Akrobat schööön!

Buntes Straßenfest auf der Mariahilfer Straße – und wir mitten drin! Großstadtflair im sonst eher tristen Wien. Jede Menge Leut, die man genießen, bewundern oder ausrichten kann. Wer fehlt, ist Kysira. Da hat sich glatt verweigert. SSKM. 🙂

Dafür mußten wir mehrfach einer heftig wahlkämpfenden Glawischnig-Piesczek ausweichen, die von Kameras begleitet wurde. Nö, Eva, mit Dir will ich nicht aufs Foto. 🙂

Zu blöd für die Demokratie

Gerade geistert eine IMAS-Umfrage durch die Medien (siehe z.B. dieser Presse-Artikel). Neben den üblichen erschreckenden Zahlen zur Politikverdrossenheit enthält die Umfrage einen Wert, den ich geradezu apokalyptisch finde:

Ein ganzes Drittel der Wahlberechtigten kann von keiner einzigen Partei Ziele und/oder Wahlprogramme beschreiben. Weitere 20% wollten zu dem Thema bei der Befragung keine Angaben machen. Heißt: Man muß davon ausgehen, daß ein Drittel bei der Nationalratswahl das Kreuzerl ohne Hirn und Verstand irgendwo hinwürfelt, daß insgesamt 50% über politische Inhalte nicht reden können oder wollen und daher nie in die Situation kommen, eine (womöglich meinungsbildende) politische Diskussion zu führen.

Die Annahme, daß diese komplett Uninformierten auch nicht zur Wahl gehen werden, ist nicht sehr wahrscheinlich. Die Wahlbeteiligung war dafür selbst bei den letzten zwei Nationalratswahlen noch viel zu hoch. Selbst wenn ausnahmslos alle Nichtwähler aus dem Pool der Uninformierten kämen (wofür es keinen Beleg gibt), wären immer noch 15% der abgegebenen Stimmen von Menschen, die keiner einzigen Partei irgendeinen Inhalt, irgendein Ziel zuordnen können. Erscheint 15% irgendjemandem wenig? Das entspricht einer Partei in der Größenordnung der FPÖ und ist weit mehr, als Grüne oder BZÖ zusammengebracht haben. Mit etwas Glück (bzw. eben: Pech) können diese 15% der Wahlberechtigten einen Regierungspartner in die Koalition hieven. Ohne zu wissen, wen oder was sie da gewählt haben!

Ich halte das für extrem gefährlich und verantwortungslos. Die Wahlentscheidung ist ja nicht eine, die man nur für sich trifft (so wie die Wahl zwischen zwei Kuchensorten am Buffet). Die Wahlentscheidung betrifft alle in diesem Land.

Hab ich schon mal gesagt, daß ich für einen kurzen Multiple-Choice-Test am Stimmzettel bin, der mit einfachsten Fragen das politische Interesse des Wählers abtastet? Zu viele falsche Antworten - Stimme ungültig. Wer bezweifelt, daß jemand ernsthaft an ganz simplen Fragen scheitern könnte (z.B. „Wer wird heute gewählt? a) der Landeshauptmann b) das Parlament c) der Bürgermeister“), der sollte mehr in online-Communities rumlesen. Da haben sich vor kurzem Menschen dazu bekannt, am 29. September Häupl und Vassilakou aus dem Rathaus wählen zu wollen …

Kuchenbuffet

Kurzes Aufflackern von Friesenhof-Feeling hier in Linz: Am Nachmittag gibts Kuchenbuffet! 🙂

Einziger Unterschied: Wir können es nicht so entspannt genießen, weil wir kurz vor der Abfahrt sind und auf die Uhr schauen müssen. Trotzdem: Erdbeerroulade und Kardinalschnitte sind sich ausgegangen. Jindrak-Qualität. 😉

Ethem!

Mehr als nur OK war die Nachmittagsgestaltung, die sich nach längerem unschlüssigen Sitzen auf der Terrasse ergeben hat. Unser aller Lieblingsethem hat uns ins Gelbe Krokodil (eben am OK-Platz) vazaht, wo ich seit wahrscheinlich15 Jahren nicht mehr war. Der Duft von Coming Home und Being Young! Wie schön! 🙂

Über zwei Stunden haben wir getratscht und dabei so ziemlich alles und jeden aus unserem gemeinsamen Bekanntenkreis ausgerichtet. *LOL* (Nein, stimmt gar nicht, wir war nicht nur bös. Manchmal waren wir auch historisch korrekt, vor allem wenns um Elisabeth ging.)

