Strand-Stammplatz

Weil heuer so gar nichts los ist am Strand, haben wir einen Stammplatz ganz für uns allein. (Drum sehen auch die Fotos alle gleich aus.)
Es ist ein durchaus begehrter Platz. Einmal ist eine Mutter mit rosarotem Kind dort an uns vorbeigetrabt, und diese vielleicht 6- oder 7jährige Göre hat auf uns gezeigt und empört den ganzen Strand wissen lassen: „Guck mal, Mama, unser Platz ist belegt!“
Der Mutter war die Szene sichtlich unangenehm („Unser Platz? Das kannst du doch nicht sagen!“) und sie hat versucht, ihr Kind möglichst rasch vor sich her und von uns weg zu treiben. Dreht sich doch dieser rosarote Teufel extra zu uns um und durchbohrt uns mit einem Blick, der noch unsere Nachfahren in der dritten Generation verfluchen hätte können. 😉
Jedenfalls: Der Platz liegt nah genug am Strandzugang, daß man nicht weit gehen muß, aber nicht so nah, daß man ständig die vorbeigehenden Menschen vor sich hat. Er liegt versteckt genug in den Dünen, daß man vor Wind und neugierigen Blicken geschützt ist, aber nicht so versteckt, daß man das Meer und die Jogger am Strand nicht mehr sieht. Und er ist so geneigt, daß man hinten bequem am Hang sitzen und den Ausblick genießen, vorne aber entspannt am Rücken liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen kann.
Grad war ich wieder dort: Obwohl nebenan in Karlshagen ein riesengroßes Volleyball-Turnier mit Volksfestcharakter steigt, ist man auf unserem Platz völlig allein mit dem Strand und dem Meer.
Tja, kleines rosarotes Mädchen. Der Platz gehört für heuer den beiden Onkels. Find Dich damit ab! 🙂

Mjamm!

Kaum vom anstrengenden Spaziergang zurück, werden wir vom besten Koch der Insel mit Waffeln und Eis wieder aufgepäppelt. Man kümmert sich hier eben um uns. 🙂
(Und daß wir mit Smutje unterwegs waren am Vormittag, das weiß schon wieder das halbe Hotel: „Ihr seid ja fast aus dem Fenster gefallen, wie er gekommen ist.“ *LOL*)

Smutje, Beeren, Prinz und Kettensägenpistolen

Gleich nach dem Frühstück sind wir wie die aufgeregten Groupies am Fenster gestanden und haben auf die Hoteleinfahrt gestarrt: Smutje hatte sein Auto von der Werkstatt abgeholt und sich für den Rückweg bei uns angekündigt.
Zu unserer Freude hatte er dann auch noch den Kronprinzen mit dabei, den wir ja jetzt auch schon Ewigkeiten nicht gesehen hatten. Diesmal war kein Rumsitzen auf der Terrasse angesagt: Der strenge Herr Smutje hat uns Bewegung verordnet und ist mit dem Kleinen und den beiden Onkels durch den Wald gestapft. Brav waren wir. 🙂
Meine Güte, der kleine Herr Kronprinz ist ein Wonneproppen geworden! Grinst in einer Tour vor sich hin, als wäre er hier auf Urlaub, sammelt in null Komma nix beeindruckendes Holzspielzeug vom Waldboden, kann ohne Stützräder Fahrrad fahren, verbietet seinem Vater streng das Rauchen, erzählt fröhlich Geschichten und färbt sich an Mund und Händen gleichmäßig mit Beeren ein. (Was fast schade ist, weil die Farbe sein extra cooles Tattoo am Handrücken beinahe überdeckt.)
Das alles macht uns deswegen so viel Freude, weil der Kleine ja fast sowas wie unser Enkerl ist. Den Herrn Smutje haben wir bekanntlich im Lauf der Jahre adoptiert (böse Zungen behaupten, wir hätten ihn an der Nackenfalte über den Hof getragen). Deswegen liegt uns eben auch der kleine Prinz so besonders am Herzen. Und mit jedem Besuch merkt man: Yup, das ist ein cleverer, freundlicher junger Mann. Das macht den Großeltern Freude. 🙂

