Werbung à la „Minority Report“

Im Film Minority Report (2002) wurden Passanten mit individualisierten Werbebotschaften angesprochen. Das wirkte damals, vor knapp fünf Jahren, ziemlich utopisch. Heute ist es Realität:

Mini begrüßt vorbeifahrende Kunden namentlich auf seinen Plakaten. Microsoft geht nicht ganz so weit, kann aber zumindest mittels Gesichtserkennung die Zielgruppe einschränken.

Bin ich hysterisch, wenn ich mich vor sowas fürchte?

Vista

So. Jetzt ist es passiert: In meinem Büro steht der erste Rechner mit Windows Vista. Ich finds unübersichtlich. Jede freie Stelle in Fenstern ist mit 100.000 unnützen Sachen zugepflastert. Windows 3.11 war ein Meisterwerk an Usability dagegen. (Und, Michi: Die Sounds find ich auch nicht so gelungen. *g*)

Faszinierende, reiche junge Frau gesucht

Nein, nicht ich. Suchen tut KHG. Nein, nicht der (obwohl …?). Der andere. Aber der Reihe nach:

Die online-Ausgabe des Standard machte mich auf eine Perle unter den Presseaussendungen aufmerksam. Kostproben gefällig?

Dafür treten wir ein, in all unserer zugegebenermaßen intellektuellen Fragwürdigkeit.

Oder auch:

Falls irgedneine [sic!] faszinierende reiche junge Frau sich für mich interessiert, bitte hurtig melden!

Der Absender ist Karl Heinz Grünsteidl (KHG eben), der dieses wunderbare Stück Literatur heute um 1:03 Uhr (also entweder schon sehr früh oder, wahrscheinlicher, noch sehr spät) im Namen des Freiheitlichen Parlamentsklubs an die Redaktionsstuben verteilt hat.

Der gesamte Text ist hier auf ots.at zu finden. Dort findet sich ganz unten auch die Adresse, an die sich die faszinierenden, reichen jungen Frauen wenden können:

Freiheitlicher Parlamentsklub
Karl Heinz Grünsteidl, Bundespressereferent
Tel.: +43-664-44 01 629, karl-heinz.gruensteidl@fpoe.at

VoIP: Gizmo am Nokia 770

Das (abgesehen von Command-Line-Basteleien vor längerer Zeit) erste VoIP-Telefonat vom Nokia 770 aus war so überraschend problemlos, daß ich gleich am Beginn völlig überfordert war irgendetwas zu sagen: Eigentlich wollte ich ja nur die Software testen, nicht wirklich reden. Kann denn irgendjemand annehmen, daß das gleich auf Anhieb funktioniert?

Frisch installiert habe ich Gizmo, eine SIP-basierende VoIP-Software, die nicht nur für Windows und Mac, sondern auch für die Nokia-Modelle 770, N800 und N80 zur Verfügung steht (siehe Gizmo für Nokia). Ich habe mutig die Variante für das Nokia N800 auf meinem 770 installiert, weil nur diese Version die Unterstützung für einen frei konfigurierbaren SIP-Account mitbringt. Dieses Feature brauche ich, um meine bereits eingerichtete 0720er-Rufnummer und die billigeren österreichischen Tarife nutzen zu können. (Bei dem eigentlich für das 770 vorgesehenen Programm kann nur ein Account von Gizmo selbst genutzt werden - Skype läßt grüßen.)

Ohne jede Router-Konfiguration oder sonstige Fummeleien war dann plötzlich tatsächlich auch der am Rohr, dessen Nummer ich testweise eingetippt hatte. Die Qualität ist, gemessen an der beschränkten Rechenleistung des Gerätes, überraschend gut - besser als ein durchschnittliches Handy-Telefonat. Störend war nur, daß mein Gesprächspartner sich selbst hört: Beim nächsten Mal wird der Kopfhörer eingesteckt.

Gizmo ist für mich ein Proof of Concept für SIP am Nokia 770, keine ideale Lösung. Nicht etwa, weil es nicht leistungsfähig genug wäre, im Gegenteil: Als Programm, das eigentlich vom Desktop her kommt, kann es zu viel. Der daraus resultierende Speicherverbrauch macht es ungeeignet als Anwendung, die nur im Hintergrund mitlaufen und Rufe entgegen nehmen sollte. Abgesehen davon ist der Code proprietär und nicht frei. Nokia verspricht schon seit längerem die Integration der Sofia SIP-Library in das Telepathy-Framework, das sich jetzt schon um Instant Messaging und auch um Google Talk kümmert. Mit dieser Funktion wird SIP dann unauffälliger Bestandteil der Nokia-Firmware, so wie Jabber. Bleibt zu hoffen, daß diese Erweiterung auch auf das angegraute 770 zurückportiert wird und nicht nur dem brandneuen N800 vorbehalten bleibt.

Neo1973: Ein iPhone mit Freier Software?

