Stroh und Heu? Knapp vorbei …

Da hab ich aber gschaut: Zum allerersten Mal hab ich heut auf einer österreichischen Speisekarte „Stroh und Heu“ gesehen. Hach! Urlaub! Bunte Nudeln, fein abgeschmeckte Sauce, zartes Fleisch, gschmackige Schwammerl! Mhmhm! Daß ich dieses Gericht ausgerechnet auf dem Menüplan der Kantine gefunden hab, hätte mir eine Warnung sein sollen. Wars aber nicht.

Die Nudeln waren blaß und zerkocht. Statt einer fein abgeschmeckten Sauce gabs mehlige Parmesanpampe, statt gschmackiger Schwammerl industriell verarbeitete Champignons ohne jeden Eigengeschmack … und statt Fleisch einfach gar nix. (Damit konnte man das Ding auch gleich als vegetarisches Menü verklopfen.)

Tja. Man muß halt doch auf den Urlaub warten, um Urlaubsessen zu bekommen. 😉

Update für Bücher

Normalerweise berichte ich hier über Software-Updates für Handys, gelegentlich auch über neue Versionen von Desktop-Software.

Die Zeiten ändern sich, es gibt jetzt auch Betriebssystem-Updates für meine Bücher. 🙂 Die gestern auf unseren Tolino Visions gelandete Version 1.6 bietet zum ersten Mal mehr als nur kleine Fehlerbehebungen: Textdarstellung im Querformat, verbesserte Kapitelnavigation und die schnellere Veränderung der Textgröße durch „Pinch to Zoom“ sind die Highlights beim eReader selbst. Für mich persönlich viel wichtiger sind Verbesserungen im Browser: Der unterstützt jetzt endlich Favoriten und reagiert auch besser beim Scrollen und Vergrößern/Verkleinern. Das bedeutet mehr Komfort sowohl beim Lesen von Onlinetexten als auch beim Anzapfen von EPUB-Quellen außerhalb des Thalia-Shops.

Ich bin sehr zufrieden. Und ich finds toll, daß endlich auch Bücher Betriebssystem-Updates erhalten. Es sollte für alles regelmäßige Updates geben. 😉

Being Bobo

Es ist ganz sicher nicht unsere Schuld, daß das passiert ist. Ganz sicher nicht. Vielmehr waren es Kysiras völlig schambefreite Erzählungen über ihr bobohaftes Verhalten im Boboviertel, die auch bei uns die Hemmungen fallen haben lassen:

Am ersten warmen Frühlingssamstag des Jahres haben wir beim dritten Vorbeiflanieren einen frei werdenden Platz im Schanigarten vom Bortolotti auf der Mariahilfer Straße entdeckt. Hinsetzen und Leut schaun also! Als ob das nicht schon dekadent und bobohaft genug gewesen wär, haben wir auch noch den Hugo bestellt, der uns von der Karte entgegengelacht hat. Wunderschön wars. Und, wie uns erst nach der Bestellung bewußt geworden ist, auch sommerurlaubseinstimmend: Hugo à la Friesenhof, Schwarzwaldbecher à la Friesenhof, Service à la Stella del lago, Mariahilfer Straße à la Strandpromenade, … Doch, so läßt sich der Frühling begrüßen. Und die Schuldgefühle wegen des bobohaften Verhaltens wälzen wir einfach auf Frau Kysira ab. 😉

ESC 2015: Neue Wettquoten und meine ersten Favoriten

Heute war der Stichtag, zu dem alle Songs zum Eurovision Song Contest 2015 bei der EBU einlangen mußten. Das bedeutet: Alle Beiträge stehen fest, erstmals haben die Buchmacher vollständige Liste der Wettquoten mit allen Teilnehmern. Die sieht so aus:

Rang Land Interpret Song
1 Schweden Måns Zelmerlöw Heroes
2 Italien Il Volo Grande amore
3 Estland Elina Born & Stig Rästa Goodbye To Yesterday
4 Slowenien Maraaya Here For You
5 Finnland Pertti Kurikan Nimipäivät Aina mun pitää
6 Australien Guy Sebastian Tonight Again
7 Norwegen Mørland & Debrah Scarlett A Monster Like Me
8 Aserbaidschan Elnur Huseynov Hour Of The Wolf
9 Vereinigtes Königreich Electro Velvet Still In Love With You
10 Armenien Genealogy Don’t Deny

Schweden hat einen Beitrag konstruiert, der wieder einmal alle Voraussetzungen zu erfüllen scheint: Ein auf die Zielgruppe zugeschnittener Interpret ohne Ecken und Kanten, der trotz angestrengtestem Zahnpastalächeln einfach nur langweilig wirkt; „das schwedische Lied“, zum 20. Mal gehört, für das der Begriff „Eurotrash“ damals extra erfunden wurde; eine technisch ungewöhnliche und trotzdem naiv-anrührende Bühnenshow; … Ich hasse das Konzept, aber ich muß zugeben: Ganz entziehen kann ich mich ihm nicht. Ich verstehe die Wetten, die auf die Ego-Hymne „Heroes“ abgeschlossen werden. Vorsicht aber: Schweden konstruiert diese seelenlosen Songs seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten. Gewonnen haben sie damit schon länger nicht mehr.

