Maemo 5: Fremantle Beta Videos

Die ersten Videos des gestern veröffentlichten Beta-SDKs von Maemo 5 sind aufgetaucht: Daniel Martín Yerga hat einen Screencast des Mail-Clients Modest veröffentlicht, von einem anderen User gibt es einen kurzen Einblick in den Desktop und einige Applikationen.

Die düstere Stimmung, die sich schon bei der Alpha-Version angekündigt hat, verfestigt sich: Das neue User Interface macht aus dem an sich mächtigen, PC-ähnlichen Maemo ein zusammengestutztes Betriebssystem für Mobiltelefone mit 2″-Display. (Als Bild zu diesem Beitrag habe ich einen Screenshot des Mail-Clients verwendet: Mit ein wenig gutem Willen ließe sich der sogar so extrem verkleinert noch bedienen.) Die ebenfalls überarbeiteten Hildon Human Interface Guidelines verstärken diesen Eindruck: Komplexe User Interfaces mit mehreren Arbeitsbereichen (Dateimanager, Mailprogramm …) sind nicht mehr gefragt, stattdessen wird jede Auswahl, jede Liste in einem bildschirmfüllenden Zwischenfenster dargestellt. Ein Mailprogramm sollte also zunächst eine Liste mit allen Ordnern (Posteingang, Postausgang, Entwürfe, …) präsentieren, erst beim Klick auf „Posteingang“ öffnet sich - bildschirmfüllend, in einem neuen Fenster - die Liste der darin enthaltenen Mails, ein Klick auf die Mail öffnet dann - wieder bildschirmfüllend und in einem neuen Fenster - die eigentliche Nachricht. Um dann in den Ordner „Entwürfe“ zu wechseln, muß man die Mail schließen, dann den Posteingang schließen, dann „Entwürfe“ wählen, daraus wieder eine Mail wählen, … absurd. Ein 4.1″-Bildschirm mit einer Auflösung von 800×480 bietet Platz genug für eine klassische dreiteilige Ansicht im Mailprogramm, sofern man nicht darauf besteht, daß jedes Listenelement daumennagelgroß sein muß.

Die offene Frage ist, warum diese dramatischen Einschnitte vorgenommen wurden und Maemo ab jetzt mit angezogener Handbremse fährt. Immerhin wird das „Maemo 5 Lead Device“ mit hoher Wahrscheinlichkeit jede andere Nokia-Hardware (inklusive dem N97) in den Schatten stellen und mehr Rechenleistung bieten als mein Laptop. Ich kanns mir nur so erklären, daß das gesamte System tatsächlich von der esoterischen „Internet Tablet“-Schiene auf ein Leben im Inneren eines Mobiltelefones vorbereitet werden soll. Nokia hat bereits mehrfach angedeutet, daß die Möglichkeiten von S60 langsam ausgereizt sind. Zwar wird man es weiter einsetzen, aber eher in Mittelklasse-Geräten. Für den High-End Bereich sucht man Alternativen und denkt dabei auch an GNU/Linux. Das klingt dann doch stark nach Maemo … und das neue Maemo schaut auch stark danach aus. (Obwohl niemand damit rechnet, daß schon diese Version auf einem Telefon zum Einsatz kommen wird.)

Schade. Ich brauche nicht noch ein Telefon-Betriebssystem, ich brauche ein Desktop-Äquivalent in der Größe meiner Hemdtasche. Noch gibt es Hoffnung: Die alten GUI-Elemente werden, soweit ich das verstanden habe, weiterhin unterstützt, zur Not kann man sogar die völlig unveränderte Form der Desktop-Programme laufen lassen. (Schaut dann zwar schräg aus, funktioniert aber in den meisten Fällen.) Ganz offensichtlich fehlt Nokia aber der Wille, Entwicklungen in diese Richtung zu fördern. Zumindest die mitgelieferten Applikationen wie Browser, RSS-Reader, Chat und Mail-Client werden also vermutlich im plumpen Playmobil-Design daherkommen und, dazu passend, nur sehr eingeschränkte Funktionalität bieten. Mit anderen Worten: Fennec droht.

Nachmittag in Baumkronen

Ein spontaner Ausflug in den Tiergarten Schönbrunn. Neben den immer wieder bezaubernden Kindern („Mama, ist der tot?“ - „Nein, der schläft nur.“ - „Schade.“) gibt es eine neue Attraktion: ein aufregend schwankender Steg durch die Baumkronen des Tirolergartens. Die angekündigten Einblicke in den Lebensraum da oben bleiben zwar aus, dafür gibt es stellenweise eine wirklich schöne Aussicht auf Schloß, Park und Zoo. Lovely!

Neues Baby

Ich bin jetzt offiziell verrückt: Seit heute habe ich nicht nur mein bewährtes N800, sondern auch das N810. Das bringt so gut wie gar nix (gleicher Prozessor, gleicher Arbeitsspeicher, …), war aber erstmals um unter 200 Euro zu haben. Da mußte ich zuschlagen. Auspacken macht ja bekanntlich Freude. 😉
 Video auf blip.tv

Man kann sichs natürlich schön reden: Die eingebaute Tastatur ist nett. Ein transflexiver Bildschirm macht das Video-Schauen im Zug angenehmer. Der Sound ist deutlich besser. Das ganze Gerät ist nochmal etwas kleiner. GPS ist eingebaut. Ja, sicher, ein paar kleine Vorteile hats, alles in allem aber ist es das Geld nicht wert, solange mein N800 tadellos funktioniert. Noch dazu, wo ich noch heuer fix ca. € 400,- für das „Maemo 5 Lead Device“ RX-51 einplanen muß. (Ja, tatsächlich, sie nennen es „Maemo 5 Lead Device“, weil sie partout keine Produktbezeichnung rausrücken wollen. Die spinnen, die Finnen.)

