Star Trek: Keiner kennt den ersten Kinofilm

Wenn man einen eingefleischten Star-Trek-Fan fragt, aus welchem Jahr der erste Kinofilm ist, dann sagt er wie aus der Pistole geschossen: 1979. „Star Trek - Der Film“ hieß der damals in der deutschsprachigen Fassung. So weit, so bekannt - und so falsch.

Sechs Jahre vorher schon, 1973, kam nämlich der wirklich erste kommerzielle Star-Trek-Film auf die Leinwand. Er hieß „Turist Ömer Uzay Yolunda“ und ist gleichzeitig der einzige mir bekannte Kinofilm, der das Star-Trek-Universum mit einer zweiten Filmreihe verheiratet. („Cross Over“ nennen die jungen Leute sowas heutzutage wohl.)

Diese zweite Filmreihe ist die von 1964 bis 1973 in der Türkei sehr beliebte „Turist Ömer“-Serie, in der Sadri Alışık immer den gleichen Charakter in unterschiedlichsten Ländern und Situationen spielt. Turist Ömer ist kein Actionheld, sondern ein kabarettistische Figur mit einem gewissen Hang zur Subversivität. (So nennt er sich nicht deshalb Tourist, weil er so viel herumkommt, sondern weil er auch zuhause das Leben eines Touristen führt: Er hat keinen Besitz.)

„Turist Ömer Uzay Yolunda“ ist daher auch eine höchst eigentümliche Mischung aus echtem Raumschiff Enterprise und einem Humor, der vielleicht am ehesten noch mit Louis de Funès zu vergleichen ist. Als Gesamtwerk also sehr eigen. Allerdings nur als Gesamtwerk:

Der Enterprise-Teil der Mischung ist eine 1:1-Kopie der Folge „The Man Trap“, der Laufzeit wegen aufgefettet um ein paar Versatzstücke aus anderen Folgen (so kommt Kirk’s Kampfszene mit dem Gorn zu kurzen Ehren). Die Charaktere (Mister Spak, Kaptan Kirk, Profesör Krater), die Kostüme, alles fügt sich in das Korsett der TV-Serie. Augenfälliger Unterschied: Die türkische Low-Budget-Produktion hat zwar ganz böse Probleme bei diversen Spezialeffekten (das Beamen sieht scheußlich aus), die Szenen auf dem Planeten wirken aber im Vergleich zum US-Original viel besser. Zur Erklärung für Nicht-Trekkies: „The Man Trap“ spielt in den Ruinen einer untergegangenen Zivilisation. In Amerika wurden diese Ruinen aus Pappmaschee in einem Mini-Studio mit künstlichem Himmel nachgebaut. Die türkischen Produzenten haben sich stattdessen gesagt: „Nicht kleckern, sondern klotzen!“ Sie haben in den Ruinen von Ephesos gefilmt, die kein bißchen nach Pappmaschee aussehen.

Eine so gut wie möglich restaurierte Fassung des Films ist hier auf YouTube zu sehen. Fürs Türkischlernen ist der Film teilweise sogar recht gut geeignet: Die knappen, fast militärischen Dialoge der Sternenflottenoffiziere sind wunderbar zu verstehen und ein Traum für jeden, der gerade den Imperativ lernt. 🙂

Weniger freundlich zu Schülern ist Turist Ömer selbst. Er spricht nicht nur umgangssprachlicher, sondern baut eben auch das Schwierigste ein, was eine Fremdsprache zu bieten hat: Witz. Leider habe ich keine fixfertig untertitelte Version des Films online gefunden. Sehr wohl aber gibt es türkische und englische Untertiteldateien, die man sich getrennt herunterladen kann. Für den unwahrscheinlichen Fall, daß man wirklich komplett den Faden verliert (obwohl man zuvor „The Man Trap“ gesehen hat), kann man sich die zu Hilfe nehmen.

Ich freu mich tierisch über diese Entdeckung, die meine Leidenschaft für das Star-Trek-Universum so elegant mit dem Sprachenlernen zusammenführt. Das Internet ist doch eine großartige Fundgrube für allerlei Unfug, von dem man sonst nie gewußt hätte.

