Das große Finale

Langsam aber sicher neigen sich die großen Geburtstagsfestspiele dem Ende zu: Eine Torte gabs noch gestern, heute war Powershopping angesagt (anderer Leute Kreditkarten gehören zum Schönsten auf der Welt). Mit etwas Phantasie lassen sich auch noch die für heute angekündigten Marillenknödel ins Festivalprogramm einreihen. Dann ist aber Schluß: Wer mir bis heute nicht gratuliert hat, hat seine Chance verpaßt. 😉

Und weiter gehts

Na wer sagts denn: Weiter wird gefeiert. Packerl gibts diesmal in Linz. Peinlich fast: In einem davon verbirgt sich ein Festnetztelefon mit Schnurlosteil von (Trommelwirbel) Emporia. Tatsächlich wollte ich das so. Das Emporia D32 ABT ist das einzige Gerät, das ich gefunden hab, bei dem nicht nur Nummer, sondern auch Name des Anrufers angezeigt wird. (Seltsam eigentlich: Vor ein paar Jahren war das fast schon selbstverständlich. Wie bei Handys geht auch hier die technische Entwicklung im Rückwärtsgang.)
War das das Ende der Feierlichkeiten? Nein. Da kommt noch was. 😉
Einstweilen spiel ich mich mit dem süßen Hundsi rum. So lieb! Sie hat die Zucchini gefressen, die für die Suppe gedacht war! 🙂

Nokia N9: Das GNU/Linux Feature Phone

User zdanee auf t.m.o. schreibt über das N9:

N9 can be the slut girl of the […] family who runs with the cool guys and puts her legs apart to them

Tatsächlich: In der elitären Maemo-Familie ist das soeben vorgestellte N9 das billige Flittchen. Es soll die Massen anlocken … und tut offenbar genau das. Sogar amerikanische Sites wie engadget, die sonst eher im unteren Marktsegment zuhause sind und iPhone-Gerüchte besprechen, widmen dem neuen Gerät Lobeshymnen (im Fall von engadget sogar ein eigenes Editorial).

Taugt das Telefon mit Maemo 6 wirklich was? Ganz objektiv lassen sich zwei Dinge sagen:

  1. Ich kanns nicht beurteilen, weil ichs noch nicht verwendet habe.
  2. Es muß jedenfalls den Vorgänger N900 und das (laut Namensschema) bisher leistungsstärkste Modell, das N8, übertreffen.

Zumindest Punkt zwei läßt sich aus der Ferne anhand der vorliegenden Informationen überprüfen. Mal sehen, was wir wissen:

Feature N9 N8 N900
Prozessor ARM Cortex A8 1GHz ARM 11 680MHz ARM Cortex A8 600MHz
RAM 1 GB 256 MB 256 MB
Massenspeicher 16GB oder 64GB 16GB 32GB
Bildschirm 3,9″, 854×480 3,5″, 360 x 640 3,5″, 800 x 480
Kamera 8MP 12MP 5MP
SD-Karte
USB On The Go
Tastatur
HDMI Out
NFC
UKW Empfänger
UKW Sender
Infrarot Fernbedienung
Desktop-Widgets
Kamera-Auslöser (Hardware)
Stereo-Lautsprecher
Zwei Mikrophone
Zugänglicher Akku
Flash Support im Browser
Programme in Foldern organisieren
Kompaß
3G Video Calls

Das sieht nicht wirklich gut aus für das N9. In manchen Punkten wird es vom S40-basierenden Nokia C3, ja teilweise sogar vom iPhone übertroffen. Was ist es also, was das überwiegend positive Echo in den wenig Technik-affinen Medien wie engadget auslöst? Der Bildschirm ist gewölbt und man kann drüberwischen. Außerdem empfinden viele Menschen das Telefon als „schön“. Das ist bei einem Gerät, das in der Hosentasche lebt, offenbar besonders wichtig (und tröstlich, wenn man die auf der SD-Karte des Fotoapparats befindlichen Fotos nicht zum Weiterbearbeiten und Verschicken draufbekommt).

Wie schon früher erwähnt: Ich mecker hier jetzt affig rum, werde aber jeden Preis zahlen, den Nokia dafür verlangt. Immerhin ist es das einzige Telefon am Markt, das wirklich mit GNU/Linux als Betriebssystem läuft. Für viele der Anwendungsfälle, die ich bisher mit meinem N900 (oder sogar mit dem C7) erledigt habe, muß ich mir aber dann eine andere Lösung einfallen lassen.