Wie rechtfertige ich jetzt also die Anschaffung? Ich könnte mir das alternative Betriebssystem Mer am alten N800 installieren. Zusätzlich paßt vielleicht noch eines der anderen Experimente in dieser Richtung drauf: Debian, Android, KDE, …

Wie auch immer: Ich habs jetzt und muß damit leben. Man kann sich sein Schicksal nicht aussuchen. 😉

CHESS auf DVD … bald!

Eine konzertante Aufführung ist das beste, was man dem Musical Chess antun kann: Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf die brillante Musik und versucht gar nicht erst, der Handlung einen Rahmen zu bieten. Diese ist nämlich auch nach 25 Jahren noch verworren und lähmend uninteressant, trotz aller zwischenzeitlicher Bemühungen des Autorenteams. (Ich kenne kein Musical, an dem so viel herumgebastelt wurde. Geholfen hat alles nichts.)

Im Mai 2008 hat Sir Tim Rice sich den Traum erfüllt, die Show zurück nach London zu holen. Für zwei Abende bot die ausverkaufte Royal Albert Hall den Rahmen für „One Night In Bangkok“, „I Know Him So Well“ und „Anthem“ in einer konzertanten Fassung - sofern man ein Spektakel mit Ballett, Pyrotechnik und effektvollem Bühnenbild als solche durchgehen läßt. Erst jetzt, über ein Jahr später, soll die DVD dazu erscheinen. Ich habe meinem Friseur erst vor kurzem versichert, daß ich sie nicht kaufen werde: Ich habe schon fünf Aufnahmen zuhause, wozu soll ich mir noch eine zulegen?

Heute habe ich auf icethesite.com den ersten Trailer gesehen. Ich muß es haben. Ich muß. Endlich eine stark an der Londoner Welturaufführung von 1986 orientierte Version nicht nur hören, sondern auch sehen zu können, diese Chance kann ich mir einfach nicht entgehen lassen. Tom, ich nehme hiermit alles zurück, natürlich kauf ich mir die DVD. (Voraussichtlich im Juni wird sie erhältlich sein.) Bis dahin schau ich mir alle verfügbaren Clips auf YouTube an, egal wie schlecht die Qualität ist.

Wen es interessiert: Sir Tim Rice hat einen kurzen Text zur Aufführung in der Royal Albert Hall verfaßt. Nicht uninteressant zu lesen, wie bewegt die Geschichte des Stücks war.

Snacks- was?

Eigentlich steht auf dem Schild eh ganz deutlich, was gemeint ist. Trotzdem haben mir die verwendete Schriftart und die halb erahnte Schieflage kurz eine 4 für ein A vorgemacht, wie ich vorbeigegangen bin. Ein paar Zentimeter mehr Abstand hätten hier gut getan. 🙂

Ja hat sie’s Beindi vergraben?

Hat sie ihr erstes Beindi vergraben? So brav! Und voll gut zugemacht hammas wieder!

Der Tierarzt ist außer sich vor Begeisterung über den frisch erwachten Ich-grab-alles-ein-Instinkt unseres gar nicht mehr so kleinen Mädchens und legt vor der Abfahrt in die Ordination eine extra Spielrunde ein.

Ich bin mir nicht ganz so sicher, ob sie wirklich zum ersten Mal was vergraben hat: Meine Mutter berichtet von einer verschwundenen Fernbedienung und einem ebenfalls nicht mehr auffindbaren Salzstreuer.

Xyzall

Der Garten ist ein Pollendschungel. Bei Nachbars galoppiert ein ganzes Rudel Einzelkinder (die Eltern sind auch alle da) kreischend um ein gelbes Plastikhäuschen. Im Fernsehen: der Papst mit den Gummifingern.

Wie gut, daß ich Xyzall mit dabei habe. Ha-Haaatschi!

Nokia Technical Competence Center

Wenn man selbst im Supportgeschäft arbeitet, tut es hin und wieder gut zu sehen, wie unglaublich bescheuert sich andere Firmen anstellen. Vor allem, wenn es um Firmen eines Kalibers wie Nokia geht.

Meine Frage an den technischen Kundendienst war, warum ich beim Synchonisieren meiner Kontakte mit Ovi.com die Fehlermeldung Server not responding bekomme. Die Lösung nach einem Tag Nachdenkpause:

Oskar, based on the error prompt, kindly be advised that there possibly might be an issue with the server.

Ach. Darauf wär ich jetzt gar nicht gekommen. Das eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten.

Tragisch übrigens, wie hopatatschig Nokia sich mit Ovi insgesamt anstellt. Ich habe mittlerweile drei der dort angebotenen Services ausprobiert. Kein einziges funktioniert so, wie man es erwarten würde. Dazu kommt ein User Interface, das von einem epileptischen Wildschwein gegen die Wand gefurzt wurde. Tonnen von Flash, unübersichtlich, inkonsistent. Dabei basteln die seit August 2007 dran. Ich wittere dort Potential für großflächigen Personalabbau.