Spargel im Schanigarten

Für gleich zwei Premieren hat der Schwabl heute gesorgt: Zum ersten Mal in diesem Jahr hatten wir Spargel, und zum ersten Mal konnten wir draußen im Schanigarten essen.

Zur Feier des Tages gabs Karamellkrapferl mit Erdbeeren. Mußte einfach sein. 😉

Bortolotti, Clowns und Chemtrails

Wie aufregend! Eigentlich wollte ich ja nur neues Kochwerkzeug erstehen. Wenn man dann aber schon mal unterwegs ist auf der Mariahilfer Straße …

Neben einigen ungeplanten Geschäftsüberfällen (manche mehr, andere weniger erfolgreich) wars vor allem das Straßenleben, das die nur für ein paar Minuten angesetzte Einkaufstour dann doch deutlich in die Länge gezogen hat:

Zuvorderst ist unsere Teilnahme an einem historischen Ereignis zu nennen: Dem zweiten „Global March Against Chemtrails And Geoengineering“. Der fand nämlich an der Ecke Neubaugasse/Mariahilfer Straße statt. Weil wir dort gleich zwei Mal vorbeigegangen sind, wurden wir von den Veranstaltern wahrscheinlich als Teilnehmer gezählt. (Wer jetzt milde lächelt und das alles als Verschwörungstheorie abtut: Nicht so voreilig! Unser hochgeschätzter H.C. „Bumsti“ Strache sieht das ganz anders und zählt Chemtrails zu den Dingen, die man kritisch hinterfragen sollte. Auf der Demo hab ich ihn aber nicht gesehen.)

Der zweite „March“, der uns den ganzen Nachmittag lang verfolgt hat, war die fröhliche Clownparade der Roten Nasen. Clowns sind ein bißchen wie Katzen: Sie spüren, wenn man gegen sie allergisch ist, und rücken einem dann nicht mehr vom Leib. Zum Schluß hamma uns schon richtig gfurchtn.

Dazu: Riesenseifenblasen (diesmal kein Jesus, sondern eine Maria Magdalena), Straßenmaler, Musikanten aus dem sonnigen Süden, … wir waren irgendwann einfach nicht mehr aufnahmefähig und mußten uns mit Sack und Pack um einen Sitzplatz beim Bartolotti anstellen. Hugo (Huuugo! *gg*) und Birne Helene diesmal. Das kann man sich schon leisten um die € 25, die man als Statist fürs Flanieren bekommt von der Stadt. *LOL*

Schön genug

Mein Friseur schnippelt an mir herum, fährt mir prüfend durchs Haar, setzt die Schere ein weiteres Mal an … nur um sie sofort wieder abzusetzen. Ach was, schön genug, murmelt er mehr zu sich selbst als zu mir, während er das Utensil endgültig beiseite legt. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie’s gemeint war. *LOL*

Äijänpäivänjärvi

Äijänpäivänjärvi ist ein See, der knapp sieben Autostunden nordöstlich von Helsinki liegt, kurz vor der russischen Grenze. Äijänpäivänjärvi heißt auch das neueste Update 1.1.4 für mein Jolla Smartphone, das diese Woche im „Early Access“-Programm freigegeben wurde.

Aufmerksame Leser stellen sofort fest: Hoppla! Da hat sich doch jemand verzählt? Fast richtig: Das letzte Update trug die Versionsnummer 1.1.2, die fehlende Release 1.1.3 ist offenbar in den teilweise parallel laufenden Entwicklungszyklen einfach von Äijänpäivänjärvi überholt worden. (Sowas gabs schon einmal, als im Juni 2014 statt der erwarteten Version 1.0.6 gleich 1.0.7 veröffentlich wurde.)

Neue Features sind kaum mehr hinzugekommen, offenbar ist Sailfish 1 für Jolla mittlerweile dort angekommen, wo es sein soll. Gerade mal die Unterstützung für IMAP Idle, Verbesserungen in der Kartendarstellung, neue optische Effekte in der Benutzeroberfläche sowie die daumenfreundlichere geteilte Tastatur im Querformat werden als Highlights genannt. Dazu noch einige Sicherheitsupdates, neue Sprachen für Tastatur und Autokorrektur (unter anderem Türkisch), das wars. Im Hintergrund sorgen fast 600 technische Änderungen in 125 Systemkomponenten für eine gesteigerte Performance, bessere Bedienbarkeit und mehr Kompatibilität mit diversen Online-Services. Dazu kommen neue APIs für Programmierer. Viel Augenmerk wurde auch auf das Herauslösen hardwarespezifischer Programmteile gelegt, um in Zukunft eine saubere Weiterentwicklung für Tablet und Telefon zu gewährleisten. Damit dürfte Äijänpäivänjärvi zu den umfangreicheren Updates zählen, auch wenns an der Oberfläche zunächst nicht danach aussieht. Stille Seen sind eben tief - 21 Meter, um genau zu sein. 🙂

