Dancing Stars: Such den Promi!

Irritiert seh ich „Dancing Stars“ 2011. Irgendwas ist anders. OK, Randy Andy fehlt und damit der optische Aufputz. Aber das ist es nicht. Was dann? Mitten in der zweiten Sendung fallts mir ein: Die Profitänzer sind bekannter (und interessanter) als die „Prominenten“. Peinlich.

Naja. Onkel Nedbal machts wieder gut. Hannes kannes. 🙂

Fütterung in Schönbrunn

Schöner Samstag: Gute Gelegenheit, nach langer Zeit wieder mal den Zoo in Schönbrunn unsicher zu machen. Immer wieder ein Erlebnis. Diesmal voller Programm inklusive Robbenfütterung. 😉

Ein Video gibts hier.

ESC: Neue Songs, Wettquoten, meine Favoriten

Mehr und mehr Songs für Düsseldorf werden bekannt. Meine persönlichen Top 10 ändern sich nur wenig. Das altmodische „Love in Rewind“ hat das ebenfalls altmodische „Change“ von Platz 1 verdrängt:

Rang Land Interpret Song
1 Bosnien & Herzegowina Dino Merlin Love in Rewind
2 Türkei Yüksek Sadakat Live It Up
3 Rumänien Hotel FM Change
4 Deutschland Lena Meyer-Landrut Taken By a Stranger
5 Italien Raphael Gualazzi Follia d’amore
6 Irland Jedward Lipstick
7 Malta Glen Vella One Life
8 Armenien Emmy Boom Boom
9 Schweiz Anna Rossinelli In Love For a While
10 Dänemark A Friend New Tomorrow

Ein schlechtes Jahr, wenn Songs mit Refrainzeilen wie Boom Boom Chaka Chaka es in meine Hit-Tabelle schaffen. Noch schlimmer die mittlerweile bekannt gewordene Auswahl von Weißrussland: Nicht wie ursprünglich kolportiert Željko Joksimović hat den Beitrag geschrieben; stattdessen schickt man dort mit Born in Byelorussia ein unsägliches Machwerk an den Start, das schließlich sogar dem Staatsfunk zu heftig war: Der Text wurde nachträglich geändert, voraussichtlich wird die gespenstische Komposition nun unter dem neuen Titel I am Belarusian an den Start gehen.

Was sonst hat nicht meine Liebe gefunden? Hier die Links zu den Videos in alphabetischer Reihenfolge:

Wie relevant oder mehrheitsfähig ist mein Geschmack? Gar nicht. 😉 Die Wettquoten zeigen derzeit ganz andere Favoriten. Hier sind die Top 10 der Wettbüros:

  1. Norwegen: „Haba haba
  2. Deutschland: „Taken By a Stranger
  3. Estland: „Rockefeller Street
  4. Dänemark: „New Tomorrow
  5. Bosnien & Herzegowina: „Love in Rewind
  6. Armenien: „Boom Boom
  7. Finnland: „Da da dam
  8. Griechenland: „Watch My Dance
  9. Irland: „Lipstick
  10. Rumänien: „Change

Haba haba auf Platz eins der Buchmacher - hoffentlich bewahrheitet sich das nicht am 14. Mai. Ach ja: Österreich? Laut Wettquoten wird uns derzeit ein 15. Platz zugetraut, gleichauf mit der Ukraine, den Niederlanden, Malta und Polen.

Nokia: Panic Mode

Seit Stephen Flop am 11. Februar die Abkehr von Qt, MeeGo und Symbian verkündet hat, hat Nokia mit einigen massiven Problemen zu kämpfen. Einerseits hat der Kapitalmarkt den Finnen das Vertrauen entzogen: Knapp 28% hat die Aktie seither an Wert verloren, fast alles davon innerhalb der ersten drei Tage. (Zum Vergleich: In der Zeit um die Einführung des N900, ab den ersten inoffiziellen Tests im Internet, ging der Kurs um 30% nach oben.)

Zum anderen kommt es zu einem Brain Drain, vor allem Richtung Intel: Der Chip-Hersteller hat ausdrücklich ausrichten lassen, frustrierte Nokia-Entwickler gerne bei sich aufzunehmen. Valtteri Halla ist offenbar nicht der einzige Key Player, der das Angebot dankbar angenommen hat.