So muß Sprachen

26. Oktober 2017, 17:08 Uhr in einem Lokal im vierten Wiener Bezirk. Es passiert etwas, was beim Sprachenlernen mit am meisten Spaß macht: Wir unterhalten uns ungeniert fremd über die zwei Damen, die keinen Meter entfernt von uns am Nebentisch sitzen und alles mithören. Und die zwei merken nix. Gar nix!

Es ist einfach großartig!

Falls diese Unverschämtheit jetzt jemanden in Zusammenhang mit mir irritiert (ich gelte ja als außergewöhnlich rücksichtsvoll): Die zwei Mädels haben angefangen! Die haben auf der Stelle und mitten im Satz aufgehört zu reden und uns kuhäugig angestarrt, wie wir mit unserer türkischen Konversation begonnen haben. Tja. Da mußten wir einfach nur das Thema wechseln und über sie herziehen. Das ist nützlich und macht Spaß!

Frühstück in Gregors Konditorei

Und bevor sich jetzt jemand schreckt der Überschrift wegen: Ja, es war ein Frühstück, aber erst um 12:00 Uhr. Keine Panik. Alles in Ordnung. 🙂

„Schuld“ war der Herr Raini, der unser für heute unverbindlich ins Auge gefaßtes Abendessen kurzfristig wegen einer abendlichen Überraschung für seine bessere Hälfte verschieben mußte. Also gabs kein Abendessen, sondern ein Frühstück. Und was für eins! Wir sind vor Gregors Konditorei im Schanigarten gesessen, haben uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und uns schichtweise entblättert. Obwohl ich die wärmende Jacke mit hatte, bin ich dann doch im kurzärmligen Hemd dagesessen. Am 26. Oktober. Schau an.

Herr Wolfgang und Herr Rainer haben ihr bestes getan, um uns zu bespaßen. Kreuzfahrten (nicht die eigenen), Kevins (ohne Justins), verlängerte Wochenenden (ohne Kaugummi), Trinkgelder (zu wenig) und Osttiroler Sprachverschrobenheiten … Hach! Worüber man nicht so plaudern kann bei einem guten Happi.

Ach ja, Happipappi: Einen frisch gepreßten Orangensaft hatte ich, eine Eierspeis mit Speck und dann noch ein Müsli mit eckten Fruckten und Joghurt. Wirklich sehr gut. So muß Frühstück! (Nur das Nutella hat gefehlt - aber ganz ehrlich: Wär mir nach was Süßem gewesen, hätt ich das in einer Konditorei auch ganz ohne Nutellasemmerl irgendwie hingekriegt. *gg*)

Meine ganz persönliche Entdeckung des Tages durfte ich auch kurz herzeigen am Handy, aber die ist einen eigenen Artikel wert. Wir wollen ja nicht das ganze Pulver auf einmal verschießen. 🙂

Sehr fein wars, wahrscheinlich sogar sehr gesund. Man sollte dort durchaus öfter mal hingehen!

Und natürlich sind die Grünen im Nationalrat

Eigentlich wollte ich mit einem schlauen Kommentar zur Nationalratswahl 2017 ja noch bis Donnerstag warten. Bis alles ausgezählt ist, bis jedes einzelne Mandat in Stein gemeißelt ist. Aber ich kann meine Pappn ja doch wieder nicht halten. 🙂

Die sogenannten Grünen

Das Positive zuerst: Der Apparat, der sich beharrlich „Die Grünen“ nannte, hat eine schallende Ohrfeige erhalten. Das tut mir einiger weniger ehrlicher, sympathischer, intelligenter und engagierter Politiker wegen leid (Ulrike Lunacek ist eine davon). Das tut mir leid, weil seltsame Gestalten in der Öffentlichkeit die Mär verbreiten, grüne Politik an sich sei aus dem Nationalrat gewählt worden. Das ist ja so nicht richtig. Es freut mich aber mehr, als es mir leid tut:

Es freut mich, weil entsetzlich un-grüne Karrieristen wie der allseits verachtete Julian Schmid nicht mehr unter falscher Flagge segeln und die grüne Ideologie auf dem Altar ihrer persönlichen Eitelkeit opfern können. Schon 2013 habe ich über die Partei geschrieben:

Verstehen sie überhaupt noch ihre eigenen Grundwerte und sind sie in der Lage, sie auch in einer veränderten gesellschaftlichen Realität anzuwenden? Oder hängen sie nur oberflächlich einer früher gefundenen Interpretation dieser Werte an, die vielleicht in den 1980er Jahren Gültigkeit hatte, 30 Jahre später aber längst angepaßt werden müßte?