Ethem wußte ganz Schockierendes von sich selbst zu berichten und hat das sogar mit brutal-blutigen Fotos belegt. Ich darf das hier gar nicht ausbreiten und erzählen, es wird noch alles vertuscht und unter den Teppich gekehrt. Großes Geheimnis! Nur so viel: Es war sogar die Polizei mit im Spiel! Wir sind entsetzt! 🙂

Außerdem wissen wir jetzt, daß er keinen unsichtbaren Freund mit langen Ohren und Hasenzähnen hat. Das beruhigt dann wieder.

Schließlich gabs eine Einführung in die Welt des Maskentheaters (konkret: des Maskentheaters Hosenrock) und einen ganz kurzen, aber sehr interessanten Einblick in neue Projekte. Hui! Da tut sich was, da sprudelt die Kreativität!

Ein wunderbarer, gemütlicher Nachmittag, der in einem Spaziergang zum Musiktheater geendet hat. Es geht uns gut!

Fuzo-Vergleich mit Wien: 1:0 für Linz

Ich hätt mich heut so abhauen können: Zwar hab ich die Linzer Fußgängerzone schon mehrfach als Beispiel dafür angeführt, wie gut die Kombination einer Fuzo mit einem öffentlichen Verkehrsmittel funktioniert, obwohl ein paar realitätsfremde Wiener Gewerkschafter das bestreiten.

Mir war aber bis heute nicht klar, wie weit die Parallelen der seit langer Zeit bestehenden Fußgängerzone auf der Linzer Landstraße mit der neuen Mariahilferstraße wirklich gehen. Ein kurzer Stadtbummel in Linz hat mich heute darauf aufmerksam gemacht:

  • Beide Fußgängerzonen haben in etwa eine gleich hohe Frequenz. Die Linzer Landstraße hat, obwohl kürzer und schmäler, rund 80% der Besucherzahl der Mariahilfer Straße.
  • Beide Fußgängerzonen werden von öffentlichen Verkehrsmitteln durchfahren. Die Landstraße von drei Straßenbahnlinien (heute: von Gelenkbussen) in beide Richtungen, die Mariahilfer Straße von einer Buslinie nur in eine Fahrtrichtung.
  • Beide Fußgängerzonen dürfen von Radfahrern befahren werden.
  • In beiden Fußgängerzonen dürfen Taxis fahren.
  • Für beide Fußgängerzonen gelten zeitlich beschränkte Regelungen für den Lieferverkehr.
  • Beide Fußgängerzonen gehen anschließend in Begegnungszonen mit schmaler Fahrbahn und breitem Fußgängerbereich über, die ebenfalls von öffentlichen Verkehrsmitteln durchfahren werden.

Was ist der Unterschied zwischen Wien und Linz? In Linz ist nie jemand auf die Idee gekommen, theoretische Probleme zu konstruieren, bevor dann in der Praxis eh nichts passiert. Man hat einfach gemacht und hat gesehen, daß es gut geht.

Die Wiener Mundls hingegen sind völlig panisch, daß sich in ihrer versoffenen Stadt irgendetwas zum Guten ändern könnte. Sie konstruieren die abstrusesten Gefahrenszenarien. Bevor noch der erste Bus in die Mariahilfer Straße eingebogen, der erste Radfahrer gefahren ist, sind sie schon sicher: Das wird ein Gemetzel, da wird Blut fließen! Eine knallrot markierte Busspur, ein lauter Dieselmotor, als Begrenzung aufgestellte Bänke … das wird alles nicht ausreichen, damit wir Wiener einen mit vielleicht sogar vollen 20 km/h heranrasenden Bus als solchen erkennen und ihm ausweichen. Ganz sicher nicht, dafür sind wir einfach zu blöd!

Und die Taxis erst! Um Gottes willen, die Taxis! Die können sich unmöglich sicher durch die Fußgängerzone bewegen! Viel zu gefährlich, auch für die Fahrer! (Warum kein einziger Fahrer eines Lieferfahrzeugs, sogar eines LKW, weder in der Mariahilfer Straße noch in sonst einer Fuzo jemals ein Problem hatte, die Taxi- und Busfahrer aber schon, das versteht keiner so recht.)

