Warten auf den Todesengel

Bei manchen Unterhaltungen hab ich für einen Moment das Gefühl, kurzfristig in einer anderen Realität zu leben:

Ich:

„Was machst Du?“

M.:

„Ich warte auf den Todesengel.“

Das hat M. sich nicht einfach nur so ausgedacht. M. wartet tatsächlich auf den Todesengel: Auf Pro7 beginnt in wenigen Minuten eine Sendung über den „Todesengel von Schwabing“. Wissen muß mans halt, sonst wird einem kurz anders … ;-)

Bush am Klo

„Web 2.0“ ist also auch Klopapier, zumindest das Ersteigern desselben.

Seit heute kann mich George W. Bush am Allerwertesten lecken - und das ist gar nicht mal bildhaft gemeint. Mein Klo ziert nämlich eine Rolle mit dem aufgedruckten Porträt des Mannes, der Frieden, Demokratie, Freiheit, Grundrechte und Coca Cola in die Welt bringt. Was das mit Web 2.0 zu tun hat?

Es begann alles am 21. Juli. Da hat Markus in seinem Blog die verworrene Geschichte erzählt, wie er in Besitz von vier handbedruckten und vor allem auch handgerollten Exemplaren dieser perfiden Form von Terrorismus gekommen ist. Der Blogeintrag endete mit der Aufforderung:

Wer von euch will auch auf George W. sch***? Ich hätte da noch eine Rolle zu vergeben…

Tja, wie die Kommentare belegen, war ich der erste Interessent. Drei, zwei, eins, meins. Bezahlt hab ich dafür nichts: Wer sich die Story von Markus durchliest weiß, daß das nicht Geiz, sondern Demokratie ist. (Trotzdem hab ich das Gefühl, ich sollte dem Kollegen zumindest man eine Leberkässemmel spendieren.)

Anyway, das ist die erste Klopapierrolle, die ich im Web eingekauft habe. Très „2.0“!

Tagging à la twoday

Nach Planet à la twoday und Geotagging à la twoday gibts heute eine weitere Folge der beliebten „Sendung mit der knallgrauen Maus“, aka „Pimp my twoday“ (manche Leser sind ja unter 30 …).

Anders als bei blogr oder Weblife hat knallgrau hier bei twoday ja (noch?) keinen Tagging-Mechanismus eingebaut. (Klingt komisch, ist aber so. *g*) Einen seither immer wieder verwendeten Workaround hat Daniel schon im Jänner 2006 präsentiert: Ein Script fordert zur Tag-Eingabe auf und produziert HTML-Code, aus dem Technorati dann Tags extrahieren kann. Der HTML-Code landet direkt im Textbereich des Beitrags. Nachteil dabei: Die Tags sind nicht „wiederverwertbar“ (z.B. für del.icio.us oder im RSS-Feed). Außerdem wirken sich zu große Änderungen bei den Tags auf den Zeitstempel „modifytime“ aus, was unerwünschte Nebeneffekte hat.

Wie also tun?

Ähnlich wie beim Geotagging können zusätzliche Eingabefelder im Formular für das Erstellen/Ändern von Einträgen (Story.editForm) weiterhelfen, das man über „Layout verwalten > Skins“ erreicht:

<p>
<% message key=”Story.create.title”%>:<br />

<% story.content part=”title” as=”editor” size=”24″ class=”formTitle” %>
</p>
<p>
<% message key=”Story.create.text”%>:<br />
<% story.content part=”text” as=”editor” cols=”60″ rows=”15″ class=”formText” %>

<br />
Tag 1: <% story.content part=”tag.1″ as=”editor” size=”30″ %> <br/>
Tag 2: <% story.content part=”tag.2″ as=”editor” size=”30″ %> <br/>

</p>

Die fett hervorgehobenen Stellen sind die neuen Eingabefelder für Tags. Auch diese Lösung hat einen Nachteil: Man muß sich bei der Änderung von „Story.editForm“ auf eine maximale Anzahl von Tags festlegen und für jedes Tag ein eigenes Eingabefeld bauen. Hier im Beispiel sind es zwei („tag.1“ und „tag.2“), ich habe mich in meinem Blog für neun entschieden. Zu viele sind in der Darstellung/Weiterverarbeitung extrem umständlich zu handhaben, zu wenige machen einfach keinen Spaß.