Bleibt die Frage: Gibts noch ein Update 1.1.5 vor Sailfish 2 oder ist Äijänpäivänjärvi schon der rote Teppich, der für Sailfish 2 ausgelegt wurde?

PS: In Sachen Aussprache ist Äijänpäivänjärvi wahrscheinlich die größte Herausforderung, mit der Jolla seine Kunden je konfrontiert hat. Review #Jolla hilft mit einer Audiodatei und erklärt, was der Name bedeutet: Ostersee. 🙂

Pride in der A1 Videothek

Die A1-Videothek serviert uns mit „Pride“ einen der warmherzigsten und gleichzeitig politischsten Filme der letzten Zeit. Lachen, Tränen, Wahrheit, Schmerz und Verlust in 120 Minuten mit einer Reihe wunderbarer britischer Schauspieler, darunter Bill Nighy, Imelda Staunton und Dominic West. Das wirklich Unglaubliche an dem Film ist aber, daß die auf den ersten Blick völlig absurd und unglaubwürdig erscheinende Handlung auf wahren Begebenheiten aus den Jahren 1984/85 beruht:

Es ist die Zeit, in der Margaret Thatcher die Fundamente des Wohlstandes in Großbritannien nachhaltig demoliert und eine Politik durchsetzt, die schließlich in ganz Europa zum Ende des sozialen Friedens führen wird. Ihre Tory-Regierung läßt alles niederprügeln, was zu schwach ist sich zu wehren: ethnische Minderheiten, Lesben und Schwule, schließlich auch die streikenden Bergarbeiter. Nachdem Thatcher mit einer Reihe von Gesetzesmaßnahmen das Streikrecht zuvor nämlich so weit eingeschränkt hatte, daß es zur reinen Farce verkommen war, wollte sie die Arbeitsplätze hunderttausender Kumpel auf ihrem neugeschaffenen Hochaltar des Neokapitalismus opfern, Gruben schließen und privatisieren. An den neuen arbeitsrechtlichen Bestimmungen vorbei streikten Minenarbeiter ziemlich genau ein Jahr lang gegen diese Pläne und wurden dabei zu Opfern von Polizeiübergriffen. Zum Überleben waren sie und ihre Familien während dieser Zeit auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen … und erst hier setzt der Film ein, weil die Rahmenbedingungen beim britischen Publikum als bekannt vorausgesetzt werden.

„Pride“ erzählt die Geschichte einer Gruppe von Lesben und Schwulen, die sich unter dem Namen „LGSM“ politisch mit den streikenden Minenarbeitern solidarisieren und Geld für sie sammeln. Das Problem dabei: In der rauen Welt der Gewerkschaften findet sich zunächst niemand, der die Spenden von „solchen Leuten“ annehmen will. Also setzt sich die Gruppe in den Bus, sucht auf der Landkarte ein Bergarbeiterdorf und fährt hin, um das Geld persönlich zu übergeben. Was folgt, ist ein bezauberndes Spiel zwischen Vorurteilen, Dankbarkeit, Solidarität und Lebensfreude. Thatcher kommt nach einem kurzen TV-Auftritt am Beginn nicht wieder vor, ist aber überall präsent, wo Verfall und Trostlosigkeit eingefangen werden. Ebenso düster im Hintergrund: Die Angst vor der damals ebenso neuen wie unbehandelbaren Bedrohung AIDS.

