ICE 27: Geschwindigkeitsüberschreitung

Ich sitz da so gemütlich im Zug nach Wien und denk an nichts Böses. Plötzlich gibt mein neues Nokia 6110 die widerlichsten Piepsgeräusche von sich: laut, schrill, unerträglich (letzteres auch für die anderen Fahrgäste). Ich fummle mit hochrotem Gesicht durch die Menüs. Was will es von mir? Hat es Hunger? Heimweh?

Die Lösung ist viel banaler: Ich hatte aus Versehen noch GPS aktiviert und das Navigationsprogramm im Hintergrund laufen. Dieses fürsorgliche Stück Software warnt mit dem gräßlichen Geräusch vor Geschwindigkeitsüberschreitungen. Werksseitig ist das Limit auf 200km/h eingestellt, und die haben wir soeben überschritten.

Ich erhöhe auf 250 und schaue gebannt zu, wie sich der rote Pfeil über die Landkarte schlängelt. (Die anderen Fahrgäste halten mich jetzt endgültig für verrückt.)

Raiffeisen Goes Eurovision

Die Raiffeisen International Bank-Holding AG ist laut Presseinfo von gestern Hauptsponsor des Eurovison Song Contest 2008.

Ein schöner Kommentar aus den Foren von esctoday.com:

Well, I think that’s the best contribution Austria can make in ESC …

Videokonvertierung auf Speed

Auf Bahnfahrten nehm ich mir ja doch ganz gern Filme mit: Wien-Linz ist zwar grad zu kurz für einen Kinofilm, aber man kann ja dann im Taxi weiter schaun. 😉

Und jetzt muß ich einfach mal so richtig angeben:

Früher, vor einem halben Jahr noch, war das Konvertieren eines Films für meinen kleinen Nokia 770 eine Riesengschicht. Das hat Stunden gedauert, der Rechner war dabei völlig ausgelastet und für nichts anderes zu gebrauchen. Meistens hab ichs über Nacht laufen lassen und dann in der Früh festgestellt, daß ich aus Versehen die falsche Tonspur erwischt hab. Irgendwie wars immer ein Abenteuer.

Jetzt, mit dem neuen PC: ca. eine halbe Stunde für 2pass-Encoding, Skalierung auf 800×480 und Wegschneiden von Bildteilen links und rechts für ein formatfüllendes 15:9-Bild. Dabei ist die CPU nicht mal zu 25% ausgelastet, ich kann das also schön im Hintergrund laufen lassen und weitersurfen. Noch dazu weiß ich: Es gibt Leistungsreserven, die von mir verwendete Software nutzt die Quadcore-CPU überhaupt nicht aus. Auf 10-15min sollt ich also irgendwann runterkommen pro DVD.

Tja. Andere Leut kaufen sich schnelle Autos oder protzige Uhren. Da darf ich auch mal … 😉

Fall Zogaj: „Richtige Raufertypen“

Wenn man die Medienberichterstattung zum „Fall Arigona“ verfolgt, wird schnell klar: Das ist eine Musterfamilie. Eine Musterschülerin. So a liabs Dirndl. Und alle Frankenburger stehen geschlossen hinter ihr und wollen, daß sie bleibt.

Katharina Schmidt hat den Fehler begangen, für die Wiener Zeitung direkt vor Ort nachzufragen. Dummerweise schert ihr Artikel völlig aus der hysterisierten ORF-Krone-Front aus: Die Pro-Arigona-Demonstranten waren gar keine Frankenburger, die hat man aus Linz eingeflogen. Die Einheimischen haben sich vor den Zogajs gefürchtet, vor allem vor Arigonas älteren Brüdern. Gegen Arigona selbst stehen Vorwürfe wegen Diebstahls und Mobbing einer behinderten Mitschülerin im Raum. Den einst kolportierten Nervenzusammenbruch will man auch nicht so recht glauben: Fräulein Zogaj war unmittelbar anschließend beim Spar einkaufen.

Derartige Berichte finden kaum jemals ihren Weg in die Kronen Zeitung oder gar auf den Küniglberg. (Vom Standard red ich gar nicht, der träumt offenbar schon vom Ausnahmezustand.) Umso dankbarer bin ich der Wiener Zeitung für diesen kleinen Blick hinter die Kulissen einer unsäglichen Verarsche.

Eine kurze Zeitgeschichte

Wer vor Jahreswechsel (die Zeit bietet sich ja an) die weltpolitische Entwicklung der letzten 10-15 Jahre im Zeitraffer verfolgen möchte, dem sei Volker Pispers als Geschichte-Lehrer ans Herz gelegt. Er gleitet nicht in einen oberflächlichen Anti-Amerikanismus ab. Nein, sein Anti-Amerikanismus ist nicht oberflächlich:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Meist witzig, oft aber nur noch schockierend in der Bloßlegung der Menschenverachtung westlicher Politik. Jedenfalls unbedingt sehenswert bis zum (sehr bitteren) Ende.

Arabischer Song Contest

Erste Ankündigungen gab es bereits im April, jetzt ist es fix: Der Eurovision Song Contest wird exportiert. Nibras Media, mit ⅓ Marktanteil führender Content-Lieferant im arabischen Raum, hat das Format von der EBU gekauft und will die Show für die Region von Nordwest-Afrika bis zum Persischen Golf produzieren. Ich verlasse mich fest darauf, daß Internet-Streaming dort ebenfalls fix dazu gehört: Es kann ja nicht sein, daß es irgendwo auf der Welt einen Song Contest gibt, den ich nicht sehen kann!

Mehr aon, mehr Festplatte

Man kann ruhig auch mal Werbung für seinen Arbeitgeber machen, ganz so verwerflich ist das ja nicht:

Seit heute verfüge ich über knapp 10GB Festplattenspeicher im Web. Die online-Festplatte von aon hats mir angetan. Von der Idee her ist so ein externer Speicher auf WebDAV-Basis zwar nicht neu (Apple bietet ihn als als iDisk an, GMX als MediaCenter). Trotzdem: Maximal 49GB für € 9,90 im Monat, das macht einen MB-Preis von 24 Cent. Für aon-Kunden stehen die ersten 500MB überhaupt gratis zur Verfügung. Im Vergleich nicht schlecht, außerdem hab ich Support und Klagemauer im Haus. Das ist schon was anderes, als sich einem fremden Anbieter auszuliefern.

Was mich außerdem überzeugt hat ist die ausführliche Beschreibung für nicht-Windows-Systeme. Während z.B. GMX nur knapp erklärt Bitte informieren Sie sich über die bekannten Internet-Suchmaschinen über WebDAV-Clients für Ihr Betriebssystem., widmet das aon-Portal sowohl OSX als auch GNU/Linux ausführliche Beschreibungen mit hübschen Screenshots (allein für GNU/Linux werden sechs verschiedene Möglichkeiten des Zugriffs beschrieben). So gehört sich das!

Jedenfalls können ab heute alle meine PCs auf ein neues Verzeichnis ~/aon zugreifen, dessen Inhalt mir auch über eine Web-Oberfläche zur Verfügung steht. Wenn ich einmal ganz gut aufgelegt bin, kann ich einzelne Ordner darin sogar öffentlich machen. Mal sehen … 😉