Grillabend II

Grillabeeeend! Der zweite. Das bedeutet: Die Hälfte des Urlaubs ist vorbei. 🙁
In der Früh haben wir vom Nebentisch noch die Hiobsbotschaft mitgehört, daß die Schnöselgruppe auch dabei sein und einen gemeinsamen Tisch für sich organisieren will. Das hätte ins Auge gehen können… Gottseidank hat das Friesenhof-Team wieder einmal mitgedacht und uns so weit von denen weg gesetzt, wie es räumlich überhaupt nur denkbar ist. Abend gerettet! 🙂
Weil Kysira sich so gegen die Alleinhaltung von Bären ausspricht, durfte der gute alte Teddy diesmal auch mit. In der Brusttasche der Jacke ist er gereist, was nur allzu possierlich ausgesehen und ihm einen zärtlichen Nasenknuddler eingebracht hat.
Ach ja, kleiner Exkurs zum Thema Teddy: Des Bären größter Fan hat uns am Nachmittag besucht und was getan? Sich über mein Blog beschwert! Es sei zu ommahaft und nicht mehr so frech wie früher, meinte sie. Hasi!!?? Ich bin ja auch schon seit 12 (?) Jahren da. Ich kann nicht mehr so tun, als sähe ich Maik zum ersten Mal… *LOL*
Aber zurück zum Grillabend. Obwohls diesmal des unsteten Wetters wegen eine Indoor-Veranstaltung war, hat man uns wieder einen Platz mit direktem Blick auf den Grill und den ihn meisterlich bedienenden besten Koch der Insel zugewiesen. Beides wirkt appetitanregend, die sich ergebende nonverbale Kommunikation darüber hinaus unterhaltsam. Unschätzbarer Vorteil außerdem: Ich kann auf die Sekunde genau losstarten, um die frischen Burger noch vor den Kindern abzufangen. Alles meins! 😉
Ich hab einiges von dem nachholen können heute, was letzte Woche einfach nicht mehr reingegangen ist in den Magen. Frau Kysira hätt wieder a Freud ghabt mit meinem bunten Gemüse, den Salaten, Antipasti und Obsttellern… Aber natürlich waren Fleisch und Wurst auch dabei. Tradition verpflichtet.
Apropos Tradition: Nach dem letzten Donut und dem allerletzten Pudding hat uns der Grillmeister als Höhepunkt des Abends persönlich die Ehre erwiesen. 80jährige Geburtstagskinder „auf dem Kontinent“ und ihr Essen, unsere mögliche Einstellung hier im Service, das Gscheitwaschltum, vor allem aber die Gefahren des Zusammenbastelns einer österreichischen Flagge aus zwei polnischen in Świnoujście haben uns beschäftigt. Mit dem Meister plaudert sichs immer nett. Zu blöd, daß der nicht mal eine Woche hier Sommerurlaub machen kann mit uns. 😉
Zum Abschluß, eh klar: Hugo. Huuugo!!!

Nicht schlafen!

Mein Kalender enthält für heute den Eintrag „Reinlassen!“. Seit Tagen wird uns eingeschärft, daß wir heute nach dem Frühstück nicht schlafen dürfen.
Die Sache ist nämlich die: Nach dem ausführlichen Frühstück mit Eierspeis, knusprig gebratenem Speck, Würstel, weichem Ei, Melonen, Ananas, Wurst- und Geflügelsalat, Marmeladekipferln, Obstsalat und natürlich Nutellasemmerln ist ein kurzes Vormittagsschläfchen zur nicht-optionalen sozialen Konvention geworden.
Das wär an sich nichts Unanständiges, führt aber dazu, daß wir seit unserer Ankunft hier das rote „Bitte nicht stören“-Schild an der Tür haben und unser Zimmer nicht geputzt werden kann. Das Friesenhof-Team fürchtet sich jetzt offenbar zunehmend vor dem, was sich hinter unserer Tür so an Dreck aufgestaut hat. Am Wochenende hat man sich dann in langen Verhandlungen mit uns geeinigt: Mittwoch ist Putztag. „Ihr wißt ja, am Mittwoch dürft Ihr nicht schlafen“, heißt es seither jeden Tag beschwörend. Unf mein Handy zeigt eben „Reinlassen!“ an.
Unnötig zu erwähnen, daß alles umsonst war. Der gebratenen Speck hat seine Wirkung entfaltet, wir haben das Klopfen an der Tür überhört… Der Rest ist Geschichte. 🙂
Jedenfalls haben wir das Zimmer im Halbschlaf geräumt, ohne groß zu protestieren. Wir sind ja brave Gäste. 😉

