Mit Lejla bei Billa

Hach, kann einkaufen schön sein! Billa verwöhnt mich beim Kauf von Kloreinigern und Geschirrspülmittelchen völlig unerwartet mit einem musikalischen Highlight des 21. Jahrhunderts:

Via Radio Max umschmeichelt mich der Beitrag von Bosnien-Herzegowina zum Song Contest 2006: „Lejla“, gesungen von Hari Mata Hari, erreichte im Televoting zwar „nur“ den dritten Platz. Die anschließende Journalisten-Wertung für die beste Komposition ging aber verdientermaßen an Željko Joksimović, der das Lied komponiert hat.

Bei so viel musikalischer Freude hab ich extra zu den teuren Markenprodukten gegriffen, um mich bei Billa zu bedanken. (Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die heute wirklich die Originalversion gespielt haben oder ein Cover: Immerhin gibts auch von Željko Joksimović selbst eine Live-Aufnahme. Wer weiß, wer das Lied sonst noch veröffentlicht hat?)

Anyway: Ich hab die Song-Contest-CD drin und tanze leichtfüßig durch die Wohnung.

Golube, moj golube
nosi joj suze mjesto pjesme
ja odlazim k'o da sam kriv
što voljeh tebe koju ne smijem
Što voljeh tebe
Lejla

Wers mir nachtun will, findet den Song hier zum Runterladen. 😉

Gnome 3.2 in da house – will ich das?

Gestern wars fällig: das Update von Gnome 2.32 auf die aktuelle 3er-Linie in Form von Gnome 3.2. Das Update an sich verlief relativ problemlos; das ist bei einer Distribution wie Gentoo immer wieder erwähnenswert, immerhin muß man sich da ja alles selber compilieren und konfigurieren. Fehler und Inkompatibilitäten sind da fast unvermeidlich.

Der eigentliche Schock ist aber dann das fertige Ergebnis. Gnome 3 ist schon sehr viel anders als andere Desktop-Konzepte. Man versteht, warum Ubuntu hier mit seiner Unity-Oberfläche teilweise andere Wege geht. Zwar war Gnome auch in der Vergangenheit im Verlgeich zu anderen Desktop-Umgebungen von einer starken Simplifizierung geprägt. Die neue Version schlägt aber alles. Erstens gilt so gut wie überall: Für jeden Use Case gibt es genau eine Lösung. Das wars dann. Kein „Jeder nach seinem Geschmack“ mehr. Zweitens: Dieser eine Weg wurde ohne viel Rücksichtnahme auf bekannte Desktop-Konzepte fast auf der grünen Wiese konzipiert. Das mag für die Designer (ich hasse dieses Wort) ein schlüssiges Gesamtkonzept ergeben, erschwert aber zwei Personengruppen die Arbeit mit Gnome: Umsteigern und jenen, die abwechselnd mit Gnome und Windows (oder Ubuntu/OS X …) arbeiten. (Machen diese beiden Gruppen zusammen nicht schon 90% der Benutzer aus?)

Was sticht ins Auge? Alles ist groß, größer, am größten. Schriften, Icons, Fenstertitel, einfach alles. (Die Symbole für Programme und Dokumente sind auf meinem Bildschirm nachgemessene 3x3cm groß!) Der Desktop ist leer. Außer der Uhr, dem Lautstärkeregler und einem Kombi-Button (ausloggen, online Status ändern, Bildschirm sperren …) ist nichts zu sehen. Jede Art von Steuerung findet über eine zusätzliche Ebene („Aktivitäten“) statt. Diese wird eingeblendet, wenn man den Mauszeiger ins linke obere Eck schiebt. „Aktivitäten“ ist die all-in-one Zentrale für das Starten von Programmen, das Suchen (Dokumente, Kontakte, Internetinhalte - wieder all-in-one), das Umschalten zwischen geöffneten Fenstern, das Handling von virtual Desktops usw. usw.

