„Wien wieder sexfrei!“

Vorweg: Ich halte die zwei „bösen“ euroPART-Plakate der Aktion 25peaces nicht unbedingt für geniale Kunstwerke. Bestenfalls würde ich sie als „bemüht“ bezeichnen. Das Theater, das vor allem Kronen-Zeitung und SPÖ um diese beiden Sujets veranstalten, hat allerdings Klasse. Der abgründigste und böseste Künstler hätte nicht entlarvender sein können. (Für alle, die die Geschichte urlaubsbedingt nicht mitbekommen haben: Der Artikel „Kunst oder Porno?“ aus dem Spiegel faßt kurz zusammen.)

Da ist einerseits die Krone, die sich ihre mittlerweile sprichwörtlichen „Nackerten“ und Gerti Sengers Fick-Anleitungen aus der Presseförderung bezahlen läßt. Sie skandalisiert die Darstellungen und echauffiert sich ausgerechnet über die Verwendung von Steuermitteln für „Porno-Plakate“. (Daß dabei so nebenbei die EU und die österreichische Ratspräsidentschaft auch mit negativen Emotionen aufgeladen werden konnten, hat Dichand wohl nicht ausdrücklich gestört.)

Die SPÖ nutzt am Beginn des Wahljahres die Gunst der Stunde, läßt ihre sonst gern zur Schau gestellte Weltoffenheit fallen und entsinnt sich wieder der moralischen Grundwerte des Gemeindebaus: „So was ghört sich nicht! Des is ja net normal!“ In einer konzertierten Aktion schaffen es Josef Cap (Skandal!), Gabi Burgstaller (widerlich und sexistisch!), Bettina Stadlbauer (extrem frauenfeindlich!) und Norbert Darabos, die FPÖ in der Disziplin Populismus rechts außen zu überholen und euroPART als Wahlkampfauftakt zu mißbrauchen.

Bundeskanzler Schüssels traditionelles Schweigen ließ ausgerechnet ihn, der normalerweise den Bremsklotz auf Österreichs Weg in die zivilisierte westliche Welt gibt, kurzfristig als liberalen Helden erstrahlen. Seine bisher einzige Wortmeldung zur Sache gibt es in einem Interview mit der Presse, in dem er sinngemäß meint, die Plakate seien „Mosaiksteinchen“ und „Farbtupfer Europas“.

Für Cap, Dichand und Strache ist die Welt mittlerweile übrigens wieder in Ordnung. Die Plakate mit den beiden Sujets wurden abmontiert, und zwar auf Initiative von 25peaces. Man wollte durch die öffentliche Diskussion nicht den Blick auf die Arbeit der anderen teilnehmenden Künstler verstellen. Die Krone titelt zufrieden: „Wien wieder sexfrei!“ Na, wenn das kein Grund zum Feiern ist am Silvestertag.

Weihnachten @ Marokko

Das Weihnachtsfest hat mir einen Leser aus Marokko beschert. (Fragt sich nur: Wars einer der dortigen oder einer der dasigen, die die Feiertage bei den dortigen verbrachten und dennoch nicht ohne mich konnten?)

Außerdem gabs wie üblich einen völlig verwirrten Hund unterm Weihnachtsbaum, ein massives ABBA-Festival und: Ich kann jetzt auch cool telefonieren.

Nachtrag: Krieg ich doch glatt heute noch bei Kaffee und Kuchen mitten in Linz eine neue Tastatur geschenkt. Offenbar macht das Christkind hier Überstunden. Bin gspannt, ob da morgen auch noch was kommt. ;-))

Grauenhaftes Fest!

