Handelsgericht: Creative Commons Lizenz bestätigt

Meine Spende an den Erfurter Verein Filmpiratinnen e.V. hat sich ausgezahlt. Das Geld sollte dem Verein helfen, einen von der FPÖ vom Zaun gebrochenen Prozess zu finanzieren. (Hintergrundinfo hab ich im Februar 2015 zusammengefaßt.)

Während die Filmpiratinnen dabei natürlich in erster Linie gewinnen wollten, war meine Motivation eine andere: Mich hat interessiert, wie die heimische Gerichtsbarkeit rund um Detailfragen zu den verschiedenen Creative Commons Lizenzen steht. Diese sind ja (ähnlich wie die GPL im Softwarebereich) weit verbreitet und werden vor allem zum Schutz von Multimedia-Inhalten gern verwendet. Ob das dann aber alles so hält, was man in die Lizenz reingeschrieben hat … vor allem aber: Ob die übliche Form der Auszeichnung durch das CC-Logo ausreichend ist … Das alles sind dann doch Fragen, die man gern ein für alle Mal von einem Gericht geklärt hätte. Die schönste Lizenz nützt nichts, wenn sie im Rechtsstreit nicht wasserdicht ist.

Getragen unter anderem von meiner Spende konnten die Filmpiratinnen den Prozess bis zum Urteil durchfechten - und gewinnen. Besonders schön: Die FPÖ geht (natürlich) in die nächste Instanz, das Oberlandesgericht soll nun entscheiden. Und für die erhoffte Rechtssicherheit ist das gleich nochmal so schön. 🙂

Zwar ist das Urteil nicht publiziert, auf derstandard.at finden sich aber einige Zitate daraus:

Die Kläger (FPÖ, Anm.) haben ihr Video (…) auf Youtube veröffentlicht. Dadurch wurde auch eine Lizenzierung durch Youtube eingegangen. Diese sieht eine weitaus breitere Anwendungsmöglichkeit und eine durchaus großzügigere Rechteeinräumung vor […]. Daher wurden nicht die gleichen Weitergabebedingungen gewahrt, welche durch die Einräumung einer CC-Lizenz (…) gegeben gewesen wären.

[Es zeigt sich] durchwegs das Bild, dass die Kläger sich nicht an die vorgegebenen Bedingungen gehalten haben.

Mal sehen, ob die netten Erfurter auch die Party vor dem OLG noch durchdrücken. Ein paar Euro werd ich wieder rüberwachsen lassen. 🙂

Was bleibt vom Urlaub?

Wie schon im letzten Jahr gibts eine Reihe von Urlaubserinnerungen, die ins Böxli kommen, obwohl ich ihnen keinen eigenen Artikel gewidmet habe. Viele sind natürlich deckungsgleich mit denen aus 2015 (die Königin von Saba, Alberich, der Ghettogruß, …), ein paar sind aber auch neu dazu gekommen:

  • Man ist hier nicht ganz sauber.
  • Kaufmanns. Kaufmanns waren zwar eigentlich ziemlich sicher Ärzte, aber in der intellektuellen Entwicklung irgendwo zwischen Prozenten und Rabatten steckengeblieben. Lebensinhalt: Geschäfte machen, mehr einnehmen als ausgeben. (Und dabei so verhärmt dreinschauen wie Sarah Wiener.)
  • Dazu passend im doppelten Sinn: die Ahnfrau. Nie zuvor hat Lily Munster so böse geschaut.
  • Mikro-Taliban. Der lange und der runde waren wieder da, aber der Mikro-Taliban war heuer neu.
  • Das Kackkuh-Kind. Mist! Mist! Mist! Sogar der beste Koch der Insel hat mal kurz Pause gemacht, um das große Sommerspecial „Ich hol mir einen Donut“ in voller Länge zu sehen.
  • Zucker statt Red Bull geht auch.
  • Peggy, Peggy, Peggy …
  • Lotti, Lotti, Lotti …
  •  𝄞Es ist so nett das Duett mit uns beiden. Wär ich nicht ich, würd ich mich heut beneiden! 𝅘𝅥𝅯 𝅘𝅥𝅯
  • Krampfadern sieht man auch auf südländisch-dunkler Haut, wenn sie mal so richtig weit rausstehen. Das ist nach mehreren Tagen mit langer Hose enttäuschend.
  • Erstmals in all den Jahren waren wir kein einziges Mal in der Kaufhalle.
  • Steirerinnen bellen nicht nur, sie schimpfen auch ununterbrochen und mischen sich in Dinge ein, die sie nichts angehen.
  • Das Gehalt läßt man sich praktischerweise gleich in Złoty auszahlen.
  • … oder freut er sich nur, daß ihm überhaupt jemand Aufmerksamkeit schenkt?
  • … und bloß nicht -chen sagen zu ihm!