Smutje: Das Testessen

Weil wir uns das Abendessen durch den Strandspaziergang redlich verdient hatten und weil ein Testessen an Smutjes neuem Arbeitsplatz (Hotel Kaliebe) ohnehin überfällig war, haben wir das eine mit dem anderen verbunden: Rauf auf die Räder und durch den Wald in die City gestrampelt. Weils ja von uns ausdrücklich als Testessen gedacht war, haben wir uns auch nicht extra angekündigt. Der Herr Smutje wußte, daß wir grundsätzlich im Lauf der drei Wochen mal dort antanzen wollten, eh klar. An welchem Tag aber genau, das blieb offen.
Wir haben uns also ein lauschiges Plätzchen gesucht, bestellt, die ersten Happen genossen und sind uns wahnsinnig geheimnisvoll dabei vorgekommen („Ob er heute überhaupt Dienst hat?“), da hat er uns schon aus der halb offenen Küchentüre heraus fröhlich zugelächelt mitten in der gebratenen Hendlbrust. Wahrscheinlich haben ihm die Kellnerinnen gsteckt, daß da draußen Gäste sitzen, die richtiges Deutsch sprechen. *LOL*
Von da an war die Idee mit dem „anonymen Testessen“ natürlich nicht mehr durchzusetzen. Dafür haben wir, obwohl wir zum ersten Mal dort gegessen haben, die Sonderbehandlung genossen: Die Kellnerin, die uns gerade noch die Eis- und Dessertkarte ausgehändigt hatte, kam geknickt zurück und korrigierte ihren Fehler: … und außerdem soll ich Ihnen ausrichten, daß wir auch noch Panna Cotta haben. Serviert wurde daraufhin ganz schelmisch eine (!) große Schale Panna Cotta mit zwei Löffeln, über der wir uns in der Mitte des Tisches näher kommen mußten. Da hat uns doch sicher jemand amüsiert zugesehen, wie wir das Ding blank geschleckt haben. 😉
Wir hatten viel Freude und großen Spaß beim Essen. Vielen lieben Dank, Herr Smutje! Wir wissen solche Dinge sehr zu schätzen. Und es hat uns gefreut, Dich zu sehen.
Ach ja, was natürlich jetzt nicht geht: die Ergebnisse des Testessens hier breitzutreten. Man kann ja nicht seine Lieblingsköche gegeneinander ausspielen. Und einfach zu sagen „Beide auf ihre Art gleich gut“ wär mir jetzt wieder zu betulich. Ich möcht ja die Frage schon im Raum stehen lassen. *evilgrin*

Strand mit Beanies

Wir wollten ja nur mal kurz am Strand entlang, das Meer genießen. Jetzt, drei Stunden später, sind wir fix und fertig. (Für Kysira: Biz şimdi çok yorgunuz. *gg*)
Am Strand entlang kommt ja zuerst mal nix außer viel Natur. Dünen links, Meer rechts, Möwen oben. Sehr beschaulich. Dann haben wir die Strandkörbe von Karlshagen gesehen, die zunächst gar nicht so weit weg gewirkt haben. Also war der Plan: Auf nach Karlshagen, Kaffee und Kuchen, dann zurück durch den Wald.
Die Sache ist nur die: Diese Strandkörbe haben was von einer Fata Morgana – „so nah und doch so fern“. Man stapft und stapft und stapft durch den Sand, ohne den Dingern näher zu kommen. Dafür kommt man anderen Dingen näher: Der Strand bei Karlshagen zieht nämlich als „Sportstrand“ ganz anderes Publikum an als das charmante Stückchen Niemandsland, auf dem wir unsere Hosen fallen lassen. Da spielen talentierte junge Menschen Volleyball; da sieht man noch die mittlerweile fast wieder ausgestorbenen Hipster komplett mit Brille, Beanie (!) und ewig langen Beinen, die bis zum Boden reichen; da sitzt ein Gör direkt am Wasser und hat einen Laptop auf den Knien („Facebook am Handy ist sooo 2014“);… Kurz: Es gibt auch hier viel zu sehen. *LOL*
Den Abschnitt mit den Strandkörben haben wir Ewigkeiten später erst erreicht. Wir sind dort dann aber sofort ins Strandhotel abgebogen, haben unsere zerschundenen Knochen wieder eingerenkt und unsere Flüssigkeitstanks mit „Apfelschorle“ aufgefüllt. Nix Kaffee und Kuchen.
Zurück gings, wieder ächzend und schnaufend, durch den Wald. Mit dem Fahrrad ist die Strecke ein Katzensprung. Wir hätten nie gedacht, daß uns das so müde macht… Naja, wenigstens haben wir uns jetzt das Abendessen redlich verdient. 🙂

