Saddam: Das Imperium frißt seine Kinder

Saddam ist tot und begraben. Die Überraschung über das Urteil und seine Vollstreckung mag sich in Grenzen halten. Daß die USA damit aber ein Beispiel dafür gegeben haben, wie sie mit ihren Handlangern und engsten Verbündeten umgehen, muß vielleicht erst wieder aus dem medialen Kurzzeitgedächtnis ausgegraben werden:

Vor 1991 war Saddam Hussein nämlich keineswegs der böse Diktator. OK, vielleicht war er der böse Diktator; für den Westen war er aber hauptsächlich ein braver und linientreuer Verbündeter in einer politisch sensiblen Region, auf den man sich verlassen konnte. Der Artikel „USA: Medien und Regierung vertuschen ihre kriminellen Geschäfte mit Saddam Hussein“ ist nur einer von vielen, die die Verstrickungen beschreiben.

Erst als man nach dem Wegfall der kommunistischen Weltmacht Saddams Dienste nicht mehr benötigte, ließ man ihn ins Messer laufen: Noch unmittelbar vor dem Angriff des Irak auf Kuwait wurde ihm seitens der Vereinigten Staaten signalisiert, man werde sich in Grenzstreitigkeiten in der Region nicht einmischen, die USA hätten keinerlei Verteidigungsabkommen mit Kuwait und keine besonderen Verteidigungs- oder Sicherheitsverpflichtungen gegenüber Kuwait (siehe Irak-Krieg). Seither ist er der Bösewicht.

Der seltsame Ablauf des Prozesses gegen den früheren Machthaber im Irak, die eigenwillige Wahl des ersten Anklagepunktes, ist dann nur noch ein vergleichweise unbedeutender Anhang. Der Kommentar „Im Schatten des Galgens“ beschreibt ihn dennoch lesenswert.

Bleibt die Erkenntnis: Die westliche Welt geht mit ihren Freunden nicht besonders zivilisiert um. Ob die heutigen Verbündeten der USA auch einmal von Amerika gestürzt und gehenkt werden? Tony?

Hundeausflug

Weils mir ja sonst wieder keiner glaubt: Ich gehe spazieren. Freiwillig. Mit Hund. Das muß dokumentiert und bewiesen werden, die Leut meinen ja sonst wieder, ich würde den ganzen Tag nur im Zimmer hocken. Wo ich doch der klassische Outdoor-Typ bin. 🙂

Weihnachten überstanden

Jetzt ist auch Weihnachten wieder mal überstanden. Meine Eltern freuen sich über DVB-T. Damit ist nicht nur eine zusätzliche Fernbedienung ins Haus gekommen, auch das Telefonieren ohne störenden Hintergrundlärm ist nun wieder möglich. Handy-Gespräche in der Nähe der Zimmerantenne unterbrechen den DVB-T-Empfang nämlich zuverlässig.

Ich selbst freue mich über Bastian Sicks gesammelte Weisheit (bzw. deren ersten Teil) und lerne daraus etwas über das Phänomen der Untotbarkeit des ältesten Mannes der Welt.

Besonders netter Nachschlag heute: Ein Weihnachtsgruß von Marcel. Hat mir gleich in der Früh ein Schmunzeln ins noch verschlafene Gesicht gezaubert.

Jetzt hat sie mich!

Jetzt hat die Oma mich entdeckt. Sie klärt mich darüber auf, daß die Zeitungen nichts über die vielen Selbstmorde schreiben, weil sie von der Mafia bestochen werden. Und die Selbstmörder nehmen ja keine Rücksicht auf die Fahrgäste im Zug, wenn sie sich vor eine Lok werfen. Ob ich weiß, wie unangenehm so eine Notbremsung ist? Der junge Mann mir gegenüber lächelt mich an. Ich weiß jetzt ziemlich genau, wer von den beiden meine volle Sympathie genießt.

Die Omama im Zugabteil

Die Westbahn zwischen Wien und Linz entwickelt sich zum bevorzugten Schauplatz für Blog-Einträge. Heute amüsiere ich mich über eine etwa 70jährige Dame, die einen ihr völlig fremden 20jährigen seit fast einer halben Stunde gnadenlos in ein Gespräch zu verwickeln versucht. Der junge Mann aber schweigt eisern. Befehle wie “Ach, und können Sie mir bitte den Koffer herunterheben?” führt er zwar aus, aber wortlos und zunehmend finsteren Blickes. Ich weiß noch nicht, wem in diesem seltsamen Kampf meine Sympathie gelten soll… Süß sind sie beide.