Ach, es war schon sehr lustig alles. Sogar Kaufmanns hatten ihren Unterhaltungswert, solange man sie aus der Ferne betrachten konnte. 😉

Zurück im Büro: Hascheehörnchen

Ach Du liebe Zeit. Auf diesen Schock war ich nicht vorbereitet. Nach drei Wochen Urlaub (heißt: drei Wochen Gaumenschmaus) wartet nicht nur das Büro auf mich. Das war mir ja bewußt, darauf hab ich mich irgendwie eingestellt. Nein, schlimmer: Auch das Kantinenessen ist wieder Teil meines Lebens.

Heute am Programm: Hascheehörnchen. Die kann man eigentlich nicht verhauen, nicht einmal als großer Kantinenbetrieb. Und: Es ist etwas, was mir grundsätzlich schmeckt. (Eh klar: Nudeln gehn immer.)

Ich hatte nicht mit der Kreativität der Köche hier gerechnet. Das waren keine Hascheehörnchen. Das waren fünf Zentimeter lange, glasige, dünne Zwiebelfetzen (wäääh), Karotten (OK, geht), undefinierbare graue Fleischreste (wahrscheinlich kein Wursthaschee) und ein paar Alibi-Nudeln. Geschmeckt hat’s nur nach Zwiebel. Da hätten sie die Nudeln und das Feisch auch gleich weglassen können. 🙁

War das hier immer schon so oder bin ich im Moment einfach nur verwöhnt?

Urlaub vorbei

Da kann man sich jetzt nichts mehr schönreden. Spätestens dann, wenn einen der Schlafwagen um 7:02 Uhr am Wiener Hauptbahnhof ausspuckt, ist der Urlaub vorbei.

Der Himmel ist grau, es regnet, der Taxifahrer hat seine Umgangsformen auch noch nicht gefunden … es ist alles sehr tragisch.

Ob wir nicht doch nochmal kurz umdrehen und in einen Zug nach Berlin einsteigen sollten? 🙂

Berlin: Hans im Unglück

Ach herrje! Wie konnte denn das passieren? Unser Hopfingerbräu am Berliner Hauptbahnhof ist nicht mehr. Stattdessen residiert hier ein Lokal mit dem Namen „Hans im Glück“. Alles, was es darüber zu sagen gibt, verrät die Speisekarte auf Seite eins. Dort gibt es nämlich eine Einleitung mit der Überschrift „Philosophie“. Des hob i scho gfressn.
Trotzdem sollte man sich die Zeit nehmen, die Karte ganz zu lesen. Es gibt zwar nur Burger und Salat (bye bye Bratwurst), aber irgendwie muß man die Zeit totschlagen. Bedient wird man hier nämlich nicht so schnell. Das liegt weniger an zu wenig Personal, ganz im Gegenteil: Ich habe noch nie so viele Kellner in einem Gastronomiebetrieb gesehen. Es liegt eher daran, daß diese vielen Kellner ihre Zeit mit gemütlichen Pläuschchen untereinander verbringen und sich hinter strategisch geschickt verteiltem Grünzeug vor dem Gast verstecken.
Wenn dann mal ein Arbeitseinsatz erfolgt, dann verraten Details die fundierte Berufserfahrung: Getränke werden einzeln zu den Tischen gebracht. (Lieber 5x gehen als ein Tablett benutzen.) Ob der große Espresso mehr kostet als der kleine, weiß man auch nicht. Das ist besonders verwirrend, weil man als Gast selbstverständlich davon ausgeht und gar nicht danach fragt.
Wir vermuten hinter dem Unternehmen ein Sozialprojekt für Jugendliche, die ins Arbeitsleben integriert werden sollen. Dafür spricht auch, daß unsere Kellnerin ihr schickes Hüfttascherl nicht mit Kuli, Block und Geldtascherl gefüllt hatte, sondern mit rosa iPhön, Schminkpinselchen und Lippenstift.
Die Burger? In einer Autobahnraststätte, in der es auch einen Burger auf der Karte gibt, würd ich ihn OK finden. Für ein Lokal, das sich auf Burger spezialisiert hat, war er fad. Langweilig und geschmacklos. (Preis übrigens zwischen €6,50 und €8,60.) Der Friesenhof-Burger war gschmackiger – und die Pommes dort waren auch viel besser.
Tatsächlich aber gibt es etwas, was hier empfehlenswert ist: Zum Schokokuchen wird eine Kugel Vanilleeis serviert. Die schmeckt!

Abfahrt

Los geht’s. Ab Trassenheide um 13:13, an Berlin 16:42. Ganz aufregend: Umsteigen müssen wir erstmals in unserer Inselkarriere nicht in Züssow (hier hält der ICE nicht mehr), sondern in Greifswald. Im Gegensatz zu Züssow ist das ein wirklich großer Bahnhof mit drei Gleisen, wovon zwei regelmäßig für den Personenverkehr verwendet werden. Um den Anschlußzug nach Berlin zu erreichen, müssen wir (eh schon in Eile) durch eine Unterführung! In Züssow hätts des net gebn, echt. Da war alles gemütlicher. 🙂
Naja, jetzt sitzen wir und lassen die Gegend an uns vorbeiziehen. Unglaublich, wie viel davon die hier in Deutschland haben. Man fährt stundenlang durch die Landschaft und sieht nichts. Kein Dorf, keinen Bauernhof, keine Straße, nichts. Das beruhigt auch irgendwie. *LOL*

