Ich bin berühmt!

Anfang Juli wars, da hat mir mein Kollege Michael aus dem Nebenzimmer das Versprechen gegeben: Wenn ich auf sein Blog verlinke, werde ich berühmt.

Offenbar ist es jetzt so weit: Auf Michis Blog beschäftigt sich ein ausführlicher Artikel mit meinem Weblog und seinen Lesern, führt statistisches Material an und bietet interessante Hinweise auf Sekundärliteratur zu meinem Blog und den hier behandelten Themen. Ich bin Gegenstand öffentlicher Berichterstattung - ich bin berühmt!

Zwar hab mir die Berühmtheit immer irgendwie anders vorgestellt, aber was solls. Besser das Brathendl in der Hand als die Katze auf dem heißen Blechdach. Und in Summe stimmts ja: Suchbegriffe wie „Onanieren“, „beim Onanieren zusehen“ oder „Onanie Wettbewerb“ gehören immer noch zu den Spitzenreitern in der Auswertung der Google-Anfragen, die zu mir führen.

(Für alle, die das jetzt gar nicht verstehen: Ja, es gibt hier hin und wieder Einträge, in denen Worte wie Onanie/Onanieren/… vorkommen; siehe hier. Alles ganz harmlos. *g*)

Kollege in Pyjamas

Nicht nur Franz, noch ein weiterer Kollege bringt mich heute zum Schmunzeln - allerdings ist es diesmal für mich wahrscheinlich gesünder, seinen Namen für mich zu behalten:

Ein Text von ihm strotzt nur so vor heißer Luft und inhaltsleeren Buzzwords. Beim Lesen mußte ich daher an den Song „Should I Laugh or Cry“ von ABBA denken, der genau einen solchen Typen beschreibt. Dummerweise kommt in dem Song auch folgende Stelle vor:

He’s dressed
in the striped pyjamas that I bought
trousers too short

Was macht mein dummes Hirn? Ich seh den Kollegen jetzt ständig in gestreiften, viel zu kurzen Pyjamahosen vor mir. Wie ich das bekiffte Lächeln erkläre, mit dem ich seither herumlaufe, muß ich mir erst überlegen.

Anglizismen

Franz ist ein netter Kollege. Und er macht Spaß. Zum Beispiel mit Aussagen wie dieser:

Wir müssen die Anglizismen aus dem Corporate Wording eliminieren.

Das sind so die kleinen Freuden des Büroalltags. Danke, Franz.

Filesharer sind Verbrecher!

Mir reichts. Ich lasse Euch alle verhaften. Wie komm ich eigentlich dazu, mir von der stumpfsinnigen Idiotie pickeliger 16jähriger meine Zeit stehlen lassen zu müssen, nur weil Ihr Kids dummerweise rausgefunden habt, wie man über Papas PC ins Internet kommt?

Für alle, die da ihre Werke per Esel oder als torrent mit der Welt teilen möchten:

Man kann einen Porno eine Naturdokumentation durchaus auch so codieren, daß Bild und Ton synchron laufen. Ja, das geht, ich habs ausprobiert. Man muß auch nicht je 24 Pixel schwarzen Rand links und rechts einbauen. Und auch die Bitrate kann man so wählen, daß Kameraschwenks nicht wie Lawinen aus Lego-Steinen aussehen.

Und weil wir grad dabei sind: Der Typ, der „Lane moje“ singt, heißt Željko Joksimović, nicht Zeljko Joksimovic oder ®eljko Joksimoviæ. OK? Genauso wie Berksan auf seinem Album „Çilek“ weder „Fistik“ noch „Fýstýk“ singt (und schon gar nicht „�F1□st1□k“), sondern „Fıstık“. Ist das denn so schwer zu begreifen, Himmel noch mal? Es ist schlimm genug, daß MP3 als einziges aktuelles Audioformat keinen eingebauten Tagging-Mechanismus kennt und daß man zum Einbauen von Titel, Album und Interpret auf diese ID3-Hacks zurückgreifen muß. Aber wenn Ihr schon unbedingt MP3 verwendet (Ogg Vorbis, FLAC, von mir aus auch AAC – es gibt Alternativen!) - bitte, könnt Ihrs dann nicht wenigstens richtig machen?

