Gentoo zu Ostern

Auch so kann man ein Osterwochenende verbringen:
Am Karfreitag einen verstaubten Pentium II in die Wohnung schleppen und Gentoo Linux installieren. (Hardcore nat├╝rlich: Stage 1!)

Was soll ich sagen: Wir haben Ostermontag, 19:00 Uhr – und das Ding compiliert immer noch ­čÖé
(OK, OK, booten konnte ich ihn schon gestern Vormittag, und XFree war gestern Abend fertig, aber so ein bissi GNOME und Mozilla mu├č schon auch sein …)

Suche nach mir???

Das sch├Ânste am Weblog ist, sich hin und wieder die Referrers anzusehen. Witzig: Weil mein Vorname “Oskar” hier ├╝berall vorkommt und ich irgendwann das Wort “Nominierung” im Text hatte, landeten haufenweise Leute bei mir, die sich ├╝ber die Oscar-Nominierungen informieren wollten (und dabei mit der englischen Schreibweise des Namens nicht vertraut waren).

Noch besser allerdings:
http://www.google.com/search?hl=en&lr=&ie=UTF-8&oe=UTF-8&q=Welzl
Da hat doch glatt einer nach meinem Nachnamen gesucht auf www.google.com! Ob der mich gemeint hat? – Hallo? Wollten Sie zu mir?

Prater

man hat mich entf├╝hrt. In den prater. Frische luft. Weit und breit kein pc. Hilfe!! (aber sch├Ân ist es.)

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Versagen der Demokratie: Kritische Urteilslosigkeit

Bei der Anschaffung eines Elektroherdes l├Ą├čt sich jeder umfassend beraten. Genau werden Preis, Leistung, Optik etc. der einzelnen Modelle verglichen.
Bei der Nationalratswahl treffen immer mehr Menschen ihre Entscheidung spontan in der Wahlzelle.

Eine brillante und gleichzeitig deprimierende Analyse unseres Politsystems liefert Larissa Krainer auf derstandard.at unter dem Titel “Kritische Urteilslosigkeit”.

Sie beschreibt treffend einen Teufelskreis, der es uns mittlerweile fast unm├Âglich macht, von einer funktionierenden Demokratie zu sprechen – ohne diese letzte ketzerische Konsequenz tats├Ąchlich auszusprechen.
Eine Politik der Aussagelosigkeit, medientaugliche K├╝rzelsprache, Politaktionismus und schlie├člich der fatale Zeitdruck, der es den berichtenden Journalisten unm├Âglich macht, Hintergrundrecherchen zu betreiben und (frei nach Bert Brecht) “die Regierten zu fragen, was sie denn gerne von den Regierenden gewusst h├Ątten.”

Die Konsequenz aus ihrer Analyse wagt Larissa Krainer nicht zu ziehen: Wenn Politik und Medien in einer sich immer schnellen drehenden Spirale Inhalte durch Formen ersetzen; wenn “politische Berichterstattung […] kaum noch von Fu├čball├╝bertragungen zu unterscheiden” ist; wenn die Zeit zur Analyse politischen Geschehens fehlt und “Konsequenzen des politischen Tuns […] nicht ausreichend analysiert wurden oder Hintergr├╝nde noch im Dunkeln liegen” – wie soll ein demokratischer Entscheidungsproze├č dann funktionieren? Wor├╝ber soll der stimmberechtigte B├╝rger entscheiden, wenn er die Fragestellung mit all ihren Schattierungen und Graut├Ânen nicht kennt? L├Ąngst w├Ąhlen wir das sympatischere Gesicht, ohne die Inhalte auch nur im Ansatz zu kennen.

Es w├Ąre die Aufgabe einer verantwortungsvollen Politik, dieser Entwicklung gegenzusteuern und zu echter Demokratie zur├╝ckzufinden, in der der W├Ąhler auch seine Pflichten wahrnehmen kann: Die Pflicht sich umfassend zu informieren, bevor er eine f├╝r sich und andere fundamental wichtige Entscheidung in der Wahlzelle trifft. Die Pflicht, sich zumindest so umfassend zu informieren wie vor der Anschaffung eines Elektroherdes.

Irak: “Zivilisten”?

Der Anschlag auf US-Besatzer in der Stadt Falluja war, bei aller Geschmacklosigkeit, ein brillantes Beispiel f├╝r die Medienwelt, in der wir leben:

Ganz offensichtlich war er unter Ber├╝cksichtigung der Medienwirksamkeit inszeniert. Die TV-Kameras waren ja nicht versteckt, sondern offen dabei; zuf├Ąllig waren die Journalisten zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Von TV-Stationen und Zeitungen wurde der Vorfall dann auch prompt mit entsetzten Kommentaren versehen (allerdings bunt, in Farbe und auf Seite 1). ├ťberall hat man sich auf einen “Anschlag gegen Zivilisten” geeinigt. Das ist ein griffiges Bild und gibt der Geschichte das Ma├č an Brutalit├Ąt wieder zur├╝ck, das durch das unkenntlich Machen der grausam verst├╝mmelten K├Ârper verloren gegangen war.
Wie “zivil” die Opfer tats├Ąchlich waren, zeigt ein Blick auf die Homepage ihres Arbeitgebers Blackwater USA. Nat├╝rlich, es waren keine Milit├Ąrangeh├Ârigen – Zivilisten also im technischen Sinn. Solche aber, die man schickt, wenn die Sache selbst f├╝r Milit├Ąrs zu unappetitlich wird.

Was w├Ąre ohne die Kameras vor Ort geschehen? H├Ątte es den Anschlag in dieser Form gegeben? Warum werden die S├Âldner von Blackwater einheitlich als “Zivilisten” verharmlost?