Die letzten Jahre (nicht erst 2017) haben gezeigt: Sie verstehen gar nichts mehr. Nicht ihre Werte, nicht ihre Wähler, nicht ihre Basis. Da werden 200 wahllos zusammengekarrte Verwandte der Kandidaten bei der Bundeslistenerstellung als Höhepunkt der Basisdemokratie verkauft, eine Urabstimmung gegen das Heumarkt-Projekt in Wien wird aber gekonnt ignoriert. So wird das nichts mehr, das ist nur mehr Korruption.

Die Grünen

Drin im Nationalrat sind Politiker wie Peter Pilz, die ehrliche grüne Werte sehr wohl verstehen und auch in praktische politische Arbeit umsetzen können. Insofern ist die Wahrnehmung verkehrt, wonach die Grünen draußen und die neue Liste Pilz drinnen wären. Die echten, wahren Grünen sind drin. Diejenigen, die sich in Körperfresser-Manier die Marke „die Grünen“ umgestülpt haben, sind draußen.

Die Liste Pilz wird es aufgrund der Mehrheitsverhältnisse schwer haben, gestaltend mitzuarbeiten. Aber sie sind drin. Das bedeutet: Geld für Öffentlichkeitsarbeit und ein Mindestmaß an garantierter Präsenz in den Massenmedien.

Kurz

Kurz. Niemand kann Kurz so gut beschreiben wie Wolfgang Schüssel, wenn er über Hans Tietmeyer spricht. Kurz lügt, betrügt, dreht sich wie das Fähnlein im Wind und haut allen das Hackl ins Kreuz, die ihm nur eine Minute unvorsichtig den Rücken zudrehen. (Als nächstes seinen Wählern.) Ich gebe offen zu: Hätte ich die Wahl zwischen der Kurz-ÖVP und der FPÖ, ich würde ohne zu zögern blau wählen - mit einer Vorzugsstimme für Strache. Nicht des Inhalts wegen, Gott behüte, da sind mir beide gleich fern. Aber Strache steht dazu, was er ist. Er versucht erst gar nicht, intelligent, anständig, verantwortungsvoll oder ausgleichend zu wirken. Kurz hingegen ist ein böser, unmoralischer Schauspieler, der mit seinem kindlichen Bubengrinser nicht nur die Pädophilen auf seine Seite gezogen hat.

Trotz allem ist nicht die Person Kurz das Entsetzliche am Phänomen Kurz. Es sind seine Wähler. Es sind die Menschen, die die seit 30 Jahren regierende ÖVP wählen, weil sie eine Veränderung an der Regierung wollen. Es sind die Menschen, die Kurz bei seiner Forderung nach einer Trendwende in der Wirtschaftspolitik applaudieren und ihm diese zutrauen - obwohl das Wirtschaftsressort seit 1987 durchgehend in schwarzer Hand ist. Es sind die Menschen, die in Kurz etwas Neues sehen, obwohl er seit 2011 zunächst als Staatssekretär, dann als Minister zum Personal der „alten“ Koalition gehört. (Entschuldigend kann man den VP-Wählern in diesem Punkt zugute halten: In all den Jahren hat Kurz zwar viele Interviews gegeben, ansonsten aber kaum etwas getan. Vielleicht wird das das Neue: Kurz macht mal was.)

Man müßte die Kurz-Wähler mal niederbrüllen wie frühpubertierende Kinder, die gerade die teure Wohnzimmereinrichtung mit Bier, Kotze und Pizza überzogen haben. Man müßte sie an den Ohren (haha!) durch die Wohnung schleifen und sie mit sich vor Wut überschlagender Stimme fragen, ob sie sich eigentlich ir-gend-was dabei gedacht haben. Oder ob sie einfach nur übermütig waren, weils ihnen zu gut geht und weil sie eh nie irgendwelche Konsequenzen ausbaden müssen. Man müßte. Man tuts aber nicht. Weil man nur stumpfe Blicke ernten wird.

