A MeeGo Has Landed (on the N900)

Die erste funktionsfähige Version von MeeGo wurde heute veröffentlicht. „Funktionsfähig“ ist das angebrachte Wort: Das ambitionierte Projekt von Nokia und Intel ist gerade mal so weit, daß es startet und eine Kommandozeile als Eingabemöglichkeit bietet. Keine grafische Benutzeroberfläche, keine Fenster, nichts.

Trotzdem ist dieser „Tag 1“ nicht zu unterschätzen. Genau dieser unsichtbare Unterbau ist es ja, auf den es bei MeeGo auch in Zukunft ankommen wird. Seit heute können wir auf Gitorious mitverfolgen, welche Komponenten dabei verwendet werden, was an welche Stelle gerückt wird. Außerdem online: Ein Beweisfoto von MeeGo am N900 und eine ausführliche Anleitung, wie jeder MeeGo am N900 via chroot ausprobieren kann, ohne dabei das installierte Maemo-Betriebssystem zu zerschießen.

Nach dieser ersten Vorschau für Entwickler sollen jetzt Schritt für Schritt weitere Komponenten hinzugefügt werden. Der Zeitplan verspricht ein halbwegs vollständiges (was nicht heißt fertiges) System ab Mai.

Meister? Ein Anruf für Sie!

Das erste Gebot der Maemo-Community lautet: Du sollst keine anderen Repositories haben neben Maemo Extras!

Ich sündige und verführe mit diesem Beitrag auch andere. Im „Devil“-Repository lauert nämlich ein kleines Tool, das eine der am schmerzlichsten vermißten S60-Funktionen aufs N900 bringt: die Ansage des Anrufer-Namens. Das Programm nennt sich eSpeakCaller und setzt auf dem freien Text-to-Speech Synthesizer eSpeak auf. Damit erbt es jede Menge ausgefeilter Funktionalität in Bezug auf die Sprachausgabe, angefangen von fein steuerbarer Geschwindigkeit/Stimmlage bis hin zur Unterstützung von SSML.

Der eigentliche Hit ist aber, daß eSpeakCaller trotz seines frühen Entwicklungsstadiums schon wesentlich mehr bietet als das Nokia-eigene Pendant aus der S60-Welt: Man definiert eigene Texte, in die der Name des Anrufers als Variable eingefügt wird. Name nicht gespeichert? Für diesen Fall steht die Nummer als Variable zur Verfügung, außerdem kann dafür ein extra Textbaustein verwendet werden. Auch für den Fall einer unterdrückten Rufnummer läßt sich ein eigener Text schreiben (z.B. „Da will einer anonym bleiben. Ich nehm an Du hebst nicht ab?“).

Auch an Kleinigkeiten hat der Autor Arto Rusanen gedacht: Wer mich zwar als „Oskar Welzl“ gespeichert hat, zusätzlich aber „Ossi“ im Feld „Nickname“ einträgt, kann auf Wunsch eben „Ossi ruft an“ statt „Oskar Welzl ruft an“ hören. Das macht alles ein bißchen persönlicher.

Ein paar kleine Schönheitsfehler gibts noch dort und da (der Text wird nur 1x gespielt, der Klingelton geht dabei in der Lautstärke nicht runter), andererseits ist das Programm auch noch nicht mal eine Woche alt und zu allem Überfluß offenbar das erste Projekt, das Arto Rusanen mit Python realisiert. Da ist also ganz sicher noch einiges zu erwarten. Ich hab mir jedenfalls meinen Text zusammengestellt und bin sehr glücklich über mein devotes Telefon. 😉

Mein Held, der Neonazi

Es ist eher selten, daß man in Kinofilmen einen Skinhead und Neonazi als Sympathieträger serviert bekommt - noch dazu einen, der deklarierten Gutmenschen die Fresse einschlägt. Noch seltener passiert es, daß solche Filme dann bei internationalen Festivals mit Auszeichnungen überschüttet werden.

Ich sitz grad beim Abspann eines solchen Films: Adams Äpfel heißt er. Sehr schräg. Sehr europäisch. Sehr empfehlenswert. Trailer ansehen!

Pax solo

In meinem Schlafzimmer steht ein Mann und behauptet, daß er den Pax-Kleiderschrank allein montieren kann. Ich kann da nicht zusehen und hab mich zum Felber verkrochen.

Schon wieder „schon wieder à la carte“

Grad les ichs nach: Das letzte dokumentierte Abendessen beim Erik war ebenfalls a) teilweise à la carte und b) vollständig mit Wolfgang und Oliver. Im Februar 2008 war das.