Mir hat der gemütliche Spaziergang durch die Landstraße aus mehreren Gründen gefallen. Ich gebe aber zu: Der Hauptgrund war, daß mir bewußt geworden ist, wie brunzdeppat die Wiener VP/FP in dieser Sache agieren und wie toll wirs in Linz haben, wo exakt das für die Mariahilfer Straße vorgesehene Konzept seit Jahren umgesetzt ist und ein Vielfaches an Lebensqualität bringt.

Mohr mit sprechendem Hund

Der sprechende Hund hat sich ja mittlerweile als Geburtstagsgeschenk bewährt. 🙂

Diesmal schenken wir ihn in Linz her und er sorgt für ebensoviel Gelächter wie sein großer Bruder aus Karlshagen. (Ganz lieben Gruß übrigens auf diesem Weg! Bei den Mails gibt’s grad irgendwo einen Knoten, glaub ich … *gg*) Dazu gabs Schnitzi und Mohr im Hemd. Mjamm!

Der Nachmittag ist noch nicht verplant. Kuchen oder Innenstadt? Oder Kuchen in der Innenstadt? 🙂

Go West!

Gestern Abend haben wir uns wieder in den Zug gesetzt und sind westwärts gefahren. Eine Stunde und 15 Minuten später waren wir schon in Linz und wurden (es war ja Freitag *gg*) mit Spaghetti und Hund empfangen.

Heut in der Früh gibt’s (nach dem üppigen Frühstück) gleich wieder fröhliches Herumtollen mit Hund und Puppi im Garten. Hach schön!

Für den Rest des Wochenendes hätten wir theoretisch Programm: Es gibt Leute in Linz, die auf unseren Besuch warten; es gibt ein Stadtfest; es gibt Dinge in der Stadt, die ich mir längst ansehen wollte; …

Andererseits: Es gibt auch eine Terrasse, eine Torte und einen Hund im Garten. Mal sehen, was uns mehr reizt. *LOL*

Hühner aus Brasilien

McDonald’s Österreich beantwortet in einer Werbekampagne Fragen der Internet-User zu seinen Produkten (Unser Essen. Eure Fragen.) Man nimmt nicht an, daß man auf so einer Seite etwas Lesenswertes findet.

Tatsächlich aber bin ich gerade auf die Frage einer Frau Maggie M. gestoßen:

nochmal hallo, hab die frage mit der herkunft der hühner entdeckt, wenn die teilweise aus brasilien kommen ist doch die frage wie sie zu uns kommen? wie sind die transportbedingungen allgemein für die hühnchen?

Ich bin echt niedergebrochen vor Lachen und mußte die Frage sofort dem Herrn Minirat vorlesen, der nur böse meinte: Wieso Transportbedingungen? Die Hühner fliegen doch wohl zu uns?

McDonald’s blieb ernst und antwortete:

Hi, da kommt das Fleisch gefroren, nicht das lebende Tier.

Na schau. Wieder was gelernt. 🙂

Restaurante Amigos: Test bestanden

So kann man sich täuscheln, gell? Nicht jedes Lokal, das sich oberflächlich-stylish gibt, kaschiert damit mangelnde Qualität. Nur 99,9% tun es. *LOL*

In der Theresienbadgasse, dort wo früher unsere türkische Palme stand, gibts seit wenigen Monaten das Restaurante Amigos. Allein schon des Namenszusatzes wegen („Food|Lounge|Bar“) sind wir da bisher nicht reingegangen. Die übertrieben stylische Aufmachung tut ein Übriges zur Abschreckung und wirkt in der Theresienbadgasse so, als hätte Miss Candy ein trashiges Glitzer-Handtascherl in der U6 vergessen. Großer Bogen drum rum also bis heute.

Heute hats 32°, wir wollen heraußen im Schatten essen, der Schwabl ist auf Urlaub, wir sind mutig … und gehen ins Amigos. Der erste Eindruck bestätigt zunächst alle Vorurteile: grausige Buffta-Musik; ein fescher Kellner mit 16:9-Brille; eine Karte mit unsinnigsten Speisebezeichnungen, die wahrscheinlich cool sein will (Apfel-Zimt Wirbelwind? Ernsthaft jetzt?); Besteck auf der falschen Seite (wahrscheinlich ein verwegenes „Bei uns ist alles anders“-Signal) …Nenenenene. Das is nicht anständig hier.