Kreuzerl gmacht

In Österreich führen die ärmsten 1% der Haushalte 42,4% ihres jeweiligen Bruttoeinkommens in Form von Steuern und Abgaben ab. Das reichste Hundertstel der österreichischen Haushalte zahlt nur 39,7% (Quelle). Die angebliche „Steuerprogression“ ist das nicht.

40% der Schüler in Österreich können, wenn sie die Volksschule verlassen, nicht sinnerfassend lesen (Quelle). Entscheidend für den Schulerfolg der Kinder sind der soziale Status und die formale Bildung der Eltern, auf die das desolate Schulsystem längst alle Verantwortung abgewälzt hat. Der gesellschaftlicher Aufstieg vom Kind eines arbeitslosen Schulabbrechers zum erfolgreichen Internisten ist in Österreich kaum mehr möglich.

Auf einer höheren Ebene wäre es längst an der Zeit, den verstaubten Föderalismus in den Mülleimer mißglückter Verfassungsexperimente zu kippen und gleichzeitig als gestaltende Kraft eine verstärkte europäische Integration jenseits von Binnenmarkt und Wirtschaftspolitik voranzutreiben.

Und, und, und, …

So viele wichtige Themen, die für die nächsten 5 Jahre eine Rolle spielen müßten. Worauf hat sich der Wahlkampf zugespitzt? Zu welchem Hauptthema mußten die Spitzenkandidaten Journalistenfragen beantworten? Zu irgendeiner Facebook-Gruppe, an die sich schon in 6 Monaten keiner mehr erinnern wird. Es ist an Absurdität kaum zu überbieten.

Ich habe jede Form der massenmedialen Wahlberichterstattung konsequent verweigert. Was dort läuft, ist Berichterstattung über den Wahlkampf - der aber interessiert mich nicht und wäre in einer „Demokratie 2020“ à la Oskar Welzl auch bei hohen Strafen verboten. Keine „Elefantenrunden“ also, keine „Konfrontationen“ für mich. Wozu auch? Ich kenne die Akteure lang genug, ich weiß, wofür sie politisch stehen und ob und wie sie ihre abstrakt formulierten Ziele in der Praxis umsetzen. Wer so etwas nicht weiß, sollte ohnehin nicht wählen gehen.

Ich bin heute hingegangen und hab mein Kreuzerl gemacht … mehr kann ich zur Rettung des Abendlandes im Moment nicht beitragen.

Jala Accione: SailfishOS für Bolivien

Das am MWC bereits angekündigte Sailfish-Smartphone Accione der bolivianischen Firma Jala ist nun zwei Smartphones:

Es gibt ein Accione und ein Accione P, die äußerlich gleich aussehen, sich aber in fast allen technischen Details (Prozessorleistung, RAM, Kamera, Bildschirmauflösung, …) unterscheiden. Diese Seite listet die Leistungsmerkmale der beiden Modelle im Überblick auf.

Jala will mit den Accione-Smartphones ein Bedürfnis befriedigen, das sie für ein typisch bolivianisches, wenn nicht typisch lateinamerikanisches halten: die Unabhängigkeit von den USA und ihren Konzernen.

Für Jolla ist das Accione die dritte erfolgreiche internationale Kooperation nach dem Intex Aqua Fish (Juli 2016, Indien) und dem Inoi R7 (Februar 2017, Russland). Mal sehen, wo die Finnen als nächstes zuschlagen.

Jolla: Sailfish am Sony Xperia X

Tatsächlich, jetzt ist sie da: Die als Sailfish X bezeichnete Variante des Betriebssystems SailfishOS, die am Sony Xperia X läuft. Und wer hats? Ich habs, ganz klar. 😉

Warum das so großartig ist? Erstens, weil ich endlich wieder von Android zurück auf SailfishOS wechseln kann. Zur Erinnerung: Mein Jolla Phone aus dem Jahr 2013 hat irgendwann im Juni so zu spinnen begonnen, daß ich mir ein neues Telefon anschaffen mußte. Weil zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt war, daß das Xperia X in den Genuß von SailfishOS kommen wird, hab ich mir gleich dieses Modell besorgt - mit dem Nebeneffekt, daß ich jetzt ca. drei Monate nur auf Android angewiesen war.

