgarnitur hab ich übrig gelassen. Das bläht ja so am Abend. *gg*
Betrübt sind wir auch, weil der Schichtwechsel bei den Gästen Schönes verspricht und wir es nicht mehr genießen werden können. Naja. Vielleicht nächstes Jahr.

Primavera II

Weil nicht alle Lokale in Zinnowitz unser Geld haben wollten, gings zum Abendessen eben wieder in die Primavera. Sind nur ein paar Schritte vom „La Mer“, man ist dort freundlich… und das Auge ißt ja bekanntlich mit. 🙂
(Außerdem wär ein weiterer Besuch dort ohnehin zwingend gewesen. Nur ein Mal Primavera – das wäre undenkbar.)
Den Abend gerettet hat dann aber wieder der Friesenhof. Kaum haben die lieben Menschen dort erfahren, daß wir in Zinnowitz keine Torte bekommen haben, standen auch schon zwei Stück bei uns am Tisch. (Und was für welche! Mjamm!) Dabei muß man betonen: Auch hier ist jetzt „Abendgeschäft“ (sogar mit echten Gästen, nicht nur mit virtuellen) und die nachmittägliche Tortenzeit längst vorbei. Aber manche reagieren eben so… und andere so. 😉

Der süße Brei

Es mußte sein:
Warum eigentlich müssen wir Erwachsenen immer Eis essen und die Kinder dürfen „süßen Brei“ (wahlweise mit Apfelmus oder Zimt und Zucker) haben?
Diese Ungerechtigkeit muß ein Ende haben. („Hörst du wie das Volk erklingt? Von uns’rer Wut erzählt der Wind. Es ist die Symphonie von Menschen, die nicht länger Sklaven sind!“)
Ich hab erhobenen Hauptes den süßen Brei bestellt – und es gerade mal so geschafft, ihn auch aufzuessen. (Wie machen das die Kids?) Hat sich ausgezahlt: Am Boden des Tellers war ein Überraschungsbild! Das gibts bei der Soljanka nie. *LOL*

Handtücher

Wie wir den Friesenhof vor vielen Jahren für uns entdeckt haben, gabs noch relativ wenige Wessis hier. Der Menschenschlag, der überall auf der Welt als „Deutscher Tourist“ gefürchtet ist, hat die Insel gemieden. Entsprechend locker konnten wir auch auf diesbezügliche Frage von Freunden antworten: Ob wir denn wirklich freiwillig dorthin fahren, von wo die Piefkes regelmäßig zu uns nach Österreich einfallen? Ob wir wirklich die Gesellschaft derer suchen, vor denen Österreicher sonst fliehen (sofern sie nicht in der Gastronomie arbeiten)? Na eben nicht. Genau die Sorte Piefkes gabs ja nicht auf Usedom. Es war alles sehr entspannt und unkompliziert.
Daß sich die Lage über die Jahre langsam geändert hat, das haben wir allein schon aufgrund der Autokennzeichen am Parkplatz mitbekommen. Wie sehr man hier aber mittlerweile verwestlicht ist, hat uns heute ein schockierendes Erlebnis im Pool drastisch vor Augen geführt:
Handtücher. Die Liegestühle auf der Terrasse vor dem Pool waren mit Handtüchern reserviert! Eine Stunde lang (so lange haben wirs beobachtet) keine Sau zu sehen dort, aber jeder Liegestuhl mit einem Handtuch als Eigentum eines bestimmten Gastes markiert, der wahrscheinlich gerade am Strand oder am Kuchenbuffet war. So etwas habe ich bisher noch nie live erlebt, das kannte ich nur aus Kabarettprogrammen über Deutsche in Spanien. 😉
Wahrscheinlich wärs ja übertrieben, sich allein der Handtücher wegen den antifaschistischen Schutzwall zurück zu wünschen. Aber zumindest volkseigene Liegestühle wären doch ein Hit? Oder, noch besser, ein fescher Uniformierter (das könnt ein Lehrberuf sein) enteignet die Handtücher beim Betreten des Pool-Areals und trocknet die Badegäste dann auf Wunsch damit ab. („Geh, da auf die Haxn, junger Mann, da bin ich noch ganz naß!“)
Jedenfalls werden wir die Lage im Auge behalten. Usedom darf nicht Mallorca werden!
(Ansonsten: Routine. Terrasse, Strand, Pool,… Fast wie Urlaub. *gg*)

Katzenbilder

Weil wir gerade auf der Terrasse sitzen: Anke hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß Frau Kysira noch kein Katzenbild bekommen hat heuer. (Anke ist überhaupt sehr fasziniert von Frau Kysira.)
Also, bitteschön: Miss Marple wollte sich zwar partout nicht in der Sonne fotografieren lassen, für ein Porträt unterm Sonnenschirm hats aber gereicht. 🙂