Robbie Williams nackt im Büro

Meine Kollegin hat mir heute einen Link auf dieses Flash-Video geschickt, in dem Robbie Williams unter dem Motto „Get More Robbie“ Appetit auf mehr macht. (Das „Mehr“ ist in diesem Fall die kostenpflichtige Mitgliedschaft auf seiner Website.)
Zuerst hab ich mich gefragt: Was will sie mir damit sagen?
Jetzt weiß ich’s: Ich sehe Robbie Williams einfach zum Verwechseln ähnlich. Vorne, hinten, oben, unten und… ja, auch da. Und meine Kollegin wollte mir das verdeutlichen. So einfach ist das!

Steve Jobs ist Darth Vader

Halloween kann mir ja an sich gestohlen bleiben. Andererseits: Ohne Halloween würde das Wirtschaftsmagazin Forbes nicht jährlich bekannten Managern bunte, lustige Masken per Fotomontage auf’s Gesicht klatschen. Heuer hat es - neben Alan Greenspan, Oprah Winfrey und anderen - gleich als ersten Steve Jobs erwischt. Ihm wurde die Ehre zuteil, mit Darth Vader verglichen zu werden:

… as time passed, his hunger for power took over, leading him to sue hapless bloggers and embrace dark arts, like digital-rights management.

Der Originalartikel enthält den Link auf die Maske zum Ausdrucken und Ausschneiden.

Mondsee

ein kurzer tagesausflug an den mondsee, mittagessen im gasthaus see (natürlich auf empfehlung des u-boot shops Peenemünde), anschließend noch kaffee, herbstsonne und ball spielen mit dem hund. Früher gab’s um diese jahreszeit friedhof mit maroni.

Typographie

Es war die kurze Übersicht „Die häufigsten Typografie-Fehler“, die mir diese Flausen ins Ohr gesetzt hat. Ich kann diesmal wirklich nichts dafür!

Jedenfalls wußte ich nach kurzem Überfliegen dieses Artikels und nach eingehender Beschäftigung mit „Satzzeichen“ auf Wikipedia: Ich kann nicht weiter [Shift]+[2] auf der Tastatur drücken, um Anführungszeichen zu schreiben. Ich kann nicht weiterhin drei mal auf die Taste [.] klopfen, um Auslassungen zu kennzeichnen („Verschwinde von hier, du …loch!“). Nein! So weit als möglich sollten ab nun die typographisch korrekten Zeichen wie „, “, …, ’ etc. hier verwendet werden. Nur: Wie stell ich’s an? Gemeinerweise sind diese Zeichen auf keiner Tastatur zu finden.

Die Lösung war mehrstufig: Echte Zitate werden im HTML-Quelltext mit dem <q>-Tag ausgezeichnet. Über das Stylesheet wird der Browser dann angewiesen, mit <q>…</q> eingeschlossene Zitate mit den korrekten Anführungszeichen zu versehen. Das funktioniert (fast) überall. (Einzige Ausnahme, wie so oft: der Internet Explorer von Microsoft. Aber damit kann ich leben.)

Für alle anderen Anwendungsfälle bleibt weiterhin nur die Eingabe über die Tastatur. Für Windows kenne ich hier nur den uralten Trick mit niedergedrückter [Alt]-Taste und Eingabe eines 4stelligen Zahlencodes auf dem Ziffernblock.

Beim Mac scheint ein einfacheres Verfahren zu existieren (Mac OS: Wahltaste + 2 für “), Details konnte ich aber auf den Übersichtsseiten nicht auftreiben.

Unter GNU/Linux könnte ich (zumindest im GNOME-Desktop), ähnlich wie unter Windows, [Shift]+[Strg]+Unicode des Zeichens Tippen, also z.B. [Shift]+[Strg]+201E für „.

Da ich nun meistens unter GNU/Linux arbeite, habe ich mir einfach meine Tastatur umdefiniert. Zusammen mit [AltGr] zaubern [Y] und [X] ein « bzw. ein », [V] und [B] stehen für „ und “, [AltGr]+[.] ergibt … und so weiter.

Ach ja: Natürlich könnte ich auch die HTML-Entities verwenden. &bdquo; zum Beispiel (für „) oder &hellip; für … ‐ aber so dumm das jetzt auch klingt: Das ist mir zu mühsam. Außerdem sollte man sich gar nicht erst daran gewöhnen: In XML-Umgebungen außerhalb von (X)HTML werden diese named entities in der Regel nicht verstanden.