Optisch sieht das alles recht nett aus. Die Handhabung wird natürlich erschwert. Früher reichte fürs Umschalten von Firefox auf Evolution einfach ein Klick auf das Evolution-Symbol in der unteren Bildschirmleiste. Jetzt muß man in die Aktivitäten-Ebene und dort das Fenster Evolution aktivieren. Mindestens ein Arbeitsschritt mehr - je nachdem, auf welchem der virtuellen Desktops Evolution gerade liegt, können es auch mehr werden. Das ist die Konsequenz aus dem Wunsch nach einem „schlüssigen Gesamtkonzept“. Da heißt es eben: Fenstermanagement über die Aktivitäten-Ebene. Na gut, soll sein.

Ebenfalls Teil des „schlüssigen Gesamtkonzepts“ ist die Feststellung, daß das Herunterfahren und Abschalten eines Rechners in Zeiten von Laptops und raffiniertem Power-Management nicht mehr nötig ist. Der Use Case „Ich beende meine Arbeit und benötige den Rechner nicht mehr“ wird daher mit dem Standby-Modus erfüllt. Ernsthaft. Einen Button oder Menüpunkt zum Herunterfahren und Abschalten gibt es nicht mehr. (Per Trick gehts doch: Hält man die Alt-Taste gedrückt, wird aus dem Menüpunkt „Bereitschaft“ gottseidank „Abschalten“. Nur weiß das eben kaum wer …)

Mal sehen, wie ich mich in den nächsten Tagen und Wochen mit dem Ding anfreunde. „Unity oder Gnome Shell“ ist ja mittlerweile als Glaubenskrieg fast noch heftiger als „KDE oder Gnome“. 😉

Wer sich ein Bild machen will: Eine grobe Übersicht bietet das Gnome-Projekt selbst. Ein paar offizielle Videos zu speziellen Anwendungsfällen gibts ebenfalls. Detaillierter zur Sache gehts auf derstandard.at, wo Andreas Proschofsky für die Vorgängerversion 3.0 einen ausführlichen Artikel samt Ansichtssache veröffentlicht hat.

Eigene Shortcuts im N9 Startmenü

Angedeutet hab ichs ja schon, jetzt aber geht’s richtig los: personalisierte Shortcuts am N9 und was man damit anstellen kann. Charmanter Use Case: Die Telefonnummer eines Freundes soll direkt als „Programm“ angewählt werden können. Das Foto zur Nummer wird dabei als Programm-Icon verwendet. Als Zugabe soll die Nummer auch gewählt werden, wenn eine defnierte Geste am Touchscreen ausgeführt wird.

Simple: contactLaunch

Vorab: Wers einfach nur simpel haben will, ohne zu wissen, was er tut: contactLaunch ist ein guter Start. Das Programm listet alle Personen aus dem Telefonbuch auf und erlaubt es, einzelne Einträge ins Programm-Menü zu übertragen. Nachteil: Das Antippen des Symbols führt zur Kontakt-Karte mit allen Nummern, nicht direkt auf eine bestimmte Rufnummer. Außerdem landen die Fotos der Personen nicht im N9-typischen Squircle-Look in der Liste, sondern als ganz gewöhnliche Quadrate. Auch mit Gestensteuerung tut sich hier zunächst nichts. Wen das alles nicht stört, der ist mit dem € 0,90-Programm gut bedient.

Der Trick mit dem Link

Im Ergebnis ähnlich wie contactLaunch, aber zu Fuß erstellt und daher mit dem größeren Lerneffekt: die Link-Methode. Man lernt ja immer am besten, wenn man sich fertige Beispiele ansieht. Daher sehen wir uns an, was Nokia macht, wenn das N9 vom Browser aus ein Lesezeichen im Programm-Menü ablegt:

So ein Lesezeichen findet sich im Ordner /home/user/.local/share/applications/ und hat einen Dateinamen, der mit „browser-“ beginnt und mit „.desktop“ endet. (Der Rest ist eine zufällige Zeichenkette, die keinen Rückschluß auf den Inhalt des Lesezeichens zuläßt.) Wenn man diese *.desktop-Datei in einem normalen Texteditor öffnet, sieht man:

[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Type=Link
Name=Oskar
URL=http://oskar.twoday.net/
Icon=/home/user/.grob/l/1ec5e39376dfe03e9283bfd2506860f7-0.png