Dahinter einige überraschende (Norwegen, Aserbaidschan) und wenige überraschende (Australien, Armenien) Neueinsteiger in die Top 10, die natürlich entsprechend vielen früheren Wettkönigen ihren Platz gekostet haben. Noch in den besten 10, aber ganz deutlich auf dem Weg nach unten ist Finnland.

Was aber für alle Leser hier viel interessanter ist als die internationalen Wettquoten: meine persönlichen Favoriten. Ich bin noch eher unentschlossen, aber ein erster Trend sieht so aus:

Rang Land Interpret Song
1 Rumänien Voltaj All Over Again (De la capăt)
2 Belgien Loïc Nottet Rhythm Inside
3 Slowenien Maraaya Here For You
4 Estland Elina Born & Stig Rästa Goodbye To Yesterday
5 Schweden Måns Zelmerlöw Heroes
6 Litauen Monika Linkytė & Vaidas Baumila This Time
7 Australien Guy Sebastian Tonight Again
8 Vereinigtes Königreich Electro Velvet Still In Love With You
9 Frankreich Lisa Angell N’oubliez pas
10 Armenien Genealogy Don’t Deny

Wie man sieht: Nur 6 Songs haben es sowohl unter meine Top 10 als auch unter die der Buchmacher geschafft. Mal sehen, ob das für diese Länder ein gutes Omen ist. (Rumänien braucht sich schon mal keine Hoffnungen machen: Meine Lieblinge gewinnen nie. *LOL*)

ORF @ ESC: Knapp daneben ist auch vorbei

Kopfschütteln über die gestrige Vorentscheidung des ORF zum Eurovision Song Contest 2015: Was für ein vermurkstes Showkonzept! Die sechs zur Auswahl stehenden Lieder à drei Minuten wurden mit sinnfreien Videos, peinlichen Interviews und einem chaotischen Auswahlverfahren so lange auf über zwei Stunden Hauptabendprogramm breitgewalzt, bis auch der letzte Funke TV-Unterhaltung erloschen war. (Was insofern eine besondere Kunst des Sendungsverantwortlichen darstellte, als das musikalische Rohmaterial eine zumindest 50%ige Chance auf eine gute Show geboten hätte.) Der einzige wirkliche Höhepunkt war der Auftritt von Conchita Wurst, wieder einmal.

Auf der Haben-Seite kann man verbuchen:

  • Die im Vorfeld vom ORF und seiner Verwertungskette gehypten Teilnehmer Zoe und Johann Sebastian Bass mußten schon in der ersten Wertungsrunde raus. Johann Sebastian Bass nervten mit einem Klangexperiment („Absolutio“), das in seiner Melodieführung an am Kinderzimmerboden verstreut liegende Legosteine erinnert. Zoe, Tochter der Ex-Papermoon-Hälfte Christof Straub, hatte ja im Vorfeld ihre ORF-Connections bereits durch einen Kurzauftritt in der Serie „Vorstadtweiber“ unter Beweis stellen dürfen. Gestern präsentierte sie einen gefühlt 40 Jahre alten Schlager („Quel Filou“), den sie gemeinsam mit ihrem Vater geschrieben hatte und aus dem daher die typische Anämie von Papermoon klang. Ältere ESC-Fans mit „Musik ist Trumpf“-geprägtem Musikgeschmack, denen die Melodie vielleicht zugesagt hätte, wurden dann wohl durch die nuttig-anbiedernde Kombination von Englisch und Französisch im Text von Anrufen abgehalten.
  • Der Siegersong „I Am Yours“ von The Makemakes ist zumindest nicht peinlich. Er gefällt mir überhaupt nicht, das geb ich zu, aber das ist eine andere Sache. Diese an weißes Rauschen erinnernde Klangfarbe ist beim Song Contest bisher auch nie so gut angekommen. Aber es ist ein Unterschied zwischen „Dem Ossi nicht gefallen“ bzw. „Nicht erfolgreich sein“ auf der einen Seite und „Sich blamieren“ auf der anderen. „I Am Yours“ ist unauffällig OK.
  • Den absoluten großartigsten, aber auch riskantesten Auftritt des Abends legten DAWA hin, denen ich kaum eine Chance eingeräumt hätte. Daß sie schließlich auf Platz 2 landeten und somit „Feel Alive“ zumindest fast „unser Song für Österreich“ wurde, zählt für mich auch zu den positiven Eindrücken des Abends. Denen vergönn’ ich ihr gutes Abschneiden.

Die ersten Reaktionen in den einschlägigen Internet-Foren sind verhalten positiv - mit Betonung auf verhalten. So nach dem Motto: „Sieger ist das sicher keiner, aber der ORF hat auch schon Quälenderes geschickt in den vergangenen Jahrzehnten.“ Das deckt sich mit meinem Eindruck. Im Mai 2016 wird der Song Contest also nicht mehr in Wien stattfinden. Mit DAWA wär ich da schon positiver gestimmt gewesen. Aber knapp daneben ist eben auch vorbei.

