Jetzt zuschlagen!

Na, klingt doch vielversprechend, oder? Mit etwas Glück findet man in diesem Geschäft noch rasch und günstig eine herzeigbare Begleitung für den kommenden Sommerurlaub. Interessiert? Der Laden ist am Julius-Tandler-Platz, 1090 Wien.

Mini-Bildbearbeitung am Nokia 770/N800

Endlich gibt es zumindest Ansätze für das, was mir seit langem fehlt: ein rudimentäres Bildbearbeitungsprogramm für meinen Nokia 770.

Mirage ist eigentlich in erster Linie ein Bildbetrachtungsprogramm für Desktop-Systeme, bietet aber auch folgende Bearbeitungsfunktionen:

  • Drehen
  • Spiegeln
  • Größe ändern
  • Zuschneiden
  • Farbsättigung manipulieren

Das ist fast alles, was man für die mobile Bildbearbeitung benötigt. Helligkeit, Kontrast und Gammakorrektur wären noch auf meiner persönlichen Wunschliste, aber vielleicht kommt das ja noch.

Daniel Martín Yerga hat die Portierung der Software auf Maemo heute in seinem Blog bekannt gegeben, eine erste Beta-Version gibt es bereits zum Download. Noch ist das User-Interface nicht ganz „hildonisiert“ (also auf das Look&Feel der Maemo-Tablets angepaßt), noch gibt es Abstürze und noch ist die Installation unnötig kompliziert (v.a. auch durch die Abhängigkeit von Python 2.5, das man zuvor manuell installieren muß). Trotzdem: eine feine Sache und unverständlich, warum es sowas nicht früher gab.

Für Freunde fortgeschrittenerer Bildbearbeitung hat Teemu Harju übrigens bereits im Mai 2006 ein Paket mit der Python Imaging Library mit viel, viel umfassenderen Funktionen auf Maemo portiert. Zwar waren die Funktionen nur von der Kommandozeile aufrufbar, aber dennoch ausgesprochen nützlich. Ich bin mir leider nicht sicher, ob das jetzt mit Python 2.5 noch funktioniert - mein erster Installationsversuch heute ist mit einer entsprechenden Fehlermeldung gescheitert. (Unter Umständen würde es mit dem alten Python 2.4-Runtime-Package klappen, das möchte ich jetzt aber nicht auch noch zusätzlich herunterladen.)

Sonntagsgottesdienst

Ich sehe meiner etwa 80jährigen, schwerhörigen Nachbarin ja vieles nach: unsere gemeinsamen Abende mit Caroline Nebel; unsere exzessiven Udo-Jürgens-Orgien (hat sie den auf CD oder spielt sie noch Schallplatten ab?); die dramatischen Dialoge nachkriegszeitlichen Heimatfilmgutes. Das alles ist kein Problem im Vergleich z.B. zu den Balkonabenden der drei Herren von gegenüber (Studenten-WG, ziemlich „cool“ drauf und sowieso ein eigenes Kapitel).

Was mich aber dann doch regelmäßig irritiert ist der katholische Gottesdienst (9:30, ZDF). Gnädige Frau, wenn Sie bitte die Orgel und vor allem das singende Kirchenvolk etwas leiser drehen könnten? Diese Art von Musik schrillt bis ins letzte Winkelchen meiner Wohnung. Es fühlt sich an, als würde man Glassplitter durchs Fenster herein kippen. Offenbar wurde sie wirklich extra so komponiert, damit man sie ja auch noch „ganz oben“ gut hören kann.

Geburtstagserinnerungen beim Login

Ich tendiere in letzter Zeit immer häufiger dazu, Geburtstage zu vergessen. Daran ist einerseits ein Bug in Evolution schuld, andererseits und vor allem aber die Tatsache, daß ich mit ca. fünf verschiedenen Desktop-Umgebungen abwechselnd arbeite und mich von keiner abhängig machen will, was meine Terminübersicht betrifft.

Gerade habe ich nun eine Lösung für dieses Problem gefunden: when. Dieses Programm durchforstet eine Textdatei nach Terminen oder Geburtstagen. Ereignisse der kommenden 14 Tage (so hab ichs jetzt eingestellt) werden ausgegeben.