Dabei ist „Name=“ die Zeile, die angibt, was unter dem Icon stehen soll. „Icon=“ bestimmt, welches Symbol für den Link angezeigt wird - wieder ein seltsamer Dateiname, den der Browser beim Erzeugen des Lesezeichens angegeben hat. „URL=“ scheint klar: Diese Adresse wird aufgerufen, wenn man drauftippt. Nur: In dieser Zeile können nicht nur Adressen stehen, die mit „http:“ beginnen und daher ins WWW führen. Hier beschreibt Nokia, welche Typen sonst noch zulässig sind und wie das N9 damit umgeht. Unter anderem findet man die Möglichkeit, statt „http:“ einfach „tel:“ mit einer Telefonnummer zu schreiben. Das N9 zeigt dann eine Kontaktkarte an (ähnlich also wie bei contactLaunch), aus der man den Telefonanruf starten kann.

Ein zu diesem Zweck angepaßter *.desktop-Eintrag könnte so aussehen:

[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Type=Link
Name=A1 Serviceteam
URL=tel:0800664100
Icon=/home/user/.local/share/pixmaps/a1logo.png

Aufmerksame Nasen haben hier bemerkt: Ich habe auch die Zeile für das Icon angepaßt. Wichtig zu wissen ist: Es kann dort jedes Bild verwendet werden. Wer aber extra ein hübsches Icon erzeugt hat (z.B. mit meinem Iconmaker *g*) und es sauber ablegen möchte, dem sei der Pfad /home/user/.local/share/pixmaps/ dafür ans Herz gelegt. Den Ordner pixmaps unterhalb von /home/user/.local/share/ muß man zwar erst manuell anlegen, aber irgendwie paßts dann am besten: Nokia hat ja weder die Ordner-Struktur mit Namen wie „~/.local/share/“ noch das Format der *.desktop-Files selbst erfunden. Das alles sind gut eingeführte Spezifikationen, denen mittlerweile fast alle GNU/Linux-Systeme folgen. Ein Unterordner pixmaps für eigene Icons paßt da gut rein.

Per Link-Methode erreicht man im Grunde also das gleiche wie mit contactLaunch - nur der Aufwand ist wesentlich höher. Wird dieser Aufwand auch irgendwann belohnt? Eh klar. 😉

Die Krönung: ein Script

Schon hier hab ich beschrieben, wie man das Telefon-UI mit einer bestimmten Nummer aufrufen kann. Genau das ist es, was ich will: einmal von einem Icon im Programm-Menü aus, einmal per Gestensteuerung. Außerdem nicht auf eine Nummer beschränkt, sondern auf mehrere.

Wie immer, wenn man die gleiche Funktion mehrfach ansteuern möchte, schreibt man ein Script. In meinem Fall sieht das so aus:

#! /bin/sh

/usr/bin/qdbus com.nokia.telephony.callhistory /callhistory com.nokia.telephony.callhistory.dialer "$1"

exit

Abgelegt wird dieses Script unter dem Namen callnumber.sh im Ordner /home/user/.local/bin (auch „bin“ muß man zuerst erstellen). Danach mit chmod u+x ausführbar machen und ausprobieren:

Die Eingabe von „./callnumber.sh 0800664100“ direkt im oben genannten Verzeichnis sollte die Telefontastatur das N9 auf den Bildschirm bringen. Die Nummer 0800664100 müßte bereits „eingetippt“ sein, sodaß man nach einem Kontrollblick nur mehr auf den grünen Hörer tappsen muß. So weit, so gut. Jetzt aber ins Programm-Menü damit

Am besten kopiert man das zuvor verwendete *.desktop-File und gibt ihm einen neuen Namen, z.B. „dialA1.desktop“. Eigentlich ist der Name egal, die Endung „.desktop“ ist wichtig. Danach ändert man die neue Datei wie folgt ab:

[Desktop Entry]
Version=1.0
Type=Application
Name=A1 Serviceteam
Comment=Contact
Exec=/home/user/.local/bin/callnumber.sh 0800664100
Icon=/home/user/.local/share/pixmaps/a1logo.png

Viel geändert hat sich gar nicht. Wichtig ist: Statt „Type=Link“ steht jetzt „Type=Application“ dort. Folgerichtig gibt es auch keine „URL=“-Angabe mehr für ein Link-Ziel. Diese Zeile wird ersetzt durch die Angabe des Programms, das gestartet werden soll. Die entsprechende Zeile beginnt mit „Exec=“. Easy.