Anrufe

Österreich-Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2015. Einige Televoting-Ergebnisse überraschen uns. Ich hab eine Erklärung dafür: Wir sind ja auch ein bißchen älter als der Großteil der Leute, die da angerufen haben. Als Antwort bekomm ich: Was?! Wer hat angerufen?

Q.E.D. 🙂

ESC 2015: Wettquoten

Träge hat sichs angelassen heuer - ich wollt nicht so recht in Song-Contest-Stimmung kommen. Zum Wochenende hab ich aber begonnen, mich durch die seit Ende 2014 der Reihe nach veröffentlichten Songs zu hören. Eindeutig: Das wird wieder ein Schnulzenjahr. Wenn ich etwas nicht so wirklich mag beim Song Contest, dann ist das ein Meer an Balladen. Vielleicht liegts daran, daß ich auch noch keine persönliche Favoritenliste aufstellen kann.

Damit aber zumindest irgendeine Tabelle in meinem Blog steht mit Songs, auf die der gelernte ESC-Fan ein Auge haben muß während der nächsten Wochen, gibts hier mal hübsch übersichtlich zusammengestellt die momentanen Lieblinge der Wettbüros:

Rang Land Interpret Song
1 Italien Il Volo Grande amore
2 Estland Elina Born & Stig Rästa Goodbye To Yesterday
3 Finnland Pertti Kurikan Nimipäivät Aina mun pitää
4 Slowenien Maraaya Here For You
5 Vereinigtes Königreich Electro Velvet Still In Love With You
6 Spanien Edurne Amanecer
7 Griechenland Maria-Elena Kyriakou One Last Breath
8 Malta Amber Warrior
9 Frankreich Lisa Angell N’oubliez pas
10 Rumänien Voltaj De la capăt – All Over Again

Die Top 3 versteh ich nicht so ganz, aber dahinter kommt dann schon einiges, mit dem ich leben kann: Slowenien, le Royaume-Uni, Frankreich, vor allem auch Rumänien … doch, das geht schon so.

Aufpassen allerdings: Das wird nochmal ordentlich durchgeschüttelt. Wenn ich hier „Voltaj“ aus Rumänien auf dem 10. Platz anführe, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich sind sie bei den Buchmachern auf Platz 17, das Vereinigte Königreich ist in Wahrheit auf Platz 10 statt auf Platz 5. Die Verschiebung kommt daher, daß auch schon fleißig auf Länder gewettet wird, deren Songs noch gar nicht feststehen. Diese „Schweden wird schon gut abschneiden, egal was sie singen“-Wetten hab ich rausgefiltert. Erfahrungsgemäß ändert sich das dann ja auch rasch, sobald wirklich alle Teilnehmer feststehen.

Jolla @ MWC 2015

Der Mobile World Congress 2015 in Barcelona hatte gerade erst begonnen, da kamen schon die ersten interessanten Neuigkeiten zu Jolla und seinem Betriebssystem Sailfisch OS über die Leitungen:

  • Jolla wird mit der finnischen Sicherheitsfirma SSH eine auf Sicherheit und Verschlüsselung getrimmte Spezialversion seines Betriebssystems auf den Markt bringen. Sie soll sich an Behörden und große Unternehmen richten und 2016 unter dem Namen „Sailfish Secure“ erscheinen. (Pressemitteilung)
  • Etwas verzweifelt wirkt die Ankündigung, Sailfish ab sofort auch an interessierte Partner lizensieren zu wollen. Immerhin war das von Anfang an der Plan und hat bis heute mangels „interessierter Partner“ nicht geklappt. Zumindest läßt sich Intel nun in der Sailfish-Presseaussendung als Hardware-Partner nennen. (Im Jolla-Tablet steckt eine Intel-CPU). Darüber hinaus berichtet Heise, daß laut Angaben bei der Pressekonferenz am Vormittag das „russische Google“ Yandex, der chinesische Internet-Riese Alibaba und (Trommelwirbel!) der österreichische Anbieter 3 bereits fix mit an Bord wären. Eine offizielle Bestätigung aus anderer Quelle habe ich für diese Meldung aber noch nicht gefunden.
  • Die ersten ausführlichen Videos zum Jolla Tablet (und damit zu Sailfish 2.0) tauchen online auf. Besonders gelungen finde ich diese 8minütige Demonstration von Meister Stefano Mosconi himself. Wers kürzer mag (und englisch statt italienisch), der klickt auf diesen Link. Die beiden Videos konzentrieren sich auf unterschiedliche Aspekte des neuen Betriebssystems. Klar wird aber: An einigen Stellen wurde nicht nur geschraubt und nachgebessert, sondern von Grund auf neu gebaut. Da müssen sich bestehende Jolla-Kunden ordentlich umgewöhnen, was im Netz bereits für Unmut sorgt.
  • Sailfish 2.0 wird auch auf dem Jolla Phone vorgestellt, Videos dazu gibts hier und hier.
  • Update 11, Yliaavanlampi, wird offenbar seit heute offiziell an alle Kunden ausgeliefert.