ESC 2012: Unser Ergebnis

Das war ja wohl der Super-GAU. Schlimmer hätte es kaum kommen können. Ausgerechnet Schweden und Russland führen die Parade an. Das erste echte Lied kommt auf Platz drei: Serbien. Die Top Ten vollgestopft mit Restmüll à la Albanien. Nein, Kinder, so geht das nicht.

Wie es geht zeigt das Abstimmungsergebnis meiner diesmal leider ungewöhnlichen Song-Contest-Party:

Rang Land Song Punkte
    Interpret  
1 Moldau Lăutar 22
    Pasha Parfeny  
2 Frankreich Echo (You and
I)
20
    Anggun  
2 Italien L’Amore È
Femmina
20
    Nina
Zilli
 
2 Serbien Nije Ljubav
Stvar
20
    Željko
Joksimović
 
5 Estland Kuula 19
    Ott
Lepland
 
6 Island Never
Forget
18
    Gréta Salóme &
Jónsi
 
6 Norwegen Stay 18
    Tooji  
8 Spanien Quédate
conmigo
17
    Pastora
Soler
 
8 Irland Waterline 17
    Jedward  
10 Aserbaidschan When The Music
Dies
15
    Sabina
Babayeva
 
11 Litauen Love Is
Blind
14
    Donny
Montell
 
11 Deutschland Standing
Still
14
    Roman Lob  
13 Vereinigtes
Königreich
Love Will Set You
Free
12
    Engelbert
Humperdinck
 
13 Schweden Euphoria 12
    Loreen  
15 Bosnien &
Herzegowina
Korake ti
znam
10
    Maya Sar  
15 Mazedonien Crno i
belo
10
    Kaliopi  
17 Ungarn Sound Of Our
Hearts
7
    Compact
Disco
 
17 Rumänien Zaleilah 7
    Mandinga  
17 Malta This Is The
Night
7
    Kurt
Calleja
 
20 Zypern La la
Love
5
    Ivi
Adamou
 
20 Dänemark Should’ve Known
Better
5
    Soluna
Samay
 
20 Türkei Love Me
Back
5
    Can
Bonomo
 
23 Griechenland Aphrodisiac 4
    Eleftheria
Eleftheriou
 
23 Ukraine Be my
Guest
4
    Gaitana  
25 Albanien Suus 2
    Rona
Nishliu
 
25 Russland Party For
Everybody
2
    Buranovskiye
Babushki
 

Ungewöhnlich deshalb, weil aufgrund kurzfristiger Dazwischenkommenheiten eine vollständige Stimmabgabe nicht bei allen Teilnehmern möglich war. (Bei einigen ist das entschuldigt, anderen werfe ich an dieser Stelle solche Blicke zu. Aber solche!) Da wurden jetzt für manche Länder insgesamt weniger oft abgestimmt als für andere, was kein sauberes Bild macht und die Top 10 verzerrt. Durch ein bißchen Herumrechnen hab ich eine Tabelle hergestellt, die zumindest bei den von allen bewerteten Songs die tatsächlichen Ergebnisse zeigt und dann trotzdem die anderen Beiträge nicht benachteiligt. Es zeigt sich: Die Sieger fanden bei uns keine Gnade.

Egal: Nach dem Song Contest ist vor dem Song Contest. Wann ist die erste nationale Vorausscheidung für 2013?

Song Contest in 8 Minuten

Auf YouTube gibt es einen 8-Minuten-Zusammenschnitt der Proben für die heutige ESC-Finalshow zu sehen. Das ist ein willkommener Überblick über die Songs, die man aus den Semis schon kennt. Außerdem hört man, wie sich die Fixstarter („Big Five“ und Vorjahressieger Aserbaidschan) ins Gesamtbild einfügen: gar nicht so übel. Ich kann mich an kein Jahr erinnern, in dem die Big Five so wie heuer ausnahmslos gute Songs im Wettbewerb hatten. Aserbaidschan setzt auf die bewährten schwedischen Autoren des Siegerliedes von 2011 und bringt wenn schon nicht Umwerfendes, so doch Solides auf die Bühne.