Eingesetzt wird das Tag in Skins wie z.B. story.Display. Dabei kann es auf zwei verschiedene Arten aufgerufen werden. <% story.content part=”tag.1″ as=”plaintext” encoding=”xml” %> stellt das Tag so dar, wie es eingegeben wurde - mit Umlauten, Leerzeichen, Schrägstrichen und allem, was drin ist. Das ist der Text, wie man ihn lesen soll. Die zweite Variante, <% story.content part=”tag.1″ as=”plaintext” encoding=”url” %>, codiert „gefährliche“ Sonderzeichen, die in URIs nicht vorkommen sollen, annähernd nach RFC 3986 um (z.B. „%C3%96sterreich“ statt „Österreich“). Leerzeichen in Wortgruppen werden aber durch ein „+“ ersetzt, was zwar nicht RFC 3986 entspricht, praktischerweise aber genau das ist, was fast alle relevanten Webservices in URLs erwarten.

Die folgende Konstruktion nutzt beide Varianten:

<% story.content part=”tag.1″ prefix=’Tag: <a href=”http://technorati.com/tag/’ suffix='” rel=”tag”>’ as=”plaintext” encoding=”url” %><% story.content part=”tag.1″ suffix='</a>’ as=”plaintext” encoding=”xml” %>

Wenn tag.1 z.B. mit „Österreich“ befüllt wurde, erzeugt sie den HTML-Code Tag: <a href=”http://technorati.com/tag/%C3%96sterreich” rel=”tag”>Österreich</a>. Das ist schon mal sehr praktisch und flexibel: einfach statt der Technorati-URL irgend ein anderes Fragment nehmen, und auch dorthin wird verlinkt.

Die Tags sollten dann auch im RSS-Feed landen, und zwar sinnvollerweise als „dc:subject“. Dort werden sie von Webservices wie Technorati erwartet, außerdem entspricht das der Definition für dieses Feld, die lautet:

The topic of the resource. (Comment: Typically, the topic will be represented using keywords, key phrases, or classification codes.)

Es zahlt sich jedenfalls aus, die Änderung im RSS-Feed vorzunehmen (die relevanten Skins sind Story.rssItem und Story.rssItemSummary). In der Standardeinstellung schreibt twoday dort nämlich einen vollen HTML-Link (also mit <a href=”…”>) auf die Übersichtsseite des Beitrags-Themas in das Feld dc:subject, was ein bißchen über die oben zitierte Definition des Feldes hinaus schießt und Technorati beim Versuch, Tags automatisch zu extrahieren, völlig durcheinander bringt.

Wenn man schon mal bei den RSS-Feeds ist und einen ausgeprägten Fetisch für Standards eintwickelt hat, die niemanden interessieren, sollte man noch eine Änderung vornehmen. Der Codeabschnitt

<% story.content part=”text” prefix=”<description>” suffix=”</description>” encode=”xml” %> 

ist durch den nachfolgenden zu ersetzen:

<% story.content part=”text” prefix=”<description>” suffix=”</description>” encode=”xml” as=”plaintext” %> 

Mit dieser Ergänzung („as=”plaintext”“) schneidet twoday das HTML-Markup aus dem Beitragstext und schreibt ihn ohne Links, Bilder und Formatierungen in den Feed. Ja, tatsächlich, das müßte so sein, auch wenns keiner macht. HTML-Markup gehört in das Feld „<content:encoded>“ aus dem Modul Content, das man auch noch einfügen kann, wenn man mag. (Namespace nicht vergessen!)

Tja, so funktioniert dann auch Tagging mit twoday, solange man sich eine vernünftige Anzahl von Eingabefeldern überlegt. Eines stört mich noch an dieser Lösung: Die Beschreibung der Ausgabe für mehrere Tag-Felder in den einzelnen Skins ist extrem schwerfällig. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, alle Tags als Gesamtheit (z.B. als Liste) anzusprechen. Bei neun Tags, die immer alle gleich behandelt werden sollen, wird das trotz Copy&Paste schnell unflexibel, unübersichtlich und lästig. Hoffentlich muß ich keine großen Änderungen mehr an der Darstellung vornehmen, für die tägliche Eingabe beim Bloggen paßts ja.

