Fuck You Contest: La France, Douze Points

Wieder bin ich Monate zu spät. Es ist alles schon im Mai passiert. Da wurde auf Initiative des Australiers Steven Bishop eine aus verschiedenen Zusendungen zusammengeschnittene Version von Lily Allens „Fuck You“ online gestellt. Kurz darauf folgte die Videoantwort der französischen Seite gayclic.com. Etwas später, im Juni, gab es dann eine Replik aus Berlin. Das Programm radioeins von RBB hatte seine Hörer aufgefordert, zum CSD 2009 mit „Fuck You!“ ein Zeichen zu setzen.

Ich hab mir die ganzen Clips heute erst angesehen, weil sie mir via derstandard.at entgegengefallen sind. And here are the results of the Austrian jury:

Rang Land Song Punkte
Kommentar
1 Frankreich Fuck You 12
Perfekt umgesetzt, wunderschön anzusehen, vollständig
2 Deutschland Fuck You 10
Trotz technischer Schwächen: Die beste Laune
3 Australien Fuck You 8
Perfekt, sehr schön, leider gekürzt

Toller Song, von allen Gruppen 10x besser in Szene gesetzt als im irritierend unpassenden Originalvideo. Was will man mehr? Richtig! Mehr! Wer also Lust, Laune und eine Videokamera hat … 😉

PS: YouTube hat die Videos aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen großteils erst ab 18 freigegeben. Wer sich nicht extra einloggen will, könnte hier Glück haben: (noch) freie Versionen des australischen und des französischen Projekts.

aonTV: „Meine Medien“ im Praxistest

Ich hab mir ja, wie bereits erwähnt, einen Testzugang für das aonTV–Service „Meine Medien“ organisiert. Auch wenn das Service erst heute gestartet wurde: Ein paar Tage konnte ich es bereits ausprobieren.

The Good

Wie versprochen integriert sich „Meine Medien“ vorbildlich in die vorhandene Infrastruktur. Nicht nur die Verbindung PC–zu–Mediabox funktioniert prächtig. Die Mediabox erkennt auch den im LAN vorhandenen Media Server, der mit der Telekom gar nichts zu tun hat. Umgekehrt wird ein PC mit laufendem aonTV–Medienmanager von meinem Nokia N810 als Medienserver angezeigt. Nach der Kopplung sind alle freigegebenen Inhalte auch am N810 abrufbar.

Genauso simpel lassen sich Mobiltelefone in das System eingliedern. Die mobile Oberfläche ist rundum gelungen und startet als eigene Applikation auf den meisten modernen Handys.

Weiters lobenswert: Die Plattformunabhängigkeit des aonTV Medienmanagers. Er ist in Java programmiert und läuft daher (fast) problemlos auf meinem GNU/Linux–PC. Daß „Meine Medien“ kein Windows–Only–System ist, zeigt sich auch an anderen Kleinigkeiten: Dem Transcoder, der Inhalte der Online–Festplatte für die diversen Endgeräte optimiert, wurden auch OGG Vorbis und OGG Theora beigebracht. Beides konnte ich erfolgreich testen. Überhaupt ist die Online-Festplatte mit dem dahinterstehenden Transcoder ein genialer Schachzug: Die notwendige Rechenleistung hätte man auf Kundenseite nie garantieren können. Wer weiß schon, welche uralt-PCs die User noch in ihren Netzwerken hängen haben?

Positiv überrascht bin ich von der Auswahl der Internet-Radiostationen. Nur 300? war ein Kritikpunkt, der im Vorfeld oft genannt wurde. Tatsache ist aber: Es sind 300 Stationen, die ich mir auch gerne anhöre. Bei anderen Services, die mir tausende Stationen auf den PC liefern wollen, verliere ich schon nach den ersten fünf Minuten die Lust am Durchprobieren.

The Bad

Die Farbe. Das gesamte GUI ist jetzt schwarz statt freundlich–blau. Trister gehts nicht mehr. Manche Tester sagen darüber, man könne sich daran gewöhnen. Das war das Netteste, was ich bisher zu diesem Thema gehört habe.

Etwas ärgerlicher sind diverse Unachtsamkeiten in der Benutzerführung. So wird bei der Navigation in Radio–Listen die unterste Ebene quasi doppelt geführt: Man wählt einen Sender aus, drückt auf Play und wechselt in eine neue Ansicht, die exakt die gleiche Liste zeigt wie zuvor – nur wird der Sender jetzt wiedergegeben. Drückt man anschließend die Taste „Zurück“, kommt man nicht etwa auf die darüberliegende Navigationsebene, sondern wieder auf die gleiche Liste. Ein einfaches „Play“ direkt in der Übersicht hätte es hier auch getan.