Nur in wenigen Punkten weicht der Film von der historischen Realität ab: Er macht die Aktivistengruppe viel kleiner, als sie war. Er überzeichnet die anfängliche Ablehnung durch einige Dorfbewohner, aus der er ja einen Großteil seiner Komik schöpft. Er erwähnt nicht den (partei-)politischen Hintergrund einiger Gründungsmitglieder von LGSM. Ansonsten aber hält er sich für einen Unterhaltungsfilm erstaunlich eng an die Fakten. Das Benefizkonzert „Pits and Perverts“ mit Bronski Beat gab es wirklich und spielte nach heutigem Geldwert rund € 30.000,- ein. Der Kleinbus der Streikposten mit der Aufschrift „Donated by: Lesbians & Gay Men Support The Miners · London“ sah genauso aus wie im Film. Ebenfalls nicht nur rührende Schlußszene, sondern historische Wahrheit ist die Teilnahme der Kumpel aus Wales an der Gay Pride Demo 1985 in London, der ersten nach dem Streik. Drehbuchautor Stephen Beresford verwendet sogar einige wörtliche Zitate der damaligen Akteure in seinen Dialogen.

Nur mehr im Nachspann kurz erwähnt ist eine der wichtigsten politischen Auswirkungen: Zum wiederholten Mal stand 1985 beim Parteitag der Labour Party der Antrag an, das Thema Schwulen- und Lesbenrechte ins Parteiprogramm aufzunehmen. Zum wiederholten Mal wollte die Parteiführung den Antrag ablehnen lassen, weil sie um Wählerstimmen fürchtete. Es war die Gewerkschaft der Minenarbeiter, die aus der vorgegebenen Parteilinie ausscherte und den Antrag schließlich mit ihren Verbündeten durchboxte.

Einen Trailer gibt es auf YouTube zu sehen. Ebenfalls auf YouTube: Ein aufgrund der optischen Ähnlichkeit einiger Hauptdarsteller mit den realen Figuren fast gruseliges Amateurvideo aus dem Jahr 1986, in dem die echten Akteure der Geschichte in VHS-Qualität zu Wort kommen.

Man kann „Pride“ als Film über den Sozialismus und die Arbeiterbewegung verstehen. Man kann ihn als Schwulen- und Lesbenfilm, als Coming-of-Age-Movie oder als Culture-Clash-Komödie verstehen. Es kommt auf den Standpunkt an. Für mich ist es ein Film über Politik in einer ihrer wichtigsten Formen: Er zeigt, was Menschen erreichen, wenn sie sich umeinander kümmern, einander nicht egal sind, füreinander einstehen. Nicht umsonst ist der Handschlag ein immer wiederkehrendes Motiv während der 120 Minuten. Im VHS-Video aus 1986 sagen es alle Beteiligten auf die unterschiedlichste Weise noch einmal: Man kann und darf in der Politik nicht (nur) für seine eigenen Interessen eintreten. Es geht um Solidarität. Es geht darum, gemeinsam auch gegen das Unrecht anzutreten, das anderen widerfährt.

Nokias Erben III: Zwei Jahre später

Das kommt davon, wenn man sein eigenes Blog liest: Anfang 2013 gabs bei mir zwei Artikel über die möglichen Nachfolger der Maemo/MeeGo-Linie von Nokia. In „Nokias Erben: Jolla? Ubuntu? Firefox? Tizen?“ habe ich die vier Betriebssysteme Sailfish OS, Firefox OS, Tizen und Ubuntu Phone danach beurteilt, wie gut sie (nach den damals zur Verfügung stehenden Informationen) meine Anforderungen erfüllen. Etwas später gabs in „Nokias Erben II“ eine Zusammenfassung der Meinung des Analysten Tomi Ahonen, der sich natürlich mehr auf die Marktchancen konzentrierte.

Es ist irgendwie interessant, zwei Jahre später nachzusehen, ob die damaligen Einschätzungen einer Überprüfung in der Realität auch standhalten. Der Zeitpunkt ist ideal: Seit dieser Woche sind erstmals Telefone mit allen vier damals verglichenen Betriebssystemen regulär zu kaufen - wenn auch teilweise mit regionalen Einschränkungen.

Von den Marktchancen her hielt Ahonen Tizen für eine sichere Bank und sagte dem Samsung-Betriebssystem bis zu 5% Marktanteil bis Ende 2014 voraus. Bei Jolla und Firefox OS wollte er sich nicht so recht festlegen, sah die Sache aber eher schwierig. Daß Ubuntu auf Smartphones ein Erfolg werden könnte, schloß Ahonen eher aus.