Der iPhone-Rummel hat die Aufmerksamkeit zurück auf ein Gerät gelenkt, das bereits im November 2006 mit nur einer unauffälligen Presseaussendung angekündigt wurde: das FIC Neo1973. Die technischen Daten der beiden Touchscreen-Handys sind ähnlich. Der große Unterschied: Das Neo1973 läuft unter einer komplett freien GNU/Linux-Variante. Alte Bekannte wie X11, GTK+, DBUS und die binutils erleichtern die Portierung existierender Desktop-Applikationen auf das Smartphone, dessen Markteinführung in drei Phasen von Februar 2007 (Developer Program) bis September 2007 (weltweite Vermarktung über Vertriebspartner) geplant ist.

Im direkten Vergleich zum iPhone muß sich das wesentlich billigere Neo1973 nicht verstecken:

  iPhone Neo1973
Größe 115 x 61 x 11,6mm 120,7 x 62 x 18,5mm
Touchscreen 3.5″, 320×480, 160dpi 2.8″, 480×640 (VGA), 285dpi
Massenspeicher 4GB oder 8GB 64MB intern plus microSD-Slot (2GB/Karte)
Verbindungen GSM, EDGE, WLAN, Bluetooth 2.0, proprietärer iPod USB-Connector (2.0) GSM, GPRS, Bluetooth 2.0, standard USB 1.1
Kamera 2 Megapixel
GPS ja
Betriebssystem OSX-Variante, nicht für Entwickler offen GNU/Linux Distribution (OpenMoko), offen für Entwickler
Preis $ 499 (gestützter Preis bei 2jähriger Bindung an Carrier) $ 350 (ohne Bindung)

Ein Problem, das bisher die Entwicklung von Mobiltelefonen mit einer offenen Entwicklungsplattform verhindert hat, war die Notwendigkeit einer „Black Box“ für die GSM-Umgebung. Ohne eine solche durch Usersoftware nicht manipulierbare Einheit kann ein Telefon die gesamte kommerzielle Verwertungskette ruinieren, die sich um GSM-Telefonie etabliert hat. FIC löst das Problem recht einfach, indem es die GSM-Funktionalität auf einem Chip isoliert, der vom eigentlichen Smartphone wie ein externes Gerät angesprochen wird - ähnlich wie auch Desktop-PCs mit Handys über definierte Schnittstellen kommunizieren.

Ich werde mir das Neo1973 trotz der verführerischen Offenheit der Plattform nicht zulegen: Das Fehlen einer Kamera und die schwachbrüstige Datenübertragung (nur GPRS) passen nicht zu meinem Nutzungsverhalten. FIC hat jedoch angekündigt, die Spezifikationen für das Nachfolgemodell bereits im September 2007 zu veröffentlichen. Wenn sich dann UMTS und eine Kamera in den Hardwaredaten finden, gehört das Ding mir.

Hitler, George W. Bush und ich

Nachdem mich „Kollegen“ heute als linkslinke Zeckn bezeichnet haben, mußte ich meine Position auf der politischen Landkarte neu bestimmen. Das letzte Mal habe ich das 2003 getan, und seither könnte sich ja einiges verändert haben. Tatsächlich: Noch nie war ich Hitler und George W. Bush näher als heute. Ich bin fast schon rechtsextrem! - Für meine Verhältnisse zumindest …

Konkret sagt der politische Kompass bei mir:

  • Wirtschaftlich links/rechts: -6.88
  • Gesellschaftspolitisch liberal/autoritär: -6.41

So weit „rechts“ war ich noch nie, und auch gesellschaftspolitisch stehe ich heute wieder um ein paar gefährliche Nachkommastellen näher bei Stalin und Frau Thatcher als noch 2003. Beruhigend, daß trotz allem Nelson Mandela und der Dalai Lama meine nächsten Nachbarn sind.

Die komplette grafische Übersicht gibts hier:

political_compass (png)

Firefox 2.0.0.1-Anpassungen

Die wichtigsten Anpassungen, die man nach dem Compilieren eines Firefox 2.0 auf about:config vornehmen muß, um vernünftig zu arbeiten, in einem Eintrag aus der beliebten Kategorie „Note to self“:

Layout.css.dpi ist von der default-Einstellung -1 auf 0 oder einen gewünschten dpi-Wert zu setzen. 0 übernimmt den tatsächlichen dpi-Wert des Systems und ist daher die beste Lösung. (Der Standardwert -1 gaukelt Firefox die völlig vernebelten 96 pseudo-dpi vor, die Windwos ständig behauptet zu haben. Auf meinem System macht das die Schrift unleserlich klein.)

Browser.urlbar.hideGoButton steht auf „true“, sollte aber „false“ sein. Mit „false“ wird der unauffällige kleine „Go!“-Button neben der URL-Leiste angezeigt.