Ebenfalls nervig: Der Ton des laufenden TV–Programms ist immer durchzuhören, wenn nicht gerade ein Musikclip/Video läuft oder ein Foto bildschirmfüllend angezeigt wird. Das ist an sich schon lästig. (Wer hört schon gern kreischende Cartoons, während er nach den Fotos von Tante Ernas Geburtstag sucht?) Ganz besonders dumm wird es aber dann, wenn ein Musikstück/Videoclip beendet ist. Auch da schaltet die Box wieder automatisch auf TV–Ton um … und nein, die Lautstärke der verschiedenen Quellen wird nicht angepaßt. Ich hätt fast meine Kaffeetasse fallen lassen vor Schreck …

Daß innerhalb eines aus dem lokalen Netz abgespielten Videos nicht vor- und zurückgespult werden kann, ist ebenfalls nicht unbedingt ein Highlight. Außerdem dürfte die Oberfläche Probleme bei der Darstellung von MP3-Tags haben, die Zeichen aus einem anderen Zeichensatz als Latin-1 enthalten. Berksans „Fıstık“ wird unschön zu „F1st1k“.

The Ugly

AonTV geht ganz grundsätzlich davon aus, daß die Kunden vor 4:3–Geräten sitzen. Das führt schon im regulären TV–Betrieb zu unbefriedigenden Ergebnissen. Im Umgang mit eigenen Medien (merke: Meine Medien) ist man nochmal um ein Eck kritischer als bei Sat.1 und Barbara Salesch – und wird enttäuscht. So kann ich Fotos auf meinem 16:9-Schirm nur wahlweise verzerrt oder viel zu klein ansehen. Eine saubere Anpassung des Seitenverhältnisses unter Ausnutzung des vollen Bildschirms findet nicht statt.

Besonders schlimm aber ist die enttäuschende Performance bei der Video-Wiedergabe. Obwohl theoretisch alle populären Formate (DivX5, Xvid, H.264, MPEG-2, sogar Flash-Videos) direkt unterstützt werden sollten, gab’s bei meinen Filmen in 90% der Fälle einfach nur einen schwarzen Bildschirm. Noch böser: Gar nicht so wenige Dateien bringen die Mediabox ohne Vorwarnung zum Absturz. Da hilft dann nur mehr Stecker ziehen und neu starten.

Fazit

Trotz der aufgezählten Mängel: Ich bin zufrieden. Schon jetzt kann „Meine Medien“ das, was ich wollte, nämlich mir eine Verbindung zum TV-Gerät vor allem für Videos schaffen. Daß ich nicht alle davon ohne erneute Konvertierung ansehen kann, ist mir dabei im ersten Schritt egal. Vor „Meine Medien“ habe ich andere UPnP-Systeme kennengelernt. Im Vergleich dazu schlägt sich das Angebot der Telekom durchaus wacker: Probleme mit Videoformaten haben alle, viele schaffen aber nicht einmal eine Verkleinerung von Fotos vor der Übertragung auf den Client.

Was ich mir wünschen würde? Ein strukturiertes, nachvollziehbares Bugreporting für Kunden, wie ich es mittlerweile von anderen Consumer-Electronics-Produkten gewohnt bin (siehe Nokias Maemo-Bugzilla). Im Moment bin ich mir nicht sicher, ob die bei mir auftretenden Probleme überhaupt bekannt sind bzw. welche Priorität sie haben.

„Meine Medien“: aonTV & Online-Festplatte reloaded

Das „Next Big Thing“ in meinem Gadget-Leben kommt von meinem Arbeitgeber. Es ist gratis (für aonTV-Kunden), spart mir € 99,- und wird noch diesen Monat verfügbar sein: Meine Medien, eine appetitliche Mischung aus UPnP, etablierten Standards und der guten alten *941#er.

Meine Medien erweitert die für aonTV ohnehin notwendige Set-Top-Box um die Fähigkeit, Multimediainhalte aus dem lokalen Netzwerk auf den angeschlossenen Fernsehapparat zu streamen. Darüber hinaus wird die bereits etablierte Online-Festplatte (die hier schon einmal Thema war) zum Dreh- und Angelpunkt für die Freigabe von Urlaubsfotos und Hochzeitsvideos direkt auf das TV-Gerät des Empfängers. Omatauglichkeit statt Geek-Faktor, Fernbedienung statt Facebook.