Warum ich mich gerade davon abhängig mache? Es gibt genau einen Vorgang bei der Verwendung meines PCs, der immer gleich abläuft: das Login. Unabhängig davon, ob ich danach auf der Kommandozeile bleibe oder Gnome, KDE, enlightenment, fluxbox oder sonstwas starte, das Login erfolgt immer auf der Textkonsole TTY1. (Die Verwendung grafischer Login-Manager habe ich schon lange aufgegeben.)

Genau das habe ich mir jetzt zunutze gemacht und meine ~/.bash_profile um folgende Zeilen erweitert:

TERMTYPE=$(tty)
if [ ${TERMTYPE:5:3} = "tty" ]
then
when i
fi

Funktioniert ganz fein. Im Terminal-Fenster einer X-Session werde ich nicht behelligt, ansonsten findet der Check auf eingetragene Ereignisse bei jedem Login statt. Eigentlich sollte es jetzt keine Ausreden mehr geben …

Bluetooth-Headset für GNU/Linux

Monatelang benutzt man das am PC angeschlossene Mikrofon nicht, und wenn mans dann doch mal braucht (und seis nur zum Testen), kommt man drauf: Kabel ausgeleiert, da kommt nur mehr Brummen und Krachen. Das alles am Feiertag um 18:00 Uhr - da hat der Niedermeyer ums Eck nicht mehr offen, und ein Zweitmikrofon hab ich nicht im … Moment mal! Da fällt mir doch was ein:

Gleich neben dem PC liegt das Bluetooth-Headset für mein Nokia-HandyMobiltelefon, und hinten am PC steckt ein Bluetooth-Adapter. Wär doch gelacht, wenn die beiden nicht irgendwie zusammen gehen würden? Nun, eigentlich nicht so wirklich, der Linux-Kernel kann mit dieser Kombination von Haus aus nicht umgehen. Freie Software wäre aber nicht freie Software, wenn da nicht schon jemand dran geschraubt und eine Lösung gefunden hätte: Ein Artikel im Gentoo-Wiki erklärt mir ziemlich deppensicher, was zu tun ist. Einzige Falle: Der verwendete Blue Fritz! Adapter streikt bei dem Experiment. Gottseidank hab ich aber noch den von Hama in der Schublade, der kann das alles prächtig.

Mein System zeigt mir jetzt eine zweite Soundkarte mit dem Namen „BT Headset“ an, die ich zB in VoIP-Clients auswählen kann. Tatsächlich ist die Qualität deutlich bescheidener, als ich sie vom drahtgebundenen Kopfhörer mit Mikrofon in Erinnerung habe. Das liegt aber nicht am Treiber, das Headset ist nun mal kein HiFi-Gerät und klingt beim Betrieb mit dem Nokia-Telefon genauso. Praktisch ist es trotzdem, und vor allem bin ich natürlich stolz darauf, wie schnell ich meinem System etwas unterjubeln kann, was es gar nicht beherrschen dürfte. ;-)

Urlaubshobbyauftragsfotografie

Ich kenn sie nicht, sie kennt mich nicht, aber mein Foto ziert ihr Gedicht: Luna, die Autorin von causerien.twoday.net und ungebundenes.twoday.net. Ich bin also jetzt sowas wie Urlaubshobbyauftragsfotograf für Dichter.

Angefangen hat die Geschichte am 24.6.2006. Luna hatte meine Urlaubsberichte von Usedom gelesen und bat mich per Mail, beim nächsten Besuch dort ein Foto von einer bestimmten Skulpur an der Strandpromenade von Zinnowitz zu machen. Es würde, meinte sie, sehr gut zu einem ihrer Gedichte passen.

Usedom-Zeit war für mich erst wieder über ein Monat später, also hatte ich die Bitte fast vergessen, als ich tatsächlich wieder nach Zinnowitz kam. Nach einem Abendessen (wahrscheinlich in der Primavera *g*) ist mir dann die gesuchte Holzskulptur allerdings aufgefallen. Ich habe sie treu und ergeben abgelichtet und die Fotos Mitte August an Luna geschickt. Das wars auch schon, im Trubel des Büroalltags hab ich schon bald nicht mehr an die Sache gedacht.

