Ich hab MeeGo am N900!

Ich konnts nicht lassen: Ich hatte heute mein erstes Erlebnis mit MeeGo auf meinem N900. Das mußte ja so kommen. 😉

Eins vorweg: „MeeGo“ ist in diesem Zusammenhang das echte MeeGo, das aus Maemo und Moblin hervorgegangen ist und dessen Entwicklung de facto erst heuer begonnen hat. Diese Definition ist wichtig: Im Marketingsprech wird nĂ€mlich auch die nĂ€chste Maemo-Version (Maemo 6/Harmattan) von Nokia als „MeeGo“ bezeichnet werden. Damit haben meine schmutzigen Spiele von heute nichts zu tun.

Wie hab ichs gemacht? Auf tablets-dev.nokia.com Von den MeeGo Repositories (siehe Update zu diesem Artikel unten) hol ich mir das komplette Image - also eine Datei, in der das MeeGo-Dateisystem Bit fĂŒr Bit abgespeichert ist. Damit man auch die richtige erwischt: das ist die mit der Endung *.raw.bz2. Außerdem gibts dort einen extra Kernel, den man zum Start von MeeGo aufs N900 spielen muß. Auch hier ein zarter Hinweis: Mit *-n900 hört der Dateiname auf, und irgendwo drin steht vmlinuz.

Sobald die beiden Dateien runtergeladen sind und das bz2-Archiv entpackt ist, folgt man der recht detaillierten Anleitung im MeeGo-Wiki. Die nötigen Zutaten: Eine freie Micro-SD-Karte, ein passender SD-Reader/Writer am Desktop, das USB-Kabel zum N900 und - krĂ€ftige FingernĂ€gel, weil man ununterbrochen den Deckel zum Batteriefach runternehmen muß.

Die gute Nachricht: Die Anleitung ist zwar umstĂ€ndlich, aber vollstĂ€ndig. Wenn man Schritt fĂŒr Schritt vorgeht, bekommt man das Ding gleich beim ersten Versuch zum Laufen. Die schlechte Nachricht: Himmel! Ist das langsam! Ich habs nicht fertig gebracht, irgendetwas VernĂŒnftiges damit zu tun. Nach jedem Tappser auf den Bildschirm verbringt man 10-20 Sekunden damit zu warten, ob das GerĂ€t die Aktion nun ausfĂŒhrt oder den Klick einfach nicht registriert hat. Das ermĂŒdet doch ziemlich. Irgendwann friert das ganze Trumm dann auch mal komplett ein und man muß die Batterie rausnehmen (daher die FingernĂ€gel) - was man ĂŒbrigens auch dann muß, wenn man einfach nur bei normal laufendem System abschalten will. Weder das Terminal noch der Power-Button mögen mich.

SelbstverstĂ€ndlich weiß ich, daß MeeGo derzeit in einem sehr frĂŒhen Entwicklungsstadium ist. Das gesamte System von der langsamen SD-Karte zu booten ist dann auch nicht wirklich hilfreich in Sachen Geschwindigkeit. Egal - die Previews sind ja auch nicht fĂŒr Leute wie uns gedacht. Mir wars wichtig, an einem ruhigen Abend mal rauszufinden, wie man MeeGo installiert und ob ichs denn grundsĂ€tzlich auch fertig kriegen wĂŒrde. Denn irgendwann wird die Entwicklung ein Stadium erreicht haben, an dem die Spielerei mehr Spaß macht â€Š und dann will ich sofort aufspringen können auf den Zug. 😉

Übrigens: Wer ć»Łæ±è©± spricht, kann sich eine etwa 3 Wochen alte Version von MeeGo am N900 hier auf YouTube ansehen. Schneller ist es nicht geworden seither, sieht bei mir aber bei mir in vielen Punkten schon wieder anders aus. Da tut sich also durchaus was in den Weekly Builds â€Š

Update: Kaum schreibt man einen Artikel, ist er schon wieder veraltet: Noch heute Nacht wurden die N900-Images vom Nokia-Server auf den MeeGo-Server gehoben. Link anklicken, dann die gewĂŒnschte Version suchen, dann handset > images > meego-handset-armv7l-n900 klicken.