Gestensteuerung

Eigentlich wäre der Zauber jetzt zu Ende, wenn da nicht noch die Gestensteuerung zu implementieren wäre. Zu diesem Zweck brauchts das Programm MyMoves aus dem Nokia Store. Leider kann MyMoves eigentlich nur wirklich installierte Programme steuern; selbst gebastelte Scripts übersieht es beim Auflisten der möglichen Aktionen. Macht aber nichts. Wo ein Konfigurationsfile ist, ist ein Workaround:

MyMoves starten und die Geste auswählen, mit der man die Telefonnummer wählen möchte. Dieser Geste dann irgendein Programm zuordnen, das man nicht per Geste starten will. (Es wird gleich klar warum.) Danach: MyMoves schließen und vergessen. 😉

Das Herz der Gestensteuerung ist die Datei /home/user/.config/mymoves.conf, die sich gottseidank ebenfalls mit einem ganz einfachen Texteditor bearbeiten läßt. Sobald man sie geöffnet hat, sucht man die Zeile mit dem Programmnamen, den man zuvor mit der gewünschten Geste verknüpft hat. Ich habe der Geste „mit zwei Fingern von links unten nach rechts oben“ den Notizblock zugeordnet. Also finde ich in mymoves.conf:

d12###Notes###/usr/bin/invoker --wait-term --delay=10 --type=m /usr/bin/notes -showWindow %U

Ab hier heißt es wieder: Aus bestehenden Vorlagen lernen. „Notes“ ist offenbar nur die Bezeichnung, die im UI zur Geste angezeigt wird. Alles nach dem letzten ###-Block ist das Kommando, das ausgeführt wird. Na dann! Die Zeile wird geändert auf:

d12###A1 Serviceteam###/home/user/.local/bin/callnumber.sh 0800664100

Konfigurationsdatei speichern, MyMoves neu starten - und schon ermöglicht die magische Geste den gewünschten Anruf, egal wo am N9 man sich gerade befindet.

Die schlechte Nachricht zum Schluß

Zwar zeigt das N9 die neu erstellten *.desktop-Files genau so an, wie es das nach der Spezifikation tun sollte. Sicherheitshalber läßt es aber (zumindest bei den meisten der hier gezeigten Varianten) das Löschen der Icons direkt in der Launcher-Ansicht nicht zu. Offenbar hat Maemo/Harmattan hier Angst, daß ein echtes Programm nicht mehr funktioniert, weil man irrtümlich sein Icon löscht. Das heißt: Wenn man ein solches Icon wieder los werden will, gibt es keinen anderen Weg, als die dazugehörige *.desktop-Datei aus /home/user/.local/share/applications/ zu löschen. (Achtung: Das Löschen der Grafik-Datei, die zur Darstellung des icons verwendet wird, bringt gar nichts. In diesem Fall zeichnet das N9 einfach ein einfärbig grünes Icon hin.)

Nudelknudel und Blut

Muß auch mal sein: Seit Jahren kursieren ja schlimmste Gerüchte (und vor allem: die wildesten Rezeptverzerrungen) im Netz über das klassische Nudelknudel (aka Genökenfnöken). Dem muß Einhalt geboten werden. Daher: Starköche einladen und ihnen zeigen, wie der Hase läuft. 😉

So geschehen heute. Wolfi, Raini und Amy wurden mit Bio-Gemüse, eben diesem Nudelknudel und selbstgebackenen Kuchenvariationen verköstigt. So nebenbei wurden Quicklinks am N9 angelegt. Das schnelle Script zum Erstellen von Icons war da gleich wieder hilfreich.