Es macht den Eindruck, als hätte man nichts davon vorausgeahnt und würde nun verzweifelt in alle Richtungen rudern, um das Schlimmste zu verhindern:

Für MeeGo-Entwickler gibt es nun einen saftigen 50%-Bonus, wenn sie zumindest bis Jahresende bei Nokia bleiben. Gleichzeitig beginnt man plötzlich und unerwartet mit der Entwicklung einer MeeGo Developer Edition für das N900. (Zur Erinnerung: Früher hieß es immer, die Portierung aufs N900 würde sich nicht lohnen und könne, wenn überhaupt, von der Community vorangetrieben werden.) Diese Developer Edition (DE) ist eine völlig unkoordinierte Aktion, auf die sich niemand so recht einen Reim machen kann: Wozu jetzt? Es gibt ohnehin das (funktionierende) Hardware Adaptation Project, ein Nachfolgegerät fürs N900 soll ja auch kommen … keiner weiß, was die Motivation hinter der „DE“ sein könnte - außer Panik.

Professionell wirkts nicht, was die Führungsriege um den häßlichen Mann aus Nordamerika derzeit abzieht. Man kann sich nur zurücklehnen und zuschauen, solang das eigene N900 noch funktioniert. Erst wenns das nicht mehr tut, sollte der Markt, bitteschön, wieder ein vernünftiges Smartphone auf Basis freier Software geboren haben. Ob Nokia oder nicht ist ja völlig wurscht. Ich kauf mein MeeGo-Handy auch gern von LG oder Samsung. 😉

Rührend: Amyotrophe Lateralsklerose, freie Software, Bug #78514

Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung freier Software in größeren Teams spielen Bugtracker. Dort sammelt man Fehler oder Verbesserungsvorschläge, priorisiert sie, diskutiert Lösungsmöglichkeiten, … Bugtracker sind sehr technische Ecken des Internet. Niemand würde erwarten, ausgerechnet dort zu Tränen gerührt zu werden. Und doch passiert genau das. Die noch größere Rolle spielen nämlich die Menschen.

Am 30.12.2010 deponierte Adrian Hands ein Codefragment im Bugtracker des Bildbetrachters Eye of Gnome, um den schon etwas älteren Verbesserungsvorschlag mit der Nummer 78514 (Bug #78514) endlich umzusetzen. Einen Tag später wurde die Zeilen von einem Projektverantwortlichen übernommen, der Bug „geschlossen“, wie es heißt. Damit endet üblicherweise die Aktität bei einem solchen Bugtracker-Eintrag. Sofern alles funktioniert gibt es keinen Grund, weiter darüber zu diskutieren.

Nicht so bei Bug #78514. Am 4.2.2011, also nur rund einen Monat nach der technischen Lösung, folgte ein erneuter Eintrag im Diskussionsforum. Sein Autor, Ian Hands, ist der Sohn des Programmierers, der im Dezember den Programmteil zur Lösung des Problems beigesteuert hatte. Ian erzählt:

Sein Vater Adrian litt an Amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer tödlichen Nervenkrankheit, die seine Muskeln lähmte und ihm die Benutzung von Maus und Tastatur unmöglich machte. Zuletzt blieb ihm als einziges Eingabegerät für den PC ein Stück Plastik, das er mit dem Knie anstoßen konnte und über das er Morsecode (!) eingab (hier ein Bild). Er hat den Code von Eye of Gnome in erster Linie deshalb verbessert, um das Programm für sich selbst benutzbarer machen. Adrian Hands verstarb am 3.2.2011. Daß seine Verbesserung Aufnahme in die offizielle Version geschafft hat, hat ihn offenbar unendlich stolz gemacht. Aus dem letzten Mailverkehr zwischen Vater und Sohn:

On Sun, Jan 30, 2011 at 12:16 PM, Adrian Hands wrote:

> ACCEPTed
> COMMITed
> RESOLVEd
> BOO-YAH!
> […]
I have the coolest Dad in the world!

Ian Hands hat diese Geschichte im Bugtracker geschrieben, um sich zu bedanken: I would like to extend my thanks to the gnome team/community for a great last moment with my dad. Sein kompletter Text ist hier nachzulesen.

Ich geb zu, ich war zu Tränen gerührt. Adrian Hands’ Begeisterung, die ihn kurz vor dem sich abzeichnenden Tod das Programm verbessern, mehr noch, seine Verbesserung mit der Welt teilen ließ … Die Tatsache, daß er das alles per Morsecode mit seinem Knie geschafft hat … Ians offensichtliches Glück über diesen einen Aspekt der traurigen Geschichte … All das ist Stoff für die große Leinwand. Genau das ist es aber auch, was freie Software ausmacht: die Begeisterung; das Engagement; die Möglichkeit einzugreifen; die ausdrückliche Einladung zu teilen; schließlich die Menschen dahinter, die „Community“. Danke, Ian, daß Du diese persönliche Geschichte so greifbar gemacht hast.