Schanigarten!

Zum ersten Mal heuer sitzen wir beim Schwabl im Schanigarten. Sweet! (Sowas muß man ausnutzen, bevors wieder so heiß wird, daß man nicht mehr ins Freie gehen mag.)

Besonders putzig: Wir können den Dienstwagen vom Chef bewundern. Da hab sogar ich Auto-Analphabet auf die Marke gschaut und im Internet nachgeschlagen: Ein Renault Twizy ist es, komplett mit schwabl-wirt.at-Aufdruck. Sexy. 🙂

Vivaldi-Tablet mit innovativem Hardwaredesign

Ich gebs ja ganz ehrlich zu: Nachdem ich schon wieder zwei Monate nichts gehört hatte vom Vivaldi-Tablet (der letzte Eintrag dazu ist vom Februar), hab ich mir ein kleines bißchen Sorgen gemacht. Wirds noch was?

Es wird. Es wird innovativer, als es nach den ersten - gescheiterten - Plänen geworden wäre. Vivaldi wird ein modulares Huckepack-Tablet. Die Kernkomponenten eines PCs (CPU, Speicher, USB, Grafikchip, …) sitzen in einem eigenen Modul, das der offenen EOMA-68-Spezifikation folgt. Dieses Modul wird auf ein zweites Board gesteckt, das die Tablet-spezifischen Teile enthält: WLAN-Chip, Touchscreen-Steuerung, SIM-Karte, Kamera usw. finden dort ihren Platz. Beide Teile werden vom Vivaldi-Team gemeinsam mit Rhombus-Tech entworfen.

Was ist der Vorteil dieser Konstruktion? Erstens kann die ins Kernmodul investierte Arbeit (Hardware-Layout plus Treiber) in allen möglichen Gerätetypen wiederverwendet werden. Ein Mediaplayer zum Beispiel braucht weder SIM-Karte noch Kamera, dafür aber viel Massenspeicher. Das fertige Kernmodul läßt sich unverändert auf eine neue Platine setzen, die nur mehr die Steuerung der Festplatten übernimmt.

Zweitens ist das Modul so ausgelegt, daß es sich auch von einem technisch unerfahrenen Enduser stecken läßt. Es handelt sich von der Bauweise her nämlich um die gute alte PCMCIA-Karte, die alte Menschen noch von ihren Laptops kennen und die heute in elektronisch abgewandelter Form als CI-Modul in Sat-TV-Boxen und TV-Geräten steckt. Im Idealfall bedeutet das: neues Modul mit schnellerem Prozessor und mehr Speicher kaufen, Tablet aufschrauben, Module umstecken, Tablet zuschrauben, fertig ist das Upgrade. In der Apple- und Android-Welt muß man dafür ein komplett neues Gerät kaufen. (Obs tatsächlich ganz so einfach wird oder ob dieser Schritt gefinkelten Bastlern vorbehalten bleibt, wird vom Design des Gehäuses abhängen.)

Drittens ist es damit sehr leicht möglich, trotz der wahrscheinlich kleinen Stückzahl auch ausgefallenere Sonderwünsche zu erfüllen. Die vom Vivaldi-Team momentan ins Auge gefaßte Hardware enthält zum Beispiel einen Chip, für den die freien Treiber noch nicht fertiggestellt sind. Einer wahrscheinlich kleine Kundengruppe wäre es wichtig, auf die Performancevorteile dieses Chips zu verzichten, wenn dafür wirklich ausschließlich freie Software zum Einsatz kommen kann. Kein Problem: Das Tablet bleibt, wie es ist. Nur das Kernmodul wird gegen eine „Variante B“ mit dem alternativen Chip ausgetauscht.

Aaron Seigo spricht in diesem Video 20 Minuten lang sehr detailliert über jeden Aspekt des Platinendesigns. Mich hats interessiert, vielleicht geht das nicht jedem so. 😉 Was jedenfalls als „Moral von der Geschicht“ gelten kann: Hätte Vivaldi nicht mit dem ursprünglichen Hardware-Partner Schiffbruch erlitten, wäre das Projekt nicht insgesamt aufgrund der Nichtverfügbarkeit ausreichend freier Hardware ganz knapp vor dem Scheitern gestanden, Aaron und sein Team hätten nie zu dieser innovativen Lösung gefunden. Eine durchaus realistische Hoffnung ist nämlich, daß weitere interessante Hardware-Projekte entstehen, sobald das Kernmodul verfügbar und bestellbar ist.

Naschmarkt :(

Normalerweise mach ich ja um die beiden Brennpunkte des Wiener Bobo-Universums einen großen Bogen. Naschmarkt und Museumsquartier müssen ohne mich existieren.

Heut bin ich irgendwo falsch abgebogen und war mitten drin im Naschmarkt-Gewusel. Nun muß man fairerweise sagen: Dort, wo’s Lebensmittel zu kaufen gibt, ist die Sache ja noch fast erträglich. Da fotografieren halt Japanerinnen jede Erdbeere einzeln ab, während daneben eßgestörte Lehrerinnen von einem verzweifelten türkischen Verkäufer Details aus der Jugend eines bestimmten Gewürzsträußchens erfragen. Soll sein, so ein Verkäufer läßt sich zur Not auch trösten.