Wer Lust und Laune hat, sich ein eigenes Bild zu machen, hier gibts ein paar handverlesene Links dazu:

Die Zukunft von Qt scheint gesichert

Mit dem Entwicklerframework Qt war das ja so eine Sache bei Nokia:

Zuerst wurde es hochgelobt und bildete den zentralen Bestandteil der Smartphone-Strategie, die Brücke zwischen Symbian und Maemo/MeeGo. Damals hab ich selbst mir die ersten Qt-Kenntnisse angeeignet, denn: Meine Programme laufen damit nicht nur auf S60 und Maemo, sondern auch am Desktop unter Windows und GNU/Linux.

Wie Stephen Flop dann am 11. Februar genau diese Strategie über den Haufen geworfen (und damit de facto Nokia versenkt) hat, wußte niemand so recht, wie es mit Qt weiter gehen würde. Auf Windows Phone, das weiß man sicher, wird es niemals zum Einsatz kommen. Ja, natürlich, deutlich über 100 Millionen Symbian-Geräte sollten noch auf den Markt gebracht werden, dazu ein Maemo/MeeGo-Modell … Trotzdem, das war alles mit einem Ablaufdatum versehen. Lohnte es sich, in Qt zu investieren?

Marco Argenti sagte heute auf der Nokia Connection 2011: Ja! Denn Nokia wird Qt auch auf die günstigeren Featurephones bringen. Diesbezügliche Gerüchte hats schon einmal gegeben, bisher schien es aber sehr unwahrscheinlich.

Auch im Qt-Blog wird die Nachricht mittlerweile bestätigt. Auffällig ist, daß man zwar von Qt in Zusammenhang von der „nächsten Milliarde“ spricht (eine Wendung, die bei Nokia immer S30- und S40-Geräte bezeichnet), daß die exakte Formulierung „Qt auf S40-Geräten“ aber nicht verwendet wird. Da ist wohl was im Busch. Vielleicht heißt S40 einfach nur irgendwann nicht mehr S40. Vielleicht schiebt man aber ein weiteres Segment zwischen S40 und Windows Phone ein.

Wie auch immer: Großes Aufatmen bei Entwicklern, die sich extra für Nokia-Telefone auf Qt eingelassen haben. Sie sind nicht länger Teil des Symbian-Begräbnisses, sondern können weiterhin auf die aktive Weiterentwicklung der Plattform und auf die Erschließung neuer Märkte setzen. (Ein interessanter Gedanke dazu aus dem Netz: Sollten mit der „nächsten Milliarde“ tatsächlich S40-Geräte, vielleicht sogar existierende S40-Geräte gemeint sein, dann wird S40 für Entwickler mobiler Applikationen mit einem Schlag und über Nacht zur attraktivsten, weil mengenmäßig bei weitem größten Plattform.)

In Summe ist das die aufgregendste Botschaft von der Nokia Connection 2011. Das N9 war ja eher ein Reinfall.

Nokia N9: Erste Pressebilder

Um kaum ein Gerät hat man jeweils bis zuletzt so viel Verwirrung erlebt wie um das N9/N950/… von Nokia, das nun angeblich morgen (bzw. heute Nacht) offiziell angekündigt werden soll. Pocketnow.com behauptet nun, erste Pressefotos des Gerätes zugespielt bekommen zu haben. Sie scheinen die letzten Gerüchte zu bestätigen:

Es handelt sich offenbar nicht um die gleiche Hardware, die im berühmten YouTube-Video zu sehen war und mich vor etwa einem Monat in so große Aufregung versetzt hat. Das Betriebssystem allerdings soll das gleiche sein: Maemo 6, weitgehend kompatibel zu, aber nicht ident mit MeeGo.

Im Vergleich zum mittlerweile legendären N900 hat Nokia - so der derzeitige Informationsstand, den diese Bilder oberflächlich bestätigen - deutliche Abstriche gemacht: Es gibt kein Hardware-Keyboard mehr, keine Stereo-Lautsprecher, keinen resistiven Touchscreen, keine frei konfigurierbaren Homescreens, keine SD-Karte, keinen frei zugänglichen Akku, … Offenbar zielt man diesmal weniger auf das obere Marktsegment, sondern will der etwas anspruchsloseren Masse etwas zum Spielen bieten.