Nokia hat Recht: Qt ist einfach nur geil

Weil die Buben von Nokia gar so viel Werbung gemacht haben, hab ich mir das so hoch gelobte Qt-Entwicklerframework mal angesehen. Wir definieren fĂŒr diesen Artikel:

Ich: Das ist jemand, der seit mehr als 10 Jahren nicht mehr ernsthaft programmiert hat - und mit so relativ komplexen Sprachen wie C++ ĂŒberhaupt nie. Qt: Das ist freie Software und eine Erweiterung zu C++, die einerseits die Programmierung von grafischen BenutzeroberflĂ€chen erleichtert, vor allem aber die plattformunabhĂ€ngige Programmierung ermöglichen soll. Nokia: Die Finnen, die 2008 die Firma hinter Qt gekauft haben und seither behaupten, daß man mit Qt die Welt retten kann. (Konkret versprechen sie ihren Partnern: Wer mit Qt programmiert, wird sein Programm ohne nennenswerte Änderung auf Symbian, Maemo und MeeGo zum Laufen bringen.)

Was soll ich sagen? Ich bin sprachlos. Ja, C++ ist ein kleines bißchen mĂŒhsam und hat eine relativ steile Lernkurve, wenn man noch nie zuvor Zeiger verbogen hat. Aber Nokias Versprechen stimmt: In Null Komma Nix war eine Applikation zusammengeklickt, die ich unter Symbian S60 3rd Edition (das sind die Telefone ohne Touchscreen), unter Maemo (N900), am Desktop unter Windows Vista und unter GNU/Linux (und zwar konkret im Gnome-Desktop) laufen lassen konnte. Ich hab grad mal zwei Wochenenden gebraucht, um das System zu durchblicken und ein Programm fertig zu haben.

Absolut geil dabei: Man muß zwar fĂŒr jede Zielplattform extra compilieren, weil Qt eben (anders als z.B. Java) nicht mit einer virtuellen Maschine arbeitet, sondern die Programme wirklich nativ am jeweiligen System ausgefĂŒhrt werden. Deshalb sehen sie auch so aus wie andere „echte“ Windows-/Maemo-/Symbian-/
-Applikationen. Aber man muß den Quellcode nicht Ă€ndern, wenn man zuerst fĂŒr Symbian und dann fĂŒr Windows compiliert. Es bleibt immer ein und das selbe Programm. (SelbstverstĂ€ndlich kann man mit bedingter Compilierung plattformspezifische Anpassungen vornehmen: Die Autorotation abhĂ€ngig vom Lagesensor hab ich z.B. nur bei der Maemo-Version drin.)

Ich hab jetzt alles durchprobiert, was mir an Betriebssystemen zur VerfĂŒgung steht. No Problem. Daneben wird noch eine ganze Menge mehr unterstĂŒtzt, angefangen vom neuen Symbian^3 ĂŒber Windows Mobile bis hin zu OS X und (Trommelwirbel!) MeeGo. Ich glaub denen jetzt: Einmal programmieren und auf verschiedenen System laufen lassen, das geht mit Qt. Das geht mit Qt sogar sehr gut. Dahinter steckt Potential.

Ah ja, hĂ€tt ichs doch glatt vergessen: mein Programm! Was hab ich denn eigentlich programmiert? Also: Man hat zwei Eingabefelder fĂŒr Zahlen, darunter den Button „Berechnen“. Wenn man auf diesen Button klickt, listet das Programm alle Primzahlen zwischen den beiden Werten in den Eingabefeldern auf. Dann gibts noch den Button „Löschen“, der löscht die Ergebnisliste wieder. Ja, eh. Aber eben plattformunabhĂ€ngig und objektorientiert! (Kommentare bisher: Und sparst Du so die Mehrwertsteuer?; Kannst Du jetzt auch was Gscheites programmieren?; Ossi â€Š - Du brauchst Freunde.)

Gender_innen, Open Data, die GrĂŒnen und mein N900

Wird mein Mobiltelefon mobiler Computer am Ende die Wien-Wahl 2010 entscheiden? Zumindest fĂŒr mich? Ich war ja extrem unvorsichtig und hab am 29. Mai hier geschrieben:

Wenn Du es fertig bringst, daß das öffentlich hinterfragt wird, verkauf ich meine Seele im Oktober am End doch noch an die Gender_innen. 😉

Du, das war der Erik. Gender_innen, das waren natĂŒrlich die GrĂŒn_innen. Und das, was hinterfragt werden sollte, war der mittlerweile hier mehrfach zu Tode gerittene skandalöse Umgang der Wiener Linien mit öffentlichen Daten (siehe Maemo-Artikel entfernt: Wiener Linien legen sich quer und das aktuellere Wien vs. Helsinki: Mauschelei vs. Open Data). Nochmal: Geschrieben hab ich das im Mai. Gedacht hab ich nicht mehr dran; bis heute. 😉