Allerdings stellt sich bald heraus: Der Kellner ist trotz seiner 16:9-Brillen (und obwohl er höchstwahrscheinlich nach optischen Kriterien ausgesucht wurde) schwer auf Zack und freundlich. Er hält sogar meinen lustigen Bemerkungen tapfer stand, die ich schon peinlich fand, wie sie noch mein Vater gemacht hat. Die Speisekarte mag eine verschwurbelte Sprache benutzen, tut dies aber nicht ohne Grund: Das Essen ist stellenweise genauso wagemutig komponiert - und das auf eine durchaus sehr angenehme Art und Weise. Schmackofatzo! Der doppelt verbogene Löffel, der mit dem S-förmigen Stiel an der Kaffeetasse steckt, ist tatsächlich einfach nur affig - aber der Kaffee schmeckt hervorragend, und darauf kommts an.

Ich hatte

  • als Vorspeise kalte Hühnerroulade gefüllt mit Eierschwammerln, serviert im Ruccolanest mit in Honig karamelisierten Brombeeren und Joghurtchillidip,
  • als Hauptgang Rindsburger (der als eines von wenigen Gerichte ganz einfach und bodenständig auf der Karte steht und auch genau so daherkommt - aber das will man ja, wenn man als Kerl einen Burger bestellt *gg*)
  • und als Nachspeis den oben erwähnten Apfel-Zimt Wirbelwind mit frischen Beeren (Strudelteigtörtchen mit Karamelobers, Äpfeln und Zimtzucker).

Oh yeah. Gut wars. Das alles gepaart mit dem unvergleichlichen Charme der Theresienbadgasse, gegen den jeder Scripted Reality Trash auf ATV wie der Opernball wirkt, macht den späten Nachmittag beim Amigos zu einem unvergeßlichen Ereignis. Solang man draußen sitzen kann, kommen wir wohl wieder her. (Drinnen dürfte die aufdringliche Musik zum ernsthaften Problem werden. Wir konnten sie heute nur ertragen, weil der Verkehrslärm der Schönbrunnerstraße sie oft übertönt hat.)

Ergebnis Nationalratswahl 2013

Seit heute ist die Wahlkabine als Entscheidungshilfe für die Nationalratswahl 2013 offen. Natürlich hab ich mich dort gleich umgesehen. :)

Im Gegensatz zu früheren Jahren scheinen mir die Fragen heuer irgendwie nebensächlich. Sie gehen an den großen Themen vorbei, jedenfalls für mich. Vor allem sind sie manchmal zu undifferenziert gestellt. Trotzdem ergibt sich ein (auch im Vergleich zu meinem Ergebnis 2008) nicht so überraschendes Bild. Ich habe alle Werte so weit angehoben, daß auch die Partei mit der geringsten Übereinstimmung auf 0 Punkte kommt (tatsächlich sind es -52 Punkte). Mithilfe der ganzen positiven Zahlen konnte ich dann so etwas wie eine virtuelle Stimmenverteilung errechnen, und zwar:

Partei % 2013 % 2008
Grüne 24% 26%
KPÖ 22% 23%
Piraten 18%
NEOS/LIF 14% 24% (LIF)
SPÖ 11% 18%
Team Stronach 8%
BZÖ 4% 1%
ÖVP 0% 8%
FPÖ 0% 0%

(Falls sich jetzt jemand fragt, warum die Parteien in Summe 101% der Stimmen erreichen: Ich hab gerundet.)

Ich wundere mich, daß das TS und die Piraten so gut liegen. Bei beiden Parteien hab ich bisher wenig an politischen Inhalten wahrgenommen, außerdem ist Stronach … naja, er ist eben Stronach.

Ansonsten bleiben Grüne, KPÖ und vor allem die gute alte FPÖ fast stabil, während die ÖVP und die LIF-Reste einen auffälligen Absturz hinlegen.

Wie immer bei der Wahlkabine gilt eben: Sie deckt nur einen Teilbereich ab und kann manche Aspekte (wie z.B. Vertrauen in die handelnden Personen) gar nicht berücksichtigen.