Erste „Command Line Only“ DVD

Beim Erstellen von Video DVDs habe ich bisher schon die Knochenarbeit des Kodierens gerne Kommandozeilen-Tools wie transcode, ffmpeg und mplex (aus dem MJPEG-Tools) überlassen. Es ist einfach angenehmer: Am Abend aus der grafischen Oberfläche aussteigen, alle Systemdienste (inklusive Netzwerk) beenden und die gesamte Rechnerleistung dem Encoder zur Verfügung stellen.

Bisher mußte ich jedoch anschließend ein GUI-basierendes Programm wie DVDStyler oder ’Q’DVD-Author verwenden, um eine Kapitel- und Menüstruktur aufzubauen und die Menüs zu gestalten. In den letzten Tagen habe ich mich näher mit den Kommandozeilen-Tools dvdauthor und spumux auseinander gesetzt und endlich durchschaut, wie es auch ohne die vielen Mausklicks geht. Ergebnis: Eine wunderschöne DVD mit zwei Filmen zu je 90min, sauberer Kapiteleinteilung und einem hoch künstlerisch gestalteten Hauptmenü.

Dieser Artikel beschreibt den gesamten Ablauf mit einigen Exkursen und Variationen recht gut. Auch allgemeine Hintergrundinfos zur DVD-Struktur werden dort erklärt, soweit es notwendig ist. Nur bei der Menü-Erstellung bin ich zunächst gescheitert, weil ich keineswegs die rechteckigen Auswahl-Buttons haben wollte, von denen die Autoren des Artikels ausgehen.

Hier hat die spumux man-page Licht ins Dunkel gebracht: Man erfährt dort, daß man mit dem Attribut outlinewidth="width" Text-Menüs beibringt, ab welchem Pixelabstand von einem neuen Menüpunkt ausgegangen werden soll. Wenn das aufgrund des Layouts ebenfalls nicht funktioniert, kann mit dem Tag button die genaue Position der Menüpunkte sowie ihre Reihenfolge beim Drücken der Navigationstasten angegeben werden.

Außerdem war mir zunächst nicht klar, daß die Overlays für die Hervorhebungen nur drei Farben haben dürfen und das ganze Menü mit einer Tonspur verknüpft sein muß, auch wenn diese nur Stille enthält; diese Infos habe ich auf einigen anderen Websites verstreut entdeckt.

Eine wesentliche Hilfe zum Nachschlagen einzelner Details war übrigens die Seite Video Data Specifications, die die wichtigsten Eckdaten der DVD-Video-Spezifikation im Überblick enthält.

Was bringts? Mehr Unabhängigkeit, mehr Flexibilität bei der Kombination der Tools und vor allem die Möglichkeit, den gesamten Ablauf von der Kodierung bis zum Brennen in ein Script zu packen und automatisiert ablaufen zu lassen - ohne GUI, ohne Systemdienste, auf einem PC, der seine gesamte Kapazität nur dieser einen Aufgabe widmet.

Ach ja: Und vor allem natürlich bringts mir ein bißchen mehr Hintergrundwissen über Aufbau, Struktur und Eigenheiten einer Video-DVD. Das sind ja genau die interessanten technischen Details, die Programme mit grafischen Oberflächen immer verstecken wollen.

Fondue “genial daneben”

Zur abwechslung erleben wir “genial daneben” am samstag nicht auf sat.1, sondern als brettspiel mit erik und joseph. Zuvor haben die beiden noch ein genialisches käsefondue serviert; ein genialer abend. Und erik hat sicher nur gewonnen, weil ich versehentlich in die falsche richtung gezogen bin und mir so selbst punkte abgezogen habe. Ganz sicher! 🙂

Baden: Post oder Telekom?

Kurzausflug nach baden. Schöner nachmittag, gutes essen. Am weg zurück zum bahnhof dann vor einer baustelle eine bodenmarkierung, die wohl anzeigt, daß hier aufgegraben wird. Beschriftung: “post”. Also entweder die post ag stellt in baden per unterirdischer rohrpost zu, oder die marketing-fuzzis von telekom und post ag haben eine entscheidende veränderung immer noch nicht ausreichend “kommuniziert”. Ich amüsier mich köstlich.

Strick und Messer

Hin und wieder irritieren Kleinigkeiten. So zum Beispiel, wenn man auf einem Post-It mit dem Werbeaufdruck des Psychopharmaka-Herstellers Lundbeck folgende handschriftliche Notiz findet:

Strick + Messer!

→ Mama

Gefundene Forelle?

Am Speiseplan unserer Kantine steht heute „gef. Forelle“. Die Optimisten hoffen, daß es sich um „gefangene Forelle“ handelt. Kollegen, die schon länger dabei sind, tippen auf „gefundene Forelle“. Ich geh jetzt runter und esse Mousaka mit Tsaziki. Sicherheitshalber.