Heute les ich nĂ€mlich auf derstandard.at den Artikel GrĂŒne fordern Freigabe der Fahrplandaten der Wiener Linien - und was springt mir dabei ins Auge? 
 Auf die Entwicklung einer Fahrplanauskunft-Software fĂŒr Nokias N900 habe das Unternehmen reagiert, indem man den Entwickler zum RĂŒckzug seines Programms aufgefordert hat. Dies obwohl es hier nicht einmal eine eigene App der Verkehrsbetriebe fĂŒr das N900 gebe â€Š Hoppla? Woher wissen die denn das? Klickst Du weiter, denk ich mir, und folge dem Link vom Standard aufs Blog von Marco Schreuder.

Marco Schreuder sitzt einerseits derzeit fĂŒr die GrĂŒnen im Landtag, andererseits aber auch auf einem alles andere als sicheren 14. Listenplatz fĂŒr die kommende Wahl. Er hat das mir am Herzen liegende Thema heute in seinem Blog aufgegriffen und dabei - erraten! - direkt auf meinen ursprĂŒnglichen Artikel vom Mai verlinkt. Da soll noch einmal einer sagen, daß so ein bissi Bloggerei nix bringt â€Š so weltpolitisch gesehen und gegen die bösen Strahlen.

Marco Schreuder bloggt ĂŒbrigens nicht nur, er arbeitet auch was fĂŒr sein Geld. Daher hat er, ebenfalls gleich heute Nachmittag, gemeinsam mit Ingrid Puller in der Gemeinderatssitzung einen entsprechenden „Open-Data“-Antrag in Bezug auf die Wiener Linien eingebracht. ÖVP und FPÖ stimmten dem Antrag zu, die SPÖ-Mehrheit lehnte ab.

Wie gesagt: Ich hĂ€tt ja nicht nicht geglaubt, daß mein Grant ĂŒber die Wiener Linien bzw. deren unglaublich bescheuerter Umgang mit einer fix und fertig programmierten N900-Applikation ein halbes Jahr spĂ€ter in den ehrwĂŒrdigen Wiener Gemeinderat ĂŒberschwappt. Was so alles passiert â€Š Andererseits hĂ€tt ichs auch nie fĂŒr möglich gehalten, daß mich mein damals gegebenes „Wahl-Versprechen“ einholen könnt. Die Öffentlichkeit im Internet is a Hund. *gg*

Mondsee mit Schnitzel

Gleich nach dem FrĂŒhstĂŒck gehts zum Mondsee. Der Hund jagt Fliegen, ich suche mir ein schattiges PlĂ€tzchen… und irgendwann dazwischen gibts „Schnitzel to go“ von der Tankstelle. Gebadet wird nicht mehr: 17°, das ist eindeutig zu kalt. Jetzt schau ich in den wolkenlosen Himmel und warte auf Zwetschkenfleck und Kaffee. Nice have we it.

Linz, Altstadt

Eigentlich sollte es ja nur ein kurzer Samstag-Nachmittag-Bummel durch die Linzer FußgĂ€ngerzone werden. Abgeschreckt von den vielen Menschen (unter dem Motto „Steirisch Anbandeln“ hatte die Steirische Tourismus GmbH auf ihrem Linzfest alles mit HolzhĂŒtten und Alkohol zugerammelt) sind wir aber dann rasch in Seitengassen abgebogen.

Über die Spittelwiese (Knicks vor Kindergarten und Schule) gings zurĂŒck zum Landhaus. Dort haben sie eine SteinbogenbrĂŒcke aus dem 18. Jahrhundert freigelegt, die ich noch nicht gesehen hatte. Weitergeschlendert sind wir durch die Altstadt und an den Resten meiner Jugend vorbei: Aquarium, Kistl, CafĂ© Centrum, Corretto… die gibts alle noch. Ein Schlenkerer rauf zum Schloß und zum neuen SĂŒdflĂŒgel (den ich auch noch nicht kannte) war ein wĂŒrdiger Abschluß. Fast zwei Stunden waren wir unterwegs, hier was geschaut, dort was gelesen… Linz ist schön, doch.

Anschließend Mini-Fritts, Pringles und Mohnnudeln.