Was absolut gar nicht geht ist die Gastro-Szene, die sich dort etabliert hat. Dort wird alles angespült, was Wien an gesellschaftlichem Abschaum zu bieten hat: echte Hipsters (die ich in der Form erstmals in freier Wildbahn gesehen hab; bisher kannte ich die nur als Karikaturen im Web), schick zurechtgestylte Marketingtussen, Zahnarztgattinnen in frischem Schönbrunnergelb, Wannabe-Modeltypen mit Sonnenbrillen und festgeklebten Haarsträhnen, … ein wahres Horrorkabinett. Hedonismus und Selbstdarstellung, Egomanie und Eitelkeit ohne Grenzen. Man ist versucht, aus Asien importiertes Geflügel dort anzufüttern.

Note to self: Nur in einer Gruppe wieder hingehen, zusammen mit Menschen, mit denen man bösartigst über diese Eiterbeulen der Gesellschaft ablästern kann. 😉

Nutella-Diebstahl: Wir sind aufgeflogen

Tja. Auch unser perfektestes Verbrechen fliegt auf, wenn uns ein gewiefter Profiler zu gut kennt und eins und eins zusammenzählt.

Gestern landete eine E-Mail in meinem Postkasterl. Sie enthielt einen Link auf einen Bericht über den doch eher ungewöhnlichen Nutella-Diebstahl in Hessen:

Rund 5000 Kilogramm Nutella haben Diebe im osthessischen Niederaula vom Anhänger eines Lastwagens gestohlen. […] Die Unbekannten hatten das Schloss des abgestellten Containers aufgebrochen und Tausende Gläser der süßen Schokocreme von dem Auflieger geräumt, wie die Polizei in Bad Hersfeld mitteilte. Wert der Beute: Rund 15 000 Euro.

Gleich drunter in der Mail dann:

Warum sagt ihr denn nicht, dass ihr in Deutschland wart??? 🙂

Tja, was soll ich sagen? Aufgeflogen! Die Mail kam natürlich aus Trassenheide, vom detektivischsten Koch der Insel. Der kennt unsere Sucht nach dem klebrigen Zeug (siehe unter anderem dieser Kurzeintrag) und hat messerscharf kombiniert: So einen frechen Coup können nur die coolen Gangsta aus dem Alpenland abgezogen haben. 😉

Ich sag mal: Wenn uns keiner an die Bullen verpfeift, geben wir vielleicht einen Teil der Beute ab. 🙂

Mhmhmhm … Mohnknödel

Es gibt so ein paar Sachen, die der Schwabl viel zu selten auf der Tageskarte hat. Die Mohnknödel gehören dazu. Fluffiger Topfenteig, saftige Mohnfüllung, lockerer Staubzucker drüber … egal was (und wieviel) man vorher gegessen hat, das muß sein. Da stören auch die 15min Wartezeit nicht.

Gentoo: package.keywords aufräumen

Zu den schönsten Dingen im Leben mit Gentoo GNU/Linux gehört der unkomplizierte Umgang mit Programmversionen, die aus irgendwelchen Gründen noch nicht als stabil angesehen werden. Man trägt sie einfach in die Datei

/etc/portage/package.keywords

ein und hat sie schon zur Verfügung. Wenn sie Probleme machen, löscht man sie raus. Ganz einfach.

Zu einfach für Faulpelze wie mich: Was ich mal in die package.keywords geschrieben hab, das wird kaum jemals wieder gelöscht. So ist die Datei bei mir mittlerweile auf über 600 Einträge angewachsen, und das wird hin und wieder zum Problem. Da sind Pakete doppelt drin, einfach in verschiedenen Versionen. Andere Pakete sind schon lang nicht mehr installiert, trotzdem aber noch in der package.keywords. Vor allem aber kommt es natürlich laufend vor, daß die von mir vor Jahren als instabil eingetragenen Testversionen längst im stabilen Zweig von Gentoo gelandet sind und der Eintrag in package.keywords überflüssig ist.

Was macht man, um ein bißchen aufzuräumen? Die Einträge Zeile für Zeile zu überprüfen ist keine gute Idee. Da sucht man sich zum Affen. Gottseidank gibt es das Programm eix bzw. das im gleichen Palet enthaltene Script eix-test-obsolete.

Zuerst führt man den Befehl eix-update aus. Er generiert bzw. aktualisiert eine Datenbank aus dem Portage-Tree. Danach gibt man eix-test-obsolete ein: Damit wird die soeben erzeugte Datenbank mit den am System installierten Paketen verglichen, auch die Dateien in /etc/portage werden mit einbezogen. Was dabei herauskommt sind gegebenenfalls Hinweise auf Pakete, die noch installiert sind, obwohl Gentoo sind nicht mehr unterstützt. Vor allem aber spuckt eix-test-obsolete alle verdächtigen Kandidaten aus package.keywords (und verwandten Dateien wie package.use) aus. Die kann man sich dann gezielt ansehen, eventuell ganz aus der Liste löschen oder gegen eine aktuellere Version austauschen.