Vorgestern dann war ich wieder mal auf der Suche nach mir selbst - also auf der Suche nach meinem Namen im Netz. Und da, plötzlich, was seh ich? Das Holzmännlein aus Zinnowitz! Ich hab mich gefreut: weil das Bild seinen ihm zugedachten Platz gefunden hat; weil ich ganz plötzlich wieder Urlaubserinnerungen hatte; und schließlich weil es einfach spannend ist zu sehen, wie unkompliziert zwei völlig Fremde, die hunderte Kilometer voneinander entfernt wohnen, eben schnell mal gemeinsam Gedicht und Foto zusammenstellen.

Eurovision Song Contest: East beats West

So, zum letzten Mal für heuer für dieses Wochenende Eurovisions-Content hier im Blog: Wie schaut eigentlich tatsächlich mit der Blockbildung beim Televoting vor allem unter den osteuropäischen Staaten und den Skandinaviern aus?

Eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten wurde zu dem Thema bereits verfaßt, unter anderem:

Die Blockbildung wird von Derek Gatherer am anschaulichsten beschrieben; er analysiert die Punkteverteilung über mehrere Jahre und gibt den Blocks so klingende Namen wie Viking Empire, Warsaw Pact, Balkan Bloc und Pyrenean Axis. Angelehnt an diese Aufteilung habe ich mir das Ergebnis des heurigen Finales genauer angesehen:

Punkte an: Punkte von:
Balkan B.-frei Warsch. Pakt Wikinger Summe
Balkan 281 331 82 116 810
Blockfrei 180 202 85 95 562
Warsch. Pakt 153 223 112 159 647
Wikinger 7 46 3 89 145
Summe 621 802 282 459 2164

Der Balkan-Block und der Warschauer Pakt sind eindeutig noch aktiv, während das Wikingerreich offensichtlich Richtung Warschauer Pakt hin zerbröselt - zumindest heuer. Kleinere Blöcke habe ich in die Tabelle gar nicht erst aufgenommen, die Zeile „Summe“ entspricht also nicht der Gesamtpunktezahl des heurigen Song Contest.

Klarer wird das Bild schon, wenn man die Blöcke von Gatherer vergißt und sich auf die einfache Formel „Ost- gegen Westeuropa“ konzentriert:

Punkte an: Punkte von:
Ost West Summe
Ost 1381 816 2197
West 69 170 239
Summe 1450 986 2436

Eindeutig: Der Osten den Kontinents hat gut 95% seiner Stimmen unter sich verteilt, während die Staaten des Westens bei diesem Spiel nicht mitmachen. Sie vergeben die Stimmen nicht an westliche Teilnehmerländer, sondern ebenfalls zu einem großen Teil an den Osten. In Summe entsteht so ein deutlich spübares Ungleichgewicht. Übrigens: Der Staat, der von den 58 ihm zur Verfügung stehenden Punkten am meisten (nämlich 27) an westeuropäische Staaten vergab, war - Albanien. Zum Vergleich: Von den österreichischen Punkten wanderten 7 in den Westen, 51 in den Osten.

Erklärungen für diese Entwicklung gibt es viele (siehe die Links oben). Obwohl heuer ein Jahr war, in dem tatsächlich auch verdammt gute Songs aus dem Osten den Kontinents kamen, ist meine persönliche Befürchtung doch eine andere. Wahrscheinlich ist es nichts anderes als dumpfer, brutaler Nationalismus, der das Abstimmungsverhalten dirigiert, völlig unabhängig vom eigentlichen Song.