Ich habs satt, in vermurksten ID3-Tags herumzustochern, um Mojibake auszubessern oder den Albumnamen vom Feld „Titel“ ins Feld „Album“ zu verschieben. Ich habs satt, unbrauchbare Videos in wochenlanger Kleinstarbeit szenenweise zu restaurieren. Ich geh jetzt und kauf mir die Original-CDs/DVDs. Ab sofort und für immer. Umgelegt auf die investierte Zeit kommt mir das allemal billiger.

Und Euch Zeitdieben sei gesagt: Ich hab Eure IP-Adressen.

Grummel …

Statistik zum Blog

Die letzte Statistik ist auch schon wieder ein halbes Jahr alt - machen wir eine neue!

Nicht viel verändert hat sich bei den Browsern. Der Internet Explorer verliert einen Prozentpunkt, Firefox gewinnt zwei Prozentpunkte, das ist keine dramatische Veränderung für einen Zeitraum von sieben Monaten:

Browser Anteil in Prozent
Internet Explorer 53%
Firefox 33%
Mozilla Suite 5%
Safari 4%
Opera 3%
Andere 2%

Der Anteil der regelmäßigen Leser hat sich von 9% auf 11% erhöht, und während ich im Dezember 2005 noch stolz auf 15 Besucher pro Tag war, sind es heute im Schnitt 59.

Bei den Betriebssystemen hat sich nun der Wechsel vollzogen, der schon bei der letzten Auswertung absehbar war: GNU/Linux hat seinen Anteil von 10% auf 14% erhöht und Windows 2000 vom zweiten Platz verdrängt. OS X liegt unverändert bei 6%, während Windows XP sogar wieder zulegen konnte (71% statt 69%).

Betriebssystem Anteil in Prozent
Windows XP 71%
GNU/Linux 14%
Windows 2000 7%
Mac OS X 6%
Andere 3%

Windows 98, zuletzt noch bei 4%, ist mittlerweile deutlich unter die 3%-Grenze gerutscht und zählt wie Windows CE und OpenBSD zu „Andere“.

Alle Zahlen beruhen wie immer auf der Auswertung der letzten 3000 Besucher. Prozentangaben sind gerundet.

mupid

Der Ausstellung „125 Jahre Festnetz“ im Foyer meines Brötchengebers habe ich eine Begegnung mit meiner Vergangenheit zu verdanken: Der mupid war Ende der 80er Jahre meine Einstiegsdroge in die online-Welt. Hier noch ein Bild der beiden Typen mupid I und mupid II (mupid II, rechts, war meins):

Mupids (jpg)

Bildschirmtext (Btx) hieß damals der Online-Dienst der Post, in dem man (zumindest anfänglich) mit dem mupid surfte. Er bescherte mir Telebanking, heftige politische Diskussionen, revolutionäres online-Shopping, *930#er und *941#er, ziemlich bizarre sexuelle Erlebnisse (ob es in diesem Salzburger Haus schon wieder Wasser gibt?) und online geknüpfte Freundschaften, die die Jahre überdauert haben und bis heute bestehen.

Es war ein verdammt gut durchdachtes, von der Post verdammt schlecht vermarktetes Service und ein gutes Stück Hardware. Meine heutige Liebe zum Internet geht sicherlich auf die positven Erfahrungen mit Btx zurück. Außerdem war meine Beschäftigung mit den technischen Seiten des Mediums wahrscheinlich verantwortlich dafür, daß ich heute so krankhaft-zwänglerisch für die Einhaltung offizieller Standards eintrete und proprietäre Erweiterungen ablehne - die haben mir nämlich damals schon bei der Seitenerstellung das Leben schwer gemacht.

Schön, so ein Stück Technikgeschichte wieder einmal zu sehen. Du warst schon ziemlich cool, mupid…

GNU/Java?

Sun tut es: Java wird Freie Software. Drei Komponenten wurden bereits heute unter der GNU General Public License (GPL) freigegeben, der Rest soll bis Mitte 2007 folgen. IT-Medien haben heute ausführlich darüber berichtet.