Auch wenn der Abend freundlich und nett begonnen hat: geendet hat er mit Schnaps, irrem Gekicher (Stichwort: scheiß Zopf) und schließlich Blut! Tja, Kinder, von wegen gesetzt und gemütlich. Alt und durchgeknallt! 😉

Command Line Iconmaker für Nokia N9/N950

Icons für Programme/Lesezeichen/… am Nokia N9 (bzw. N950) zu erstellen ist eine eher fizzelige Angelegenheit - zumindest dann, wenn man es „the Nokia way“ macht. Die Herrschaften aus Finnland schlagen nämlich vor, die typischen „Squircles“ mit Monstrositäten wie Inkscape, Adobe Illustrator, Photoshop oder Gimp händisch zu erstellen. Das hab ich zwar schon mal gemacht, es ist aber eine mühsame Herumklickerei. Vor allem muß man für jedes Icon die gleichen Schritte im GUI wiederholen. Wofür soll das gut sein?

Ich hab mir überlegt, wie alles schneller gehen könnte und bin auf meinen alten Freund ImageMagick gestoßen. Dieses Programmpaket erlaubt (dzt. leider nur am Desktop, nicht am N9 selbst) das Manipulieren von Bildern auf der Kommandozeile - und damit auch in Shell Scripts. Genau das, was ich wollte: Script aufrufen, Originalbild als Parameter übergeben und fertiges Icon („Squircle“) rausbekommen.

Eine vorläufige Version des Scripts hab ich hier mal gemeinsam mit den notwendigen Masken und Ebenen aus dem Nokia-Beispiel abgelegt:

N9_Iconmaker (gz)

Was macht das Ding? Es zwingt zunächst die Originaldatei auf 80×80 Pixel, ohne Berücksichtigung des Seitenverhältnisses. Das kann grausame Resultate liefern, also sollte das Ausgangsmaterial entweder schon in der richtigen Größe oder zumindest im Seitenverhältnis 1:1 vorliegen. Danach wendet es die Datei mask.png als Maske an. Damit wird die Squircle-Form erreicht.

Nun kommt die Datei overlay.png an die Reihe, die als zusätzliche Ebene mit der Methode „-compose overlay“ drübergelegt wird. Sie erzeugt den typischen vertikalen Helligkeitsverlauf. (Der kommt zwar nicht wirklich zur Geltung, wenn das Ausgangsmaterial einfach nur ein Foto ist; bei echten Icons mit einfärbigem Hintergrund wirkts aber nett.)

Als letzter Effekt wird die in highlight.png enthaltene Betonung des Randbereiches mit „-compose screen“ angewendet. Das Ergebnis findet sich mit dem Namen N9Icon.png im aktuellen Arbeitsverzeichnis.

Wozu hab ich das alles gebraucht? Im Nokia Store wird das Programm contactLaunch angeboten, mit dem man einzelne Einträge aus dem Telefonbuch direkt als Programm-Icon ablegen kann. Leider hat das Programm einen Schönheitsfehler und zeigt die Fotos der jeweiligen Personen als dröge Quadrate an, die so gar nicht zum Rest des Menüs passen wollen. Ich habe also die entsprechenden *.desktop-Files in ~/.local/share/applications (sie beginnen alle mit „contact“) so verändert, daß sie ein von mir selbst gestaltetes Icon zeigen. Tja. Und dafür wollte ich nicht jedes einzelne Foto bearbeiten. As simple as that. 😉

Wellnessurlaub auf der Polizeiinspektion

Für alle, die’s noch nicht mitbekommen haben: Ich hab ja derzeit Urlaub. Kein wirklicher Urlaub mit Erholungswert allerdings, leider. Vielmehr sinds ein paar arbeitsfreie Tage, in denen längst überfällige Behördenwege, Arztbesuche und Besorgungen erledigt werden.

Erwähnenswert am heutigen Tag war der Besuch beim „Freund und Helfer“ in Uniform. Die Polizeiinspektion meines Vertrauens (gleich schräg gegenüber, genau genommen) erweist sich als Hort freundlichen Respekts und wohltuenden Entgegenkommens. Man geht rein und wird behandelt, als würde man € 420,- die Stunde für eine exotische Wellness-Behandlung von einer unaussprechlichen Pazifik-Insel bezahlen. Dabei hab ich grad mal € 4,20 wegen der Verlustanzeige abgelegt … und von denen hatte der in elegantem dunkelblau gehaltene Personal Wellness Coach hinter dem Monitor auch nix. (Man käm sich ja doch irgendwie komisch vor, einem ausgewachsenen Herrn Inschpekta den fünf-Euro-Schein mit einem verschwörerischen „Stimmt schon so“ zuzuschieben. *LOL*)

Hätten die mir dort unaufgefordert Sekt und Brötchen hingestellt während der Be(amts)handlung - es hätt mich gar nicht mehr weiter verwundert. In den angeblich so kundenorientierten, weil ja privaten Geschäften im Einkaufzentrum daneben ist man in der Regel bei weitem nicht so hilfreich. Dabei kann dort der Arbeitsplatz des Verkaufspersonals ja tatsächlich von einem gewissen Mindestmaß an Freundlichkeit abhängen.