Jabber-Spam

Im Jänner war ich noch erfreut darüber, daß mir Leser meines Weblogs über ein unterhalb des online-Indikators eingebautes Eingabefeld anonyme Nachrichten geschickt haben.

Heute, knapp ein Jahr später, deaktiviere ich diese Möglichkeit: Etwa 40 Spam-Nachrichten pro Tag gehen auf diesem Weg ein. Da das eigentlich nur eine Spielerei des Serverbetreibers war, gibt es auch keinen Spam-Schutz durch Captchas.

Selbstverständlich bleibe ich weiterhin von jedem Jabber-Account aus (also z.B. auch von Google-Mail/Talk) unter ossi1967@amessage.at erreichbar.

Eine Genugtuung bleibt mir: Offenbar suchen diese Spam-Teufel einfach nur nach Eingabefeldern in Weblogs, weil sie annehmen, man würde damit Kommentare absetzen können. Nur so macht der Spam ja Sinn: Der Kommentar bleibt online und enthält hunderte Links, die vor allem Google auf die beworbenen Sites führen sollen. Bei mir haben sie sich geschnitten: Falsches Eingabefeld erwischt! Google bekommt Eure günstigen Potenzmittelchen nie zu Gesicht, liebe Spammer!

Papa online

Was entdecke ich da? Die Website „Welzl ■ Schuster Rechtsanwälte“ ist im Netz - mein Vater ist online!

Wirklich spaßig finde ich die zufällige und (ich schwör!) nicht abgesprochene Übereinstimmung in der Farbgebung. Liegt wohl doch in der Familie. Gratulation an den Designer (muß noch erfragen, wer das war): klar strukturiert, keine Popups, kein Flash, gute Navigation, (fast) sauberes HTML - und natürlich: schöne Farben! 🙂

Jetzt fehlt nur noch der Webauftritt meines tierärztlich tätigen Bruders, an dem aber, wie man gerüchteweise hört, ebenfalls schon gearbeitet wird.

Wien: Frauen raus!

Der Stadt Wien wirds endgültig zu bunt: Der Frauenanteil in den Büros der Stadtverwaltung ist zu hoch. Ohne ausreichende männliche Unterstützung ist an konstruktive Büroarbeit nicht mehr zu denken.

Eine neue Kampagne möchte Frauen daher zur Flucht aus dem Büro bewegen und zu jener körperlichen Arbeit zurückbringen, mit der sie schon einmal in der Geschichte dieses Landes unschätzbare Beiträge zum Wiederaufbau nach dem Ende einer siebenjährigen Katastrophe geleistet haben. Die Plakatmotive „Frauen raus!“ und „Trümmerfrauen voraus!“ wurden heute vorgestellt. Sie sollen ein Umdenken bei jenen Damen bewirken, die es sich in Bürojobs gemütlich gemacht haben und dort Männern ihre Arbeitsplätze streitig machen.

Nokia 770 Dogging Station

Manche Leute haben offenbar recht viel Zeit: In Ermangelung einer echten Docking-Station für den Nokia 770 Tablet PC bauen Finnen (Jari Tenhunen, Keijo Lähetkangas und Marko Nykanen) in langen Winternächten eine Dogging Station.

Ein handelsüblicher Roboter-Baukasten, ein Nokia 770 als Gesicht drauf, ein Nokia 770 als Fernbedienung, ein bißchen Werkzeug, eine WLAN-Verbindung und viel finnisches Lebensgefühl … Das Ergebnis kann man auf diesem Video bewundern. Wer es genauer wissen will: Eine Beschreibung zum Mitmachen und Nachbauen gibts auch, genauso wie einen Screenshot vom liebevoll gestalteten User Interface und eine (im Moment gähnend leere) Projektseite für die Software.

Was noch nicht beantwortet wurde: Was mach ich dann damit? Pinkelt mir mein Computer dann ins Wohnzimmer? 😉