Tut sich bei den Wettquoten etwas? Kaum. Nach wie vor lauten die Favoriten:

  1. Schweden
  2. Russland
  3. Serbien
  4. Italien
  5. Vereinigtes Königreich

Das ist fast die gleiche Reihung wie vor zwei Monaten. Einzige Ausnahme: Dänemark war damals noch auf Platz 3 und ist mittlerweile auf Platz 9 abgerutscht.

Könnte ich mit diesen Favoriten Leben? Mit Serbien sowieso. Engelbert für le Royaume-Uni de Grande-Bretagne et d’Irlande du Nord sowie Nina Zilli für Italien sind nicht 100%ig mein Geschmack, wären aber verdiente Sieger. Das ist schon fein, was die abliefern. Ganz und gar nicht fein finde ich Schweden. Da ist kein bißchen Emotion, keine Dynamik, nichts zum Anhalten in diesem Song. Kurz: Ich summe ihn nicht beim Duschen. Das sagt in diesen Tagen alles. Noch schlimmer find ich aber Russland. Ganz Europa hat sich in die zugegeben süßen Omis verguckt, die unbeholfen auf der Bühne rumwatscheln und Kekse backen. Das tun die abgebrühten Weibsen so raffiniert, daß drei Minuten lang keine Sau auf die Musik hört. Die nämlich klingt noch Ralph-Siegel-hafter als dessen eigene Kompositionen. (Kann sich noch jemand an Wir geben ‘ne Party aus dem Jahr 1994 erinnern? Das russische „Party For Everybody“ ist die abgespeckte Reha-Version davon.) Wie auch immer: Ich will auf gar keinen Fall, daß mein Radiowecker mich mit diesem Lied aus dem Schlaf reißt in der Früh. Bitte macht es weg!

Haben meine persönlichen Lieblinge noch Chancen? Serbien sowieso, siehe oben. Ansonsten seh ich schwarz: Frankreich und Moldau , denen ich den Preis aus tiefstem Herzen gönnen würde, gondeln bei den Quoten so um Platz 20 rum. Das sieht nicht wirklich gut aus. Spanien (auch erst eine Entdeckung der letzten Tage), Irland und Deutschland sind zumindest unter den Top 10. Island und Estland, ebenfalls hoch geschätzt von mir, halten sich auf Mittelposition rund um den 15. Platz. Ungarn ist überhaupt an letzter Stelle - auch so ein Song, den ich eigentlich mittlerweile ganz gut finde.

Auch wenn also mit Schweden und Russland die Gefahr einer ESC-Katastrophe von fast Charlotte Nilsson’schen Ausmaßen besteht, ein positiver Aspekt des heutigen Abends steht jetzt schon fest: Fast 50% des Starterfeld sind Songs, auf die ich mich wirklich freue und denen ich ein gutes Abschneiden wünsche. Das garantiert mir zumindest gute Unterhaltung vor dem bitteren Ende. 🙂

Zu Gast bei Ike und Tina

Normalerweise ist der Höhepunkt der Friesenhof-Gedächtnis-Grillabende eben was vom Grill. Oder das Dessert. Nicht so heute: Ich werde Ike und Tina vorgestellt! Mein Gott sind die süß! Das ist unglaublich. Neun Wochen, wickeln jeden um den Finger… und schlafen dann von jetzt auf gleich wieder ein. Ich komm jetzt öfter! 😉

ESC: Auch das zweite Semi hat funktioniert

Auch das zweite Semifinale hat (mit einigen Unschärfen) seinen Zweck erfüllt und uns eine vogelbefederte Niederländerin, einen clownesken Georgier, desorientierte Weißrussen und einige doch zu verwechselbare Balkan-Balladen im Finale am Samstag erspart.

Auf der anderen Seite sind meine Favoriten (fast) alle wieder mit dabei: Serbien (Željko! Željko! Željko!), Norwegen und ein erst in den letzten Tagen lieb gewonnenes Estland haben die Qualifikation geschafft. Wen vermisse ich? Portugal. Bis vor wenigen Stunden lief deren „Vida Minha“ bei mir noch unter „den nächsten Song, bitte“. Der Live-Auftritt heute hat mich bekehrt. Zu spät, Filipa Sousa fährt heim.