Zweitens, weil das Xperia X im Vergleich zum betagten Jolla Phone geschwindigkeitsmäßig schon ganz anders abgeht. Zum Vergleich das erste Jolla Phone, das Jolla C/Intex Aqua Fish und in der letzten Spalte das Xperia:

  Jolla Phone Jolla C Sony Xperia X
Displaygröße 4,5″ 5″ 5″
Auflösung 540 x 960 720 x 1280 1080 × 1920
RAM 1GB 2GB 3GB
CPU 2×1,4GHz 4×1,3GHz 4×1,4GHz plus 2×1,8GHz
interner Massenspeicher 16GB 16GB 32GB

Das ist zwar immer noch weit weg von aktuellen Samsung Galaxy Modellen (das Xperia X ist im Februar 2016 erschienen), man muß aber bedenken, wie viel besser Sailfish die Hardware ausnutzt. Der Start des vorinstallierten Android-Betriebssystems dauerte 45 Sekunden. Sailfish ist jetzt in 20 Sekunden fertig hochgefahren.

Etwas abschreckend ist die Installationsprozedur. Wer (so wie ich) noch nie tiefer in die Android-Welt eingetaucht ist, schüttelt hier doch verwundert den Kopf. In den Sony-Anleitungen für das Entsperren des Bootloaders steht allen Ernstes, daß man sieben Mal auf eine Software-Versionsnummer tippen muß, damit ein Menü angezeigt wird, in dem man dann erst die eigentlich notwendigen Einstellungen vornehmen kann. Daß man dieses Ritual nicht auch noch nackt bei Neumond vollziehen muß, verwundert dann fast ein bißchen …

Nächster Schwachpunkt: Sony verlangt die Verwendung seines Flash-Tools Emma, das aber nur für Windows verfügbar ist. Ich war kurz davor, mir eine Testversion von Windows 10 in die virtuelle Maschine zu laden, wie ich dann gottseidank diese Anleitung für GNU/Linux und Mac entdeckt habe. Funktioniert perfekt. Emma muß offenbar wirklich nur aus rechtlichen Gründen sein. Ebenfalls aus rechtlichen Gründen notwendig ist es, dem Kernel für das Xperia von der Sony-Website herunterzuladen. Er enthält (Linux hin oder her) proprietäre Treiber, die Jolla nicht zum Download von seinen Servern anbieten darf.

Auch wenns mir umständlich erschienen ist: Es hat auf Anhieb geklappt und keine Probleme verursacht. SailfishOS sieht am wunderbaren Display des Sony Xperia X nicht nur 1000x besser aus als auf den Vorgängergeräten, der Geschwindigkeitsunterschied ist auch deutlich spürbar. Irgendwie hab ich das Gefühl, daß ich SailfishOS zum ersten Mal so erlebe, wie es ursprünglich konzipiert war.

Ich bin gespannt, ob die heute veröffentlichte Version von „Sailfish X“ auch schon das Ende der Fahnenstange in Sachen Anpassung an die Xperia-Hardware bedeutet … oder ob da in den nächsten Monaten sogar noch mehr drin ist.

Der Kern, der fehlt :)

Seit der Kern nicht mehr dort ist, gehts halt bergab mit den ÖBB, war unser gemeinsames Fazit nach den zwei ÖBB-Enttäuschungen, mit denen unsere jeweiligen Wochenenden begonnen haben.

Nun: Meins ging jedenfalls fröhlich weiter, der Ärger über die einstündige (und völlig unnötige!) Verspätung des Zuges und die Unzuverlässigkeit der Sitzplatzreservierung war bald verflogen. Hundezeit! Boxerhunde sollte es auf Krankenschein geben. So zwei, drei Tage mit Hund, das ist wie ein richtiger Wellnessurlaub. (Apropos Krankenschein: Umgekehrt ist da wohl auch ein gewisser gesundheitlicher Effekt zu spüren. Das arme Tier lebt ja, wie ihre Vorgängerin, in einer Hölle aus Feinstaub, Kohlenmonoxid, Nikotin, Schwermetallen, Arsen, Blausäure etc. etc. Wenn ich da bin, darf sie auch mal in Zimmer mit sauberer Luft bzw. wird das eine oder andere Fenster geöffnet. Wird im Verhältnis nicht viel nützen, beruhigt aber das eigene Gewissen der armen Kreatur gegenüber.)