Weniger Medienbeachtung fand ein durchaus nicht uninteressanter Nebenaspekt: Auf der Website zum freien Java darf allerlei Prominenz Weihrauch absondern. Tim O’Reilly (O’Reilly Media), Mark Shuttleworth (Ubuntu), Paul Cormier (Red Hat) und natürlich Richard Stallman (GNU, FSF). Wer auffällig fehlt: Linus Torvalds. (Stand: 13.11., 21:00)

Das allein wäre noch nicht ganz so bemerkenswert. Aber es kommt noch eine Kleinigkeit hinzu: Sun verwendet über die gesamte Site (besonders häufig in der Sektion FAQ) den Begriff „GNU/Linux“, wenn es auf die nun erreichte lizenzrechtliche Kompatibilität zwischen Java und Linux-Systemen hinweist. Das ist insofern von Bedeutung, als die Entscheidung für eine der Bezeichnungen „Linux“ oder „GNU/Linux“ gleichzeitig öffentliche Parteinahme im Konflikt zweier ideologisch verfeindeter Lager bedeutet:

Die einen, geführt von Richard Stallman, sehen das 1984 von Stallman selbst initiierte GNU-Projekt zur Schaffung eines freien Betriebssystems im Mittelpunkt. Die im GNU-Manifest niedergeschriebenen Ziele des Projektes sind zu einem großen Teil auch ideologischer Natur. 1991 war GNU als Betriebssystem fertig; was fehlte, war der geplante Kernel (HURD). Hier kam Torvalds neuer Linux-Kernel gerade recht, mit einigen wenigen Anpassungen liefen GNU und Linux als ein System - GNU/Linux war geboren. (Die Verbindung von Linux mit den GNU-Komponenten wurde übrigens von den Linux-Entwicklern betrieben, die ohne Betriebssystem mit ihrem Kernel nichts anzufangen gewußt hätten.)

Die anderen, an der Spitze Linus Torvalds, halten den Linux-Kernel für das Maß aller Dinge und alles andere für nur behübschendes Beiwerk. Dementsprechend bestehen sie auf dem Namen „Linux“. Torvalds, mit der ihm eigenen Diplomatie, bezeichnet die Verwendung des Namens „GNU/Linux“ als just ridiculous. Auch diese Sichtweise ist technisch nicht ganz unhaltbar: Es gibt mittlerweile vereinzelt Linux-Varianten, die ohne GNU-Programme auskommen (zB in Handys oder Routern).

Mehr als nur die technische bzw. historische Sicht unterscheidet die beiden Lager aber die ideologische Herangehensweise: Torvalds ist der ideologiefreie (um nicht zu sagen: rückgratlose) Pragmatiker. Er schreibt Software um der Software willen. Und er schätzt „Open Source“, weil er damit viele Programmierer an seinen Projekten mitentwickeln lassen kann. „Open Source“ ist für ihn und seine Anhängerschaft eine Methode der Zusammenarbeit, nicht mehr.

Stallman auf der anderen Seite stellt den durchaus politischen Aspekt des freien Zugangs zu Information in den Vordergrund. „Free Software“ ist der Begriff, den er dafür geprägt hat, lange vor „Open Source“. Ihm ist nicht wichtig, wie viele tausend Entwickler an seinem Programmcode mitarbeiten. Stattdessen will er sicherstellen, daß der Code für jeden einsehbar bleibt; daß jeder „abschreiben“, also daraus lernen kann; daß jeder den Code verbessern und die verbesserte Variante weitergeben kann. Dies alles gewährleistet Stallman mit der von ihm erdachten GPL, die mittlerweile die bedeutendste Lizenz im Bereich Freier Software ist - sogar Linus Torvalds hat sie, nach anfänglichem Zögern, für seinen Kernel akzeptiert (wobei ich mir nicht sicher bin, ob er sie verstanden hat).