Ich machs natürlich nicht regelmäßig, obwohl ichs mir vorgenommen hab. Allerdings muß eix-test-obsolete immer dann aushelfen, wenn beim update eigentümliche Blocks auftreten, die ich mir nicht erklären kann. Die betroffenen Pakete findet man sehr häufig auch in der von eix-test-obsolete generierten Liste … Und dann kommt der Frühjahrsputz. 🙂

Handy-Signatur: Praxiserfahrung

Um die online-Petition „Wiener Linien & Open Data” unterschreiben zu können (Artikel dazu gibts hier), hab ich mir die Bürgerkarte in Form der Handy-Signatur besorgt. Sie gilt als qualifiziertes Zertifikat im Sinne des Signaturgesetzes und soll mir auch andere Behördenwege ersparen helfen: Pensionsantrag, Diebstahlsanzeige, Meldebestätigung, Rechtsmittel im Verwaltungsverfahren, Staatsbürgerschaftsnachweis, Wahlkarten, … Das alles und noch mehr soll ich online erledigen können, ohne Zusatz-Software, ohne Chipkarte, nur mit dem Handy und dem PC.

Wie funktionierts nun in der Praxis?

The Good

Ich wollte die Petition online unterschreiben. Ich konnte die Petition online unterschreiben. Die praktische Anwendung ist simpel: Telefonnummer und Passwort eingeben, auf TAN warten (kommt per SMS), TAN eingeben, fertig.

Der Anmeldevorgang zur Handy-Signatur führt zwar über insgesamt drei völlig unterschiedlich gehaltene Websites, was ernsthafte Zweifel an der Seriosität des Angebots aufkommen läßt. (a-trust verweist auf Handy-Signatur.at, von dort gehts weiter zu Sendstation.at.) Ist man dann aber erst mal bei Sendstation angekommen, verläuft der erste Teil der Registrierung schmerzlos. (Wer die Voraussetzungen für diese Anmeldung per Online-Banking nicht erfüllt, findet auf Handy-Signatur.at genügend Alternativen.) Leider ist das aber nur der erste Teil …

Ach ja, auch noch „good“: Die Handy-Signatur ist gratis.

The Bad

Auch bei der von mir gewählten Online-Anmeldung ist die Handy-Signatur nicht sofort startklar. Als letzter Schritt im Prozess wird nämlich eine PIN per Briefpost an die Meldeadresse geschickt. Wahrscheinlich soll damit sichergestellt werden, daß die Adresse wirklich stimmt. Das ist einerseits frustrierend (wer online registriert, will online bedient werden), funktioniert außerdem aber auch nicht. Ich habe am 25.3. den online-Teil der Registrierung abgeschlossen. Der Brief sollte „innerhalb von 2-3 Werktagen“ bei mir ankommen. Heute, am 3.4., hatte ich ihn im Postkasten: das sind sechs Werktage, mehr als eine Woche. Ausgedruckt wurde er am 28.3., Poststempel trägt er sicherheitshalber gleich keinen. Man sollte also, wenn man die Handy-Signatur beantragt, besser nichts Dringendes damit erledigen wollen.

Bei der Gelegenheit konnte ich übrigens auch gleich den Telefonsupport kennenlernen. Ich hab dort nämlich angerufen, weil ich wissen wollte, ob irgendetwas nachvollziehbar „hängt“ im System. Die Hotline „weiß grundsätzlich nichts“ (das war der erste Satz nach der Schilderung meines Problems), verläßt sich auf hilfreiche Anregungen durch den Neukunden („Könnten Sie vielleicht dies oder jenes nachsehen?“ - „Ah ja, das geht schon.“) und gibt im Brustton der Überzeugung zwei völlig widersprüchliche Informationen zum Status meiner Anmeldung. Daß es sich dabei um eine kostenpflichtige 0900er-Nummer handelt, macht die Sache nicht besser, ist aber eine lustige Zusatzinfo, wenns um meinen Lieblingssatz in diesem Gespräch geht: „Könnten Sie bitte langsamer sprechen?“

The Ugly

Nachdem ich die Petition erfolgreich unterzeichnet hatte, wollte ich noch weitere Standardanwendungen ausprobieren: Den kostenlosen „e-Tresor“ (2GB Cloud-Speicher), das Signieren von PDFs sowie das Überprüfen einer Signatur. Das Login in den e-Tresor schlug fehl, die Anwendung zur Signaturüberprüfung erklärte mir, daß das soeben erst am gleichen Server von mir selbst signierte PDF eine ungültige Signatur mit 0 Bytes aufwies. Das schafft kein Vertrauen in die Infrastruktur. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese mobile Bürgerkarte jetzt verwenden will, um mir meine Behördenschreiben (RSa und RSb) elektronisch zustellen zu lassen. Von einer eGovernment-Lösung hätte ich grundsätzlich erwartet, daß sie funktioniert.

Sommerzeit!

Endlich wieder Sommerzeit! Richtig bewußt geworden ist es mir heute, wie ich zum ersten Mal in diesem Jahr bei Tageslicht in Wien aus dem Zug gestiegen bin. Ein Hoch auf lange, helle Abende! 😉