2015 wissen wir: Tizen ist so gut wie nicht existent. Trotz der beeindruckenden Liste an Firmenlogos auf der Homepage der Tizen Association scheint nur mehr Samsung ein bißchen Interesse an dem Projekt zu haben. Das erste Tizen-Telefon kam auch erst im Jänner 2015 auf den Markt - und das nur in Indien. Keine Rede also von 5% Marktanteil. Genauer gesagt auch keine Rede von einem Smartphone-Betriebssystem: Das schwachbrüstige Samsung Z1 wird für umgerechnet 77 Euro verkauft.

Ebenfalls nicht wirklich existent ist Ubuntu: Auch in diesem Fall hat es bis 2015 gedauert, bis ein kommerzielles Produkt verfügbar war. Der spanische Hersteller BQ hat sich erbarmt und eine Ubuntu-Version seines Aquaris E4.5 gebaut. So richtig verkauft wird es erst seit dieser Woche, zuvor gab es nur sogenannte „Flash Sales“ mit geringen Stückzahlen via Twitter. Die Pressereaktionen bei der Vorstellung waren verhalten: Canonical hatte über Jahre hinweg eine Erwartungshaltung aufgebaut, der das Mittelklasse-Handy trotz einiger interessanter Ansätze nicht entspricht. (Die nächste Chance kommt angeblich in Form des Meizu MX4, das ebenfalls mit Ubuntu ausgestattet werden soll.)

Anders sieht es bei Jolla aus: Die Finnen hatten schon 2013 ein echtes Smartphone auf dem Markt, haben Verträge mit Carriern in Europa, Afrika und Asien und mittlerweile ein Netz von Vertriebspartnern, mit dem sie die drei Kontinente recht gut abdecken. Auch wenn Ahonens Vorhersage zutrifft, daß mit Saifish OS keine nennenswerten Marktanteile zu gewinnen sind … zumindest ist da ein Produkt, das funktioniert, regulär zu kaufen ist und auch seine Kinderkrankheiten bereits hinter sich hat. Außerdem ist Jolla kurz davor, mit dem Tablet eine weitere Geräteklasse anzusprechen. Das alles ist deutlich mehr, als Samsung und Canonical mit ihren jeweiligen Lösungen derzeit bieten können.

Bleibt zum Schluß die Überraschung in diesem Feld: Firefox OS. Von Ahonen vor zwei Jahren eher skeptisch beurteilt, ist es das einzige der vier hier bestprochenen Betriebssysteme, das seit Mitte 2013 auf unterschiedlichsten Modellen verschiedenster Hersteller läuft und so gesehen tatsächlich Erfolg hat. Neben kleineren Firmen haben große Unternehmen wie Alcatel, ZTE, Huawei und LG das Betriebssystem von Mozilla auf ihre Hardware gepackt. Auch die Carrier haben mitgespielt und die entsprechenden Geräte als Vertragshandys günstig unters Volk gebracht. „Günstig“ ist anscheinend überhaupt das Stichwort: Kaum ein Gerät kostet mehr als € 100,-, Funktionsumfang und Bedienung erinnern mehr an die verblichene Asha-Serie von Nokia als an Smartphones der Gegenwart. Im Rahmen des eben zu Ende gegangenen Mobile World Congress 2015 wurde ein brandneues Modell mit den Worten präsentiert: … and it has all the sort of features you’ve come to expect in a smartphone: dialler, SMS, contacts application, Firefox browser … Damit ist die Zielgruppe von Firefox OS wahrscheinlich ausreichend beschrieben.

Positiv ist: Alle vier Anfang 2013 besprochenen (mehr oder weniger) „freien“ Betriebssysteme sind noch im Rennen. Ich hätte persönlich durchaus damit gerechnet, daß dem einen oder anderen Projekt im Lauf dieser zwei Jahre der Atem ausgeht. Das bedeutet: Nach dem Dämpfer, den die Idee vom freien Smartphone-Betriebssystem durch das Ende von Nokia erfahren hat, ist die Marktlage heute besser als je zuvor. Wer sich für Handy-Betriebssysteme abseits der goldenen Käfige von Apple und Google interessiert, hat überraschend viel Auswahl.

Unerwartet: Gerade die von den größten Unternehmen getragene Alternative, Tizen, ist gegenüber den ursprünglichen Ankündigungen hoffnungslos im Rückstand und hat bisher keine der Erwartungen erfüllt.