Zielgruppengerecht

Amazon empfiehlt mir unter anderem: „Golden Girls - Staffel 1 (4 DVDs)“ und „Priscilla - Königin der Wüste“. Wenn ich dann auf den Link „Warum wurde mir das empfohlen?“ klicke, sind dort folgende von mir zuvor gekaufte Produkte aufgelistet:

Amazon kennt sich eben aus. Die wissen, wie zielgruppengerechter Verkauf funktioniert.

Suchbegriffe

MFL machts vor, ich machs nach: Ich hab mir die Suchbegriffe herausgesucht, die in den letzten zwei bis drei Monaten am häufigsten zu meinem Blog geführt haben. Die Top Ten sind: axbo, europart, robbie williams nackt video, schlafphasenwecker, dku-2 linux, jane comerford, sexfrei, nokia 6230 musiktitelliste ungültig, dirk heringhaus, oberlaa sauna.

Witzig war die Auswertung vor allem deswegen, weil sie meine Aufmerksamkeit auf ein paar wirklich seltsame Suchanfragen gelenkt hat:

  • „schlechte laune“: Wieso kommt man damit ausgerechnet zu mir?
  • „willkommen im club der 18jährigen“: Hier?
  • „best of“: Ja - of was jetzt eigentlich?
  • „gabi burgstaller fett“: Ist das nicht etwas ungalant?
  • „porno-oskar“: Ich habs so satt, immer nur über meinen geilen Körper definiert zu werden!
  • „bombe machen“: Ups!
  • „desserta schokotraum “: Jaaa, wir zwei verstehen uns …
  • „wieso unbedingt friseur“: Was weiß ich? Ich geh dort auch nicht gern hin.
  • „wie ist meine scheiße?“: Was denken sich die Leute eigentlich dabei?
  • „geld onanieren wildnis“: Finden Sie den Begriff, der nicht zu den zwei anderen paßt.
  • „oskar braten“: Nein!

Oft war die Kombination der Worte ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen von Artikeln und Kommentaren auf meiner Einstiegsseite. Der Großteil davon ist heute nicht mehr nachvollziehbar, ich habe daher keine Links hinterlegt. Es ist aber auf jeden Fall interessant zu sehen, wie die Leute Google&Co. verwenden - auch wenn nicht immer nachvollziehbar ist, was sie sich dabei eigentlich erwartet haben („wieso unbedingt friseur“, „best of“ …).

Haiders Ehre

Dr. Jörg Haider zeigt seinen ideologischen Hintergrund auch abseits medienwirksam verrückter Ortstafeln. Anläßlich der Affäre um die von Jyllands-Posten veröffentlichen Mohammed-Karikaturen gibt er Einblicke in sein Verhältnis zum Begriff „Ehre“. Die Oberösterreichischen Nachrichten und der ORF veröffentlichen dazu wortgleich:

Die Ehre habe in den arabischen Ländern einen enormen Stellenwert. In Europa hingegen lebe man in einer Gesellschaft, wo die Ehrlosigkeit um sich greife, kritisierte Haider.

„Ehre“ scheint für Dr. Haider also ein durchaus positiv besetzter Begriff zu sein. Auch wenn das nicht für empörte Medienreaktionen sorgt: Mich schreckt es fast noch mehr als die mittlerweile ausgelutschten Aussagen über die „Beschäftigungspolitik im Dritten Reich“, sein Vorgehen in der Ortstafel-Frage oder dubiose Volksbegehren.

In Wahrheit haben die sogenannte „Ehre“ und ihr dumpfbackig-brutaler Bruder, der Nationalstolz, für so viel Leid und Unglück in der Menschheitsgeschichte gesorgt wie kaum eine andere menschliche Schwäche. Beide sind zu überwinden. Durch Bildung, durch Erziehung, durch Aufklärung. Die Ehre ist hochmütig, egoistisch, fordernd und unversöhnlich. Eine zivilisierte Gesellschaft benötigt dagegen Respekt, Aufrichtigkeit, Moral und eine großzügige Gleichmut.

Keine Gesellschaft hat die Abkehr vom gefährlichen Ehrbegriff wirklich geschafft, auch die (west)europäische nicht. Wenn Jörg Haider aber schon den Versuch dieser Abkehr, das „um sich Greifen der Ehrlosigkeit“ in Europa kritisiert, kann er im gleichen Atemzug auch gleich das Ende der Hexenverbrennungen und Gottesurteile beklagen.

(All das heißt übrigens nicht, daß ich der Meinung bin, das europäische Gesellschaftsmodell sei perfekt und könne nichts von anderen Kulturen lernen. Ganz im Gegenteil.)

Bye, Bye, Dollar?