Das ganze Konzept schließt in meinem Wohnzimmer eine Lücke, die mich seit Jahren ärgert: Die Filme sind am PC, der Fernseher steht ganz woanders. Während ich mir Fotos am PC-Monitor noch einreden lasse, sind Pornos Filmklassiker von der bequemen Couch aus doch ein ganz anderes Vergnügen. Diese Lücke (oder, wie ich heute gelernt habe, diesen digital gap) konnte ich bisher nur unbefriedigend schließen:

  • DVDs brennen - that’s so 2008, honey
  • Eine UPnP-Box kaufen und an den Fernseher stöpseln - noch ein Kasterl und 2 Kabel mehr, kostet außerdem € 99,-
  • Den PC direkt zum Fernseh-… nein. Nicht einmal dran denken.

UPnP-Zugriff über ein bereits vorhandenes Kasterl, das ist ganz was anderes. So laß ich mir das einreden.

Ob ich das „Herumzeigen“ von Fotos etc. mittels Online-Festplatte im Sinne der Erfinder nutzen werden, weiß ich noch nicht. Jedenfalls aber hat diese Online-Festplatte (1 GB gratis, max 50 GB) einige neue Features erhalten, die für sich allein schon erwähnenswert sind:

Ein eigenes Java-MIDlet erleichtert den Zugriff vom Mobiltelefon. Filme, Bilder und Audio-Daten auf der Festplatte werden serverseitig auf Formate konvertiert, die für die Darstellung am jeweiligen Endgerät optimal sind. Das bedeutet zumindest in der Theorie: OGG-Vorbis File hochladen, am Handy als MP3 oder AAC hören. Oder: 8 MB-Bild hochladen, vom Handy aus mit einer 320×240-Version Datenvolumen sparen. (Welche Formate wirklich erkannt und in die Konvertierung einbezogen werden, wird die Praxis zeigen.) Außerdem lassen sich, ähnlich übrigens wie bei Nokias Ovi Share, Inhalte einmalig freigeben und die Links per SMS oder Mail verschicken. Hier muß der Empfänger kein aonTV-Kunde sein.

Eine Vorführung heute sowie einige Erfahrungsberichte von Testusern stimmen mich optimistisch. Das Ding wird ein Volltreffer - zumindest bei der Zielgruppe Oskar Welzl. Besonders begeistert bin ich vom offenen, plattformübergreifenden, an Standards orientierten technischen Konzept. UPnP als Basis bedeutet, daß (vorbehaltlich der üblichen Probleme bei diesen Dingen *g*) die Set-Top-Box auch meine externe Festplatte mit Media-Server als Quelle erkennen sollte. Ein Java-Client für die Verwaltung der Inhalte am PC heißt: Nicht nur Windows-User können das System verwenden, es läßt sich auch unter GNU/Linux steuern. (Einzige Ausnahme: Ein Programmteil zum Update der Modem-Firmware; dazu muß man Windows anwerfen.)

Kurzum: Wieder mal etwas, worauf man sich freuen kann. Und bis es soweit ist, bleiben mir die neuen Funktionen der Online-Festplatte als Spielwiese. 😉

PS: Hab ich erwähnt, daß 300 Internet-Radiosender fix dazu kommen? Daß das System mit den gängigen Playlist-Formaten umgehen kann? Und daß die Set-Top-Box einen Audio-Ausgang für die Stereoanlage hat?

N97 mit Kuchen

Der Herr Schlosser hat sich ein N97 zugelegt. Geiles Teil! Als Telefon könnt ichs mir zwar immer noch nicht vorstellen (Touchscreen!), aber alles in allem: sehr angenehme Größe, wirklich praktische und gut verarbeitete Tastatur, viele Programme… Macht sehr viel Spaß!

Ein kleines bißchen beruhigt mich, daß ein Gerät dieser Größe (und mit so einer kleinen Tastatur) durchaus angenehm zu bedienen ist: Das N900 ist ja ungefähr gleich groß und auch das Tastaturlayout ist ähnlich.

Dazu gabs Kuchen. Und jetzt noch so ein frühes Abendessen mit allem drum und dran. Macht auch Spaß.

N900: Don’t touch and ride … oder so

Aus einem Forum wissen wir, daß dieses Video mit dem N900 aufgenommen wurde. Ich würde mal sagen: Das Gerät ist der Verkehrssicherheit offenbar nicht besonders zuträglich. (Wobei: Auch ich neige ja dazu, vom Fahrrad aus zu filmen. Nokia-Geräte scheinen dafür wie gemacht zu sein.)

Aufgetaucht ist der Link zu dem Video in einem anderen Zusammenhang. User wollten wissen, wie gut die Kamera des N900 ist. Von Nokia selbst gibt es dazu noch keine prahlerischen Demo-Fotos, weil die Software zur Bildverarbeitung noch nicht fertig ist. Was es aber gibt, ist ein flickr-Pool mit Bildern, die mit den Testgeräten und Beta-Software entstanden sind. Bemerkenswert viel Essen.