Genitale Kleinlichkeiten

Als Patient traut man sich ja kaum jemals, seinem Arzt Ratschläge zu erteilen. Schon gar nicht, wenn es um den Endbefund einer Untersuchung geht. In diesem Fall, fürchte ich, muß ich eine Ausnahme machen:

Sehr geehrter Herr Univ. Prof. Dr. A.,

es ist absolut inakzeptabel, den negativen Endbefund einer urologischen Vorsorgeuntersuchung mit den Worten „Äußeres Genitale: völlig unauffällig“ zu formulieren. Glauben Sie mir: So etwas wollen Männer nicht hören. Schon gar nicht, wenn sie zusatzversichert sind.

Schreiben Sie beim nächsten Mal so etwas wie „beeindruckend gesund“ oder „in bester Verfassung“. Schreiben Sie, was immer Sie wollen. Aber vermeiden Sie das Wort „unauffällig“.

Why are People Interested in the Things Other People Say?

Ich habs schon einmal erwähnt: Richard M. Stallman ist mein Idol und Held. Kein Wunder also, daß Sam Williams’ Stallman-Biographie „Free as in Freedom“ auf meiner Amazon-Wunschliste stand. Mein Bruder hat mir das Buch nun dankenswerterweise geschenkt, und ich bin schon in den ersten Kapiteln auf unbezahlbare Perlen aus Stallmans Zitatenschatz gestoßen. So heißt es zum Beispiel über seine eher problematische Zeit als Jugendlicher:

„I often had the feeling that I couldn’t understand what other people were saying,“ says Stallman, recalling the emotional bubble that insulated him from the rest of the adolescent and adult world. „I could understand the words, but something was going on underneath the conversations that I didn’t understand. I couldn’t understand why people were interested in the things other people said.“

I couldn’t understand why people were interested in the things other people said. - das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Kein Wunder, daß ich diesen Mann immer schon so phantastisch gefunden habe. 🙂

Die Biographie steht übrigens unter der GNU Free Documentation License und ist auch online zu lesen (und zu erweitern, zu korrigieren, zu übersetzen - was immer die GFDL erlaubt). Praktischer und gemütlicher ist das gedruckte Buch allerdings schon.

bush party

so viel schöne demo gegen bush – und ich mitten drin. Fühlt sich gut an. Und richtig.

XChat für Maemo 2 / IT 2006OS

Alberto García Hierro hat den Chat-Client XChat nun auch für die 2006er-Version der Nokia 770 Systemsoftware („Maemo 2“) portiert. Folge: Ich habe auf meinem Nokia 770 nun doch das Upgrade von der Version 2005 auf die Version 2006 durchgeführt. XChat war die letzte Applikation, die mir noch gefehlt hat.

Das IT 2006OS ist im Beta-Stadium und hin und wieder noch etwas störrisch (ich merke zum Beispiel gerade, daß verkleinerte Programmfenster teilweise im Nirvana verschwinden und nicht wieder herzustellen sind), aber alles in allem doch eine spannende Sache. Hoffentlich kommt bald die offizielle, stabile Version!

Älter geworden

Und nur weil ich jetzt schon zwei Mal darauf angesprochen wurde, warum sich denn mein Geburtstag so gar nicht hier im Weblog niedergeschlagen hat:

Ja, ich wurde wieder älter (gestern, also am 18.6.). Ich glaub, ich bin jetzt 28 oder so. 😉

Eingebracht hat es mir mehr Wohnlichkeit, Bargeld, Modisches, bunte Fotos und eine deutlich gekürzte Amazon-Wunschliste. Tja. Ach ja, nicht zu vergessen: Bruno, den Schokoladebären (siehe Foto). Den allerdings konnten wir einfangen und vernichten.

Freie Grafik-Karte

Nach dem Erfolg Freier Software wird der in der GPL manifestierte Gedanke zunehmend auch auf andere Projekte übertragen. Freie Hardware ist dabei besonders beliebt.

Auch wenn die vorzeigbaren Ergebnisse aufgrund der höheren Investitionen und des kleineren Pools qualifizierter Mitarbeiter bei weitem noch nicht an das heranreichen, was Freie Software zustande gebracht hat - interessant sind die Leistungen allemal.

Besonders spannend finde ich das Open Graphics Project: Es hat sich der Herstellung einer freien Grafikkarte verschrieben und scheint dabei bereits relativ weit gekommen zu sein. Bedarf dafür besteht: Zwar bieten die großen Hersteller mittlerweile Binärtreiber für den Betrieb ihrer Grafikkarten unter GNU/Linux an. Mit diesen Treibern bleibt der Anwender aber auf die unterstützten Plattformen und Modelle eingeschränkt. Das bedeutet heutzutage meistens: kein Einsatz auf 64bit-Systemen, immer schlechtere Unterstützung älterer Karten. Der alten Forderung, den Quellcode der Treiber freizugeben oder zumindest die Schnittstellen zu dokumentieren, kommen NVidia, ATI und Co. nicht nach. („Geistiges Eigentum …“)

Eine wirklich freie Grafikkarte wäre nicht nur vollständig dokumentiert und könnte von jedermann mit Treibern für alle möglichen Systeme versorgt werden. Mehr noch: Auch ihre Bauweise, ihre Schaltkreise wären frei und könnten ohne rechtliche Bedenken als Grundlage für Verbesserungen und somit für neue Modelle genutzt werden.

Ich werde das Projekt jedenfalls verfolgen und wäre durchaus bereit, ein paar hundert Euro für eine neue Grafikkarte zu investieren, sobald man das Produkt für marktreif hält.