Turkey: 12 Points

OK, OK, ich lasse mich ja überreden. Hier sind sie: Die Top Ten aller Song Contest Beiträge seit 2000. Natürlich absolut objektiv bewertet 😉

Punkte Interpret Land Platz
  Titel Jahr Teilnehmer
12 Athena Türkei 4
  For Real 2004 24
10 The Olsen Brothers Dänemark 1
  Fly on the Wings of Love 2000 24
8 Rollo & King Dänemark 2
  Never Ever Let You Go 2001 22
7 Jemini UK 26
  Cry Baby 2003 26
6 Natasha St. Pier Frankreich 4
  Je n’ai que mon âme 2001 22
5 Lisa Andreas Zypern 5
  Stronger Every Minute 2004 24
4 Sertab Erener Türkei 1
  Every Way that I Can 2003 26
3 The Rounder Girls Österreich 14
  All to You 2000 24
2 Aivaras Stepukonis Litauen 23
  Happy You 2002 24
1 Ira Losco Malta 2
  7th Wonder 2002 24

Punkte: meine Punktewertung
Platz: tatsächliche Reihung
Teilnehmer: Anzahl der Teilnehmer im jeweiligen Jahr

26/26 in der Spalte “Platz/Teilnehmer” bedeutet also, daß Jemini im Jahr 2003 tatsächlich letzte wurden mit “Cry Baby” (übrigens mit ganzen 0 Punkten).

Das Schaf ist unser Schaf!

Aus den lateinischen Fachbezeichnungen einiger Tierarten leitet die Türkei nun einen Angriff auf ihre nationale Einheit ab – und schafft umgehend lateinisches Newspeak:

  • ’Vulpes Vulpes kurdistanica’, eine Rotfuchsart aus dem Osten der Türkei, heißt ab sofort nur mehr ’Vulpes vulpes’
  • ‘Ovis armeniana’, ein Schaf, wird zu ‘Ovis Orientalis anatolicus’
  • ‘Capreolus Capreolus armenius’, ein süßes Rehlein, gefährdet die nationale Sicherheit und wird fortan ‘Capreolus Caprelus capreolus’ genannt

Umweltminister Osman Pepe, aus dessen Ministerium diese Ideen sprudelten, begründet sie mit dem Satz “Der Fuchs ist unser Fuchs, das Schaf ist unser Schaf!” – und was für eines!
Details bei taz und derstandard.at, wie immer mit reizenden Kommentaren der Leserschaft.

Bye, Bye, Wiener Konvention

Wie derstandard.at in diesem Artikel berichtet, fühlt sich die regierende US-Junta an die Wiener Konvention “nicht mehr gebunden”:

Die US-Regierung fühlt sich einem Pressebericht zufolge nicht länger an das Protokoll der Wiener Konvention zum Recht auf konsularischen Beistand für im Ausland inhaftierte Personen gebunden. Außenministerin Condoleezza Rice habe UN-Generalsekretär Kofi Annan in einem zwei Absätze langen Schreiben vom 7. März darüber unterrichtet, heißt es in der “Washington Post” vom Donnerstag unter Berufung auf US-Regierungsbeamte.

Anlaß seien, so berichtet derstandard.at, wiederholte Verfahren vor dem IGH, in denen den USA vorgeworfen wird, Angeklagte oder Verurteilte nicht über ihr Recht auf diplomatischen Beistand aufzuklären.
Ist es nicht schön, daß Friede, Demokratie und Freiheit auf Erden von einer Nation beschützt (und definiert) werden, die aus wirtschaftlichen Erwägungen Aggressionskriege führt, Frauen und Kinder niedermetzelt und internationale Vereinbarungen nach Belieben bricht, derweilen sich die christlich-konservative Mehrheit im eigenen Land Gedanken über die sexuelle Orientierung der Zeichentrickfigur SpongeBob macht?

ESC 2005: Erste Disqualifikation?

Endlich hat der Song Contest wieder ein angebliches Plagiat unter den Bewerbern: Die EBU berät laut ESCtoday.com über die Disqualifikation des ukrainischen Beitrags Razom nas bagato. Er soll, so will die BBC herausgefunden haben, ein Plagiat des Revolutionsliedes Pueblo unido jamas sera vencido aus den 60er Jahren sein. Wer sich das Vergnügen des Vergleichs machen möchte, kann dies am Server der norwegischen NRK tun.

Der Vergleich macht auch in diesem Fall (wie bei allen anderen ‘Plagiaten’ der jüngeren ESC-Geschichte) sicher: An dem Vorwurf ist nichts dran.

Tatsächlich dürfte die EBU allerdings ein Problem mit dem Inhalt des ukrainischen Beitrags haben. Der Song von Greenjolly war die Hymne der “orangen Revolution”. Die vollständige englische Übersetzung findet sich bei Orange Ukraine; mit Zeilen wie “Yushchenko, Yushchenko! is our President.” könnte für die Verantwortlichen in Grand-Saconnex die Grenze der gemütlichen Familienunterhaltung überschritten sein.