Thank GNU

Um € 120,- pro Jahr sichere ich mir den in meiner Karriere als Web-Autor bisher teuersten Webspace: Eine Zeile in der Liste der Unterstützer der Free Software Foundation Europe (die Liste ist unter „Thank GNUs“ bekannt, daher der Titel dieses Eintrags). 11 Zeichen reiner Text, eingebettet in <li> und </li>. Das muß was können um den Preis. Tut es auch!

Das Konzept Freier Software wird mit den Jahren immer wichtiger. Je stärker Konzerne mit neuen technischen und juristischen Tricks versuchen, unsere Freiheit einzuschränken, desto wichtiger wird ein fundiertes Gegenkonzept, das auch vor Entscheidungsträgern professionell präsentiert werden kann. Genau dafür ist die FSF Europe da. Das ist gut so (und die € 120,- jedenfalls wert).

Hammam „Aux Gazelles“

Ganze sechs Stunden Urlaubsfeeling mit Tiefenentspannungsgarantie im „Aux Gazelles“; mehr als die Hälfte davon im Hammam, die restliche Zeit im Restaurant.

Vor allem vom Hammam bin ich absolut begeistert. Mit meinem Geschenkgutschein „Aux Gazelles Special“ (Geburtstagsgeschenk aus 2005) hab ich dort das volle Programm verabreicht bekommen. Dieses beinhaltet (Zitat aus der Website): Eintritt ins Hammam, Wassergüsse, Körperpeeling, Körperwaschung mit Seifenschaum, Körpersalbung mit Öl. Dazu ein freundlicher und viel gute Laune verbreitender Hamamcı sowie jede Menge Thé à la Menthe.

Meiner Meinung nach sollte so ein Ding an jeder Ecke zu finden sein, die Besuche müßten von der Gebietskrankenkasse bezahlt werden. So rundherum entspannt und gut gelaunt, wie ich mich jetzt fühle, lasse ich mir nicht einreden, daß ein regelmäßiger Hammam-Besuch keinen positiven Einfluß auf die Gesundheit hat. Wobei es auch ohne WGKK geht: Ein Besuch im „Aux Gazelles“-Hammam ist schon um € 28,- zu haben, man muß ja nicht immer gleich zum höchstpreisigen Programm greifen. (Auch wenns verdammt viel Spaß gemacht hat.)

(Das einzige, was ich nicht verstanden hab: Wieso wir hier Hammam mit Doppel-m schreiben, während sonst überall die Schreibweise mit einem m gebräuchlich ist. Liegt es daran, daß das „Aux Gazelles“ sich weniger an der türkischen, sondern mehr an der arabischen Tradition orientiert?)

VoIP: SIP me!

Nach meinen ersten Gehversuchen mit Jabber experimentiere ich weiter. Der nächste Schritt heißt VoIP. Als Technologien stehen derzeit SIP, H.323 und Skype zur Auswahl. Schon ein kurzer Blick zeigt, daß seriöserweise derzeit nur SIP in Frage kommt: Skype scheidet aufgrund seiner unsauberen Portbelegung und wegen des proprietären Protokolls aus. H.323 ist zwar der alteingesessene und bewährte Veteran, verliert aber offenbar immer schneller an Boden. (In Kürze könnte ein viertes Protokoll mein nächstes Spielzeug auf diesem Gebiet werden: Jingle, die VoIP-Erweiterung für Jabber. Google Talk setzt auf die Jabber/Jingle Kombination, soll aber auch SIP unterstützen. Angesichts der Marktmacht von Google kein unbedeutender Faktor.)

In der SIP-Welt bin ich jetzt also sip:43720511940@voipgateway.org; meine Mutter hat nicht bemerkt, daß unser Telefonat in IP-Paketen quer durch die Datennetze dieser Welt geflossen ist, also scheint die Qualität für beide Teilnehmer in Ordnung zu sein. Als Software verwende ich Linphone unter GNU/Linux und mein Provider für den Übergang ins Festnetz ist sipcall.at (dahinter steht die Schweizer Backbone Solutions AG), deren freundlichen Support ich nur empfehlen kann. (Ob sie mich als Kunden behalten, hängt allerdings davon ab, ob tatsächlich noch in diesem Quartal die versprochenen 0720er-Nummern kommen.)

Eine einzige Kleinigkeit macht mir Sorgen: GNU/Linux, Foto-Handy, Weblog, Jabber, VoIP, … Bin ich einfach nur experimentierfreudig oder ist das die Midlife-Crisis???