Das schlaue Mädchen hat natürlich inzwischen längst begriffen, daß der Onkel aus Wien immer nur recht kurz auftaucht. Da gilt es, die paar Tage möglichst optimal auszunutzen. Wenn ich auf der Bank sitze, dann sitzt sie buchstäblich Arsch an Arsch neben mit und versucht, so schlau dreinzuschauen wie ich (oder umgekehrt, man ist sich da nicht sicher). Wenn ich mich in der Früh aufwach, liegt sie schon vor der Zimmertür und wartet auf mich. Wenn ich auf der Couch im Wohnzimmer liege, schläft sie auf meinem Bauch. Und wenn ich einfach nur aus dem Nebenzimmer was holen will, läuft sie mir ganz aufgeregt nach - ich könnt ja wieder nach Wien verschwinden.

Das Bild daneben ist entstanden, wie sie in der Küche auf meinen Beinen eingeschlafen ist. Zack, weg. Das geht ja so schnell bei den Hunden. Unnötig zu sagen, daß mir der Hintern und die Oberschenkel eingeschlafen sind dabei. Aber sie is halt so süß … *LOL*

Jolla: Kiiminkijoki

Kiiminkijoki ist ein Fluß, der gute sieben Autostunden nördlich von Helsinki in die Ostsee mündet. Kiiminkijoki ist auch der Name der neuesten Version 2.1.2 von SailfishOS, die Jolla heute im Rahmen des „Early Access“-Programms freigegeben hat.

Das vollständige Changelog zeigt eine schier unglaubliche Menge an Änderungen, Updates und Ergänzungen. Tatsächlich spüren tut man davon im Alltag wenig: Wieder einmal liegt der Schwerpunkt auf der Technik, die unterhalb der Benutzeroberfläche ihren Dienst tut. Hier wurden nicht nur Fehler behoben und Sicherheitslücken gestopft, nein, Jolla hat vor allem die für das Sony Xperia X und einige seiner Geschwister notwendigen Änderungen vorgenommen. Kiiminkijoki wird wohl die erste Sailfish-Version sein, die mit Hilfe von Sony offiziell auf diesen Xperia-Geräten unterstützt wird.

Daß ichs gleich installiert hab, ist eh klar. Langsam fürcht ich mich aber vor SailfishOS-Updates: Ich hab mittlerweile so viele Geräte mit diesem Betriebssystem, daß es doch immer eine ganze Weile dauert, bis alle umgestellt sind. Ist wie mit der Sommerzeit und den analogen Uhren. 😉

Pizzaaaaa!

Connyyyyyy! Danieeeeel! Für unsere Verhältnisse sehr spontan hat sich gestern ein Treffen in der Casa Piccola ergeben. (Wo auch sonst? Nicht nur ist die entfleischte Auswahl für Conny dort groß, die machen auch sonst saugutes Essen. Selbst dann, wenn man Pizza mit Salami bevorzugt.)

Der Geburtstag der Frau Conny ist jetzt zwar schon wieder ein bisserle her, trotzdem mußten Päckchen überreicht werden. Is so. Und zwar hin und her: Auch wir haben mhmhmh-gute Schächtelchen bekommen von ihr. Dankeschööön!

Die Unterhaltung hat dann doch gezeigt, daß unser letztes Treffen schon wieder eine Zeit lang her war. Da wurden sogar Urlaubserinnerungen nochmal aufgetischt. Justin mit dem Senf war Thema, die Lions, seltsame Dresscodes, der neue Job, der geschützte Sektor, diverse Schnäuztechniken, geschrumpfte Genitalien, stehlende Hunde, das Duschen ohne Kleidung … und natürlich mußte ich mehrfach erwähnen, daß Herr E. meine Emails mit all ihren Relativ- und Ergänzungssätzen viel besser findet als die der T. von Herrn G., welchselbige sich in 2-Wort-Sätzen verständigt. Ha! (Ich hab nicht die angemessene Begeisterung geerntet für diese Mitteilung, drum schreib ichs hier extra nochmal rein.)

Erste Erkenntnis des Abends: Pizza und Bier ist keine ideale Kombination.

Zweite Erkenntnis des Abends: Wir sollten dort öfter mal hin. Frau Conny, Herr Daniel, wann habt Ihr wieder mal Zeit? 🙂