Verkehrte Welt: „Gscheitwaschl“

Auf meine Kosten (Roaming!) bezeichnet mich mein in Oberösterreich lebender Lieblingsethem (wer ihn noch nicht kennt: Er ist Türke) als „Gscheitwaschl“ und erweitert damit meine Kenntnis des heimatlichen Vokabulars.
Der Anlaß: Ich hab mir die Freiheit genommen, sein fehlerhaftes Türkisch zu korrigieren. *LOL*
(Und ich kann mir ganz genau vorstellen, wie der Daniel jetzt reagiert.)
Das läuft doch alles irgendwie verkehrt, oder? 🙂
Ach ja: Bilmiş. Gscheitwaschl heißt Bilmiş. Das hätt er schreiben sollen. Net „Gscheitwaschl“.

Zahnarztattacke

Zu den schönsten Dingen am Friesenhof gehören seine angenehme Gäste. Viele junge Familien mit gut erzogenen, lustigen Kindern teilen sich Restaurant und Terrasse mit schlurfenden Pensionisten in kurzen beigen Hosen, Socken und Sandalen. Das macht in Summe eine Mischung, in der wir uns sehr, sehr wohl fühlen. Hier versucht niemand zu protzen oder sich irgendwie blöd in Szene zu setzen. Es ist eben alles echt. Sein statt Schein.
Zumindest war es so. Bis gestern.
Himmelherrschaft! Wo kommen solche Menschen bloß her?! Wo wächst sowas? Und gleich eine ganze Gruppe davon, geschätzte 4-5 Paare ohne Kinder, dafür mit Pferd… und halt gar so toll. Die wichtigen Unterhaltungen am Frühstückstisch… Die gscheiten Konversationen beim Abendessen… Drei unausgeschlafene Kleinkinder am Nebentisch wären nicht so laut und schlecht erzogen wie diese Zahnarztschnösels, die in der Gruppe alle Hemmungen fallen lassen und sich benehmen, als wären sie allein hier – oder als hätten die sympathischen Familien ohne Markenklamotten spätestens mit der Geburt des ersten Kindes ohnehin alle Rechte verloren.
Wir müssen unsere Plätze beim Essen jetzt strategisch klug wählen.

U-Boot-Shop – das Zentrum der Insel

„Frag doch Maik“, heißt es hier immer, wenn jemand uns die gewünschte Auskunft nicht geben kann. Der U-Boot-Shop in Peenemünde ist nun mal das Zentrum der Insel, Maik weiß alles. 🙂
Tatsächlich haben wir heute von ihm erfahren, daß wir zum Gartencenter Wuttig in Zinnowitz müssen, dort aber weder Kaffee noch Kuchen bestellen werden können. Außerdem durften wir ganz allein auf den Shop aufpassen. Maik hat uns zur Belohnung versprochen, daß er bei Elke Pupke ein gutes Wort für uns einlegen wird: Vielleicht dürfen wir in ihrem nächsten Krimi als Leichen mitspielen. Die Todesart wär uns egal. (Grundsätzlich hat ers sehr amüsant gefunden, daß wir die Usedom-Krimis in Wien gelesen und seine Fast-Hauptrolle darin entdeckt haben.)
So ist das hier: Da kommt man schon seit über 10 Jahren in diesen Shop und erfährt doch bei jedem Besuch was Neues. Aufregend! 😉
Ach ja: Uns wurde auch versichert, daß wir das eifersüchtige Rennen um den beliebtesten Stammgast allein durch den Exotenbonus gewinnen. Das klang fast nach einem Kompliment… bis ers konkretisiert hat mit: „So wie dieses Bob-Team aus Jamaika, die konnten ja eigentlich auch nicht viel, aber…“ *LOL*