Donald und dagobert duck habe ich immer schon verehrt. Gerade liege ich im bett und lese beim frühstück die weihnachtsausgabe der oberösterreichischen nachrichten. Darin steht, daß dagobert duck seinen allerersten auftritt in entenhausen 1947 mit folgenden worten hatte: „grauenhaftes fest! Wenns nur erst vorbei wäre. Weihnachten liegt mir nicht. Ich kann niemanden leiden, und mich kann auch niemand leiden.“ – Als wärs extra für mich geschrieben. Als hätte carl barks schon 1947 eine dunkle vorahnung von den abgründen meines seelenlebens gehabt. 🙂

2x Stallman

Ich bin heute über ein Interview mit und einen Artikel von Richard Stallman gestolpert. Stallman ist Gründer des GNU-Projektes und Schöpfer der GPL, weltweit politisch für Freie Software aktiv und bewundernswert kompromißlos in seinen Ansichten, was ihm regelmäßig Kritik von schlichteren Gemütern der sogenannten „Open Source“-Szene einträgt. Ganz nebenbei arbeitet er als mein Idol und Held.

In dem sehr ausführlichen Interview mit ZNet spricht Stallman über die Geschichte des GNU-Projektes, den Zufall mit dem Linux-Kernel, aber auch über Themen wie Kapitalismus, Globalisierung, Faschismus und Softwarepatente. Zitate:

Über Faschismus:

Fascism is a system of government that sucks up to business and has no respect for human rights. So the Bush regime is an example, but there are lots of others. In fact, it seems we are moving towards more fascism globally.

Über Globalisierung:

Globalizing a bad thing makes it worse. Business power is bad, so globalizing it is worse. But globalizing a good thing is usually good. Cooperation and sharing of knowledge are good, and when they happen globally, they are even better.

Über den Wohlfahrtsstaat:

We have had a lot of social mobility, class mobility, in the United States. […] However, I don’t believe that you can use social mobility as an excuse for poverty. If someone who is very poor has a 5% chance of getting rich, that does not justify denying that person food, shelter, clothing, medical care, or education. I believe in the welfare state.

Über nicht-freie Dokumentenformate (mein Lieblingszitat):

When you send someone a “.doc’ file, a “Word’ file, or an audio or video file in RealPlayer or Quicktime format, you are actually pressuring someone to give up their freedom. […] Once I put my coat over a camera before giving my speech, when I learned it was webcasting in RealPlayer format.

In seinem Artikel Can You Trust Your Computer?, der in einer (etwas holprigen) deutschen Übersetzung verfügbar ist, schildert Stallman eindringlich die Gefahren des von der Industrie propagierten „Trusted Computing“, das er selbst als „Treacherous Computing“ bezeichnet. (treacherous: heimtückisch, verräterisch, betrügerisch)

Solche Systeme, die angeblich ja nur vor Viren schützen sollen, können schrittweise die Kontrolle über den gesamten Computer übernehmen und dem Benutzer sogar das Öffnen seiner eigenen Dokumente verwehren. Noch dramatischer in diesem Zusammenhang sind die Gesetzesinitiativen, die durch Lobbying-Arbeit der Software- und Content-Industrie zustande kommen und zum Ziel haben, die „Treacherous Computing“-Infrastruktur per Gesetz zur verpflichtenden Ausstattung jedes PCs zu machen. Damit würde schließlich auch die Wahl eines freien Betriebssystems unmöglich, GNU/Linux wäre Geschichte.

Statistiken: Mac OS X und Firefox legen zu

Meine Freude an statistischen Auswertungen fördert zutage: Die meisten Leser dieses Weblogs kommen aus Deutschland. Der häufigste Suchbegriff, der von Suchmaschinen hierher führte, war „robbie williams nackt video“. Internet Explorer verliert, Mac OS X findet immer mehr Freunde und ich hatte tatsächlich einen Leser aus Chile hier, ohne daß ich es bemerkt hätte.

Im Detail sehen die Ergebnisse der Browser-Statistik folgendermaßen aus:

Browser Anteil in Prozent
Internet Explorer 54%
Firefox, Mozilla und Netscape 43%
Opera 3%

Noch im letzten Monat lag der Internet Explorer bei 58%. Nach wie vor nicht berücksichtigt ist der Safari; laut Support-Mail von blogcounter handelt es sich hier um einen bekannten Fehler, der ausgebessert werden soll. Wenn jeder Zugriff, der in den Detailauswertungen unter „unbekannt“ läuft, mit einem Safari erfolgte, kommt dieser Browser grob geschätzt auf ca. 2%.