Die beiden Lager, Torvalds „Open Source“ und Stallmans „Free Software“, sind in der öffentlichen Wahrnehmung oft kaum zu unterscheiden. Zu ähnlich sind die Ergebnisse ihrer Programmierarbeit. Nur in rechtlichen Einzelfragen prallen sie kompromißlos aufeinander (jüngstes Beispiel: GPLv3). Dabei hat Stallman in den Mainstream-Medien meist die schlechteren Karten: Er sieht einfach nicht so smart aus wie Torvalds. Außerdem läßt sich „Open Source“ besser mit dem Shareholder Value vereinbaren als „Free Software“, weshalb Torvalds meist auch die Sympathien der Unternehmen auf seiner Seite hat.

Umso überraschender nun die klare Positionierung von Sun. Stallman statt Torvalds, GNU/Linux statt Linux - es scheint, als wäre es diesem Unternehmen wirklich ernst mit Freier Software. Mich persönlich würde es freuen. Auch ich bin ein Stallman-Fan.

Web 2.0 Summit: Des Kaiser neue Kleider

Das Web 2.0 Summit in San Francisco liegt hinter uns, und wir sind um zwei Erkenntnisse reicher.

Wirklich aufregend ist, daß Googles Vizepräsidentin Marissa Mayer 17 Jahre nach der Erfindung des World Wide Web mit einer revolutionären Theorie aufhorchen läßt: Benutzer finden ein schnelles Internet besser als ein langsames! Die volle Versuchsanordnung und die Details dieser aufwühlenden Erkenntnis sind in einem Artikel auf ZDNet ausführlich nachzulesen. Gäbe es all diese Fachleute nicht, die sich über „Web 2.0“ ihre Köpfe zerbrechen - wir hätten solche Dinge nie erfahren! Wahrscheinlich wäre Geschwindigkeit nun flugs auch noch zum wesentlichen neuen Kriterium für das sogenannte „Web 2.0“ erklärt worden, wenn nicht… Ja, wenn da nicht Erkenntnis Nummer zwei wäre:

Gleich auf der Homepage zur Veranstaltung wird nämlich plötzlich in entwaffnender Ehrlichkeit beschrieben, worum es bei „Web 2.0“ wirklich geht: business models und business opportunities. Während die uninformierte Fachpresse immer noch die Bedeutung des 2004 vom O’Reilly-Verlag erfundenen Begriffs sucht und selbst Branchenkenner wie Martin Bredl im Zusammenhang mit „Web 2.0“ von einer Technologie sprechen, sagen uns nun O’Reilly und Konsorten ganz unverblümt: Wir haben nur einen schönen neuen Namen für die alten Zöpfe gefunden, damit das Kapital wieder strömt. Zumindest das ist ihnen ja auch gelungen, hauptsächlich deshalb, weil die Journaille sich seit zwei Jahren nicht traut zuzugeben, daß niemand hinter den schönen neuen Begriffen substantielle Inhalte erkennen kann. (Einer der wenigen übrigens, die dies klar zum Ausdruck bringen, ist Tim Berners-Lee, dem ja kaum jemand mangelnde Fachkompetenz unterstellen wird.) Und solange das so bleibt, wird der Kaiser weiter nackt durch die Straßen laufen, bis der erste Kapitalgeber von selbst draufkommt: „Moment mal - der hat ja gar nichts an!“ Dann wird die Blase platzen. Wieder einmal.

97% Streber

Laut einem online-Quiz habe ich 97% meiner Schulzeit gut aufgepaßt; die meinen sogar, ich wäre Autodidakt, weil die Ergebnisse in den Schulen unter 85% liegen:

You paid attention during 97% of high school!

 

85-100% You must be an autodidact, because American high schools don’t get scores that high! Good show, old chap!

Do you deserve your high school diploma?
Create a Quiz

Ah, sorry, Kommando zurück: In den US-amerikanischen Schulen sind die Ergebnisse nicht so gut. Ob ich mir darauf jetzt was einbilden kann?

dkg ist leckr

Unter anderem. Und Schokolade. Und Burger. Und Nudelknudel. Und Pornos. Und Linz. Und Nutella. Und ABBA. Und und und … Ach ja, und blödsinnige, sinnfreie Spielereien im Internet. Leckr zum Beispiel. Und dkg allein ist verantwortlich dafür, daß ich grad nichts Besseres zu tun hab, als Stichworte dort reinzuklopfen.