PS: Wirklich gemein ist, daß die hier verwendete Schrift Verdana, noch dazu in dieser Größe, kaum einen Unterschied erkennen läßt. Eine andere Schriftart zeigt besser, was gemeint ist.

„Verwend’ korrekte Satzzeichen, sonst …“

“Verwend’ keine falschen Satzzeichen, sonst …”

WienWahl 05: Nichtwähler

Die Wiener Wahl 2005 ist geschlagen. Sieger sind die Nichtwähler, die mit über 40% die mit Abstand stärkste Kraft stellen. Angesichts dieses enormen Anteils scheinen die tatsächlich erreichten Stimmen der jeweiligen Parteien (gemessen an der Gesamtzahl der Wahlberechtigten, nicht wie sonst üblich an den gültigen Stimmen) in einem völlig anderen Licht:

Partei Stimmen Prozent
SPÖ 328.510 28,76%
FPÖ 99.713 8,73%
ÖVP 125.610 11,00%
Grüne 98.284 8,61%
KPÖ 9.817 0,86%
BZÖ 7.720 0,68%
Sonstige 413 0,04%
Ungültig 14.659 1,28%
Nichtwähler 457.400 40,05%

Meinungsforschern zufolge war der am zweithäufigsten genannte Grund für das Nichtwählen: Meine Stimme kann ohnehin nichts verändern. Nun, mit den Stimmen der Nichtwähler hätten es sowohl Grüne, FPÖ als auch ÖVP knapp an bzw. über die absolute Mehrheit schaffen können. Wenn das gemeint ist mit nichts verändern können, dann haben wir es doch mit einer leicht verzerrten Wahrnehmung der Wirklichkeit zu tun.
Apropos: Im ORF-Fernsehen wurde über die Motive berichtet, die Menschen zur Wahl der einen oder anderen Partei bewegten. 5% (in Worten: fünf Prozent!) der ÖVP-Wähler gaben dabei an, ihre Wahlentscheidung aus Kritik an der Bundesregierung getroffen zu haben. Habe ich da etwas falsch verstanden?

Congratulations, Kopenhagen!

Das dänische Fernsehen hat wieder einmal gezeigt, wie man eine Show von europäischem Format organisiert: Congratulations anläßlich des 50. Jubiläums des Eurovision Song Contests brachte nicht nur die Halle zum Toben, der Funke sprang auch via TV über. Eine wunderbare Mischung aus altem Charme und sanfter Selbstironie.
Das Voting-Ergebnis:

Rang Interpret Land
Punkte Song  
1. ABBA Schweden
329 Waterloo  
2. Domenico Modugno Italien
267 Nel blu di pinto di blu (Volare)  
3. Johnny Logan Irland
262 Hold Me Now  
4. Helena Paparizou Griechenland
245 My Number One  
5. Brotherhood of Man Vereinigtes Königreich
230 Save Your Kisses for Me  
6. Olsen Brothers Dänemark
111 Fly on The Wings of Love  
7. Nicole Deutschland
106 Ein bißchen Frieden  
8. Cliff Richard Vereinigtes Königreich
105 Congratulations  
9. Sertab Erener Türkei
104 Every Way That I Can  
10. Céline Dion Schweiz
98 Ne partez pas sans moi  
11. Mocedades Spanien
90 Eres tu  
12. Johnny Logan Irland
74 What’s Another Year  
13. Dana International Israel
39 Diva  
14. France Gall Luxemburg
37 Poupée de cire poupée de son  

Ich hätte ja den Ohlsen Brothers, Sertab Erener und France Gall noch bessere Plätze vergönnt, andererseits: Bei diesem Event galt wirklich dabei sein ist alles.

MAMMA MIA!

Das Christkind hat schon 2004 die Karten gebracht (verdammt gute noch dazu), gestern war’s endlich so weit: Mamma Mia! in der Wiener Stadthalle. Obwohl ich das Stück nun bereits zum dritten Mal gesehen habe (zuvor in London und Hamburg), der Unterhaltungswert bleibt unverändert. Wahrscheinlich werde ich auch beim 10. Besuch noch herzhaft über Tanya und Rosie lachen, bei Slipping Through My Fingers dezent eine Träne von der Wange wischen und mir wünschen, ich wäre beim Tauchen nach der Perlenkette mit dabei gewesen. ;-)
Apropos: Von Tourneeproduktionen ist man ja nicht unbedingt verwöhnt, was die Darsteller betrifft. Die Besetzung war jedoch wirklich hervorragend.
Mit einem Wort: Karten besorgen, hingehen! In Wien noch bis 29. Oktober.