Wobei: Wieso wunder ich mich drüber, daß man grad in der Polizeiinspektion so zuvorkommend behandelt wird? Lese ich zu viel dasfaschblatt.at? Wenn man da ein paar Tage lang im Panorama-Teil rumschmökert, erwartet man ja in jeder Uniform ein prügelndes Monstrum. Könnte es sein, daß da im rosa Waschzettl einfach nur billigste Hetzpropaganda verbreitet wird? Wär ja nicht das erste Mal. *grümmél*

(Andererseits: Später am Tag war ich noch beim Verkehrsamt. Auch die gehören ja zur Polizei. Da hab ichs zum ersten Mal seit langem erlebt, daß mich jemand kein einziges Mal auch nur angesehen hat, während er mit mir spricht. Wobei „sprechen“ jetzt irgendwie ein Euphemismus ist, wenn ich an die konkrete Situation denke …)

Anyway: Thanks für die paar Augenblicke Sonnenschein an diesem trüben und hektischen Tag.

Servus Peter – Oh là là Mireille!

Hand aufs Herz: Wer hat zuletzt erlebt, wie 500 Menschen sich lachend, pfeifend, klatschend und (vor allem!) laut singend in Liedern von Mireille Mathieu, Peter Alexander, Roy Black und Heintje verloren haben?

Gelegenheit dazu gibts bis einschließlich Samstag, den 26.11., im Wiener Metropol. Die Geschwister Pfister - genauer gesagt: Toni und Ursli - bringen unter dem Titel „Servus Peter - Oh la la Mireille!“ die große Peter Alexander Show auf die Bühne. Mit Augenzwinkern und frischem Wind, ja, aber ohne sich auf Kosten der Stars des frühen Farbfernsehens lustig zu machen. Ich hab mich heute von Erik und Vinzent in … wie soll ich sagen? … in die Wohnung meiner Oma führen lassen. Gute 2 Stunden saß ich gebannt da und durfte sogar Anneliese Rothenberger noch einmal erleben. Nie war sie so symmetrisch wie heute!

Der wahre Star des Abends aber war, wie zu Beginn erwähnt, das Publikum. Es ist einfach unglaublich. Man muß es gesehen haben: Da singen 20jährige und 60jährige aus voller Kehle mit, nichts ist denen fremd: das „Weiße Rössl“ rauf und runter, das „kleine Beisl“, „Akropolis Adieu“ … Zum Kreischen (im wahrsten Sinne des Wortes - im ganzen Saal!): Ursli, das Schlitzohr, bringt sogar „sein“ Blue Bayou aus dem Programm „Party heut Nacht“ aus dem Jahr 1998 unter. Geschwindelt? Kein bißchen: Auch Mireille Mathieu hat zu diesem Song ihr Haupthaar geschüttelt. Der Videobeweis ist hier auf YouTube.

Empfehlung: Sehenswert, aber wahrscheinlich ausverkauft. Wer nicht mehr schafft, sieht hier einen kurzen Trailer zur Show.

N9: Telefon-UI von der Kommandozeile ansteuern

Aus der Reihe „Note to self“, nur damit ichs nicht vergesse:

Von der Kommandozeile aus läßt sich das Telefon-UI des N9 mit einer als Parameter übergebenen Rufnummer wie folgt aufrufen:

qdbus \
com.nokia.telephony.callhistory \
/callhistory com.nokia.telephony.callhistory.dialer \
+43123456

Im Detail beschrieben wird das hier.