Sportiv

Salat Sportiv, Salat Mediterran… Die traditionelle Henkersmahlzeit kurz vor der Abreise. (Früher, das wissen wir, haben wir das mit Soljanka bzw. Fischtopf geschafft. Das wär heutzutage undenkbar.)
Jetzt bleibt uns nichts mehr übrig, als auf das Auto zum Bahnhof zu warten. Noch 30 Minuten, dann ist der Urlaub vorbei. 🙁

Abschiede

Der Diensplan ist ein Teufel. Gleich noch zwei, die wir morgen bei der Abreise nicht mehr sehen. Von Franka und Erik mußten wir uns heute nach dem Abendessen schon verabschieden. Bis zum nächsten Mal und vielen Dank für die schöne Zeit!
Ebenfalls verabschiedet haben wir uns – wenn auch eher ungeplant – von dem freundlichen Herrn, der unsere Fahrräder bringt bzw. heute eben abholt. Wir haben gerade beim Fenster rausgeschaut, wie er die zwei Drahtesel in den Transporter gehoben hat und damit losgefahren ist. Spontan haben wir – halb noch in Unterwäsche – das Fenster aufgerissen und runtergewinkt. Ich glaub er hat fast das Lenkrad verrissen vor lachen. Naja, er kennt uns ja mittlerweile. *LOL*
Koffer sind halb gepackt. So richtig freuen tun wir uns auf morgen nicht. 🙁

Maik und Frau Pupke

Angespornt von der Aussicht auf gutes Hallorén beim Heimkomnen sind wir nach Peenemünde gestrampelt. Maik war vollauf damit beschäftigt, einer kleinen Kundin ein Schiffchen aus Papier zu falten und es dann anzumalen. (Ich hab den schweren Verdacht, daß die vielen anderen Touristen und potentiellen Kunden von der Situation überfordert waren. Da steht ein Souvenirshop im Hafen, der einzige Verkäufer sitzt gemeinsam mit einer 3jährigen schiffchenfaltend am Boden und kräht durch die offene Türe hinaus: „Kommen sie ruhig rein, wenn Sie was möchten. Ich bin hier nur 10 Stunden am Tag eingesperrt, das hält man ohne solche Pausen nicht aus. Und der Boden mußte ohnehin wieder gewischt werden.“ Da haben Mütter ihre Kinder rasch fortgezogen. *LOL*)
Egal: Kaum hat Onkel Maik uns gesehen, war das Schiffchen mal kurz Nebensache. Er hat uns ganz aufgeregt „etwas ganz Großes“ angekündigt und ist in seinen weitläufigen Lagerräumen verschwunden. Zurück kam er mit einer von Elke Pupke handgeschriebenen U-Boot-Karte:

Lieber Oskar aus Wien,

mein neues Buch heißt Eine Sturmnacht in Bansin. Maik besorgt es, ich signiere es.

Elke

Ist. Das. Geil?!
Ich krieg eine handsignierte Pupke! Ich hab überhaupt noch nie ein vom Autor signiertes Buch bekommen. Hoffentlich klappt das jetzt alles, weil wir ja morgen schon fahren. Sicherheitshalber hab ich Maik meine Wiener Postanschrift hinterlassen. Irgendwie muß das Buch seinen Weg zu nir finden.
Der Onkel des kleinen Faltschiffmädchens, der Maik zwar offensichtlich eh kennt, die ganze Situation aber trotzdem mit großen Augen verfolgt hat, hat noch eine böse Idee geboren: „Ein Krimi ist das? Dann soll sie mit einem dicken Edding signieren. Quer über die letzte Seite.“
Wir haben ihm verziehen. Er hatte so ein nettes T-Shirt mit weisen Zitaten von Louis de Funès („Nein!“ – „Doch!“ – „Oooh!“). 🙂
Zurück gings im Eilzugstempo: Letzter Urlaubstag, Sonne, der Strand ruft. Sooo schön. Kaum Leute dort, ein Traum.
Ich weigere mich zur Kenntnis zu nehmen, daß ich heute nach dem Essen schon packen muß. 🙁

Halloren-Invasion

Da bleibt uns die Spucke weg: Während uns der beste Koch der Insel mit einer eisgekühlten Vitaminbombe (Blaubäären *gg*) beschäftigt und ganz unverdächtig mit uns plaudert, kümmert sich sein Doppelgänger um süße Versuchungen in unserem Schlafzimmer. Sechs Packerl Hallorén hat er hübsch proper am Bett drapiert. (Ehrlich: Wir wissen nicht, wie ers gemacht hat. Er war doch bei uns auf der Terrasse? Gleichzeitig gibts aber zwei glaubwürdige Zeuginnen, die ihn bei uns am Zimmer gesehen haben. Spooky.)
Wir freuen uns sakrisch. Hallorén ist ja sowas wie die regionale Variante von Nutella. Mjamm! 🙂
Vielen Dank, junger Mann! Wir zischen jetzt mit doppelt so guter Laune ins Abenteuer Peenemünde.