Bin ich enttäuscht? Ein bißchen. Werde ich mir das Teil zulegen? In der ersten Minute, in ders erhältlich ist! 😉 Ich brauch einfach ein auf GNU/Linux basierendes Handy. Da gibt es nun mal derzeit zu Maemo/MeeGo keine Alternative, so ehrlich muß man sein. Außerdem sollen die Finnen ja irgendwas Magisches in den Touchscreen eingebaut haben (man kann angeblich die Bedienelemente darauf fühlen), also will ich schon allein deswegen daran rumspielen. *gg*

Bääärig

Weiter gehts: Gestern gabs Päckchen mit Schaumrolle, heute Geburtstagstorte (Bärenmarke) mit Kakao. Lovin’ it! 🙂

(Dem armen Tier gingen die Ohren ab. Die mußten vor dem Servieren wieder angeklebt werden. Wassn Drama! Dafür wurde er von unten nach oben aufgegessen. *gg*)

Plachutta

Und weiter geht’s: Plachutta kümmert sich ums Abendessen. Gut macht er das. Man ist ja auch mit den einfachen Dingen zufrieden, wenn sie fein zubereitet sind. *anspruchslos guck* 🙂

Hernals: Der männlich kodierte Raum

Vor einiger Zeit haben Lausbuben den Alszauberbrunnen am Elterleinplatz verunstaltet, an dem ich fast täglich vorbeigehe. Dachte ich wenigstens. Stutzig wurde ich, nachdem ich nach einigen Tagen feststellen mußte: Die MA48 hat die Fetzen dort immer noch nicht weggeräumt. Ganz im Gegenteil: Rundherum lagert sich immer neuer Abfall ab.

Seit heute weiß ich: Das ist Kunst und wird von mir bezahlt. Tatort Hernals nennt sich das Ding insgesamt, und die - wie soll ich sagen? - „Installation“ (?) am Elterleinplatz läuft unter dem Titel Textile Texte. Das alles wäre ja eigentlich nur zum Kopfschütteln. Richtig zum Schenkelklopfen wirds dann aber, wenn man die (unbedingt notwendige!) Erklärung zu der ganzen Aktion im Internet liest. Ich zitiere Auszugsweise:

„Urban knitting“ - das Umstricken von Strassenmasten [sic!], Laternen, Fahradständern [sic!] und anderen Teilen im öffentlichen Raum - ist eine Antwort auf die entmenschlichte Qualität urbaner Umgebung, dem anonymen Einheitsbrei von grau in grau, in dem jede/r temporär zu Gast ist aber keine bleibenden Spuren zurücklassen darf. Die Farbflecke sind Irritationen und regen zum Nachdenken darüber an, wie die Stadt aussieht, und wie sie aussehen könnte.

Menschen gestalten den öffentlichen Raum und nehmen Platz ein. Indem die Künstlerinnen Objekte einstricken, einknüpfen oder einwickeln, erobern sie den primär männlich kodierten öffentlichen Raum.

Textile Gestaltungsschwerpunkte sollen an öffentlichen Knotenpunkten des Bezirkslebens gesetzt werden.

Abgesehen davon, daß Leerfloskeln wie „zum Nachdenken anregen“ mich mittlerweile ebenso zum Zuschlagen anregen wie „am Ende des Tages“ und „Markenwerte“ … Wieso können diese sogenannten „Künstlerinnen“ nicht einfach sagen, was sie wollen, wenn ihr „Kunstwerk“ schon nicht selbsterklärend ist? Im Idealfall müßt man ja dran vorbeigehen und sich dann irgendwie denken: „Ah! Aha! Ja, wenn man die Sache so sieht …“. OK, das können die nicht, dazu fehlt ihnen die künstlerische Begabung. Dann sollen sie doch, bitte, einfach einen Artikel im Bezirksblatt schreiben. Oder besser: schreiben lassen (siehe Zitatsammlung oben - schreiben gehört auch nicht zu ihren Stärken). Und: Was heißt eigentlich primär männlich kodierter öffentlicher Raum? In welcher Welt leben die? Wenn sie was sagen wollen, sollten sie nicht eine Sprache verwenden, die das p.t. Publikum auch versteht?

Apropos p.t. Publikum: Dieses besteht am Elterleinplatz nun mal (und das soll nicht abwertend klingen, ist halt einfach so) aus der sich täglich dort versammelnden Langzeitarbeitslosigkeit des Balkans. Ich glaub die sitzen dort, schauen den Künstlerinnen beim Umkodieren des öffentlichen Raums zu und denken sich schmunzelnd: „Na schau. Jetzt haben auch die österreichischen Frauen begriffen, daß sie als Automechaniker nicht glücklich werden. Stricken liegt ihnen doch viel mehr. Sie müssen zwar noch viel üben, wie man sieht, aber irgendwann wird ein Mann daran seine Freude haben.“

Mr. Blue, your turn. *LOL*

Warm Up

Auch die Kollegen im Büro tragen zu den Geburtstagsfestspielen bei und kommen am letzten Arbeitstag vor dem großen Ereignis auf die seltsame Idee, ich könnte an Süßem meine Freude haben … Schokolade?! Moi?! ;)))
Danke auch recht lieb. Wir verlängern, das weiß ich jetzt schon, wegen des großen Erfolges um eine weitere Woche.