ÖBB: RailJet endgĂŒltig tot

Die ÖBB haben ihr ehemaliges Vorzeigeprodukt „Railjet Premium Class“ offenbar endgĂŒltig aufgegeben. Auch der letzte Rest von Exra-Service, die kleinen HĂ€ppchen zwischendurch, wurde gestrichen. DafĂŒr stellt sich die sogenannte „Stewardess“ jetzt beim Verteilen der Zeitungen mit Namen vor und leiert ein auswendig gelerntes SprĂŒcherl runter, was entsetzlich blödsinnig ist und gleich zu Beginn der Reise eine eher unangenehme Situation Ă  la „Heilige Drei Könige“ erzeugt. Gut gemacht, liebe ÖBB!

Mitmachen! Umfrage zu Multitasking am N900

Nokias „Head of MeeGo Marketing“, Peter Schneider, ist ja der eigentliche Grund, warum ich mir vom N900 gleich zwei StĂŒck zugelegt hab. Sein legendĂ€res Kompliment an mich (Stimmt ĂŒberhaupt nicht, dass Du zu alt bist!) und sein 256-ZĂ€hne-Smile haben mich zu der Überzeugung gebracht: Junge Talente muß man sogar dann fördern, wenn sie im Marketing arbeiten. (Und er hat ja sicher eine Familie zu erhalten und hohe Heizkosten in den kalten finnischen WinternĂ€chten â€Š das schafft man finanziell nur durch eine von N900-VerkĂ€ufen abhĂ€ngige ZielerreichungsprĂ€mie. Drum hab ich zugeschlagen. Ganz selbstlos.)

Wo war ich? Was wollt ich schreiben?

Ah ja. Peter braucht wieder UnterstĂŒtzung, und ich trommle N900-User unter meinen Lesern fĂŒr ihn zusammen: Auf Twitter (böse! Kinder: nicht nachmachen!) fragt er N900-User: Let me know how you use multitasking. Do you keep the dashboard clean or messy?

Die entsprechende Abstimmung (How much apps do you typically keep open on your N900?) dazu gibt es dann hier im Maemo-Forum. Sie schließt am 9.9. kurz vor 17:00 Uhr. Zwischenstand heute:

Die ĂŒberwiegende Mehrheit, nĂ€mlich 60% aller Teilnehmer, hat regelmĂ€ĂŸig vier oder mehr Programme gleichzeitig laufen. Nur knapp 1% verwenden Multitasking gar nicht. Immerhin 3% halten im Schnitt 10 oder mehr Applikationen im Power-Multitasking offen.

Wie ist Euer Multitasking-Verhalten? Klicken und abstimmen. Es ist fĂŒr einen guten Zweck! Es ist fĂŒr einen Marketing-Menschen! (Die brauchen erfahrungsgemĂ€ĂŸ jede Hilfe, die sie kriegen können. *gg*)

N900: Video-MMS verschicken mit fMMS

Mit fMMS gibts ein recht brauchbares Programm am N900, das in erster Linie Bilder als MMS verschickt. NatĂŒrlich können auch andere Dateien als Anhang ausgewĂ€hlt werden, fMMS stellt sie nur nicht so hĂŒbsch eingebettet dar. Videos per MMS versenden? Kein Problem also. Oder doch? Eben doch. Aber ich hab die Lösung. Liest Du weiter! 😉

Videos mĂŒssen, wenn sie per MMS verschickt werden sollen, vor allem eins sein: klein. Genau das sind die hochauflösenden N900-Videos nicht. Außerdem sollte ein MMS-Video in einer bestimmten Codierung verschickt werden, die die zustĂ€ndigen Normungsgremien als gemeinsamen Standard fĂŒr alle Telefonhersteller festgelegt haben. Sonst ist es GlĂŒckssache, ob der EmpfĂ€nger den Clip ĂŒberhaupt angezeigt bekommt.