Gestern gabs eine mehr als würdige Fortsetzung in der Originalbesetzung und (der Tradition folgend) mit einem Gericht nach Wahl als Vorspeise. Wobei ich annehme, daß Erik sich die Fragerei in Zukunft sparen wird: Er hat diesmal Oliver und mich gleichzeitig per SMS um unsere Wünsche gebeten, und natürlich haben wir jeweils unterschiedlich geantwortet. Was zur Folge hatte: „Wenn sich Deine Gäste nicht entscheiden können, kochst Du eben beides.“ (Oder, wie Erik es ausgedrückt hat: Was frag ich denn auch … *gg*)

Wie auch immer: Das Ergebnis der Aktion war eine feine Weinsuppe in Konkurrenz zu einer Vorspeisenvariation aus gefüllten Eier, Falafel, Hummus, Artischocken, getrockneten Tomaten, buntem Salat (sehr feines Dressing übrigens) und einer unsäglich fantastischen Schweinerei aus Datteln, Speck und Walnüssen. Selbstverständlich haben wir uns nicht nur auf das beschränkt, was wir jeweils per SMS „bestellt“ hatten. Der ganze Tisch war also nach der „Vorspeise“ grundsätzlich satt.

Und dann gings los. Ich hab so ein Steak noch nie gegessen. Wie Wolfgang zuvor (nach einem kurzen Blick in die Küche) die Dicke der einzelnen Stücke mit den Fingern angedeutet hat, hab ich mir ja noch gedacht: „Ja, ja, typisch Mann. Rechne die Hälfte weg und wir sind bei einem realistischen Wert.“ War nicht so. Das war das halbe Tier auf meinem Teller, butterweich, perfekt aufn Punkt und so gut. Gemüse, Kroketten, Kräuterbutter … Da muß der Plachutta jetzt ein bisserl was nachlegen, wenn er uns weiterin beeindrucken will. Aber is ja gut so, wenn die Haubenköche den Druck des freien Marktes zu spüren bekommen. 😉

Apropos Haubenkoch: Fürs Steak war der Vinzent verantwortlich, Erik selbst hat dann erst wieder das Dessert aufgetischt. Nach so einem Mega-Essen geht natürlich nicht mehr viel rein … Was Leichtes mußte her. Also hat er beim Mohr im Hemd das Schlagobers weggelassen. Ich hab echt geglaubt ich muß sterben - und mir daher sicherheitshalber ein zweites Stück reingeschoben, damit mir der Abgang versüßt wird. 😉

Ein bisserl schlecht von all dem ist mir heute noch, aber ausgezahlt hat sichs. Daß es dann auch schon fast halb zwei war, wie ich um (gefühlt) „23:00 Uhr“ gehen wollte, spricht für den Unterhaltungswert des Abends und die nette Gesellschaft. (Ewig in Erinnerung bleibt mir Olivers Spruch vom iTaxi … über den mußte dann auch der Taxler lachen, der uns nach dem Versagen der iMaschinerie ganz normal nach Hase chauffiert hat.)

N900: Phantom-Handbuch verrät neue Firmware (1.2)

Nokia verrät nicht viel über den Zeitpunkt der Veröffentlichung neuer Firmware-Versionen oder über deren Inhalt. Trotzdem wußten wir über die nächste Maemo 5-Release schon bisher:

  • Sie wird PR 1.2 heißen.
  • Sie wird relativ bald fällig.

  • Sie bringt das Toolkit Qt 4.6 aufs N900 und bereitet so weitestgehende Kompatibilität mit MeeGo und zukünftigen Symbian-Versionen vor.
  • Sie wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest diese über 300 Bugs aus dem öffentlichen maemo.org-Bugzilla beheben (drei der Bug Reports sind übrigens von mir *stolzbin*), wahrscheinlich wesentlich mehr aus internen Systemen.
  • Das Programm-Menü verliert die einzige Untergruppierung  und wird daher endgültig unbenutzbar. Catorise wird Pflicht am N900.
  • Nokia pfuscht nochmal an der onscreen-Tastatur herum.

Damit steht PR 1.2 schon jetzt als das größte und wichtigste System-Update für das N900 seit seiner Markteinführung fest. (Zum Vergleich: Das bisher größte Update, PR 1.1, hat „nur“ 194 öffentlich bekannte Probleme behoben und kein neues Toolkit eingeführt.) Trotzdem hilft das wenig, wenn man als neugieriger User wissen will, was sich sonst noch alles so tut. Man will ja nicht nur Fehler behoben sehen, richtig?

Ein findiger Engländer hat nun im Internet eine Version des N900-Handbuchs als PDF gefunden, die sich in einigen Punkten deutlich von der Originalfassung unterscheidet. Sie verspricht unter anderem die saubere Integration des Hochformats im Browser (war bisher nur als Easter Egg verfügbar), die Unterstützung von Positionsdaten im Browser (bisher war dafür ein Plug-In notwendig), das von Symbian (S60v5) bekannte Mail-Widget am Desktop, verbesserte Video-Calls in VoIP-Services (war bisher nur möglich, wenn das N900 angerufen wurde), erweiterte Funktionalitäten im Exchange-Client, ein Nachtmodus für Foto- und Videoaufnahmen, die Wiedereinführung der von Maemo 4 bekannten Gruppen-Chats im Instant Messaging Client (wichtig für IRC), bequemeres Copy/Paste aus SMS, Instant Messaging und Mails, mehr Einstellungsmöglichkeiten bei Videoaufnahmen sowie eine verbesserte Plug-In-Verwaltung für das Multimedia-Framework MAFW. Allein schon die neuen Möglichkeiten beim Aufnehmen von Videos sind ihr Geld sicher wert.