Podcasts: Heiße Luft?

Es gibt Begriffe, die nur deshalb exisitieren, weil sie die Herzen der Ich bin so hip, ich mach’ der Million anderer Starbucks Venti Latte Trinker alles nach-Szene erreichen. Podcasting ist einer davon - zumindest technisch gesehen.
Für viele beschreibt Podcasting einfach die Idee von “Radio über Internet”, vielleicht noch verbunden mit dem Gefühl des amateurhaft Sebstgestricken. Falsch. Internet-Radio existiert seit 1993 mit mehr oder weniger hörenswerten Inhalten und mit den verschiedensten technischen Grundlagen, und zwar je nach Bedarf entweder als Live-Stream oder als Playlist. Trotzdem wurde der Begriff “Podcasting” erst im Februar 2004 in einem Artikel des Guardian erstmals erwähnt (und mit hoher Wahrscheinlichkeit gleichzeitig erfunden). Was also unterscheidet die Podcasts von heute technisch gesehen von den Playlists, mit denen man vor vier Jahren sein selbstgebasteltes Radio in die Welt übertragen hat?
Grundsätzlich handelt es sich bei Podcasts (meist) um RSS-Files. Das ist, vereinfacht gesagt, der einzige Unterschied zu früher und gleichzeitig der kleinste gemeinsame Nenner aller Podcasts. RSS steht, je nach Version und Lesart, für “Rich Site Summary”, “RDF Site Summary” oder “Really Simple Syndication”. RSS-Dateien werden geschrieben, um auf andere Inhalte zu verweisen, diese zu beschreiben und in eine chronologische Abfolge zu bringen. Gleichzeitig enthalten sie die Information darüber, wie oft diese Inhalte sich wahrscheinlich ändern werden.
Podcasts nützen nun genau diese Eigenschaft: Ein Podcast-File beschreibt

  • eine Liste von Audio-Dateien (die irgendwo abgespeichert sind)
  • mit ihrer jeweiligen Entstehungszeit, aus der sich die Abspiel-Reihenfolge ergibt,
  • und dem Zeitpunkt, zu dem voraussichtlich die nächste Änderung stattfinden wird (=ein neues Stück hinzukommt).

So weit, so einfallslos. Das ist einfach RSS, wie es seit Jahren existiert. Keine aufregende neue “Podcasting-Technologie”. RSS 1.0 konnte das von Anfang an, ohne daß es den Entwicklern der Spezifikation überhaupt aufgefallen wäre. RSS 2.0, die fast gleichzeitig entstandene “Konkurrenz-Spezifikation”, ist etwas unflexibler und benötigt zur Beschreibung von Multimedia-Inhalten sogenannte “enclosures”, die 2001 zur Spezifikation hinzugefügt wurden. (Im Grunde schafft das auch jede *.m3u-Playlist, wenn man ein zusätzliches Feld für den Zeitpunkt der nächsten Änderung spezifiziert.)
Weil nun Podcasts einfach nur RSS sind, können sie natürlich auch alles, was RSS (bzw. die gerade verwendete RSS-Version) ebenfalls kann: Bilder, beschreibende Texte und Verweise auf andere Dokumente können in die Struktur eingebaut werden. (http://www.kommunismus.net/podcast/index.xml nutzt diese Möglichkeit sogar für den Verweis auf begleitende PDF-Files.)
Erst seit Juni 2005 erhält der Begriff Podcasting erstmals auch eine technische Dimension: Apple hat eine Erweiterung zu RSS 2.0 veröffentlicht (und in iTunes 4.9 eingebaut), die RSS 2.0-Files mit iTunes kompatibel machen soll. Dabei geht es vor allem um die Art der Bezeichnung und Kategorisierung von Dateien. Hier hätten wir es also erstmals mit einer Spezifikation zu tun, die gezielt auf den Begriff “Podcasting” zugeschnitten ist. Allerdings wird der Wert dieser Spezifikation mehr als nur bezweifelt: Die mildeste Reaktion war Edd Dumbills Apple clearly don’t have enough people who really understand XML. Eine ausführliche Aufzählung der Probleme findet sich im Artikel Finger in the Dike, Thumb in the Damned, in dem die düstere Vermutung geäußert wird, daß diese “Erweiterung” das Ende des ohnehin schon problematischen RSS-Formats sein könnte:

iTunes is to podcasting as Internet Explorer is to HTML. RSS interoperability, at least as far as podcasting goes, now means “works with iTunes.” Thousands of people and companies will begin making podcasts that “work with iTunes,” but unintentionally rely on iTunes quirks […]. This in turn will affect every developer who wants to consume RSS feeds, and who will be required to emulate all the quirks of iTunes to remain competitive.

Apple has effectively redefined the entire structure of an RSS feed, added multiple core RSS elements, made all RSS elements case-insensitive, made XML namespaces case-insensitive, created a new date format, made several previously required attributes optional, and created a morass of undocumented and poorly-documented extensions… to what was already a pretty messy format to begin with.

Was bleibt also unterm Strich? Podcasts spielen Audio-Dateien in einer fix vorgegebenen Reihenfolge ab. Das konnte schon vorher jedes beliebige Playlist-Format. Sie nutzen (oder mißbrauchen) dazu RSS, seit den 90ern in verschiedenen Versionen existiert. Im Grunde ist es ein schönes Buzzword für etwas, das es bereits seit Ewigkeiten gibt. Was weiter nicht schlimm wäre (das nächste Buzzword kommt bestimmt), wenn nicht die Gefahr bestünde, daß durch die mißlungenen RSS-Erweiterungen von Apple der gesamte Standard gekippt wird.
Wie gesagt, das alles bezieht sich auf die technische Seite. Inhaltlich möchte ich, wie zu Beginn, http://hitherto.net zitieren: Just because you have a face for radio does not mean that you have a voice for radio.

Madonna und ABBA?

Der Nachteil eines Radioweckers: Schon am frühen Morgen plärrt mich Marketing-Maschine Madonna an. Schlimmer noch: Sie mißbraucht für ihre neue Single “Hung Up” ein Sample aus “Gimme! Gimme! Gimme!” von ABBA. (Das ist ungefähr so, als müßte man sich einen Beethoven Mega-Mix von DJ Ötzi anhören.)
In einschlägigen Pressemeldungen wird bereits berichtet, es sei dies das erste Mal, daß Benny Andersson und Björn Ulvaeus von ihrer strikten “no sample”-Richtlinie abgewichen seien - ein zusätzlicher Promotion-Schub für Frau Ciccone. Richtig ist es allerdings nicht: Bereits 1996 durften The Fugees mit offizieller Erlaubnis der beiden Komponisten einen Bass-Riff aus “The Name of The Game” für ihren Song “Rumble in the Jungle” verwenden.

Congratulations

Am 22.10. gibt’s die große Liveshow zum 50jährigen Jubiläum des Eurovision Song Contests: Congratulations aus dem Forum in Kopenhagen.
Dabei ist der Ausdruck “live” nicht ganz angebracht: Der ORF sendet ca. 80 Minuten zeitversetzt ab 22:20 Uhr, Zuseher in Österreich werden daher am Telefonvoting nicht wirklich teilnehmen können. (Von den im Wiener Telekabel zu empfangenden Sendern überträgt nur SWR live ab 21:00 Uhr.)

Die Songs, die zur Auswahl stehen und entweder live oder als Videoclip zu sehen sind:

Land Interpret Song
Italien Domenico Modugno Nel blu di pinto di blu (Volare)
Luxemburg France Gall Poupée de cire poupée de son
Vereinigtes Königreich Cliff Richard Congratulations
Spanien Mocedades Eres tu
Schweden ABBA Waterloo
Vereinigtes Königreich Brotherhood of Man Save Your Kisses for Me
Irland Johnny Logan What’s Another Year
Deutschland Nicole Ein bißchen Frieden
Irland Johnny Logan Hold Me Now
Schweiz Céline Dion Ne partez pas sans moi
Israel Dana International Diva
Dänemark Olsen Brothers Fly on The Wings of Love
Türkei Sertab Erener Every Way That I Can
Griechenland Helena Paparizou My Number One