Nokia hat sich darum nie gekĂŒmmert (offiziell hat das N900 ja keine MMS-Funktion), und auch der Programmierer von fMMS hatte andere PrioritĂ€ten auf der Netzwerkebene. Oskar for the rescue also. 😉

TatsĂ€chlich hat das Maemo-Betriebssystem nĂ€mlich durchaus Funktionen eingebaut, die die Umwandlung jedes beliebigen Videos in eine briefmarkengroße MMS durchfĂŒhren. Weil diese Funktionen auf dem GStreamer-Framework beruhen, das mittlerweile auf jedem GNU/Linux-System zur Standardausstattung gehört, findet man auch reichlich Dokumentation dazu. Ausgestattet mit diesem Wissen war mir klar, daß die Videokonvertierung ohne jede Software einfach auf der Kommandozeile möglich sein sollte. Die Betonung liegt auf sollte. Es sollte nĂ€mlich so aussehen:

$ gst-launch-0.10 \
filesrc location="infile.mp4" ! \
decodebin2 name=all \
hantromp4mux filetype=1 name=muxer ! \
filesink location="outfile.3gp" \
all. ! videoscale ! \
"video/x-raw-yuv, width=176,height=144" ! \
videorate ! \
"video/x-raw-yuv, framerate=15/1" ! \
dsph263enc ! queue ! muxer. \
all. ! audioconvert ! audioresample ! \
nokiaamrnbenc ! queue ! muxer.

Wenn jemand rausfindet, warum diese Pipe nicht funktioniert, darf er sich melden: Sie erzeugt eine Datei ohne Ton und wirft bei der Abarbeitung jede Menge uninterpretierbarer Warnmeldungen aus. Trotzdem wĂŒrd ich sie gerne so zum Laufen bringen, weil sie in dieser Form ohne Drittsoftware auskommt und die Hardware des N900 am besten ausnutzt, was deutliche Geschwindigkeitsvorteile bringt.

Ich hab mich dann ein bißchen gespielt und bin auf folgende Alternative gestoßen. Zwar ist sie nicht so elegant, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Sie funktioniert.

$ gst-launch-0.10 \
filesrc location="infile.mp4" ! decodebin ! \
audioconvert ! audioresample ! \
nokiaamrnbenc band-mode=7 ! \
ffmux_amr ! filesink location=sound.amr

$ gst-launch-0.10 ffmux_3gp name=muxer ! \
filesink location="outfile.3gp" \
filesrc location="sound.amr" ! amrparse ! \
queue ! muxer.audio_00 \
filesrc location="infile.mp4" ! decodebin ! \
videoscale ! \
"video/x-raw-yuv, width=176,height=144" ! \
videorate ! \
"video/x-raw-yuv, framerate=15/1" ! \
ffmpegcolorspace ! \
dsph263enc bitrate=50000 ! \
queue ! muxer.video_00

Hier wird die AMR-Codierung der Tonspur in eine eigene Befehlszeile ausgelagert. Außerdem verwende ich einen anderen Muxer. Damit das funktioniert, muß das Paket gstreamer0.10-ffmpeg installiert sein. Dieses Paket scheint nicht direkt im Programm-Manager auf, sondern wird durch Extra Decoders Support bereitgestellt.

Die zwei Zeilen in ein Script verpackt, der Name des Originalvideos als Parameter - und schon ist der „Video-Editor“ fertig. Ich hab meine ersten MMS-Videos schon verschickt, ĂŒberraschenderweise konnten die EmpfĂ€nger die Videos wirklich sehen.

Mein Wunsch: Eine Lösung auf Basis der ursprĂŒnglichen Idee, ohne gstreamer0.10-ffmpeg, die man dann auch fix in fMMS einbauen kann. Wie ich mich kenn, bleibts beim Wunsch: Jetzt, wo’s so halbwegs funktioniert und ich es verwenden kann, ist der Spieltrieb erlahmt. 😉

Wien vs. Helsinki: Mauschelei vs. Open Data

Wien schreibt gĂ€hnlangweilige Presseaussendungen. Helsinki rockt. Die Wiener Linien fallen durch ausgesprochen undurchsichtige Praktiken im Umgang mit öffentlichen Daten auf. Ihr finnisches GegenstĂŒck HSL (Helsingin seudun liikenne) profiliert sich positiv im Umgang mit Open Data.

Aktueller Anlaß: Die Wiener Linien haben gerade stolz berichtet: Eine neue Version der Software Qando wurde bereitgestellt, diesmal fĂŒr Android-Handys. Qando stellt unter anderem die Echtzeitdaten der Wiener Öffis (also z.B. „In wieviel Minuten fĂ€hrt der 43er vom Schottentor ab?“) dar. In jedem Internet-Browser gibts diese Information unter diesem Link abzurufen, manche User wollen halt lieber eine „App“.