Litauen, Mazedonien und Malta sind OK und werden am Samstag Spaß machen. Bosnien & Herzegowina ist ein bißchen gar langweilig, aber geht noch durch. Etwas aggressiv machen mich mittlerweile die fast identisch klingenden Songs aus der Ukraine und Schweden. Gleiches Schnittmuster, gleiches Buffta, gleiche Einfallslosigkeit. Was solls, Europa gefällts, vor allem diese Schwedin wird ja auch fleißig gekauft von Skandinavien bis Israel. Ebenfalls nicht so ganz mein Fall ist Shooting Star Can Bonomo aus der Türkei, der nun doch auch ins Finale einzieht. Volle drei Minuten lang zu einem Kinderlied zu hampeln, das macht mich kirre.

Absolutes Highlight der Show: Der Party-Auftritt der ESC-Sieger der letzten Jahre, von Dima Bilan bis Ell und Nikki. Es hat unglaublichen Spaß gemacht zuzusehen, wie die ihre Songs nochmal ohne persönlichen Eurovisions-Stress, aber vor einem hysterisch kreischenden Publikum gesungen haben. Tolle Idee! (Auch wenn - oder gerade weil? - Dima Bilan mehr illegale Substanzen in sich hatte, als man in einem Kondom über die Grenze schmuggeln kann. Was immer er beim abschließenden „Waterloo“ gesungen hat, es hatte nichts mit dem ABBA-Song zu tun.)

Jetzt heißts nur mehr meine XML-Datei mit den letzten Daten füttern und ein Voting Sheet fürs Finale erstellen, sobald die Startreihenfolge ausgelost ist. Baku, ich komme! 🙂

ESC: Fluchtsender phoenix

Wieder kommt Baku zu mir ins Wohnzimmer. Wieder muß ich vor den arroganten Kommentaren von Andi Knoll flüchten. Ich entscheide mich für phoenix und halte die Daumen für Serbien.

ESC: Ein Hoch auf das Semifinale!

Wie schön, daß es ein Semifinale gibt. Wie schön auch, daß es funktioniert. Endlose Ödnis-Nummern wurden heute erfolgreich ausgefiltert. Adieu Montenegro, Belgien, Finnland, San Marino … und auch Österreich.

Nur ein einziges Land ist irrtümlich in diesem Filter hängengeblieben, obwohl es den Finaleinzug 100x verdient hätte: Israel. Die hätte ich unbedingt wiedersehen wollen am Samstag. Ansonsten sind meine Favoriten mit dabei: Moldau (Pasha! Pasha! Pasha!), Island und Irland standen für mich ja schon vorher fest. Während der Show wesentlich besser gefallen als im Videoclip haben auch Ungarn und Rumänien. Das hat sich ausgezahlt, beide sind weiter. Paßt.

Wen ich nicht unbedingt gebraucht hätte: Russland (denen wird sogar der Sieg am Samstag zugetraut), Albanien (von Anfang an Liebkind der Fans und Journalisten) und Dänemark (ebenfalls Anwärter auf den ersten Platz). Nicht ganz so schlimm, aber halt auch nicht der Brüller: Griechenland und Zypern mit diesem immer gleichen Happystampf. Aber das gehört offenbar zum Song Contest dazu, diese Art von Klogehnummern gabs immer.

Die Show hat gut begonnen, ich freu mich auf Donnerstag!

ESC: Los geht’s!

Die Nerven liegen blank. Baku kommt ins Wohnzimmer. Allerdings nicht auf ORF 1, sondern auf einsfestival. Für den ORF wird wieder ein völlig überforderter Andi Knoll kommentieren, der üblicherweise wenig über den Contest und die Teilnehmer zu sagen weiß und seine Kommentare auf Kleidung und Bühnenshow beschränkt. Weil er das noch dazu völlig witzlos, arrogant und herablassend tut, soll ers ohne mich machen. 🙂

ESC: Ergebnisse des ersten Semifinales stehen fest

Zu 50% stehen die Ergebnisse der ersten Semifinal-Runde bereits fest: Heute fand die Generalprobe statt, bei der traditionell auch die jeweiligen nationalen Jury-Wertungen eingesammelt werden. Diese machen morgen, während der Live-Show, immerhin 50% der Gesamtpunkte aus, die jedes einzelne Land zu vergeben hat.

Wer sehen möchte, was die Juroren heute beurteilen konnten: Hier die 18 Auftritte im 7-Minuten-Schnelldurchlauf.