Passend zu den von mir bereits geäußerten Verschwörungsthesen um die geplante iranische Erdöl-Börse und ihre möglichen Auswirkungen auf den US-Dollar (und damit auf die Weltwirktschaft) gleich eine weitere Information:

Ab 23.3.2006 wird die amerikanische Notenbank FED die Geldmenge M3 nicht mehr veröffentlichen. Ohne weitere Begründung. Ab diesem Zeitpunkt ist nicht mehr bekannt, ob und wieviel neues Geld ins System gepumpt wird. Nachzulesen bei GoldSeiten.de und (deutlich verschwörerischer) auf feldpolitik.de.

Das könnte ein spannendes Jahr werden - nicht nur für den Iran.

Bye, Bye, Web-Standards

Zu lange haben wir es genossen, daß unsere Browser die offiziellen Standards im Web (HTML, CSS) immer besser und einheitlicher unterstützen. Die Arbeitsgruppe Web Hypertext Application Technology Working Group (WhatWG) versucht derzeit alles, damit in Zukunft wieder browserspezifische Versionen von Internet-Seiten gebaut werden müssen. Wegen der Unterstützung durch Apple, die Mozilla-Foundation und Opera wird ihr das sogar gelingen.

Eine vergleichbare Situation hatten wir ja schon einmal: Im legendären „Browserkrieg“ von 1995 bis 1998 wurde der Kampf um Marktanteile nicht zuletzt auch durch proprietäre und inkompatible HTML-Erweiterungen geführt. Viele Webseiten konnten nur mit dem einem bestimmten Browser korrekt dargestellt werden. Buttons mit Aufschriften wie „Best Viewed With Internet Explorer 3.0“ stammen aus dieser Zeit und waren auf vielen Websites zu finden - meist zur Abschreckung derjenigen, die den passenden Browser nicht installiert hatten. Die Situation war für Surfer und Web-Autoren unerträglich.

Erst nach nach Ende des Browserkrieges verlagerte sich das Augenmerk der Entwickler vor allem kleinerer Browser (Konqueror, Mozilla, Opera) auf die strikte Einhaltung der vom World Wide Web Consortium (W3C) vorgegebenen Standards, nämlich HTML (beziehungsweise XHTML) und CSS. Der Vorteil für alle: Standardkonforme Seiten werden von den meisten Browsern gleich verarbeitet, Unterschiede ergeben sich nur noch aus echten Programmfehlern und sind nicht mehr beabsichtigte Abgrenzung gegen die Konkurrenz.

Der heutige, für alle zufriedenstellende Zustand besteht im Wesentlichen seit der Veröffentlichung von HTML 4.01 durch das W3C. Browser-Programmierer besserten seither letzte Fehler aus, das W3C arbeitete an Erweiterungen der Standards und sogar Microsoft bemühte sich ernsthaft um Kompatibilität. Im April 2005 setzte dann Apple mit seinem Browser Safari dem Frieden ein Ende: Das neue, ausschließlich von Safari unterstütztes HTML-Element canvas wurde eingeführt. Es dupliziert im Ergebnis die Funktion von SVG-Vektorgrafik und ist das erste proprietäre HTML-Element seit langem.

Parallel dazu arbeiten Apple-Programmierer in der WhatWG am Dokument Web Applications 1.0, das intern als „HTML 5“ bekannt ist: Eine Variante der HTML-Spezifikation, in der eine Reihe neuer, inkompatibler Elemente beschrieben wird. Eines der seltsamsten ist sicherlich das ping-Attribut für Links, das für eine bessere Verwertbarkeit des Userverhaltens auf Webseiten sorgen soll und von manchen Firefox-Testversionen bereits verarbeitet wird. Daß die Spezifikation zum größten Teil in der Praxis umgesetzt wird, scheint außer Zweifel zu stehen: Apple, Opera und die Mozilla Foundation haben nicht umsonst in die Entwicklung investiert.

Das Resultat: Wir erleben eine vom W3C geführte Entwicklung in die eine, eine von der WhatWG bestimmte Entwicklung in eine völlig andere Richtung. „HTML 5“ und das im Entwurfsstadium befindliche XHTML 2 sind zueinander nicht kompatibel.

Mitglieder der WhatWG weisen in Diskussionen Vorwürfe zurück, sie würden die funktionierenden Web-Standards zerstören: „Wer sagt, daß nur das W3C Standards vorgeben darf? Das W3C ist ein Gremium, wir ein anderes.“ Das mag grundsätzlich richtig sein. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß das Internet erst gut funktioniert, seit alle mit einem Standard arbeiten. Natürlich müßte der nicht zwingend vom W3C sein. Es würde sich nur anbieten. Vor allem, weil die Mitglieder der WhatWG auch Mitglieder des W3C sind und es völlig unverständlich ist, warum Firmen wie Apple oder Opera in zwei verschiedenen Gremien an zwei konkurrierenden Standards arbeiten - zum Schaden ihrer Kunden.