Nur wenige Tage vorher hat Henri Bergius seine Applikation „Buscatcher“ fĂŒrs Nokia N900 vorgestellt, die Ă€hnliche Informationen wie Qando verarbeitet - allerdings eben fĂŒr Helsinki. Henri Bergius hat keine Verbindung zur HSL. Er hat keinen Vertrag zur Nutzung der Daten, er hat nichtmal danach gefragt. Aus den HSL-Echtzeitdaten und den Karten von OpenStreetMap hat er ein ansprechendes Programm geschaffen, das die tatsĂ€chliche Position der öffentlichen Verkehrsmittel anzeigt.

Lust auf „Buscatcher“ fĂŒr Wien? Weils besser ist als Qando? Weil Qando fĂŒr ein bestimmtes Handy nicht zu haben ist? Pech. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen dem offenen Helsinki und dem verbohrten, autoritĂ€ren Wien:

Leser meines Blogs wissen ja, daß es eine solche Qando-Alternative sogar schon einmal gegeben hat, und zwar als freie Software fĂŒr das Nokia N900. Die Wiener Linien zwangen den Autor des Programms allerdings per Klagsdrohung, es vom Maemo-Downloadserver zu löschen (hier der Originalartikel).

Man muß sich das auf der Zunge zergehen lassen: Fahrplandaten, die ich von meinem Handy aus im Internet unter http://www.wienerlinien.at/itip/ abrufen kann, darf ich vom gleichen Handy aus (!) nicht sehen, wenn ich statt des Browsers ein anderes Programm verwende. Ich habe das damals hinterfragt (Informationsweitergabegesetz und so) und sinngemĂ€ĂŸ folgende Antwort erhalten: Solange jemand die Darstellung des Webservice im auf dem Web-Server vorliegenden Design und Umfang 1:1 nachbildet, also in den gleichen Farben, mit der gleichen Navigationsstruktur, der gleichen BenutzerfĂŒhrung â€Š kurz, solange er einen HTML-Browser schreibt, sei dagegen natĂŒrlich nichts einzuwenden. Eine davon abweichende Aufbereitung der ĂŒbermittelten Nettodaten sei aber unzulĂ€ssig.

NatĂŒrlich muß ich hier der guten Ordnung halber erwĂ€hnen: Das damals von den Wiener Linien kritisierte Programm hat genau das nicht getan. Es hat seine Daten nicht vom öffentlichen Webserver der Wiener Linien gezogen, sondern aus einer anderen Quelle. Der entsprechende Programmcode wĂ€re aber leicht zu Ă€ndern gewesen, daher war meine Anfrage an die Wiener Linien auch: „Was wĂ€re denn, wenn man tatsĂ€chlich nur auf Ihre öffentlichen Daten zugreift?“ - Die Antwort mit der Nachbildung im auf dem Web-Server vorliegenden Design und Umfang hat mich ob ihrer KaltschnĂ€uzigkeit dann doch verblĂŒfft. Abgesehen davon, daß es mich sehr interessiert, wie die Wiener Linien diese Meinung in Bezug auf z.B. Textbrowser oder Braille-Zeilen aufrecht zu erhalten gedenken â€Š Abgesehen davon, daß die ganze Aussage einfach nur Stuß ist, weil ein Web-Server kein Design speichert, sondern Daten semantisch ausgezeichnet und strukturiert auslesbar zum Abruf bereit hĂ€lt â€Š Abgesehen von all dem wĂ€ren wir wieder beim Informationsweitergabegesetz. Es wĂ€re interessant durchzudiskutieren, inwieweit nicht mit der kostenfreien ZurverfĂŒgungstellung der Daten an die breite Öffentlichkeit jede EinschrĂ€nkung bezĂŒglich einer weiteren Verwertung lĂ€ngst gefallen ist. Ein politisches Thema, das (und das schreibe ich in Hinblick auf den Wahlkampf) ausschließlich die Wiener SPÖ zu verantworten hat.

Statt die Daten zu öffnen und weitere interessante Services wie „Buscatcher“ fĂŒr alle Betriebssysteme zu ermöglichen, halten die Wiener Linien lieber an ihrem Monopol mit dem Ă€ußerst eingeschrĂ€nkten Qando fest. Die Portierung auf Android hat 1 Âœ Jahre zu lange gedauert und ist, wie erste Erfahrungsberichte zeigen, fehlerhaft. Im Vergleich dazu muß HSL keine Softwareprobleme lösen. HSL stellt die Daten bereit. Henri Bergius schreibt die Software. Ohne Auftrag, ohne EinschrĂ€nkungen, aber mit vielen guten Ideen.