XII. Schlachtefest Mölschow

Schade: Das zwölfte Dorf- und Schlachtefest in Mölschow findet heuer ohne uns statt. 2005 und 2006 war dieses nur wenige Fahrradminuten vom Friesenhof entfernte Kultfest fixer Bestandteil unserer Urlaube auf Usedom.

Vielleicht liegt der eher atypische Termin daran, daß die Mölschower bei dieser Gelegenheit heuer auch gleich das 725jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung ihres Ortes feiern. Der Spaß sei ihnen gegönnt, nächstes Jahr wären wir aber dann doch gerne wieder mit dabei. ;)

Übrigens: Gerade jetzt, um 15:00 Uhr, beginnt laut Programm der Auftritt des Duos „music men“. Falls die der geneigten Leserschaft bekannt vorkommen: Richtig, die gabs schon mal in diesem Blog. Hier und hier. Und die sind dafür verantwortlich, daß wir wenigstens ein bißchen Schlachtefest-Stimmung hatten im Urlaub: Die Schlachtefest-Hymne (Kommt selbst bei Gästen aus dem Süden super an!) hatte ich nämlich als MP3 mit.

Fressen

Nach dem bekanntermaßen extrem kalorienarmen Urlaub lassen wir uns ganz schnell wieder aufpäppeln: warmekueche.at fährt auf, was das Haus zu bieten hat. Extra-fein! Ich nähere mich aber rasch der Sättigungsgrenze und muß aufpassen, daß noch Platz für den Kuchen bleibt, den es später geben soll.
Schöner Sommerabend mit lieben Leuten auf einer gemütlichen Terrasse. Da kommen wir wieder her. 😉

Wieder da – Gas weg

Kaum ist der Urlaub vorbei, geht das Chaos wieder los. An meiner Wohnungstür finde ich die Verständigung darüber, daß man mir das Gas abgedreht hat. Der Blitz habe in den Kamin eingeschlagen, lese ich, ich möge mich mit einer Kaminbaufirma und dem technischen Kundendienst der Wien Energie, der Tag und Nacht erreichbar sei, in Verbindung setzen.

Beim Kundendienst der Wien Energie ist Tag und Nacht besetzt. Man kommt nicht mal auf eine Warteschleife.

Anders der Herr vom Kaminbau. Der ist erreichbar und erklärt mir die Sache wie folgt: Zuerst muß er kommen und den Kamin reparieren. Dann muß er den Rauchfangkehrer beauftragen, den Kamin wieder freizugeben. Und erst danach kann der technische Kundendienst der Wien Energie mir das Gas wieder aufdrehen.

Ob sich das alles denn heute noch ausgehen wird, frage ich besorgt. Immerhin ist ja Sonntag. Der Herr hustet (oder lacht?) am anderen Ende der Leitung. Nein, sagt er, er selbst kann frühestens am Dienstag kommen. Der Rauchfangkehrer wird sich am Dienstag nicht mehr ausgehen, wegen des Feiertags dann wohl erst Donnerstag. Wann dann das Gas wieder aufgedreht wird? Damit bleibe ich meinen Schätzungen überlassen, da will er mir keine Auskunft geben. Ich rechne mal damit, daß ich diese Woche nicht mehr duschen kann. Macht ja auch nichts. Wer will das schon nach 1 ½ Tagen Zugfahrt?

Wieder Hopfingerbräu

Wie letztes Jahr vertreiben wir uns die Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges im Hopfingerbräu am Berliner Hauptbahnhof. Wie letztes Jahr gibt es Currywurst, nur das Wetter ist heuer schlechter.

Abschiedssalat

Ein letzter "Salat sportiv" noch, in einer knappen Stunde gehts ab zum Bahnhof. Schade. Ich hab noch gar nicht so richtig begriffen, daß es Morgen kein Frühstücksbuffet und keine Ostsee mehr geben wird.

Schaumgeboren

Gewaltige Wellen, schneeweiße Gischt, die in der Sonne funkelt… Mitten drin ich, der sich nackt mit dem Rücken gegen jede Welle fallen läßt, aufgeregt mit Armen und Beinen rudert und dabei den irritierten Eingeborenen Dinge wie "mit der wilden Frische von Limonen" entgegenbrüllt.
Das sind die Zutaten, aus denen ein perfekter Urlaubstag gemacht wird. (Außerdem sind das die Blog-Einträge, die besser ohne Foto auskommen. *g*)