Bei den Betriebssystemen hat Mac OS X mächtig aufgeholt, nämlich von 6% auf 9%, in absoluten Zahlen nur knapp hinter Windows 2000 auf dem dritten Platz:

Betriebssystem Anteil in Prozent
Windows XP 70%
Windows 2000 9%
Mac OS X 9%
GNU/Linux 5%
Windows ME 3%
Windows 98 2%
Andere 2%

Insgesamt ist die durchschnittliche Zahl der Besucher pro Tag von 9 im Oktober auf 15 im Dezember angestiegen (bei 31 Seitenaufrufen/Tag). Ich könnte mich stundenlang mit diesen Zahlenspielen beschäftigen… Ach ja: Die wahrscheinlich sinnloseste Suchanfrage, mit der jemand via Google bei mir gelandet ist, war „alles-und“.

Abschlußabend „Act & Fun“

Da denkt man den ganzen lieben Tag lang an nix Böses und sitzt dann doch plötzlich in einem über dreistündigen Theaterabend zum Thema Sex. Alle stöhnen und kopulieren und lecken da auf der Bühne herum, als ob es um das blanke Überleben ginge: die Ex-Sprechstundenhilfe, die immer so anständig und brav meine Krankenscheine eingesammelt hat; der große Unbekannte aus dem Internet, von dem man bislang nur gerüchteweise gehört hat; der Raini, der nicht onanieren darf und deswegen ausgelacht wird (das ist übrigens auch der vom Ganslessen); kurzum: alle waren sie da, ich mitten drin und hab mich köstlich unterhalten, obwohl ich zuerst vor dem falschen Theater gestanden bin.

Für alle, die es genau wissen wollen: Es war der Abschlußabend des Schauspielstudios „Act & Fun“ im Studio Molière in der Liechtensteinstraße. „Sex & Fun“ sozusagen. Hat mich gefreut, daß ich eingeladen war.

Wolfgang-fest

Schon wieder ein abend mit fest. Diesmal gottseidank nichts weihnachtliches, sondern das all of wolfgang congratulations fest. Foto kommt nach – twoday hat probleme mit dem upload.

Weihnachtsfeier vorbei

Weihnachtsfeier vorbei – jedenfalls für mich, ich sitze im taxi. Ab ins bett. Immerhin, nach mitternacht: das heißt schon was bei einem notorischen weihnachtsfeier-verweigerer. 🙂

Weihnachtsstimmung

OK, langsam aber sicher reichts: Es geht immerzu Mariahilfer Straße rauf, Mariahilfer Straße runner, schon den dritten Tag heute, und kein Ende in Sicht. Buch, CD, Unterhaltungselektronik, Einrichtung, Herrenoberbekleidung (allein dieses Wort …), Kosmetik, Schuhe, es nimmt kein Ende. Zwischendurch ein Abstecher mit der U4 nach Ober St. Veit zum Media Markt, dann wieder zurück, wieder shoppen, shoppen, shoppen.

Zum Schluß hab ich mir beim Wienerwald einen in Pfeffer gewälzten toten Vogel reingeschoben. Das verhutzelte Bäumlein mir gegenüber entsprach in seinem ganzen Glanz in etwa der Festlichkeit meiner Weihnachtsstimmung. Morgen noch die Firmenweihnachtsfeier, am Samstag nochmal so richtig fett Geld ausgeben (neeiin, wir haben noch längst nicht alles!), und irgendwann, irgendwann wirds dann endlich vorbei sein. Dann kann ich beruhigt aufatmen, bis der erste liebe Zeitgenosse verkündet: „Hey, nur mehr knapp 12 Monate bis Weihnachten!“