Wozu das gut ist? Die Kommandozeile könnte Teil eines *.desktop-Eintrags werden und es erlauben, Telefonnummern als Shortcuts in der Programmliste abzulegen. Noch feiner: Mit der systemweiten Gestensteuerung MyMoves muß sich da doch auch was machen lassen. Zwar erlaubt das UI dieses Programms derzeit nur die Zuordnung von Programmen zu Gesten, aber auch hier gibt es eine Konfigurationsdatei (/home/user/.config/mymoves.conf), die man anpassen kann … denk ich mal. 😉

Wie war das noch in der Fernsehwerbung? Herzen zeichnen am Touch Screen, um im Büro anzurufen oder so … *LOL*

Radio Austria revisited (feat. Liptauer)

Ah! Wieder ein Ausflug in die berufliche Vergangenheit:

Ex-Chefs und Kollegen versammelten sich um Chips, Liptauer und Grammelschmalz, um mit viel Freude und auffallend guter Laune die aktuellen beruflichen Herausforderungen zu diskutieren. Der Anlaß war gar nicht so lustig (für uns Gäste zumindest): Gleich zwei der „alten Hasen“ verabschiedeten sich endgültig von uns und werden sich wohl nur mehr blicken lassen, wenn der Freizeitstress es zuläßt. Naja, es sei ihnen vergönnt. 😉

Schön wars! Ich kann mich an Zeiten erinnern, da reichte als Anlaß für solche netten Brötchenbuffets ein Geburtstag eines Kollegen. Jetzt gibts das nur mehr bei „natürlicher Fluktuation“.

Symbian forever? Carla und Donna am Horizont

Es scheint, als ob das Ende der Smartphone-Ära doch noch nicht so schnell hereinbrechen würde. Irgendwie hat man bei Nokia offenbar Angst vor der eigenen Courage (heißt: vor Windows Phone) bekommen und dehnt die Lebenszeit von Symbian immer weiter aus.

Heute erschien auf My Nokia Blog das verschwommene Bild einer Nokia-Präsentation, auf der als Nachfolger des aktuellen Symbian Belle die Versionen Carla und Donna genannt werden. Verschiedene Quellen ordnen die beiden Symbian-Updates in den Zeitraum von Anfang 2012 bis Anfang 2013 ein. Mindestens eine der beiden Damen ist aufgrund der Hardware-Anforderungen an eine neue Geräte-Generation gebunden. Heißt für mich: Ich kann mir 2013 noch ein Smartphone kaufen und es bis 2014, vielleicht 2015 benutzen … Und was nachher ist, kann heute eh keiner vorhersagen.

Verglichen mit den ursprünglichen Ankündigungen von 2/11 ist das eine ganze Menge. Damals wurde ja der Eindruck erweckt, Symbian sei ab sofort im Wartungsmodus und würde nur mehr bis 2012 eine Rolle spielen. Einige Monate später dann (interessanterweise erst nach der verbindlichen Unterzeichnung des Microsoft-Nokia-Vertrags) kam die „Erweiterung“ von 2012 auf 2016 - mindestens so lang würde Nokia Symbian unterstützen, hieß es. Für mich klang das immer noch mehr nach „Wir nehmen Geräte zur Reparatur entgegen“ als nach „Wir programmieren eine neue Version des Betriebssystems“. Je mehr Zeit aber vergeht, je mehr kleine Ankündigungen und Gerüchte durchs Web wandern, desto lebendiger und bunter scheint die Zukunft für das derzeit einzige Smartphone-Betriebssystem am Markt.

Es gibt ein kleines Detail an der von Mr. Flop genannten Jahreszahl 2016 (als Mindestlebenszeit für Symbian), das ich besonders interessant finde: Warum sollte Symbian gerade mindestens bis 2016 am Leben erhalten werden? Warum nicht bis 2015, 2017, 2020? Zufälligerweise läuft der Vertrag mit Microsoft bis 2016. (Zumindest wurde er in mehreren Artikeln anläßlich seiner Unterzeichnung als 5-Jahres-Vertrag bezeichnet.) Heißt: Symbian soll zumindest so lange (über)leben, wie die vertragliche Bindung an Microsoft dauert. Man könnt ja jetzt auf die Idee kommen, daß sich anschließend jemand in Finnland überlegt, wie man weiter tut … Forever?