Browser.tabs.closeButtons kann natürlich nur „3“ sein, wie schon hier erwähnt. Der Tab-Close-Button gehört an den rechten Rand!

general.useragent.override sollte so eingefügt werden, daß zumindest die gröbsten Unschönheiten des UA-Strings ausgebügelt sind. Den Original-UA-String kopiert man (bei noch unangetastentem general.useragent.override-Wert) aus dem Fenster, das man über „Hilfe | Über Mozilla Firefox“ erreicht. Nach der Installation lautet er bei mir:

Mozilla/5.0 (X11; U; Linux i686; de-AT; rv:1.8.1.1) Gecko/20070107 BonEcho/2.0.0.1

Geändert wird nun „Linux“ in „GNU/Linux“ und „BonEcho“ in „Firefox“. (Daß gentoo den Browser BonEcho nennt, liegt an der halbwahnsinnigen Markenpolitik der Mozilla Foundation, der schon Debian zum Opfer gefallen ist.) Der neu UA-String lautet also:

Mozilla/5.0 (X11; U; GNU/Linux i686; de-AT; rv:1.8.1.1) Gecko/20070107 Firefox/2.0.0.1

Hoffentlich kommen nicht noch mehr verrückte Standardwerte dazu, die man dann nur unter about:config ändern kann.

3D-Schreibtisch: Beryl

Mein „virtueller Schreibtisch“, der GNOME-Desktop nämlich, hat noch gefehlt in der Liste der hier aufgezählten Schreibtische.

Damit der auch so richtig fesch ist für die Online-Präsentation, habe ich heute noch schnell GNOMEs Window-Manager Metacity durch den mit 3D-Effekten gesegneten Beryl ersetzt. Beryl ist laut Angaben seiner Entwickler experimentell, die Versionsnummer „0.1.4“ läßt Schlimmes vermuten. Aber: Er funktioniert prächtig und bringt Effekte, die Vista angeblich haben soll und die bisher Mac-Usern vorbehalten waren (zB einen Exposé-ähnlichen Application-Switcher).

Ein kurzes Video (1:21min) zeigt, wie das Ding auf meinem Computer Fenster wabbeln läßt, virtuelle Würfel dreht und Programme “wegbeamt”:

GNOME_und_Beryl (avi)

(Das Video benötigt einen MPEG4-fähigen Player; wer DivX5 abspielen kann, ist auf der sicheren Seite.)

Die Beryl-Seite selbst gibt sich hier eher zurückhaltend bezüglich der Features; einen Überblick erhält man dennoch. Auch auf YouTube findet man das eine oder andere Beryl-Demo-Video.

Schreibtisch-Stöckchen

Ich hasse Stöckchen. So wie ich Kettenbriefe hasse. Aber wenn schon mal eins direkt aus dem Nebenzimmer geflogen kommt (und man weiß ja nie, wozu das Wohlwollen der Staffis dort nochmal nützlich sein wird), dann nehm ichs halt auf. 😉

Also, man will wissen, wie der Tisch aussieht, von dem aus ich mein Blog verfasse. Blöde Sache: Welchen Tisch meinen die jetzt?

Es gibt ein uraltes IKEA-Computertischchen, an dem ich das meiste hier erledige. Das sieht so aus:

Blog_Schreibtisch (jpg)

Einen großen Teil meines Blogger-Lebens verbringe ich aber auch im Bett. Ich habe darauf verzichtet, die Aufnahme mit Stativ und Selbstauslöser zu machen, da ich mich beim Bettbloggen meist nackelig in den Kissen räkle und diese meine Nackigkeit hier schon einmal zu unwilligen Reaktionen geführt hat. Ein Foto vom Bettbloggen also so, wie ich mich sehe:

Blog_Bett (jpg)

Schließlich gibt es auch noch den Teil der Einträge, die aufgrund ihrer hohen Dringlichkeit gleich tagsüber im Büro entstehen. (Seit die Assistentin vom Chef mein Blog konsultiert, um Informationen über Medikamente einzuholen, habe ich wegen der privaten Internetnutzung auch weniger Gewissensbisse: Es kommt ja dann doch wieder dem Unternehmen zugute.) Abschließend daher ein Foto aus meinem Büro, das aufmerksamen Stammlesern bekannt vorkommen wird:

Blog_Buero (jpg)

Ein großer Teil der Orte, von denen ich Blogge, bleibt dennoch unerwähnt: Mein Blog-Hoster bietet die wunderbare Möglichkeit, direkt vom Handy via SMS oder MMS zu bloggen. Das bedeutet, daß jeder Kaffeehaustisch, jedes Zugabteil, jedes Hotel ein potentieller „Blog-Schreibtisch“ ist. Danke an dieser Stelle an die Heinzelmännchens von knallgrau für diese Funktion, ohne die für mich das Bloggen mittlerweile uninteressant wäre.

(So, und ich werf jetzt das Stöckchen weiter an Daniel und außerdem an jemanden, ders so wirklich, wirklich verdient hat: It’s Spam 2.0, Honey! *LOL*)