Unser Voting 2007

… und so sehen die Ergebnisse meiner kleinen, aber feinen Song-Contest-Party 2007 aus:

Rang Land Song Punkte
Interpret
1 Slowenien Cvet z juga 18
Alenka Gotar
2 Ungarn Unsubstantial Blues 17
Magdi Rúzsa
2 Deutschland Frauen regier’n die Welt 17
Roger Cicero
2 Serbien Molitva 17
Marija Šerifović
5 Frankreich L’amour à la Française 15
Les Fatals Picards
6 Weißrussland Work Your Magic 14
Dmitry Koldun
7 Georgien My Story 13
Sopho
7 Türkei Shake it up, Şekerim 13
Kenan Doğulu
9 Rumänien Liubi, Liubi, I Love You 12
Todomondo
10 Lettland Questa Notte 11
Bonaparti.lv
10 Ukraine Dancing Lasha Tumbai 11
Verka Serduchka
12 Bosnien & Herzegowina Rijeka Bez Imena 10
Maria Šestić
12 Russland Song #1 10
Serebro
12 Bulgarien Water 10
Elitsa Todorova & Stoyan Yankulov
15 Litauen Love Or Leave 9
4FUN
16 Irland They Can’t Stop The Spring 8
Dervish
16 Mazedonien Mojot svet 8
Karolina
16 Schweden The Worrying Kind 8
The Ark
19 Griechenland Yassou Maria 7
Sarbel
20 Spanien I Love You Mi Vida 6
D´NASH
20 Finnland Leave Me Alone 6
Hanna Pakarinen
20 Moldau Fight 6
Natalia Barbu
23 Armenien Anytime You Need 5
Hayko
24 Großbritannien Flying The Flag (For You) 3
Scooch

Ich sags gleich: Die hohe Wertung für Serbien kommt nicht von mir, ich kann den heurigen Sieger nach wie vor nicht so richtig verstehen. (Aber das ging mir 2005 mit Griechenland genauso. *g*)

Ansonsten eine ähnliche Situation wie letztes Jahr: Viele Punkte für Deutschland von uns, die aber das europäische Televoting nicht mehr beeinflussen konnten. Ich frag mich ja langsam, ob meine Nähe zum deutschen Song-Contest-Liedgut die gleichen Wurzeln hat wie die viel geschmähte Balkan-Connection: Ich hör den deutschen Song halt schon sehr viel öfter im Fernsehen als zB einen britischen oder schwedischen …

Song Contest Voting Sheet 2007

Wie üblich gibt es nun auch wieder das traditionelle Voting-Sheet zum Song Contest:

Wer sich das Ding nach eigenem Geschmack anpassen oder Fehler korrigieren möchte, kann das in der editierbaren OpenDocument-Version:

Viel Spaß damit morgen!

Song Contest: Wieder gut geraten!

Ich sollte mich langsam als professioneller ESC-Wahrsager betätigen! Wie schon 2006 sind auch diesmal fast alle meine Favoriten vom Semifinale ins Finale am Samstag aufgestiegen:

Weißrussland, Georgien (oha!), Ungarn, Slowenien und Türkei sind weiter. Einzig Malta hat mit einer unglaublich peinlichen Bühnenshow seine Aufstiegschance und meine Unterstützung verloren. (Ja, das sind die auf dem Bild: nackerte Muskelmänner vor einer chinesischen Pagode mit Gong, Fächern und einer Frau, die nur auf Studioaufnahmen gut klingt.)

Zusätzlich haben es Bulgarien, Mazedonien und Lettland geschafft, mit denen ich durchaus leben kann. Vor allem der lettische Song wirkt, trotz seines immensen Kitschfaktors, von Mal zu Mal besser. Ganz gräßlich und igitt sind nur zwei Finalisten: Moldau (was ist da passiert?) und Serbien, das ja überall schon als Sieger gehandelt wird, obwohl der Song weder Melodie noch Gefühl noch sonst irgendwas hat.

Zumindest DJ Bobo (auch der war bei den Wettquoten mal ganz vorn) ist nicht mehr dabei, und auch bzgl. Österreich zeigt sich wieder einmal: Goschn außreißen allein reicht nicht. Zumindest ein origineller Song sollte schon sein, wenn geht auch noch einer, den man sich merken kann.

Alles in allem bestätigt sich: Einer der besten Song Contests der letzten Jahre. Ich freu mich auf Samstag!