Jabber-Nachrichten

Die Möglichkeit, mir eine Nachricht via Jabber zu hinterlassen, wird tatsächlich genutzt. Ich hab das Eingabefeld rechts unten eigentlich nur als Spielerei eingebaut und bin wirklich überrascht, daß mir Leute schreiben.

Eine Einschränkung dieses Web-Gateways wird allerdings nicht wahrgenommen: Ich erhalte die Nachrichten völlig anonym, ohne Absender. Falls eine Antwort erwünscht ist, müßte also schon irgend ein Name oder eine Email-Adresse im Text angeführt sein.

Für den letzten anonymen Fragesteller: Unter GNU/Linux verwende ich Gaim, das auch für Windows erhältlich ist. Ob es für Windows bessere Alternativen gibt, weiß ich nicht.

(Vielleicht entwickelt sich daraus jetzt eine Tradition? Anonyme Fragen via Jabber und ich antworte im Blog? Ich bin Dr. Sommer! *gg*)

Caterina Valente 75

Nachdem schon die ganze Welt weiß, daß ich ABBA mag und Musicals liebe, kann ich ja jetzt damit rausrücken: Auch die Valente hats mir angetan. Heute, am 14.1.2006, wird sie 75. Happy Birthday!

Auch wenn sie selbst den Tag in den USA verbringt und sich nicht öffentlich feiern läßt, öffentlich-rechtliches Fernsehen bringt die Filme mit dem „trällernd über die Dielen trippel“-Faktor gleich im Megapack:

Das einfache Mädchen“: SA, 14.1., ORF2; MO, 16.1., 3sat

Schneewittchen und die sieben Gaukler“: SA, 14.1., hr; SO, 15.1., rbb und SF1

Hier bin ich – hier bleib ich“: MO, 16.1., mdr

Bonjour Kathrin“: SA, 21.1., ORF2

Außerdem: „DAS!“ am 14.1. auf NDR mit einem Beitrag über das Geburtstagskind. (Gerade beginne ich zu grübeln, was das über mich als Zielgruppe aussagt, wenn ich meinen Fernsehkonsum aus den dritten Programmen und ORF2 bestreite …)

Laut orf.at ist Caterina Valente übrigens Europas erfolgreichste Sängerin. Das wußte ich bisher gar nicht.

Hält ICQ alle Rechte an allen Chats?

Es ist angeblich ein alter Hut, für mich aber wars neu: ICQ hat in den Geschäftsbedingungen einen Passus, mit dem der Benutzer dem Verlust des Copyrights an allen via ICQ übertragenen Daten sowie der beliebigen Verwertung all dieser Daten durch ICQ Inc. zustimmt.

Darauf aufmerksam gemacht hat mich diese Story bei netzpolitik.org. Was ich noch nicht wirklich klären konnte: Wie ist die Rechtslage jetzt für mich, wenn ich als Österreicher einen ICQ-Account eröffne? Angeblich sind ja das amerikanische und österreichische Recht in diesen Fragen kaum vergleichbar. Welches nationale Recht gilt, und welche Rechte an meinen Chats kann ich tatsächlich abtreten?

Elektrische Traumschafe als Screensaver

Was braucht ein guter Bildschirmschoner? Eine dicke Internet-Verbindung und viel Platz auf der Festplatte:

Electric Sheep ist ein Bildschirmschoner, der die Rechenlast für das Rendern von kurzen Animationen weltweit auf alle teilnehmenden PCs verteilt. Die Ergebnisse werden Bild für Bild auf einen Server zurückgespielt, dort zu einem ca. 4,5MB (!) großen MPEG2-File zusammengefaßt und laufend wieder an die PCs verteilt.

Das Ergebnis flackert dann als Folge hübsch anzusehender „kollektiver Träume verbundener Rechner“ (so in etwa die Homepage des Projektes) über den heimischen Monitor, sobald sich der Screensaver aktiviert.

Absolut übertrieben. MPEG2-Files via Internet als Bildschirmschoner! Wer macht sowas?! Ich. Seit jetzt gerade.

Nachträglicher Hinweis: Nach der Installation gleich 2-3 mpg-Files vom Server herunterladen und im Arbeitsverzeichnis von Electric Sheep (bei mir: ~/.sheep/) speichern. Sonst dauert es zu lange, bis etwas zu sehen ist.