Die Tatsache, daß Nokia eine eigene Handbuchversion für PR 1.2 entwirft, unterstreicht die Bedeutung dieses Updates. Ich bin gespannt. (Und neugierig, wie die die bereits installierten Qt-Programme den Wechsel von Qt 4.5 auf Qt 4.6 verkraften werden. Da gibts sicher auch das eine oder andere un-cute Bröserl.)

Großes Fressen mit scp und Florence Foster Jenkins

Ein Abendessen beim Herrn Schlosser (die Vorbereitung war ja hier zu sehen) ist immer eine nicht nur wohlschmeckende, sondern auch unterhaltsame Sache.

Diesmal gabs als Beilage zu Bodenständigem spontane Musikeinlagen von Florence Foster Jenkins, eine grandiose Josh-Groban-Parodie vom Rainer (oder wars schon eine Vorschau aufs nächste Programm nach Coconut Airlines?) und Detailplanungen für den neuen Quotenbringer von Okto.

Ganz nebenbei hab ich dem Gastgeber einen SSH-Server aufs N900 geknallt und zwischen Erdäpfelsuppe und Fleischlaiberl ein paar Gigabyte Daten transferiert. Bluetooth wäre dafür viel zu langsam, USB-Kabel sind beim Essen zu ungemütlich und außerdem so 2009. 😉

Tja, und was die aktuelle Talcid-Diskussion in diesem Blog betrifft: siehe Foto. 😉

Chess am N900

Über das Musical Chess hat ein sehr weiser Mann einmal gesagt:

Eine konzertante Aufführung ist das beste, was man dem Musical Chess antun kann: Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf die brillante Musik und versucht gar nicht erst, der Handlung einen Rahmen zu bieten.

Genau das schafft die halbszenische Aufführung aus der Royal Albert Hall. Zwei Abende lang wurde Chess dort zwar konzertant, aber mit viel Video-Technik, Ballett, einigen Requisiten und Ansätzen eines Bühnenbilds aufgeführt. Genug, um das Auge zu unterhalten … nicht so viel allerdings, daß die Aufmerksamkeit von der Musik abgelenkt würde.

Das Christkind hat mit vor rund drei Monaten die Doppel-CD gebracht, die seither im Powerplay läuft. Jetzt hab ich mich selbst mit der DVD beschenkt. Leider ist sie nur im NTSC-Format zu haben, ein Format, das weder mein TV-Gerät noch mein DVD-Player beherrschen. (Ja, ich weiß, man könnt sowas auch mal neu kaufen … aber schon nach 15 Jahren???) Hier erweist sich mein N900 wieder mal als praktisch und nützlich: Video aufs N900, N900 an den Fernseher angestöpselt, TV-Ausgang auf „PAL“ und fertig ist der gelungene Musical-Abend auf der Couch.

Josh Groban (der Russe Anatoly Sergievsky), Marti Pellow („The Arbiter“), Kerry Ellis (Svetlana Sergievsky) und vor allem Adam Pascal (als der Amerikaner Frederick Trumper) sind ein genialisches Team, das das undankbare Stück nach angeblich nur einer Woche Probe grandios auf die Bühne bringt. Einzig Idina Menzel als Florence (eigentlich ja die Hauptperson) stinkt da ein bißchen ab: Ihre aufgesetzt kindliche Art will so gar nicht zur Figur der starken, aber zunehmend verbitterten Florence passen.

Chess am N900 bedeutet: Bluetooth-Kopfhörer im Dauereinsatz und Chess rund um die Uhr. ;) - Wer ein bißchen reinschnuppern möchte: Auf der Homepage der Produktion gibts einen Trailer; außerdem sind in einem Kurzinterview mit Josh Groban immer wieder Ausschnitte aus der DVD zu sehen. Fantastischer Bombast-Pop mit Suchtpotential.

Mohr im Grünspan

Im zweiten Anlauf hats hinghaut: Isabella und Dieter entführen uns ins Grünspan. Das gehört zwar zum Plachutta-Imperium und man kann dort auch à la Plachutta essen wenn man will - muß aber nicht. Genau das ist das Feine an diesem Lokal.

Also gabs Krautfleckerl, Backhendl, gebratenen Ziegenkäse, gekochten Weideochsen und zum Schluß den unvermeidlichen Mohr im Hemd. Sehr fein, das alles.

Genau das richtige Essen, um über Reitausflüge in den amerikanischen Mittelwesten und kühle Sommerurlaube auf 1900m Höhe zu reden, um die Vor- und Nachteile von Talcid zu erörtern und die Organisation der Fronleichnamsprozession zu besprechen.

Ich fands nett. Das machma doch glatt wieder. 😉