Was heißt das in Bezug auf die beiden Artikel aus 2013? Tomi Ahonen hat sich jedenfalls geirrt. Tizen, das er als Nummer eins gesehen hat, ist weit von einer tatsächlichen Marktrelevanz entfernt. Dafür haben ausgerechnet Sailfish OS und vor allem Firefox, bei denen Ahonen eher skeptisch war, sich ihre Marktnischen geschaffen.

Meine eigene Einschätzung hat gehalten. Ich habe damals ja weniger die Marktchancen beurteilt sondern die Frage, inwieweit die vier Konkurrenten meine Ansprüche an ein Smartphone-Betriebssystem erfüllen. 2013 wie heute gilt: Ubuntu und Sailfish OS sind tatsächlich entsprechend leistungsfähig, Tizen ist zu eingeschränkt und Firefox OS ist überhaupt eher in der Geräteklasse der Feature-Phones unterwegs. (Und während ich das hier tippe überlege ich mir gerade: Sollte ich nicht die Verfügbarkeit eines Ubuntu-Smartphones nutzen, um Sailfish OS und Ubuntu auch in der Praxis gegeneinander antreten zu lassen? *gg*)

Pizza, Schwein, Nutella

Wars also wieder soweit: Eine ordentliche Pizza, wunderbare Geschichten aus der Nachbarschaft, das Neueste aus dem Liebesleben der Leibkutscher … und als absoluter Höhepunkt des Abends: 2x Nutella mit unseren Namen auf den Etiketten!

Richtig, Daniel, Conny und die Casa Piccola am Währinger Gürtel standen wieder am Programm. (Stammleser wissen: Die Kombination hat Tradition, nicht zuletzt wegen der umfangreichen veganen Speisekarte des Lokals.)

Obwohl wir (wohl schon aus Erfahrung) extra früh in den Abend gestartet sind, waren wir wieder mal die letzten, hinter denen der freundliche Besitzer die Türe geschlossen hat. Und nicht nur wir haben uns gut unterhalten: Die Leute vom Nebentisch haben auch nochmal ein Bier nachbestellt, um die durchaus komplexen Geschichten von Motorrädern, Naschmarktbesuchen, Russinnen und der Anzahl der Muskeln in einer menschlichen Schulter mitverfolgen zu können. (Die Tische stehen ja eh nicht so weit auseinander - aber es war schon sehr auffällig, wie der eine Mann vom Nebentisch immer weiter in unsere Richtung gerückt ist mit seinem Stuhl … *gg*)

Schön wars. Das nächste Mal nehm ich nur mein Handy nicht mehr mit. Es sei zuagschissn mit Äpps, mußte es sich anhören. Na ich muß doch sehr bitten! Da ist zum Trost doch glatt ein Nutellabrot notwendig. 😉

N900: Neue Infos von – Microsoft!

Hätte mir das jemand vor fünf Jahren erzählt, wie ich das unter GNU/Linux laufende Nokia N900 als Smartphone verwendet (und hier sehr oft darüber geschrieben) habe, ich hätt ihn für verrückt erklärt:

Vier Jahre nach dem endgültigen Aus jeglicher Unterstützung für das Gerät durch Nokia finde ich eine funkelnagelneue und hochoffizielle Hilfe- und Supportseite von … Microsoft! Die Amis geben dort tatsächlich nützliche Hinweise für die sieben auf der ganzen Welt versprenkelten Leute, die das N900 noch aktiv als Smartphone verwenden. Microsoft. Für ein GNU/Linux-Handy. Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. 🙂

Ein ganz kleines bißchen bösartig ist nur die unter „Useful Links“ angebotene Information: Sie erschöpft sich in den Punkten „Recycling“ und „Neue Telefone“. Nützlicheres, so meint man, kanns für N900-Besitzer nicht geben. 🙂

Digital Natives, Digital Immigrants und Digital Foreigners

Je nachdem, ob man ein sogenannter „Digital Native“ ist oder ein „Digital Immigrant“, geht man angeblich anders mit der modernen Technik um - sagt jedenfalls der Volksmund.

Sicher ist: Wenn man ein „Digital Foreigner“ ist, dann spricht man anders über die Technik. Wunderbares Beispiel: Digital Foreigner M. (Name von der Redaktion geändert) erzählt mir begeistert von einem YouTube-Video, das ihr gezeigt wurde … ohne das Internet zu kennen, ohne eine Vorstellung davon zu haben, was YouTube ist. M.’s „verbaler Link“ zu diesem Video lautet also: Schnell, schau mal hin, vielleicht siehst Du’s noch. Gestern oder vorgestern müssen s’ das gezeigt haben auf YouTube.

Die Logik dahinter wird nach einer kurzen Nachdenkpause klar: Video ist Fernsehen, Fernsehsendungen findet man nach Sender (=YouTube) und Zeit (=gestern oder vorgestern).

Spannender noch als diese Kategorisierung eines Online-Videos als „Fernsehsendung von gestern“ hab ich den Verarbeitungsaufwand gefunden, den der Satz in meinem Gehirn ausgelöst hat. Ich konnte fast zusehen, wie die Zahnräder dort rattern, die Perspektive wechseln, eine andere Sichtweise finden und dort einrasten. Ein perfektes Beispiel für alle vom Brötchengeber bezahlten Kommunikationsseminare über „innere Landkarten“. 🙂

Ach ja, das Video. Ich verlinke darauf so:

Princess Leia loves her pacifier

(Allein schon der Name „Prinzessin Leia“ sagt eigentlich alles … *LOL*)

Akkılıç war gestern – ein Hoch auf Weissinger!

Die Wiener Wahlen 2015 kommen. So mancher Akteur verliert dabei seine innerste politische Überzeugung und entdeckt plötzlich die Liebe ausgerechnet zu jener Partei, die ihm eine politische Karriere zumindest verspricht. (Wer braucht schon Werte, nicht wahr?)

Gerade noch war Şenol Akkılıç als Wendehals in aller Munde. Wir erinnern uns: Der ehemals grüne Mandatar war (aus politischer Überzeugung, eh klar!) zur SPÖ übergelaufen. Daß ihn die Grünen kurz zuvor auf ihrer Landesversammlung aus der Kandidatenliste gestrichen und seine politische Karriere somit de facto beendet hatten, steht damit ganz sicher nur in zufälligem zeitlichen Zusammenhang. Ebenso ist der in allen Medien kolportierte fixe Listenplatz für Akkılıç bei der SPÖ sicher nur ein böses Gerücht.

Was auch immer seine Motivation gewesen sein mochte, Şenol Akkılıç machte mit dieser Aktion vor allem sich selbst zur Lachnummer im Internet. Natürlich blieben Hott und Spohn auch auf der Facebook-Haßgruppe von Christian Weissinger nicht aus, wo der Hausherr selbst (unser „Admin Chris“) mit feinem Humor den plötzlichen Wechsel der politischen Überzeugung Akkılıçs von grün zu rot infrage stellte. Wie gesagt, nicht als einziger und nicht zu Unrecht.

Groß war die Überraschung heute, wie ausgerechnet dieser Christian Weissinger die Wendehals-Nummer von Akkılıç kopierte und von Rot zu - naja, einem schmutzigen Orange wechselte: Der bis heute rote ÖBB-Gewerkschafter wird nämlich, so die heute geplatzte Bombe, als Bezirksrat für das kandidieren, was Jörg Haider hinterlassen hat: Nein, nicht die Hypo, sondern das BZÖ. In seinen eigenen Worten liest sich das so:

Ich habe mich daher dazu entschlossen mich mit der BZÖ Wien zu vereinen und kandidiere bei der kommenden Gemeinderatswahl in Wien Neubau als Bezirksrat

Rührendes Videomaterial von der „Vereinigung“ mit der [sic!] BZÖ (so richtig tiefgehend konnte er sich mit der Partei noch nicht auseinandersetzen - der ausgeschriebene Parteiname z.B. ist ihm offenbar noch unbekannt) existiert auf Youtube - gratis und ohne Jugendschutz:

BZÖ-Fusion

Ja, was soll man da noch weiter dazu sagen? BZÖ-Mann Dietmar Schwingenschrot bringts ja im Video schon gewohnt eloquent auf den Punkt: Des is natürlich der absolute Hammer is des. Dem ist nichts hinzuzufügen … außer vielleicht: Wetten auf den nächsten Wendehals werden angenommen. Kandidiert Uschi Stenzel für die NEOS (zu denen sie übrigens hervorragend passen würde)? Wechselt der grüne Sympathieträger Klaus Werner-Lobo zum Team Stronach? Wahljahr ist, Kinder, da darf mans mit den politischen Überzeugungen schon mal ein bißchen lockerer nehmen. 🙂